Grund: BitTorrent von Usern und ISPs sabotiert
Spieledemos, Videos und Addons gab es seit 2003 zuverlässig bei Filerush zu laden, doch nun schließt eine der größeren Seiten des Genres zumindest die Downloadpforten. Die Begründung dieses Schrittes ist durchaus bemerkenswert und wirft einige Bedenken auf, was die großen Pläne des BitTorrent-Entwicklers Cohen und der Filmindustrie angeht.
Der Grund: der Druck, der durch die Medienindustrie indirekt auf BitTorrent und ISPs ausgeübt wird. Zahlreiche ISPs seien dazu übergegangen, unter anderem BitTorrent-Traffic zu sperren oder zu drosseln. Das Resultat: obgleich Filerush immer mehr Bandbreite und Ports für die Distribution freischaltete, klagten immer mehr User über unerträglich langsame Downloads. Dies bei stagnierenden userzahlen: für Filerush stellte sich damit irgendwann der Distributionsweg BitTorrent als gescheitert heraus.
Die Alternative des direkten Downloads stehe trotz einiger Mirrors nicht zur Verfügung, so Admin Hood in seiner Erklärung. Direkte Downloads würden sofort von den Usern überlastet, selbst bei extrem gedrosseltem Speed und der vorhandenen Downloadalternative BitTorrent. Hood erklärt sich dies mit der Stigmatisierung, die der Torrent durch ständigen juristischen Druck auf Trackerseiten und User erfahren mußte, und der dazu führt, dass sein Gebrauch vermieden würde, wo nur möglich.
Dieser Eindruck steht nun in Kontrast zu den Plänen sowohl des BitTorrent-Entwicklers Bram Cohen wie auch der Filmindustrie: man arbeite zusammen, um neue Distributionswege für digitalen Content zu erschließen, so die beiden sehr verschiedenen Partner. Es stellt sich die Frage, ob die ersten gemeinsamen Aktionen nicht darin bestehen werden müssen, das Zweiklassen-Internet wieder zu vereinen, welches viele ISPs errichtet haben - wenngleich vielleicht weniger auf Druck der Medienindustrie, sondern schlicht zur Trafficersparnis. Andernfalls sich zahlreiche potentielle Kunden nur schwierig mit den neuen Vertriebsplattformen erreichen lassen werden.
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