|
|
|
Kalter Kaffee ist gut!
Registrierungsdatum: Dec 2004
Ort: Teletubbiesland
Beiträge: 158
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
@Greg5000
Ach Greg, was soll das? Du hast den Unsinn bezgl. Ökosteuer doch erkannt
und Rebell hat doch die Problematik Wegelagerei so schön dargelegt. Wieso
bringst Du dann das Beispiel Fahrrad? Vielleicht weil die Ökosteuer mit dem
Flaschenpfand etwas gemein hat - der Aktionismus der Regierenden ist bzgl.
der sozialen Komponente unfair? Scheiss auf Öko, wenn Wenigverdiener
weiter ihrer Freiheit beraubt werden - ohne Geld kein Aktionradius.
Außerdem geht es hier doch eher um die 40 - 41 Stunden Woche!
Die 41 Stundenwoche läßt ebeno die Einkommen sinken, da für mehr Arbeit
weniger Geld gezahlt wird (kein Einkommensausgleich). In 1 - 2 Jahren
kommen dann z.B. die Kommunen und wollen 35 Stunden (ohne
Lohnausgleich).
Vielleich bringen dann die Angestellten selbst (wieder) die Kohle (im doppelten
Sinne) in die Amtsstuben.
Ergo:
Es werden weit weniger Ökoprodukte in der Zukunft gekauft, da die Steigerung
der Spritpreise (siehe Fahrrad von "Greg5000" und Ökosteuer) und die Senkung
der Einkommen in der sogenannten Mittelschicht diese Freiheit weiter
einschränken.
Shit schon weider bei Öko gelandet.
Tele
|
06. 03. 2006, 15:20
|
#76
|
|
...ist dagegen!
Registrierungsdatum: Jan 2003
Ort: Osnabrooklyn
Beiträge: 5.010
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
Erstmal würde ich Dich freundlich bitten, nicht nach jeder Zeile einen Absatz zu machen, das ist anstrengend zu lesen
Flaschenpfand? Huch, ich meinte Dosenpfand, sorry. Zur "Ökosteuer" sagte ich auch nicht, dass ich die fair finde. Ich meinte nur, dass die auf jeden Fall auch positive Effekte hat.
|
06. 03. 2006, 15:29
|
#77
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Dec 2005
Beiträge: 43
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
Lol Fahrrad fahren ist ja schön und gut, wenn man seine Arbeit im Ort hätte, aber es gibt genug die das nicht haben und mindestens 1 Stunde mit dem Auto oder der (sehr oft teureren Bahn) unterwegs sind. Warum aber genau die Leute mit der "Ökösteuer" bestraft werden entzieht sich meinem Verständnis.
Aber um auf die Problematik mit der Arbeitszeitverlängerung zurückzukommen:
Grundsätzlich muss sich die Arbeitszeit doch der vorhandenen Arbeit anpassen um eine Vollbeschäftigung zu erreichen. Und eigentlich sagt jeder das wir keine Arbeit haben oder zumindest nicht genug um die mehr als 5 Mio Leute vom Arbeitsverwaltungsamt zu holen. Also warum nicht einfach die Arbeitszeit senken um auch diese in Arbeit zu bringen.
Oder will einer behaupten dass jemand auf dem Arbeitsamt dank 40 statt 38,5 Stundenwoche mehr Leute vermitteln kann, wenn er keine offene Stelle hat?
Oder bringt es einem Autokonzern etwas mehr Autos zu bauen, wenn man nicht mehr verkaufen kann?
Solange nicht mehr Arbeit da ist, brauch ich auch niemanden länger arbeiten lassen, weder über die 40Stunden Woche (die im übrigens im Osten hervorragend zeigt, dass sie derzeit sehr viel bringt) oder über die Rente mit 67.
Und man muss ja nicht unbedingt Stellen im öffentlichen Dienst abbauen um einen Bürokratieabbau herbeizuführen, ein Umschichten der Arbeitsplätze würde ja auch genügen. Polizei und Gesundheitswesen würden sich freuen wenn sie Leute einstellen, statt rausschmeißen würden. Man könnte Überstunden ja auch mal damit abbauen, dass man mehr Leute einstellt, statt sie zu bezahlen (davon haben die Angestellten aber eher weniger, da ja von dem zusätzlichen Lohn dank hoher Steuern nicht viel überbleibt).
Und es kann auch niemand sagen, dass in Deutschland nicht genug Geld da ist, ein Staat der mit 450Mrd € Steuereinnahmen (ohne wirklich Reiche auch reichlich zu besteuern) nicht klar kommt sollte bei seiner Finanzpolitik nochmal von vorne anfangen.
|
07. 03. 2006, 23:34
|
#78
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Dec 2003
Beiträge: 1.328
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
Vielleicht in diesem Zusammenhang ganz Interessant, ein Artikel aus der Zeit:
Zitat:
Der bayerische Ministerpräsident Edmund
Stoiber (CSU) hat kürzlich in
dem Hamburger Nachrichtenmagazin
Der Spiegel eine tolle Geschichte zum Besten gegeben.
»Eine halbe Milliarde Euro« sei Bayern
verloren gegangen, so berichtete er, und »500
neue Arbeitsplätze« seien nicht geschaffen worden
– bloß weil die IG Metall sich »querstelle«.
Sieht man davon ab, dass es um 30 Millionen
Euro und möglicherweise auch nur um 150 Arbeitsplätze
ging, dann stimmt Stoibers Geschichte.
Der Landmaschinenhersteller Fendt
wird sein Geld nun nicht im Allgäu, sondern in
Finnland und Frankreich investieren. Eine »vertane
Jahrhundertchance« sei das, klagt Geschäftsführer
Hermann Merschroth. Was die
Frage aufwirft, warum die IG-Metall-Verhandlungsführerin
Sibylle Wankel die gewünschte
Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden, für die gerade
der öffentliche Dienst in ganz Deutschland
streikt, in einem bayerischen Traktorenwerk für
nicht akzeptabel erklärte und auf 35 Stunden bestand
– was wiederum die Firma Fendt nicht akzeptabel
fand.
Wie sich herausstellt, geht es Frau Wankel
vor allem um das Wohl der metallverarbeitenden
Industrie. Mit einer wöchentlichen Arbeitszeit
von 38,5 Stunden, argumentiert sie, wäre
Fendt in den Genuss eines »unangemessenen
Wettbewerbsvorteils« gekommen, was Folgen
für die Beschäftigten in anderen Betrieben und
damit letztlich für die IG Metall gehabt hätte.
»In Zukunft können wir dann bei anderen Unternehmen
auch nicht mehr nein sagen.«
Nein sagen, um weiterhin nein sagen zu können
– die Bürgermeister von Marktoberdorf
und Bäumenheim, die gerne ja zu den neuen Arbeitsplätzen
gesagt hätten, verstehen das nicht.
Und es tröstet sie wenig, dass Sibylle Wankel von
der IG Metall die Firma Firma Fendt für so reich
hält, dass diese die versprochenen Investitionen
»aus der Portokasse« hätte bezahlen können.
Glücklicherweise weiß Frau Wankel auch einen
Rat für enttäuschte Arbeitslose: Es gebe ja
noch andere Firmen in Bayern, sagt sie, und die
würden »bestimmt einstellen«.
|
Zeigt eigentlich wie weit wir es in Deutchland gebracht haben!
Für mich sind die Gewerkschaften eindeutig Mitschuld an der Situation hier in Deutschland!
Die Konkurenzländer arbeiten alle deutlich über 40 Stunden, die Arbeitslosigkeit erreicht neu Rekordwerte und wir leisten uns allen ernstes eine Disskussion und einen Streik über die 40 Stunden Woche!
Ich selbst habe seit meinem 17 Lebensjahr (Ausbildung Einzelhandel) 40 Stunden gearbeitet, geklagt habe ich nie, es hätte auch ruhig mehr sein können!
Vielleicht sollten sich einige mal fragen, wie wir den grossen Wirtschaftaufschwung nach dem Krieg geschafft haben, bestimmt nicht mit Streik und 35 Stunden Woche, aber einigen geht es wohl immer noch zu gut!
Ich mache mich derzeit selbstständig und führe Personalgespräche (brauche 4-5 Angestellte), man merkt ziemlich genau, wer da vorher schon im ö. Dienst in der Verwaltung gearbeitet hat, jedenfalls weiss ich nun, wenn ich ganz sicher nicht einstellen werde!
Gruss
Lindener
|
08. 03. 2006, 12:05
|
#79
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Dec 2004
Beiträge: 214
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
@Lindener
Ich gebe dir nur teilweise recht. Ja man sollte die 40 Stunden allgemein einführen allerdings darf das nicht wiederum Arbeitsplätze kosten. Weil jeder verlorene Arbeitsplatz kostet ja auch wieder einiges an Geld.
Und ein Umdenken in Arbeitnehmerkreisen muss wirklich her allerdings musst du auch mal einige andere Faktoren sehen. Viele können nicht länger arbeiten weil sie zB lange Fahrtwege in Kauf nehmen müssen usw. Und nicht jeder kann in die Stadt ziehen weil das auch teuer ist.
Arbeiten ja,flexibel sein ja, Leistung in der Arbeit bringen--ja all das muss sein. Nur bestraft die Poltik Leute die arbeiten noch zusätzlich.
|
08. 03. 2006, 12:40
|
#80
|
|
Gesperrt
Registrierungsdatum: Dec 2005
Ort: BRD-NRW-OWL-Herford
Beiträge: 112
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
Zitat:
|
Stadtwerke setzen Leiharbeitnehmer als Streikbrecher ein
|
Dann brauchen sich die Bürger auch nicht darüber zu wundern, wenn es in naher Zukunft nur noch Leiharbeitnehmer (tolles Wort) und 1€ Jobber in diesem Land geben wird.
Fakt ist, das Arbeitszeitverkürzung zu mehr fester Beschäftigung führen kann. Vorraussetzung ist natürlich die Einigkeit der Bürger! Einigkeit macht Stark und diese Stärke könnte Korruption und Billigarbeit in unserem Land vereiteln.
Die Altparteien selbst sind die Wurzel allen Übels in diesem Land. Das Ergebnis dieser deutschfeintlichen Politik die seit über 23 Jahren betrieben wird, ist heute für JEDERMANN ersichtbar.
Liebe Grüße...
|
08. 03. 2006, 12:45
|
#81
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Dec 2003
Beiträge: 1.328
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
@ Falke: Dann sag mir doch mal bitte, wie die Menschen das in den 50 Jahren gemacht haben, damals wurde 48 oder mehr Stunden gearbeitet und die Menschen sind teilweise jeden Tag mit dem Fahrrad 40-50 km zur Arbeit gefahren!
Beklagt hat sich keiner, im Gegenteil die Menschen waren froh, Arbeit zu haben!
Man wird sicherlich immer einen Weg finden, notwendige Reformen zu blockieren!
Zitat:
|
Fakt ist, das Arbeitszeitverkürzung zu mehr fester Beschäftigung führen kann.
|
Ja, ja, das haben wir ja die letzten Jahre gesehen, weniger Arbeiten, mehr Geld, zweimal im Jahr in den Urlaub, sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld 100%, warum eigentlich nicht??
Die 35 Stundenwoche ist eine reine Erfolgsgeschichte, die 7 Millionen Arbeitslosen bilden wir uns alle nur ein!
Gruss
Lindener
|
08. 03. 2006, 13:09
|
#82
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: May 2005
Beiträge: 326
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
jaja thuesnelda denn unsinn mit der arbeitszeitverkürzung die beschäftigung (sichere noch dazu) bringt ist schon im "lg boykott-thread" ausführlich gefürt worden.Schau doch mal rein da, vllt merkst du dann wie sinnlos diese Bemerkungen sind. Ansonsten: Deutschland (BRD) hatte ab 1945 bis in die 70 er immer eine Wochenarbeitszeit die meist weit über 40 h lag, als die gewerkschaften auf die kluge idee kamen in den 70 ern plötzlich 2-stellige lohnerhöhungen und die 35 h wochen und mehr urlaub zu fordern ging die wettbewerbsfähigkeit endgültig flöten !
|
08. 03. 2006, 16:34
|
#83
|
|
rebuilding
Registrierungsdatum: Dec 2004
Ort: BW
Beiträge: 3.350
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
Ich kenne Leute die 50+ Stunden in der Woche arbeiten ohne zu jammern, sondern Froh sind einen Job zu haben...
|
08. 03. 2006, 16:44
|
#84
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Dec 2003
Beiträge: 1.328
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
Zitat:
|
Zitat von ClemensBW
Ich kenne Leute die 50+ Stunden in der Woche arbeiten ohne zu jammern, sondern Froh sind einen Job zu haben...
|
So siehts aus Clemens,
es soll sogar ein paar Menschen geben, die gerne viel Arbeiten!
Aber wohl eben nicht bei den Gewerkschaften!
Übrigens der Verdi-Chef arbeitet so 50-60 Stunden die Woche, natürlich 20 St. davon rein ehrenamtlich!
Gruss
Lindener
|
08. 03. 2006, 18:51
|
#85
|
|
Gesperrt
Registrierungsdatum: Dec 2005
Ort: BRD-NRW-OWL-Herford
Beiträge: 112
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
Zitat:
|
jaja thuesnelda denn unsinn mit der arbeitszeitverkürzung die beschäftigung (sichere noch dazu) bringt ist schon im "lg boykott-thread" ausführlich gefürt worden.Schau doch mal rein da, vllt merkst du dann wie sinnlos diese Bemerkungen sind. Ansonsten: Deutschland (BRD) hatte ab 1945 bis in die 70 er immer eine Wochenarbeitszeit die meist weit über 40 h lag, als die gewerkschaften auf die kluge idee kamen in den 70 ern plötzlich 2-stellige lohnerhöhungen und die 35 h wochen und mehr urlaub zu fordern ging die wettbewerbsfähigkeit endgültig flöten !
|
Achso, jetzt tragen die Gewerkschaften Verantwortung dafür, das Deutschland über fünf Millionen gezählte Arbeitslose hat, das weitere 1,8 Millionen Arbeitslose sich in Umschulungsmaßnahmen befinden (Bäcker wird Schlosser, Schlosser wird Bäcker) nur um die Statistiken schön zu färben und wir darüberhinaus auch noch ca. zwei Millionen weitere Sozialhilfeempfänger und Menschen im Land haben, die wegen Krankheit oder weil der Lebenspartner ein paar Euro mehr an Verdienst hat als wie es die Vorgaben des Bundes zulassen wird, nicht in der Statistik erscheinen.
Jeder kann reden was er will, solche dummen Agumente wurden zu früherer Zeit schon geführt und was dabei rausgekommen ist, das ist heute für JEDERMANN ganz klar ersichtbar.
Müntefering will z.B. Unternehmern Prämien zahlen, damit die Unternehmer ältere Arbeitslose wieder einstellen. Die Kerseite der Medalie wird sein, das genau aus diesem Grund in Zukunft noch mehr ältere Arbeitnehmer ihren Job verlieren werden. Jeder Unternehmer wird logischerweise seine "teuren" Mitarbeiter entlassen um an billige Arbeitnehmer (die sogar noch Geld mitbringen) zu gelangen.
Müntefering möchte, das jeder Bürger im Land für seine Altersvorsorge selbst Verantwortung trägt und sich entsprechend zusätzlich selbst versichert. Gleichzeitig kündigt er aber an, das die Beiträge zur gesetzlichen Altersvorsorge weiterhin ansteigen werden.
Wer sich heute zusätzlich privat versichert, der wird im Alter doppelt bestraft. Denn die Rente aus der privaten Versicherung wird später von der gesetzlichen Rente einfach abgezogen und einbehalten. Ähnliche Fälle hat es ja auch schon in früherer Zeit gegeben. (Stichwort: Bezüge aus Betriebsrenten)
Und nun soll mir hier keiner kommen und sagen, das es soetwas niemals geben wird. ( Stichwort: HARTZ IV)
Die miese Politik der Altparteien hat Deutschland an den Rand des Ruiens geführt. Früher wurden Leiharbeiterfirmen hoch gelobt und angepriesen mit dem Hintergrund Langzeitarbeitslosen eine neue Perspektive zu geben, um sie dem Arbeitsmarkt wieder zu zuführen.
Heute sind es ein Euro Jobber.
Letztendlich wurden dem Arbeitnehmer immer mehr Sozialleistungen, Rechte und auch der Lohn gekürzt. Das Ergebnis ist heute für JEDERMANN ersichtbar.
Nun fordern die Unternehmer mehr Arbeit bei noch geringerem Lohn und bei weiterem Wegfall von Sozialleistungen.
Wieso wird in der heutigen Situation überhaupt noch über dieses und jenes diskutiert? Das es für den Arbeitnehmer immer weiter bergab geht ist doch auch hier für JEDERMANN ersichtbar.
Unser Land ist mittlerweile zum Schlußlicht motiert!
Hier hilft nur Zusammenhalt und Streik. Streikbrecher sind meiner Meinung nach Krimminelle, die der Allgemeinheit großen Schaden zufügen. Wie gesagt, das ist meine Meinung!!!
Macht weiter so.... auch Ihr werdet noch mal aufwachen!!!
Liebe Grüße...
|
08. 03. 2006, 19:10
|
#86
|
|
Gesperrt
Registrierungsdatum: Nov 2003
Beiträge: 3.170
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
Die ganzen Demonstrationen sind ein Tritt in die Gesichter derjenigen, die die gleiche Arbeit für viel weniger Lohn machen und jeden Tag aufs neue um ihre Arbeit bangen müssen.
|
08. 03. 2006, 22:52
|
#87
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Dec 2005
Beiträge: 43
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
Einige verkennen hier scheinbar Fakten. Wenn ihr schon sagt, dass in unsern Nachbarländer mehr gearbeitet wird, dann sagt doch bitte schön im gleichemk Atemzug, dass in all unseren Nachbarländern die Reallöhne deutlich gestiegen sind in den letzten Jahren. Lediglich in Deutschland sind diese sogar gesunken.
Was soll denn Mehrarbeit bringen, wenn auf der anderen Seite einfach die Kaufkraft fehlt. Einen Euro kann man eben nicht einfach zweimal ausgeben, was wiederum heißt, dass ein Konzern nicht durch Mehrarbeit mehr verkaufen, sondern wenn überhaupt mehr produzieren. Was aber Produkte im Lager bringen sollen, entzieht sich meinem Verständnis.
Ebenso ist es doch ein Märchen, dass man mit einer 40 Stunde-Woche die Arbeitslosigkeit beseitigen kann. Ich komme aus dem Osten, hier ist das Standard und wer hat wohl mehr Arbeitslose? Hier wird im öffentlichen Dienst mindestens 40 Stunden zum Teil auch 42 Stunden gearbeitet, Weihnachts- und Urlaubsgelder gibts nur noch zum Teil und wo wurden wohl die meisten Menschen entlassen? Genau im öffentlichen Dienst. Was dazu führt, dass der Staat diese Leute weiterbezahlt, nur eben als Arbeitslose, nur dass es etwas billiger ist, was aber dazu führt, dass diese Leute weniger kaufen können und Betriebe weniger verkaufen etc....
Im übrigen brauch sich doch der Westen und die Politker nicht über Billigkräfte aus dem Ostblock beklagen, man hat diese Entwicklung doch 1990 selber herbeigeführt, indem man versäumt hat die Löhne in Deutschland anzugleichen, was ja bis heute noch nicht mal passiert ist. Da hat man doch diese Entwicklung selber angefangen.
Was uns jetzt natürlich zu einer generellen Diskussion über ein einheitliches Lohn- und Steuersystem in der EU führt, aber wenn man alles aus Brüssel bestimmt und das mal konsequent durchzieht, würden ja einige (gutbezahlte) Posten überflüssig....
Und wer jetzt noch sagt wie ein Vorredner, dass die Leute nach dem 2.Weltkrieg dass Wirtschaftswunder geschafft haben, weil die mehr gearbeitet haben, der lebt ja auf einer anderen Welt. Ich könnte ja jetzt ganz einfach dreisterweise behaupten, dass da einfach mehr Arbeit da war und dass die Leute vorher keine 38,5 Stundenwoche hatte und unbezahlt über 10 STunden hätten mehr arbeiten müssen. Hier wurden ja wohl Äpfel mit Birnen verglichen...
Und an Lohnforderungen der Gewerkschaft kann dieses Übel der Arbeitslosigkeit nicht liegen, denn eigentlich sollte doch bekannt sein, dass jede Lohnerhöhung direkt an den Verbraucher weitergegeben werden, warum werden denn sonst Produkte teurer? Quasi sind Lohnerhöhungen eigentlich unnötig, da sie ja real fast nie was bringen.
|
08. 03. 2006, 23:14
|
#88
|
|
Imperator
Registrierungsdatum: Sep 2000
Ort: Monaco
Beiträge: 31.973
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
Zitat:
|
Hier hilft nur Zusammenhalt und Streik. Streikbrecher sind meiner Meinung nach Krimminelle, die der Allgemeinheit großen Schaden zufügen. Wie gesagt, das ist meine Meinung!!!
|
dieser Satz ist bloedsinnig, hab nichts gegen Gewerkschaften, die gegen Arbeitsplatzverlust und höher Löhne streiken.
allerdings hab ich was dagegen, wenn der Müll liegen bleibt, für den ich schon Geld für die Abhohlung bezahlt hab.
ach. den schmeiss ich vor die nächste Ver.di, dann holen sie es mit Sonderegelung ab.
wenn Bsirske streikt, streike ich mit.
sry, es wird keine arbeit für 60er geben, auch keine für 50er und auch keine für 67er. von was träumt hier die Politik..
die Können noch mehr besteuern, wer sichs leisten kann, wird auswandern oder sowieso unterhalb der Steuergrenze liegen.
|
09. 03. 2006, 00:35
|
#89
|
|
Gesperrt
Registrierungsdatum: Dec 2005
Ort: BRD-NRW-OWL-Herford
Beiträge: 112
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
Zitat:
|
allerdings hab ich was dagegen, wenn der Müll liegen bleibt, für den ich schon Geld für die Abhohlung bezahlt hab.
|
Dazu fällt mir einiges ein, aber das lasse ich mal lieber!
Auch die ältere Generation hier in Deutschland hat für ihre Rente schon über viele Jahrzehnte eingezahlt. Genauso wie der Langzeitarbeitslose, der über viele Jahre in die entsprechenden gesetzlichen Versicherungen eingezahlt hat und heute mit HARTZ IV um seine Leistungen betrogen wird.
All diese Menschen haben Leistungen erbracht und werden heute um ihr eingezahltes Geld betrogen, damit es sich andere in die Tasche stecken können.
Warum werden z.B. nicht mal die Diäten und Bezüge der vielen Beamten und Politiker gekürzt. Diese Bevölkerungsgruppe zahlt für ihr Absicherung ja nicht einmal einen Cent ein.
Und da erzählst Du uns hier was von Müll, der momentan mal liegen bleibt.
SORRY aber ich finde das UNGLAUBLICH!
Liebe Grüße
|
09. 03. 2006, 12:54
|
#90
|
|
ehemaliger ex-ex
Registrierungsdatum: Aug 2004
Beiträge: 18.481
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
Ich möchte hier mal was zur Globalisierung einstreuen; auch wenn es nicht so richtig paßt:
Argentinien hat den Fleischexport für 180 Tage ausgesetzt. Begründung: Die Preise sind durch den Export so hoch, daß sich die Argentinier das Fleisch nicht mehr leisten können.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,405059,00.html
Argentinien vertritt auch in Punkto Erdöl eine argentinische Linie und will sich von den USA nicht einwickeln lassen.
Ich finde das insofern interessant, daß die dortige Regierung nicht alle internen Probleme darauf abwälzt, daß man angeblich gegen den Globalisierungsprozeß nichts tun könne.
Sicher kann Argentinien kein Vorbild für Deutschland sein aber man sollte schon darüber nachdenken, inwieweit sich Deutschland oder die EU gegen die negativen Auswirkungen der internationalen imperialistischen Kapitalbewegungen wehren kann.
Der Rebell
|
09. 03. 2006, 13:11
|
#91
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Dec 2004
Beiträge: 214
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
Zitat:
|
Zitat von Lindener
@ Falke: Dann sag mir doch mal bitte, wie die Menschen das in den 50 Jahren gemacht haben, damals wurde 48 oder mehr Stunden gearbeitet und die Menschen sind teilweise jeden Tag mit dem Fahrrad 40-50 km zur Arbeit gefahren!
Beklagt hat sich keiner, im Gegenteil die Menschen waren froh, Arbeit zu haben!
Man wird sicherlich immer einen Weg finden, notwendige Reformen zu blockieren!
Ja, ja, das haben wir ja die letzten Jahre gesehen, weniger Arbeiten, mehr Geld, zweimal im Jahr in den Urlaub, sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld 100%, warum eigentlich nicht??
Die 35 Stundenwoche ist eine reine Erfolgsgeschichte, die 7 Millionen Arbeitslosen bilden wir uns alle nur ein!
Gruss
Lindener
|
Wenn du die früheren Jahre als Vergleich nimmst passt das nicht zu der heutigen Situation. Die Thematik war in den 50ern eine ganz andere und das Denken der Menschen auch. Ganz zu schweigen von der Motivation. Den wer damals viel gearbeitet hat für den lohnte es sich auch. Und wurden damals nicht Arbeitskräfte benötigt statt sie zu entlassen ????
Heute hat man ganz andere Grundbedingungen. Das fängt schon an den angewöhnten Bedürfnissen an und hört nicht so schnell auf. Früher war der Verdienst nicht so hoch wie heute aber dafür hatte man weniger Abgaben und Ausgaben. Ich glaube kaum das ein Handwerker mit Auto im Jahre 1950 Ökosteuer usw usw usw zu zahlen hatte. Oder nehmen wir mal die Mieten plus Nebenkosten heran. Oder Lebenshaltungskosten...
Problem ist doch gar nicht die Arbeitszeit. Ob nun 37,5 oder 40 ist mir im Kern egal. Nur finde ich es nicht gut das man sich hinstellt und sagt" Die Arbeitszeit muss erhöt werden aber das kostet dann Arbeitsplätze"
Und so ist es im Moment einfach mal.
|
09. 03. 2006, 13:28
|
#92
|
|
ehemaliger ex-ex
Registrierungsdatum: Aug 2004
Beiträge: 18.481
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
Dieses Arbeitszeitargument wird häufig von denen vorgetragen, die selber gezwungen sind 42 oder 45 Stunden zu arbeiten und die es nicht ertragen können, daß andere weniger arbeiten müssen.
So spaltet man die Gesellschaft.
Solange sich auf dem Markt nichts in Richtung Kosumsteigerung bewegt, ist jede Forderung nach Mehrarbeit ein Arbeitsplatzvernichtungsprogramm.
Was nutzen längere Arbeitszeiten, wenn dadurch keine höheren Löhne für mehr Konsum gezahlt werden und noch mehr Arbeitslose produziert werden, die auch nicht konsumieren können?
Es ist nichts anderes als die egoistische Kalkulation des einzelnen Unternehmers, der dadurch seine Kosten senken will. Ihm nutzt es aber der Volkswirtschaft schadet es.
Die Arbeitszeiten sollten per Gesetz dem Markt angepaßt werden. Wenn der Kosum stimmt, kann ja auch länger gearbeitet werden. Kein Arbeitnehmer würde sich dann sperren, mehr zu arbeiten, wenn er den Sinn erkennen kann.
Der Rebell
|
09. 03. 2006, 13:39
|
#93
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Aug 2001
Beiträge: 2.326
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
Zitat:
|
Zitat von Der Rebell
Die Arbeitszeiten sollten per Gesetz dem Markt angepaßt werden. Wenn der Kosum stimmt, kann ja auch länger gearbeitet werden. Kein Arbeitnehmer würde sich dann sperren, mehr zu arbeiten, wenn er den Sinn erkennen kann.
|
Per Gesetz etwas an einen Markt anpassen zu wollen geht schon per definitionem nicht. Mit einem Gesetz kann man etwas festlegen, was nicht dem Markt entspricht. Eine dem Markt entsprechenden Arbeitszeit pendelt sich ganz von allein ein, wenn man den Markt machen läßt und seine Mechanismen nicht durch Vorgaben außer kraft setzt.
Im übrigen bist du schon wieder dabei, rein nachfrageorientiert zu argumentieren. Die angebotsorientierten Theorien funktionieren genau andersrum:
mehr Angebot -> sinkende Preise -> mehr Nachfrage
Im Endeffekt wird es eine Kombination beider Effekte geben. Wenn man einen Effekt durch staatliche Eingriffe ausschalten will, braucht man sich nicht zu wundern, wenn das Wirtschaftswachstum und damit die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hinter den Erwartungen zurückbleibt.
|
09. 03. 2006, 14:08
|
#94
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: May 2005
Beiträge: 326
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
Zitat:
|
Zitat von Thusnelda
Achso, jetzt tragen die Gewerkschaften Verantwortung dafür, das Deutschland über fünf Millionen gezählte Arbeitslose hat

|
So ist es, natürlich ist das keine alleinschuld aber gute teile des Kuchens gehen auf ihr Konto !
|
09. 03. 2006, 14:23
|
#95
|
|
ehemaliger ex-ex
Registrierungsdatum: Aug 2004
Beiträge: 18.481
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
Zitat:
|
Zitat von ruler
Im übrigen bist du schon wieder dabei, rein nachfrageorientiert zu argumentieren. Die angebotsorientierten Theorien funktionieren genau andersrum:
mehr Angebot -> sinkende Preise -> mehr Nachfrage
|
Ja und? Gibt es etwa nur eine Theorie? Von der gegenwärtigen kann man ja nur behaupten, daß es sich um eine Mehrheitsmeinung handelt. Funktionieren tut sie seit Jahrzehnten nicht mehr, weil sie nur auf das Wohlergehen des Kapitals achtet.
Wo sind denn in Deiner schönen Formel die Arbeitsplätze?
Man kann den Arbeitnehmern immer sagen "Arbeite 45 oder 50 Stunden und sei froh, daß Du Dein Gehalt behälst."
Gleichbleibender Lohn und höhere Arbeitszeiten erhöhen die Arbeitslosenzahlen und senken die Nachfrage. Das ist die richtige Interpretation.
Warum sollte es nicht möglich sein, die Arbeitszeiten je nach den volkwirtschaftlichen Gesamtdaten um einen Mittelwert pendeln zu lassen? Das muß ja nicht schockartig passieren.
Im Übrigen würde ich deutschen Arbeitnehmern mal empfehlen nach Frankreich zu reisen und zuzuschauen, wie dort gegen die Verschlechterung des Kündigungsschutzes protestiert wird. Aber die Deutschen haben sich ja immer schon durch ihren Kadavergehorsam ausgezeichnet.
Der Rebell
|
09. 03. 2006, 14:44
|
#96
|
|
ehemaliger ex-ex
Registrierungsdatum: Aug 2004
Beiträge: 18.481
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
Zitat:
|
Zitat von konstn
So ist es, natürlich ist das keine alleinschuld aber gute teile des Kuchens gehen auf ihr Konto !
|
Erzähl mal. Jetzt kommt wohl wieder die Behauptung, daß die Gewerkschaften zu hohe Löhne fordern, oder?
Bist Du eigentlich über die Lohnentwicklung der letzten Jahre informiert?
Der Rebell
|
09. 03. 2006, 14:48
|
#97
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: May 2005
Beiträge: 326
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
Zitat:
|
Zitat von Der Rebell
Erzähl mal. Jetzt kommt wohl wieder die Behauptung, daß die Gewerkschaften zu hohe Löhne fordern, oder?
Bist Du eigentlich über die Lohnentwicklung der letzten Jahre informiert?
Der Rebell
|
Ja, Ja !
|
09. 03. 2006, 15:23
|
#98
|
|
ehemaliger ex-ex
Registrierungsdatum: Aug 2004
Beiträge: 18.481
|
Re: 40 - 41 Stundenwoche im Öffentlichen Dienst
| |