Staatsanwaltschaft Texas ermittelt jedoch weiter
Mindestens 15 Sammelklagen gegen Sony konnten mit einem Vergleich geschlichtet werden, der Konzern zeigte sich zu weitgehenden Zugeständnissen bereit, welche teilweise bereits in die Tat umgesetzt sind. Sony war wegen der XCP- und MediaMax-Kopierschutztechnik in Verruf geraten, die Sicherheitslücken auf dem Rechner aufreißen, Rootkit-Technik und Phonehome-Funktionen beinhalten und sich auch gegen den Willen des Users auf dem Rechner installieren.
Sony erklärte sich im Vergleich unter anderem dazu bereit, keine CDs mit den beiden Kopierschutzlösungen mehr auszuliefern, die XCP-CDs zurückzurufen, Uninstaller bereitzustellen sowie die Lizenzbestimmungen der Alben zu ändern, Darüber hinaus soll die ungewünschte Datensammlung über das Hörverhalten der User beendet werden.
Betroffene User sollen mit "sauberen" Datenträgern entschädigt werden. Die EFF schätzt die Kosten der Maßnahmen auf über 50 Millionen Dollar.
Sonys Probleme sind dadurch nch lange nicht zu Ende: die Staatsanwaltschaft Texas ermittelt gegen das Label wegen der Verbreitung von Spyware und Kundentäuschung. Die Strategie, erst dann zu handeln, wenn es unvermeidlich wird, wird offenbar fortgesetzt: bezeichnenderweise ruft Sony die MediaMax-CDs nicht zurück, obgleich Texas inzwischen auch wegen dieser Malware ermittelt. MediaMax ist ungleich verbreiteter als XCP, welches auf schätzungsweise 2 Millionen CDs ausgeliefert wurde.
So warnt auch der Copyright-Experte Michael Geist in Kanada: man solle sich ncht zu früh über die jetzige Schlichtung freuen, denn diese betrifft nur US-Bürger. Seitens Sony Kanada seien hingegen keinerlei Maßnahmen ergriffen worden. In Kanada wurden über 100.000 verseuchte CDs verkauft. In anderen Ländern sieht es ähnlich aus: doch nach wie vor sitzt Sony das Problem aus.
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