Slyck spricht mit dem Feind
Es hat Tradition, dass Parteien mit durchaus unterschiedlich zu nennenden Ansichten gelegentlich das Gespräch suchen. So stellen die Filesharingaktivisten von Slyck ihrem Interview mit der Motion Picture Association of America zwar das Statement voraus, keine ihrer Ansichten über P2P in irgendeiner Form in Frage zu stellen, an der Zeit sei es jedoch, die Positionen der Rechteverwerter aus ihrem eigenen Mund zu erfahren - statt immer nur Gerichtsprotokolle zu lesen.
Mit dem Vizepräsidenten der Rechtsabteilung der MPAA, Dean Garfield, sprach Slyck, und jener hatte durchaus interessantes zu sagen - erstaunlich vor allem die Skepsis gegenüber der von der eigenen Institution angewandten Methoden.
Die Berührungsängste zwischen Filmwirtschaft und Filesharern seien kleiner geworden, konstatiert Garfield mit Blick auf die Kooperation mit Bram Cohen, dem BitTorrent-Entwickler. Aber auch das stattfindende Gespräch zeige, dass das gegegseitige Verständnis wachsen könnte. Man versuche durchaus, die neuen digitalen Verbreitungsmöglichkeiten zu nutzen, Filesharer-Seiten seien dabei eine wichtige Feedbackquelle, so Garfield.
Auf welchen vor allem Kritik zu lesen ist: DRM, Wasserzeichen und die fortgesetzte Kriminalisierung der User sind stark diskutierte Themen. Zu allen erfolgten durchaus erstaunliche Statements.
DRM betrachtet Garfield wenig überraschend als ein Mittel, die Balance zwischen Schutz und unkontrollierbarer Verbreitung der Medien aufrechtzuerhalten. Von den Spyware-Techniken, die Sony in der vergangenen Zeit nutzte, hält er nichts: womit er indirekt einem wirksamen DRM an sich eine Absage erteilt. Die Alternative der Wasserzeichen lehnt er aus erstaunlicheren Gründen ab: die Technik verleite zum Verklagen, weshalb sie in seinen Augen kein Mittel der Wahl darstelle. Technologie solle in erster Linie neue Möglichkeiten schaffen, Wasserzeichen seien keine Technik, die das leistet.
Auch bezüglich der Statistiken und der Klagewellen zeigt sich Garfield erstaunlich nachdenklich. Die Zahlen über entgangene Gewinne seien wenig aussagekräftig - ungeachtet dessen, ob es um nicht genehmigte Nachpressungen in großem Stil geht oder im das alltägliche Tauschen. "Wir untersuchen die Angelegenheit, aber wir haben keine wirkliche Antwort. ...
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