Stärkung des Copyrights schwächt den Markt
Eine bemerkenswerte Studie der EU beschreibt die Financial Times: der Start einer EU-Initiative zur Stärkung der geistigen Eigentumsrechte von Datenbankproduzenten begleitete die EU mit einer Untersuchung, die prüfen sollte, welche Auswirkungen die geänderte Rechtslage hat. Die Ergebnisse liegen vor und sind ernüchternd.
Ökonomische Vorteile hätten sich durch die Maßnahme keine ergeben, so das Ergebnis der Studie, die damit im krassen Gegensatz zur Propaganda der Industrie steht, die nicht müde wird zu behaupten, ohne Schutz geistigen Eigentums würde keine Anreiz zur Produktion digitaler Güter mehr bestehen.
Untersucht wurden europäische Produzenten von Datenbanken, besseren Schutz verschaffte die Initiative Datenbanken, die Inhalte auf bislang einzigartige Weise versammeln. In den USA existiert noch kein besonderer Schutz des geistigen Eigentums an Datenbanken dieser Art, weshalb die US-Produktion ebenfalls als Vergleich herangezogen wurde. Ergebnis: die europäische Produktion fiel nach Einführung der Schutzrechte ab, während die in den USA stieg. Das Verhältnis der europäischen zur US-amerikanischen Datenbankproduktion betrug 1996 1:2, bis 2004 fiel es auf 1:3 ab, obgleich die Schutzrechte an den Produkten erhöht wurden. Schlußfolgerung: die Stärkung geistigen Eigentums behindert Innovation und Produktion.
Das Ergebnis ist insofern bemerkenswert, da in die Studie durchaus auch die Ansichten der Datenbankproduzenten mit einflossen. Denen sind die erweiterten Schutzrechte selbstverständlich willkommen, auch wenn sich der gesamtwirtschaftliche Nutzen nun offenbar als nichtexistent herausstellt. Es sei ungefähr so
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