Aus dem Gulli, 1.3.
Polit-Phishing mit ungesicherten Rechnern
Auch die USA haben ihren Streit um die Homoehe, und in der laufenden Propaganda bekleckerten sich die Republikaner in Minnesota nicht mit Ruhm: eine CD-Rom, die von der Partei verteilt wurde, enthielt unter anderem einen Fragebogen, auf dem die Empfänger ihre Stimme zu einer Reihe von Fragen zum Thema abgeben konnten.
Was die Wahlbeworbenen nicht wussten: Die Fragen wurden aus einer Online-Datenbank abgerufen, ihre Antworten komplett mit den Systeminformationen ihres Rechners dorthin übermittelt. Das Serversystem war weiterhin ungesichert - 25.000 Datensätze waren böswilligen Eindringlingen zugänglich. Es war sogar möglich, die Fragen auf der CD nach Belieben zu ändern - da sie nicht auf der CD, sondern dem kompromittierten Serversystem liegen. Einmal mehr kann vor dem Angeben persönlicher Daten gewarnt werden - und wenn es sich um eine vermeintlich lokal laufende CD einer politischen Partei handelt, die nirgends auf mögliche Datenübermittlungen hinweist.
Freie Ebooks zu Computern, Programmierung, Internet
Gerade zu technik- und netzbezogenen Themen sind freie Buch- und Tutorialsammlungen gelegentlich etwas veraltet: auf sehr aktuellem Niveau bietet hingegen Maththinking eine Ebook-Sammlung an, die bis hin zu AJAX verschiedenste Themenfelder im Rechnerbereich abdeckt. Kostenfrei, wenngleich auf Englisch.
Abtreibungs-Howto online
Neben Bombenbau-Anleitungen, Drogenrezepten, Kinderpornografie, "Adult Content" und Schulungsmaterial für Terroristen dräut das nächste Reizthema für Netzzensoren und Sittenwächter am Horizont. Angesichts des möglicherweise bevorstehenden Verbots von Abtreibungen in South Dakota wurde im Molly Saves the Day-Blog eine Anleitung zur Abtreibung ins Netz gestellt. Die Aktion hat ihre praktischen Vorläufer: in den 60er-Jahren, in denen Abtreibungen noch in zahlreichen Regionen untersagt waren, schafften es bereits Frauenrechtsaktivistinnen, Abtreibungen illegal durchzuführen - mit Erfolgs- bzw. Risikoquoten, die mit den Horrorzahlen der Geschichten um die Jungfernmacher im Hinterhof nichts zu tun hatten. Die Quote an Todesfällen lag niedriger als die der Sterbefälle im Wochenbett. Bleibt zu hoffen, dass die Anleitung nicht vonnöten sein wird. Im Zweifelsfall: mit Ausrüstung für 2000 Dollar ist man dabei.
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