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devrim
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Re: Nur Leiharbeiter Firmen?

Gerade durch diese tollen Zeitarbeitsfirmen kriege ich ja keine Festeinstellung. Bei uns wurde alles komplett umgestellt. Was wir früher selber machen mussten, machen jetzt die Firmen. Wir als Arbeiter sind bald im unseren eigenen Betrieb überflüssig.


Ich meine es ja nicht so schlecht mit den Zeitarbeitsfirmen. Man weiss ja nie, wo man später landet. Nur sind diese mir im moment ein Dorn im Auge und ich fühle mich durch diese in meiner Arbeitsplatzsicherheit betrogen.

Fahr mal bei uns in die Grube an. Nur noch Jugoslaven und Polen. Ein Viertel des Untertage Betriebes läuft schon über Firmen.
Alt 10. 02. 2006, 21:58 devrim is offline Mit Zitat antworten #26
tristan75
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Re: Nur Leiharbeiter Firmen?

Isses besser @ Home zu sitzen und auf das Geld vom Staat zu warten ? Wie assig ist das denn. Wenn man nichts findet im Moment und sich bei einer Zeitarbeitsfirma zur Verfügung stellt bleibt man im Arbeitsleben. Das sieht für spätere Bewerbungen weit besser aus als auf meine Kosten den Arsch net zu Bewegen.

Klar isses net das, was man als 1er Schüler erwartet, aber hey, es ist im Moment eine blöde Zeit. Und zu Dir kommt niemand, gibt dir 16 € / h , 35 h Woche und nen Job. Besser Zeitarbeit als HartzIV.

Du bist Deutschland ( das konnt ich mir jetzt net verkneifen )
Alt 10. 02. 2006, 21:59 tristan75 is offline Mit Zitat antworten #27
Khelben2000
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Re: Nur Leiharbeiter Firmen?

Zitat:
Zitat von devrim 
Gerade durch diese tollen Zeitarbeitsfirmen kriege ich ja keine Festeinstellung. Bei uns wurde alles komplett umgestellt. Was wir früher selber machen mussten, machen jetzt die Firmen. Wir als Arbeiter sind bald im unseren eigenen Betrieb überflüssig.

Himmel ... das hatten wir doch schon. Wenn es keine Zeitarbeiter gäbe, dann würde deine Firma deswegen nicht automatisch genau so viele Leute fest anstellen. Dann müssten eben weniger Leute die gleiche Arbeit schaffen.

Zitat:
Zitat von devrim 
Ich meine es ja nicht so schlecht mit den Zeitarbeitsfirmen. Man weiss ja nie, wo man später landet. Nur sind diese mir im moment ein Dorn im Auge und ich fühle mich durch diese in meiner Arbeitsplatzsicherheit betrogen.

Mag ja sein ... aber doch nur, weil du lieber solchen unreflektierten Stammtisch-Parolen wie denen von biene maya Glauben schenkst, als dich entsprechend zu informieren.

Zitat:
Zitat von devrim 
Fahr mal bei uns in die Grube an. Nur noch Jugoslaven und Polen. Ein Viertel des Untertage Betriebes läuft schon über Firmen.

Und das wird noch mehr ... ist allerdings auch kein typisches Problem der Zeitarbeitsbranche. Speziell die Menschen aus den Ostblockländern sind nunmal gern bereit, für einen deutlich niedrigeren Lohn zu arbeiten als der Durchschnitts-Deutsche.

Wobei ich denke, dass das Gehalt, was du bei einer Zeitarbeitsfirma bekommen könntest, für einen gerade frisch Ausgelernten gar nicht so schlecht wäre. Schau gelegentlich doch mal in den Tarifvertrag auf der von mir verlinkten Seite und rechne dir auf Nettolohn.de aus, was du bekommen würdest ... wobei die Berechnung deines Gehaltes wie gesagt auf der Basis deines Einsatzes erfolgt - nicht nach dem, was du mal gelernt hast. Das ist nunmal so ...
Alt 10. 02. 2006, 22:08 Khelben2000 is offline Mit Zitat antworten #28
devrim
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Re: Nur Leiharbeiter Firmen?

Ich hab mir mal die Berechnung für Lohngruppe 3 angeguckt. Das wären dann bei mir ca. 1200€ netto nackt. Ich weiss ja nicht was da noch alles an Zuschlägen kommt.

Ansich doch nicht so schlecht, wenn man Fahrkosten erstattet bekommt sowie eine Auslöse etc..
Alt 10. 02. 2006, 22:45 devrim is offline Mit Zitat antworten #29
biene maya
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Re: Nur Leiharbeiter Firmen?

Zitat:
Zitat von Khelben2000 



Du hast die Rechnung offenbar noch weniger verstanden als biene maya ... Wie kommst du auf dieses Gehalt?




biene maya hat die rechnung schon ganz genau verstanden

du kanst es mir ja mal vorrechnen
Alt 10. 02. 2006, 22:56 biene maya is offline Mit Zitat antworten #30
BigWilly
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Re: Nur Leiharbeiter Firmen?

Wobei man aber zugeben muß, das biene maya die Sache etwas realistischer sieht, als andere hier.
Wenn hier von Löhnen im 9EUR bereich gesprochen wird, ist das meist eh eine Summe die die meisten Leiharbeiter nie sehen werden. Die Masse verdient um die 7,50EUR und das ist dann nicht netto sondern der brutto Betrag.
Wenn man nun davon ausgeht dass das Verleihunternehmen ca. 18EUR netto bekommt, kann man sich den Rest auch selbst ausrechnen. Bei vielen Leihfirmen wird dann auch noch eine Art Zeitkonto geführt, das dazu verwendet wird, dem Arbeiter nicht zu viel Geld zukommen zu lassen. Da gibt es Tarifverträge, das erst ab 140h auf dem Zeitkonto der Betrag teilweise ausgezahlt werden kann oder das man nen Tag länger zuhause sitzen "darf". Es gibt auch Tarifverträge in denen der Verleiher noch nicht mal verpflichtet ist irgendwelche Fahrkosten oder ähnlichen Schnickschnack zahlen braucht und wenn man dann den eigenen Verdienst von 7,50EUR (brutto) ansieht, merkt man schnell, das da doch einer recht gutes Geld mit macht.
Alt 11. 02. 2006, 16:09 BigWilly is offline Mit Zitat antworten #31
Khelben2000
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Re: Nur Leiharbeiter Firmen?

Zitat:
Zitat von BigWilly 
Wobei man aber zugeben muß, das biene maya die Sache etwas realistischer sieht, als andere hier.
Wenn hier von Löhnen im 9EUR bereich gesprochen wird, ist das meist eh eine Summe die die meisten Leiharbeiter nie sehen werden. Die Masse verdient um die 7,50EUR und das ist dann nicht netto sondern der brutto Betrag.
Wenn man nun davon ausgeht dass das Verleihunternehmen ca. 18EUR netto bekommt, kann man sich den Rest auch selbst ausrechnen. Bei vielen Leihfirmen wird dann auch noch eine Art Zeitkonto geführt, das dazu verwendet wird, dem Arbeiter nicht zu viel Geld zukommen zu lassen. Da gibt es Tarifverträge, das erst ab 140h auf dem Zeitkonto der Betrag teilweise ausgezahlt werden kann oder das man nen Tag länger zuhause sitzen "darf". Es gibt auch Tarifverträge in denen der Verleiher noch nicht mal verpflichtet ist irgendwelche Fahrkosten oder ähnlichen Schnickschnack zahlen braucht und wenn man dann den eigenen Verdienst von 7,50EUR (brutto) ansieht, merkt man schnell, das da doch einer recht gutes Geld mit macht.

Nein ... eigentlich ist diese Sichtweise nicht realistisch ... das hatte ich weiter oben im Thread schon erklärt.

Auch kannst du dir den besonderen Hinweis darauf, wer etwas "brutto" und wer etwas "netto" bekommt, eigentlich sparen ... aber auch das erkläre ich gern nochmal.

Bleiben wir erst mal bei deinen Zahlen:

Die Zeitarbeitsfirma bekommt von dem Betrieb, an den sie dich verliehen hat, 18 € für jede Stunde, die du dort arbeitest.

Davon zahlen sie dir 7,50 € aus. Gut ... du bekommst sie brutto ... aber gezahlt werden müssen sie ja erst mal. Bleiben 10,50 €. Außerdem hat die Zeitarbeitsfirma auch noch die Lohnnebenkosten zu zahlen - die dürften dann so bei ungefähr 50% (kann auch mehr sein - auf den Cent genau weiß ich das nicht) des Betrages liegen, den sie dir auszahlen. Gehen wir also mal von 3,75 € aus. Bleiben 6,75 €. Dann müssen sie noch Geld an die Seite packen für die Tage, an denen du Urlaub hast, krank bist oder gerade mal keinen Einsatz hast - denn an diesen Tagen bekommen sie für dich kein Geld, müssen dich aber weiterhin bezahlen. Urlaubs- und Weihnachtsgeld steht dann auch vielleicht noch mal auf der Lohnabrechnung ... und auch wenn Dinge wie Fahrgeld, überbetriebliche Zulagen sowie Prämien für langfristige Betriebszugehörigkeit heute vielleicht keine Selbstverständlichkeit mehr sind, so gibt es sie trotzdem noch. Von den Steuern, die sich der Staat dann noch abgreift, reden wir mal gar nicht.

Dass die innerbetrieblich angestellten Leute (Verwaltung, Buchhaltung, Disponenten - also die, die unaufhörlich Firmen abklappern, um dir einen Job zu verschaffen) bei einer Zeitarbeitsfirma ihren Job auch nicht nur aus Spaß an der Arbeit erledigen, sollte auch klar sein - also müssen deren Gehälter ja auch irgendwie erwirtschaftet werden. Woher soll das Geld kommen, wenn nicht aus den Zahlungen der Firmen, an die du verliehen wirst? Dafür nimmt man dir die Arbeit ab, dich bei verschiedenen Firmen zu bewerben und verschafft dir Stellen, an die du ohne die Verleihfirma wahrscheinlich nie gekommen wärest ... denn wie es bei der derzeitigen Arbeitsmarktsituation mit dauerhaften Festeinstellungen eigener Mitarbeiter ausschaut, hatten wir ja auch schon geklärt.

Und jetzt erkläre du mir - ganz objektiv betrachtet - dass Zeitarbeitsfirmen ihre Mitarbeiter quasi zu einem Hungerlohn schuften lassen, nur um sich dicke Bankkonten zuzulegen. Passt irgendwie nicht, oder? Natürlich werden die unterm Strich noch was dran verdienen ... aber das will wohl jeder Unternehmer ...

Die Geschichte mit dem Zeitkonto dient auch nicht dazu, den überbetrieblichen Mitarbeitern ihre wohlverdiente Kohle vorzuenthalten - es ist schlicht als eine Art "Arbeitsplatzssicherung" gedacht. In der Regel bekommst du 151,67 Stunden pro Monat bezahlt; hast du mehr gearbeitet, wandert die Differenz auf´s Zeitkonto; hast du weniger gearbeitet, werden dort eben ein paar Stunden abgezogen, so dass dein Gehalt trotzdem konstant bleibt. Sollte sich über längere Zeit mal kein Einsatz finden, kannst du beruhigt von den auf dem Zeitkonto angesammelten Stunden zehren und bekommst weiterhin dein Gehalt. Die Alternative wäre, dass dir kurzfristig gekündigt wird.

Auch gibt´s diese Geschichte mit dem Zeitkonto längst nicht mehr nur bei Zeitarbeitsfirmen - mir sind zahlreiche "normale" Firmen bekannt, wo die "ganz normal" festangestellten Mitarbeiter zwischen 100 - 150 Stunden auf ihrem Zeitkonto haben müssen, eh sie auch nur 1 Cent für Überstunden ausbezahlt bekommen.

Wie gesagt - der Bruttobetrag, den viele Leiharbeiter auf ihrer monatlichen Abrechnung sehen (vor allem die, die irgendwo als ungelernte Hilfskäfte eingesetzt werden - wobei wir uns daran erinnern, dass die Bezahlung nicht nach vorzuweisender Ausbildung, sondern nach Anspruch der zu verrichtenden Tätigkeit erfolgt; somit auch jemand mit abgeschlossener Berufsausbildung bei entsprechendem Einsatz als "ungelernt" eingestuft wird) ist in vielen Fällen niedriger als bei anderen, die den gleichen Job verrichten. Dafür zahlen sie aber auch deutlich weniger Lohnsteuer, so dass die Netto-Differenz am Ende gar nicht mehr so groß ist.

Das ist keine Vermutung, das sind schlicht die Fakten! In einem mir gut bekannten Betrieb gibt es zum Beispiel einen Zeitarbeiter, der mit seinem vergleichsweise anspruchslosen Datentypisten-Job monatlich ca. 100 € netto weniger auf seiner Abrechnung sieht als die stellvertretende Niederlassungsleiterin - wobei er in Steuerklasse 1 ist und sie in 3. Dafür arbeitet sie mindestens 40 Stunden die Woche, er nur 35 - Urlaub hat sie 24 Tage, er 30. Rechnet man das alles mit ein, sollte einem klar werden, dass in der "freien Wirtschaft" so viel besser heute auch nicht mehr gezahlt wird ... wenn überhaupt.
Alt 12. 02. 2006, 01:10 Khelben2000 is offline Mit Zitat antworten #32
BigWilly
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Re: Nur Leiharbeiter Firmen?

Zitat:
aber gezahlt werden müssen sie ja erst mal.
Es ist ja nicht so, das die Leihfirmen Leute auf gut Glück einstellen. Bei denen wird auch nur eingestellt, wenn es bestimmte Kunden gibt, die gerade bedarf haben, der Rest wird dann eben über die "Kündigungsfrist" geregelt.
Ist doch bei einer "normalen" Firma nicht anders, wenn ich mich nicht irre.
Wenn kein Einsatz oder Urlaub ansteht, bekommt der Leiharbeiter eine prozentuale minderung seines Lohns ausgezahlt, so ca -30% sollten das sein.

Zitat:
Urlaubs- und Weihnachtsgeld steht dann auch vielleicht noch mal auf der Lohnabrechnung...
...wird so gut wie nie ausgezahlt, da diese zahlungen vertraglich nicht mehr aftauchen.
Zitat:
sowie Prämien für langfristige Betriebszugehörigkeit
...solche Prämien gibt es ab 5Jahren Betriebszugehörigkeit und sind dann bei ca. 100EUR angesiedelt.

Zitat:
Und jetzt erkläre du mir - ganz objektiv betrachtet - dass Zeitarbeitsfirmen ihre Mitarbeiter quasi zu einem Hungerlohn schuften lassen
Wer redet denn hier von Hungerlohn? 7,50EUR war nur ein Beispiel von mir, es gibt zig Leute deren verdienst noch weit darunter liegt, obwohl die ensp. Leihfirma 18EUR bekommt. Als Hilfskraft liegt der verdienst bei ca. 6EUR und um die etspr. kosten möglichst gering zu halten wird man eben nur als Hilfskraft vermittelt. Sofern man als Fachkraft vermittelt wird, steigt dein verdienst und der des Veleihers.

Zitat:
Die Geschichte mit dem Zeitkonto dient auch nicht dazu, den überbetrieblichen Mitarbeitern ihre wohlverdiente Kohle vorzuenthalten
Zitat:
Auch gibt´s diese Geschichte mit dem Zeitkonto längst nicht mehr nur bei Zeitarbeitsfirmen - mir sind zahlreiche "normale" Firmen bekannt, wo die "ganz normal" festangestellten Mitarbeiter zwischen 100 - 150 Stunden auf ihrem Zeitkonto haben müssen, eh sie auch nur 1 Cent für Überstunden ausbezahlt bekommen.
Wobei ich diese 150h Regelungen eher negativ sehe, denn die wollen auch erstmal gefüllt werden.
Und von extra freien Tagen, die dann häufig eigesetzt werden, damit der Leiharbeiter eben nicht über eine bestimmte Zeitgrenze kommt halte ich noch viel weniger.

Zitat:
Dafür zahlen sie aber auch deutlich weniger Lohnsteuer, so dass die Netto-Differenz am Ende gar nicht mehr so groß ist.
Klar, wer weniger verdient, zahlt auch weniger Lohnsteuer, aber wer eh Lohnsteuer-Klasse 1 hat, zahlt genug, auch wenn er wenig verdient.

Zitat:
sollte einem klar werden, dass in der "freien Wirtschaft" so viel besser heute auch nicht mehr gezahlt wird ... wenn überhaupt.
Wobei ich davon ausgehe, das auch die Leihfirmen einen großen Teil an dieser Preisentwicklung teilgehabt haben.

Ich will mich auch garnicht über das Für und Wider streiten. Zeitarbeit sollte jeder mal ausprobiert haben um dann selbst zu entscheiden.
Alt 12. 02. 2006, 02:01 BigWilly is offline Mit Zitat antworten #33
Khelben2000
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Re: Nur Leiharbeiter Firmen?

Zitat:
Zitat von BigWilly 
Wenn kein Einsatz oder Urlaub ansteht, bekommt der Leiharbeiter eine prozentuale minderung seines Lohns ausgezahlt, so ca -30% sollten das sein.

Ich weiß nicht, worauf sich diese Aussage bezieht - der normale Lohn wird jedenfalls während Urlaub oder Nichteinsatz nicht angetastet! Eine derartige Kürzung betrifft - wenn überhaupt - nur Zulagen, die man bekommt, weil man übergangsweise eine höherqualifizierte Arbeit verrichtet als die, für die man eigentlich eingestellt wurde.

Zitat:
Zitat von BigWilly 
...wird so gut wie nie ausgezahlt, da diese zahlungen vertraglich nicht mehr aftauchen.

Schau in den von mir verlinkten Tarifvertrag - dann wirst du sehen, dass Urlaubs- und Weihnachtsgeld sehr wohl noch ausgezahlt werden. Mag sein, dass das bei Firmen, die sich andere Tarifverträge ausgesucht haben, anders läuft ... aber da sollte man dann auch nicht arbeiten!

Zitat:
Zitat von BigWilly 
...solche Prämien gibt es ab 5Jahren Betriebszugehörigkeit und sind dann bei ca. 100EUR angesiedelt.

Die Prämie, die z.B. Randstad für 5jährige Zugehörigkeit "raushaut", liegt bei 255,65 € ...

Zitat:
Zitat von BigWilly 
Als Hilfskraft liegt der verdienst bei ca. 6EUR und um die etspr. kosten möglichst gering zu halten wird man eben nur als Hilfskraft vermittelt. Sofern man als Fachkraft vermittelt wird, steigt dein verdienst und der des Veleihers.

Der DGB-Tarifvertrag sieht vor, dass eine Hilfskraft derzeit einen Mindestlohn von 7,20 € bekommt - darunter geht gar nichts, darüber (durch diverse Zulagen, die man nicht in diesem Vertrag finden muss) sehr wohl. Dem gegenüber steht der Betrag von knapp 18 €, den die Verleihfirma kassiert. Und als was du vermittelt wirst, liegt - neben den Qualifikationen, die du zu bieten hast - vorrangig an der Anforderung der Firma, die sich jemanden ausleihen möchte. Wenn man dich teurer verleihen kann, dann macht man das natürlich ... aber dann kriegst du - wie du schon selbst sagtest - auch mehr Kohle raus.

Zitat:
Zitat von BigWilly 
Wobei ich diese 150h Regelungen eher negativ sehe, denn die wollen auch erstmal gefüllt werden.
Und von extra freien Tagen, die dann häufig eigesetzt werden, damit der Leiharbeiter eben nicht über eine bestimmte Zeitgrenze kommt halte ich noch viel weniger.

Gut ... über das Für und Wider solcher Zeitkonten kann man sich streiten ... den Sinn, der dahinter steckt, habe ich vorhin schon erklärt. Es ist auch nicht so, dass der Leiharbeiter von der Verleihfirma gezwungen wird, freie Tage einzureichen, damit man ihm nie Überstunden auszahlen muss ... der Tarifvertrag sieht schlicht vor, dass in bestimmtem zeitlichen Rahmen ein Freizeitausgleich zwingend zu erfolgen hat! Und - mal ehrlich gesagt - MIR wäre die freie Zeit da deutlich lieber als irgendwelche ausgezahlten Überstunden, die mir dann doch nur die Tränen in die Augen treiben, wenn ich mir ansehen muss, was auf der Gehaltsabrechnung von ihnen übrig geblieben ist. Auszahlung von Überstunden hat sich noch nie gelohnt.

Zitat:
Zitat von BigWilly 
Klar, wer weniger verdient, zahlt auch weniger Lohnsteuer, aber wer eh Lohnsteuer-Klasse 1 hat, zahlt genug, auch wenn er wenig verdient.

Das liegt ja nicht an der Verleihfirma - dafür kannst du dich beim Gesetzgeber bedanken. Allerdings haben die Zeitarbeitsfirmen auch da Mittel und Wege gefunden (durchaus legale), ihre Mitarbeiter zu schonen und die zu zahlende Lohnsteuer auf ein Minimum zu senken; so lag mir beispielsweise eine Abrechnung vor, auf der ein Leiharbeiter (Steuerklasse 1) bei ca. 1.600 € Brutto-Lohn nur ca. 112 € Lohnsteuer zu zahlen hatte. Ich denke, das ist vertretbar; vor allem, wenn man bedenkt, dass er sich einen guten Teil davon über den jährlichen Lohnsteuerjahresausgleich zurückholen kann.

Zitat:
Zitat von BigWilly 
Wobei ich davon ausgehe, das auch die Leihfirmen einen großen Teil an dieser Preisentwicklung teilgehabt haben.

Das müsste man mal fundiert recherchieren ... denn wage Vermutungen sind hier sicher nicht die Basis für irgendwelche Diskussionen.

Zitat:
Zitat von BigWilly 
Ich will mich auch garnicht über das Für und Wider streiten. Zeitarbeit sollte jeder mal ausprobiert haben um dann selbst zu entscheiden.

Ich würde sogar so weit gehen, dass nur der, der Zeitarbeit mal ausprobiert hat, sich überhaupt ein Urteil darüber erlauben kann und darf ... der Rest schwätzt eh nur irgendwelche "Stammtisch-Weisheiten" nach.

Sicher ... es gibt schwarze Schafe auch auf dem Zeitarbeitsmarkt; Firmen, die ihre Leute weit unter Tarif zu bezahlen versuchen ... das heißt aber nicht automatisch, dass die gesamte Branche nur und ausschließlich aus Sklaventreibern besteht.
Alt 12. 02. 2006, 02:29 Khelben2000 is offline Mit Zitat antworten #34
devrim
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Re: Nur Leiharbeiter Firmen?

Also sind die Firmen bedingt zu empfehlen.

Auf was sollte ich denn speziell achten bei der Firmenwahl?
Fahrtkostenersattung, Auslöse etc???
Alt 12. 02. 2006, 02:43 devrim is offline Mit Zitat antworten #35
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Re: Nur Leiharbeiter Firmen?

Zitat:
Zitat von devrim 
Also sind die Firmen bedingt zu empfehlen.

Auf was sollte ich denn speziell achten bei der Firmenwahl?
Fahrtkostenersattung, Auslöse etc???

Du solltest auf den Tarifvertrag achten, dem sie sich verpflichtet haben. Der beste davon ist der oben von mir verlinkte DGB-Vertrag. Es gibt da noch andere ... unter anderem einen "christlich angehauchten" - der ist wesentlich schlechter.

Darin sind aber immer nur grundlegende Dinge geregelt, Richtlinien quasi. Der Rest ist - bei Zeitarbeitsfirmen wie auch bei jeder anderen "normalen" Firma - reine Verhandlungssache. Ob dir eine "Auslöse" zugesagt wird, vermag ich im Moment nicht definitiv zu sagen; das käme halt ganz auf den Einsatz an, den du bekommst. Wenn deine Zeitarbeitsfirma dich irgendwo auf Montage schickt (und auch das gibt es), dann mag das sein ... ansonsten macht man diesen Mehraufwand für längere Abwesenheit von zu Hause normalerweise im Lohnsteuerjahresausgleich geltend.

Geändert von Khelben2000 (12. 02. 2006 um 03:19 Uhr).
Alt 12. 02. 2006, 02:54 Khelben2000 is offline Mit Zitat antworten #36
Killerkeks
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Re: Nur Leiharbeiter Firmen?

Zitat:
Zitat von devrim 
Da können wir auch gleich die Ausbildungsberufe an den Nagel hängen und nur noch Unterweisungen geben und anlernen lassen.

Dahin geht der Trend... Aber hey... positiv denken mit Deutschland gehts bergauf
Natürlich kann man bei schlechterer Ausbildung den Wirtschaftsstandort am Markt halten

In 5 Jahren heißt es dann wieder die Jugend sei zu dumm, die Azubis zu nix zu gebrauchen und wir können keine übernehmen und weil wir am Markt konkurrenzfähig bleiben müssen werfen wir noch 20.000 Leute raus...


kex
Alt 12. 02. 2006, 09:41 Killerkeks is offline Mit Zitat antworten #37
Leiharbeiter
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Re: Nur Leiharbeiter Firmen?

Ich bin Leiharbeiter und werde grad aufs übelste beschissen ! Nach dem nun für Leiharbeiter der Verpflegungs Mehraufwand entfällt, reduziert sich mein Lohn mal eben um durchschnittlich 80 €uro im Monat. Endlich bin ich bei Hartz 4 angekommen.
Vielleicht hab ihr gelesen, das im letzten Jahr 1263 Verleihfirmen überprüft wurden, jeder 10. wurde die Lizenz entzogen, gegen 413 Verleihfirmen wurden Bußgelder verhängt.
In meinem Entleih Betrieb, kümmert man sich nun darum, das meine Verleihfirma mir einen Ausgleich schafft, ich werde diese Arbeit wohl sonst aufgeben, mir den Arsch auch zu Hause breit liegen und mir durch Schwarzarbeit Geld dazu verdienen. Das muß vom Staat wohl gewollt sein, sonst hätte er diesen Verpflegungs Mehraufwand, im übrigen Rückwirkend, nicht gekippt.
Die Entleih Firmen werden nachziehen und Ihre Gelder an die Verleihfirmen kürzen.
Wer will eigentlich noch Leiharbeit machen ?
Alt 16. 02. 2006, 18:20 Leiharbeiter is offline Mit Zitat antworten #38
Khelben2000
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Re: Nur Leiharbeiter Firmen?

Zitat:
Zitat von Leiharbeiter 
Nach dem nun für Leiharbeiter der Verpflegungs Mehraufwand entfällt, reduziert sich mein Lohn mal eben um durchschnittlich 80 €uro im Monat.

Das ist nur die eine Seite der Medaille.

Denn eigentlich werden diese 80 €, die bei dir der Verpflegungsmehraufwand durchschnittlich beträgt, sogar 2 Mal abgezogen. Der Betrag deines Brutto-Einkommes, der zur Ermittlung der zu zahlenden Lohnsteuer herangezogen wird, wird nämlich nochmals um diese 80 € gekürzt. Lohnsubstitution nennt sich das Ganze übrigens.

Ein Beispiel:

Sagen wir, du verdienst Brutto 1.300 €. Hinzu kommt der Verpflegungsmehraufwand von 80 € - wir landen bei 1.380 € brutto.

Dank der Lohnsubstitution werden diese 80 € auf der Lohnabrechnung direkt wieder abgezogen - wir befinden uns also wieder bei 1.300 € brutto.

Der Betrag, von dem ausgehend deine Lohnsteuer berechnet wird, darf auf deiner Abrechnung aber nur mit 1.220 € (also 1.300 - 80) brutto ausgewiesen werden!

Auf die sonstigen Lohnnebenkosten (AV, KV, RV, PV) hat das leider keinen Einfluss ... aber zumindest deine Lohnsteuer (samt der von ihr ausgehend zu berechnenden Abgaben) dürfte seit dieser Umstellung deutlich geringer ausfallen.

Ich habe das damals bei der Umstellung mal durchgerechnet - und unterm Strich kamen durch die Lohnsubstitution netto sogar ein paar Euro mehr raus, als wenn der Verpflegungsmehraufwand normal angerechnet worden wäre.

Zumindest sollte es so sein, wenn du bei einer seriösen Zeitarbeitsfirma arbeitest. Ist hingegen der Verpflegungsmehraufwand ersatzlos gestrichen worden, ohne dass sich sonst etwas auf deiner Abrechnung geändert hat, solltest du da nochmal nachhaken.

Die ganze Idee ist übrigens aufgrund der Tatsache entstanden, dass vom Gesetzgeber bestimmt wurde, dass der Verpflegungsmehraufwand nicht mehr netto ausbezahlt werden durfte, sondern voll versteuert werden musste.

Geändert von Khelben2000 (16. 02. 2006 um 19:06 Uhr).
Alt 16. 02. 2006, 18:39 Khelben2000 is offline Mit Zitat antworten #39
Bobber
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Re: Nur Leiharbeiter Firmen?

Leute nicht aufregen. VERDI sorgt gerade dafür, daß neue Jobs für Leiharbeiter generiert werden. Solange sich die Denkweise unserer Gewerkschafts-funktionäre sich nicht ändert, wird die Zahl der Leiharbeiter täglich zunehmen. Mag sein, daß es eben wie moderner Sklavenhandel aussieht, die Gewerkschaft läßt aber keine Alternative zu. Und trotzdem finanziert unser Staat einen über 18 jährigen Arbeitslosen, wenn er die Notwendigkeit erglaubhaft machen kann, eine Wohnung und einen monatlichen Unterhalt. Gleichzeitig müssen jedes Jahr 100tausende Osteuropäer unseren Bauern bei der Ernte helfen.

Aber solange sich unser Bundestag aus Gewerkschafter und Beamten zusammen setzt, kann nichts anderes erwartet werden.
Alt 16. 02. 2006, 18:55 Bobber is offline Mit Zitat antworten #40
Zauberer
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Re: Nur Leiharbeiter Firmen?

Hi @ all,
ich finde es toll wie hier eine einzige Frage was jemand machen soll in einem Pro & Contra über Arbeitnehmerüberlassung wird.

die Pro Seite ( aktiver PET ) denke ich steht noch voll hinter der Sache und will die kleinen Lücken nicht sehen ( AZK ) du hast oft stehende

die Contra Seite will aber nicht sehen das die Aü ein weg ist um bei Betrieben
eine Festanstellung zu bekommen, oder warum kommen immer Bewerber die auf Annoncen sich melden für große Unternehmen und nach 2 Tagen in diesem Betrieb fragen ob sie eine Festanstellung haben können ? sollten diese sich halt nur in diesen Firmen selber bewerben.


Für beide Seiten Ist es irgendwie strafbar mit der Sache was man macht einen Profit zu erzielen ? jeder will viel Geld machen ohne viel zu leisten aber ohne Risiko LOL

seid froh das es AÜ gibt den sonst würde keiner Geld verdienen ( und unser PET das nicht noch mehr Entleiher zahlungsunfähig werden
Alt 16. 02. 2006, 19:30 Zauberer is offline Mit Zitat antworten #41
Khelben2000
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Re: Nur Leiharbeiter Firmen?

Zitat:
Zitat von Zauberer 
die Pro Seite ( aktiver PET ) denke ich steht noch voll hinter der Sache und will die kleinen Lücken nicht sehen ( AZK ) du hast oft stehende

Auch wenn ich die Aussage hinter diesem Satz nicht so ganz auf die Reihe kriege, gehe ich mal davon aus, dass du mich der Pro-Seite zuordnest.

Sicher stehe ich grundsätzlich hinter dieser "Sache" ... wobei mir die kleinen "Lücken", wie du sie nennst, durchaus bewusst sind. Speziell zum Arbeitszeitkonto habe ich weiter oben was geschrieben ... und kann es - im Rahmen der Arbeitsplatzsicherung - durchaus als positiv ansehen.
Alt 16. 02. 2006, 19:41 Khelben2000 is offline Mit Zitat antworten #42
BigWilly
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Re: Nur Leiharbeiter Firmen?

Zitat:
Da können wir auch gleich die Ausbildungsberufe an den Nagel hängen
Wie schon Killerkeks sagte, soweit wirds kommen.
Neue Ausbildungsberufe sollen ja bald entstehen und bestehende erweitert werden.
Beispiel:
KFZ Mechaniker -> Ausbildung ca 3 Jahre
neu hinzu kommt bald der
KFZ Servicetechniker -> Ausbildung 2 Jahre
Das ein Servicetechniker nicht die gleiche Arbeit für gleiches Geld machen darf, dürfte ja klar sein.

Zitat:
Mag sein, daß es eben wie moderner Sklavenhandel aussieht, die Gewerkschaft läßt aber keine Alternative zu.
Also deiner Meinung nach gehören Gewerkschaften generell abgeschafft, damit der Weg der "freien Marktausbreitung/ausbeutung" frei ist...höhö, geh weiter spielen.

Zitat:
Gleichzeitig müssen jedes Jahr 100tausende Osteuropäer unseren Bauern bei der Ernte helfen.
Jaja, immer das Gleiche...
Diese Herrn Obstbauern und Spargelfirmen die du damit ja wohl meinst, die sollten mal gründlicht unter die Lupe genommen werden.
1. Wollen die meisten keine dt. Arbeitnehmer, weil sie teilweise zu faul sind, zu unpünktlich sind, müssen erst angelernt werden ect.
2. Sind das die, die den Lohn in dieser Branche am stärksten drücken. Sie sind verpflichtet Abgaben für diese Leute zu zahlen, aber der Großteil tut es einfach nicht.
3. Es ist nichts illegales daran, das ein Pole hier in D. arbeitet, schließlich gehört Polen nun zur EU. Wie war das noch mit Arbeit und Reisen in der EU...

Zitat:
PET
was ist ein PET...ein Haustier?...so ein Ding das man in den Geschirrspüler tut?
Zitat:
AZK
...und wieder eine Abkürzung für die in zu blöd bin.

Zitat:
die Contra Seite will aber nicht sehen das die Aü ein weg ist um bei Betrieben
eine Festanstellung zu bekommen
...wenns klappt ist doch ideal. Kann vorkommen und hat niemand abgestritten, dabei kommt es bloß darauf an wie man sich anstellt.

Zitat:
oder warum kommen immer Bewerber die auf Annoncen sich melden für große Unternehmen und nach 2 Tagen in diesem Betrieb fragen ob sie eine Festanstellung haben können ? sollten diese sich halt nur in diesen Firmen selber bewerben.
???
Alt 16. 02. 2006, 20:19 BigWilly is offline Mit Zitat antworten #43
devrim
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Re: Nur Leiharbeiter Firmen?

Naja 2 Jahre ist es her. Bin doch bei einer Leihfirma gelandet, schon über ein Jahr da.

Hab einen normalen Stundenlohn, vwl, 30 Tage urlaub, urlubsgeld und weihnachtsgeld

Bin nicht in einer Firma drin sondern auf Montagen meistens mit Thyssen Krupp.

Tollste ist ja, das ich immer als Schlosser unterwegs bin, obwohl ich Elektriker gelernt habe. Aber Lebenserfahrung sammelt man genug.
Alt 18. 03. 2008, 23:16 devrim is offline Mit Zitat antworten #44
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