Ich hab eine Kurzgeschichte geschrieben (ist nich meine erste, aber das spielt ja keine Rolle)
Mit einem melancholischen Blick starrte Frank auf das Flimmern seines alten Fernsehers. Es war die einzige Lichtquelle im Raum; die Jalousien waren heruntergelassen, die Tür geschlossen und das Licht ausgeschalten. Die Luft in dem Raum war leicht nebelig von den drei Zigaretten, die er während den Pausen der Dokumentation, die im Fernseher auf der leisesten Lautstärke lief, geraucht hatte. Als die Werbung einsetzte löste er sich aus seiner angespannten, geraden Haltung. Er strich mit seinen Fingern über die Gegenstände, die er auf dem Tisch vor sich ausgebreitet hatte. Als er sein altes Abzeichen fühlte, verzog sich sein faltiges, vom Alter gegerbtes Licht zu einem Lächeln. Auf dem Weg zu der Packung mit dem Tabak konnte er noch einige andere Dinge spüren, die ihn an seine Zeit beim Heer erinnerten. Als er seine Luger berührte, schloss er kurz die Augen und atmete tief aus. Im Krieg hatte er nie jemanden mit dieser Standart-Handfeuerwaffe der deutschen Truppen erschossen, aber dennoch war sie noch einsatzfähig, schließlich hatte er in seiner Ausbildung gelernt, seine Ausrüstung zu pflegen und instand zu halten. Er schüttelte den Kopf, rieb sich die Augen und griff nach der Tabakpackung, um sich eine Zigarette zu drehen. Gerade als er sie fertig geraucht hatte und den Stummel ausdrückte, endete die Werbung. Er nahm wieder seine versteifte Haltung an: er richtete sich auf, legte die Hände in den Schoß und wartete geduldig bis zum Ende der Dokumentation. Als er sich danach noch eine Zigarette anstecken wollte, fiel sein Blick auf seine alte Binde. Das schwarze Kreuz im weißen Kreis schien förmlich zu leuchten. Still und einsam lag sie da, so einsam und verlassen wie er selbst; sie war das einzige an seiner Uniform, das nach all den Jahren nicht mehr passte. Gedankenverloren sah er sie an. So wie sie ihm nicht mehr passte, passte auch er nicht mehr in diese Zeit, den ganzen Abend schon hörte er, wie Leute, die sich „Nazis“ schimpften Randalen verursachten, aber noch heftiger hörte er die Proteste gegen diese vermeintlichen Anhänger eines Idealismus, den er einst gelebt hatte. Langsam nahm er seine Waffe in die linke Hand und hielt sie sich an den Kopf. Den linken Arm streckte er energisch in die Höhe.
„Heil, mein Führer.“
Gleichzeitig mit dem ersten Glockenschlag der Kirche zum Gedenktag an Kriegsende und Adolf Hitlers Tod fiel der Schuss.
Es ist ein Logikfehler drin, aber den möchte ich nicht beheben, da sonst
1) der Effekt, den ich damit verfolge, seine Wirkung verliert
2) ich bei der nächsten Geschichte die Möglichkeit habe, es besser zu machen
über Kritik jeder Art bin ich seeeehr dankbar (über schlechte sogar noch mehr, da man aus Fehlern besser lernt

)