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SerialKiller
NeoPunk
 
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Re: Demokratie aber welche?

Moin!

Ich habe beim schreiben überlegt, ob ich noch den Fakt des "Geiz ist geil" in unserer Gesellschaft benenne, aber hab mich dann für eine indirektere Form entschieden, indem ich gesagt habe, dass man ja, nur weil man den Produktionsstandort wechselt, nicht auch gleich den Absatzmarkt verliert und auch beim Absatz über klein- und mittelständische Unternehmen habe ich es nochmal gesagt. Sorry, wenn es nicht klar rübergekommen ist:

Natürlich wird durch unsere "geizige" Mentalität dieser Vorgang noch vorangetrieben.

Serial

PS: Irgendwie entfernt sich das ganze doch etwas vom Thema, aber irgendwie macht es auch Spaß das Thema ein wenig auszuweiten.
Alt 15. 03. 2006, 22:22 SerialKiller is offline Mit Zitat antworten #51
thrilled
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Re: Demokratie aber welche?

Zitat:
Zitat von Provokateur 
Wahlkampfkosten sollen gedeckelt und nicht rückerstattet werden. Die Wahlperiode soll auf 9 Jahre verlängert werden. Analog zu den Komunalwahlen sollen alle Gruppierungen und Einzelpersonen die das aktive und passive Wahlrecht haben zur Wahl antreten dürfen. Den gewählten Volksvertretern soll ein Gehalt gezahlt werden das sich aus dem Index der Vergütung für Börsennotierte Unternehmen ergibt.

Ist die Gefahr von Korruption bzw. noch staerkerer auspraegung von Seilschaften etc. bei einer solch langen Wahlperiode nicht deutlich zu hoch ?

Es waere imho viel klueger die Kommunal, Land, und Bund wahlen alle auf den gleichen tag zu legen umso eine blockierung der amtierenden Regierung durch den Bundesrat zu verhindern, und dafuer muessten noch nicht einmal massiv Gesetze geaendert werden
Alt 16. 03. 2006, 04:23 thrilled is offline Mit Zitat antworten #52
thrilled
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Re: Demokratie aber welche?

Zitat:
Zitat von SerialKiller 
Moin!

Ich habe beim schreiben überlegt, ob ich noch den Fakt des "Geiz ist geil" in unserer Gesellschaft benenne, aber hab mich dann für eine indirektere Form entschieden, indem ich gesagt habe, dass man ja, nur weil man den Produktionsstandort wechselt, nicht auch gleich den Absatzmarkt[...]

Kurzfristig vllt nicht nein, langfristig ist dies jedoch u.a. moeglich.
Alt 16. 03. 2006, 04:26 thrilled is offline Mit Zitat antworten #53
Provokateur
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Re: Demokratie aber welche?

Zu glauben das Deutschland mit Schwellenländern oder den neuen EU Mitgliedern im Lohnkostenbereich konkurrieren kann ist eine Trugschluß. Polen z. B. wird absichtlich die Lohnnebenkosten solange es geht möglichts niedrig halten. In der Tschechei wird von den Politikern ganz offen damit geworben den Lohn in den nächsten 10-Jahren so niedrig wie möglich zu halten und die staatlichen Transferleistungen auf ein Minimum zu beschränken. Alles damit die Unternehmen kommen und bleiben. Dazu noch satte Subventionen von der EU für die Firmen die kommen.

Bezahlen tut das u.a. Deutschland durch seine Beiträge zur EU. Wir sponsern die eigene Konkurrenz. Nur ein Beispiel: Ein bekannter Brillenhersteller mit Sitz im Grenzgebiet hat in Bayern 256 MA entlassen, den Betrieb geschlossen und in der 20 Kilometer entfernten Tschechei angesiedelt. Nur noch 25 MA aus Deutschland arbeiten nun zu tschechischen Löhnen in dem Betrieb. Dazu hat der Unternehmer 25-Jahre Steuerfreiheit von der Tschechei erhalten und von der EU 50% aller Investitionskosten zudem hat der das Grundstück geschenkt bekommen. Zusätzlich darf er die Schließung des Betriebes in D abschreiben.
BRAVO!

Als Antwort darauf senken wir weitere Transferlesitungen im Sozialbereich. Meine Tochter sucht einen Ausbildungsplatz. Ok, ihrer Zeugnis ist nicht berauschend aber bei der Agentur für Arbeit in Halle/SA wurde ihr beim ersten Besuch geraten es doch in Luxenburg und Österreich zu versuchen. Nun macht sie in Salzburg eine Ausbildung als Hotelmanagerin.

Ja wir sind Exportweltmeister - wir sind großartig und exportieren unsere Arbeitslosen und Auszubildende mittlerweile auch in das Ausland und jammern dann darüber das in D. die Bevölkerung schwindet. Übrigens ist meine Tochter dort in Salzburg nicht alleine, ca. 50% ihrer Kollegen sind aus den Neuen Bundesländern.

Sagt mir warum das kleine Land Österreich etwas schafft was wir nicht können?
Warum bildet Österreich mit den ehem. Ostblockstaaten politische und wirstchaftliche Cluster? Warum ist dort u.a. der Treibstoff immer noch billiger als in D.? Warum hat dieses Land weniger Probleme bei Gesundheit Rente, und Arbeit.

Ich arbeite in Österreich in einem IT-Unternehmen und verdiene im Vergleich zu D. im Durchschnitt ca. 25% weniger. Allerdings mit wesentlich höheren Sozialleistungen. So muss von meinen Arbeitgeber monatlich ein Betrag abeführt werden den ich dann im Falle einer Entlassung ausbezahlt bekomme. Wechsel ich die Firma nehme ich dieses "Konto" mit und der neue Arbeitgeber zahlt dann weiter ein. Ich kann selber entscheiden wann ich die Abfindungssumme in Anspruch nehmen will. Strafgebühr beim Arztesuch gibt es ebenfalls nicht.

Ein anderes Beispiel. Jedes Unternehmen das in Österreich tätig sein will muss in Österreich eine Firma gründen und Abgaben und Steuern bezahlen. Gewinnverschiebungen sind nicht möglich weil stets der Umsatz und Gewinn der in Österreich gemacht wurde zu Versteuerung herangezogen wird.

Gestern abend habe ich mir im WDR eine Sendung angesehen in der über Politikergehälter und ihr Selbstverständnis als Abgeordnete diskutiert wurde. Am liebsten hätte ich den Fernseher aus den Fenster geworfen. Unser aller Friedrich Maerz war ja nicht anwesend es reicte jedoch auch ein Herr Kauder (CDU) der neben seiner Tätigkeit noch Anwalt ist und dafür auch noch Zeit hat. Nun soll er wie alle anderen seine Nebeneinkünfte offenlegen. Dagegen klagt er. Braucht er aber gar nicht. Wenn ihm das Gesetzt nicht passt - Bitte soll er sein Mandant zurücklegen und weiter als Anwalt arbeiten.

Ich habe aber etwas dagegen zunehmend von Parasiten verteten zu werden die mit rethorischer Geschicklichkeit jeden Tag die Welt aufs neue zu ihrem Vorteil erfinden.

D. ist nicht mehr reformfähig - zu sehr sind die Strukturen und Machtgefüge verkrustet als das einer der Beteiligten ein Interresse hätte daran etwas zu verändern. Selbst wenn es EINER wirklich wollen würde, er wäre des Scheiterns gewiß.

Das ist das vertrackte an unserer gelebten Demokratie: Wir als Volk haben den Einfluß auf die Mitgestaltung der Zukunft unseres Landes weitestgehend verloren. Wir verkaufen alle 4-Jahre unsere Rechte gegen billige Versprechen und geben die Verantwortung an teilweise unfähige Politiker ab.

Geändert von Provokateur (16. 03. 2006 um 07:50 Uhr).
Alt 16. 03. 2006, 07:28 Provokateur is offline Mit Zitat antworten #54
Provokateur
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Re: Demokratie aber welche?

Zitat:
Es waere imho viel klueger die Kommunal, Land, und Bund wahlen alle auf den gleichen tag zu legen umso eine blockierung der amtierenden Regierung durch den Bundesrat zu verhindern, und dafuer muessten noch nicht einmal massiv Gesetze geaendert werden

Wir brauchen keine politischen Bundesländer und demzufolge keinen Bundesrat mehr!
Politische Willensbildung und Entscheidungen haben dort zu fallen wo sie von Bürger beeinflusst werden und am ehesten direkt wahrgenommen werden: In den Kommunen!

Wir Bürger denken regional und nicht Deutschlandweit. Für mich ist es wichtig das MEINE KIGA angemessene Öffnungszeiten hat, das MEIN Schwimmbad nicht geschlossen wird, MEINE Strassen in guten Zustand sind etc. Es interressiert mich nicht ob Bremen eine neue Turnhalle baut.

Überlegen wir doch mal. Die meisten von uns sind geopolitisch geprägt. Damit meine ich das wir in bestimmten Regionen leben, arbeiten und sterben. Da will ich mich wohlfühlen. Da möchte ich das die Steuergelder ankommen. Da will ich den Arbeitgeber der gerade mal 45 Leute entlassen und sich beim örtlichen Autohändler einen neues Auto bestellt hat, ins Gesicht schauen. Und alle sollen ihm ihre Meinung sagen können. Ich weiß in der Regel welcher Fleicher welche Viecher bei welchen Bauern kauft. Hey, ich kann den Bauern sogar besuchen. Versuche mal herauszufinden woher der Kopfsalat bei Aldi kommt!

Sämtliche Resourcen die wir für Bundesländer verschwenden sind in den Kommunen viel besser aufgehoben. Hier habe ich als Bürger auch den direkten Kontakt zu den politisch und wirtschaftlich vernatwortlichen und kann mir sehr bewußt aussuchen (ich kenne den ja) wenn ich meine Stimme gebe.

Ich denke das wir wieder mehr anfagen müssen die Regionen zu stärken und nicht weit entfernte Mächtigkeitsballungen in Berlin. Ehrlich gesagt brauche ich Berlin gar nicht mehr wenn ich ein Konzept "Regionen" habe. Dann kann ich von mir aus auch von Brüssel aus regiert werden und unsere deutschen Politiker sollen sich dann dort mit Lettland beschäftigen vielleicht können sie das ja auch noch ruinieren.
Alt 16. 03. 2006, 07:48 Provokateur is offline Mit Zitat antworten #55
ruler
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Re: Demokratie aber welche?

Zitat:
Zitat von Provokateur 
Wir brauchen keine politischen Bundesländer und demzufolge keinen Bundesrat mehr!

Ich weiß nicht, ob dir klar ist, daß diese Forderung absolut unvereinbar mit dem Grundgesetz ist?

Dafür würde es schon genügen, einmal Art. 79 III GG zu lesen.
Alt 16. 03. 2006, 10:08 ruler is offline Mit Zitat antworten #56
Provokateur
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Re: Demokratie aber welche?

Zitat:
Ich weiß nicht, ob dir klar ist, daß diese Forderung absolut unvereinbar mit dem Grundgesetz ist?

Dafür würde es schon genügen, einmal Art. 79 III GG zu lesen.

Und? Das können wir doch ändern! Wird ja auch laufend von anderen gemacht wenn es um die Beschneidung unserer Rechte geht.
Alt 16. 03. 2006, 10:12 Provokateur is offline Mit Zitat antworten #57
ruler
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Re: Demokratie aber welche?

Nein, können wir nicht ändern. Deswegen sollst du ja mal diesen Artikel lesen.
Alt 16. 03. 2006, 10:31 ruler is offline Mit Zitat antworten #58
Lord Klehmchen
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Re: Demokratie aber welche?

Sorry, hab mir den Artikel eben durchgelesen und kann beim besten Willen kein Widerspruch zu dem von Provokateru gesagten feststellen.
Geht man davon aus, dass die neuen Regionen, als eine Art Länder angesehen werden bekommen die "Länder" doch sogar noch mehr Entscheidungsgewalt und mehr Mitwirkung.
Dort steht nicht, dass die Länder in ihrer Form bestehen bleiben müssen.
Im übrigen kann man ja auch diesen Artikel zuerst ändern und Grundgesetzänderung die die Mitbestimmung der Länder regeln zulassen, denn dass wird nicht verboten
Und abgesehen davon was interessiert dass Grundgesetz, wenn die Mehrheit der Bevölkerung für einen solchen Regionenvorschlag wären? Wichtig ist was 80Mio Menschen denken und wollen und nicht 10 Zeilen Text im Grundgesetz....
Alt 16. 03. 2006, 12:22 Lord Klehmchen is offline Mit Zitat antworten #59
ruler
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Re: Demokratie aber welche?

Kommunen, von denen der Provokateur gesprochen hat, sind nunmal keine Länder.
Aber gerade den Kommunen spricht ja Art. 28 II GG bereits das sog. kommunale Selbstverwaltungsrecht zu.

Zitat:
Im übrigen kann man ja auch diesen Artikel zuerst ändern und Grundgesetzänderung die die Mitbestimmung der Länder regeln zulassen, denn dass wird nicht verboten.

Diese Argumentation läuft ins Leere, da nach h.M. Art. 79 III GG selbst gegen Änderungen geschützt ist, auch wenn es nicht explizit drinsteht.


Aber auch sonst wird man bei aufmerksamen Lesen des Grundgesetzes feststellen, welch überragende Bedeutung den Ländern und somit dem Förderalismus durch das GG zugesprochen wird. Ich verweise hier nur auf folgende Artikel:
  • Art. 20 I GG
  • Art. 36 I GG
  • Art. 50 GG
  • Art. 70 I GG
  • Art. 72 I GG
  • Art. 83 GG

Verbunden mit der Geschichte der Enstehung des GG sollte einem klar werden, daß die einzelnen Länder der entscheidende Faktor ist und der Bund sich im Laufe der Jahre einfach mehr und Kompetenzen zugelegt hat, was die Lage deutlich verkompliziert.

Ein starker Zentralstaat und machtlose bzw. gar keine Länder ist verfassungsrechtlich nicht möglich.
Möglich dagegen wäre es, die Aufgaben des Bundes stark zu reduzieren und in die Verantwortung der Länder zu geben. Das würde einerseits eine stärkere Bürgernähe begünstigen und andererseits das ewige Machtgerangel zwischen Bund und Ländern reduzieren.
Alt 16. 03. 2006, 12:49 ruler is offline Mit Zitat antworten #60
Der Rebell
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Re: Demokratie aber welche?

Das kann man so generell nicht sagen.

Man muß sich genau überlegen, welche Aufgaben besser beim Zentralstaat und welche besser bei den Ländern und letztlich bei den Kommunen aufgehoben sind.

Stichwort Globalisierung. Da würde ich sogar eher für eine supranationale Lösung sprechen.

Der Rebell
Alt 16. 03. 2006, 12:54 Der Rebell is offline Mit Zitat antworten #61
Provokateur
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Re: Demokratie aber welche?

@ Ruler
wir reden hier von 2 verschiedenen Sachen

- Ich rede davon die Staatsorganisation zu ändern
- Du zitierst das GG

Auch in der DDR gab es eine Verfassung - dort habe ich mich strafbar gemacht weil ich u.a. für mehr Freiheit demonstriert habe. Was ich dir damit sagen will: Manchmal muss man bestehende Gesetze für ein übergeordnetes Interesse bewußt missachten. Menschen machen Gesetze - Menschen ändern sie auch wieder.

Es spricht absolut nichts dageben möglichts bald über eine neue Verfassung für unser Land nachzudenken.
Alt 16. 03. 2006, 13:32 Provokateur is offline Mit Zitat antworten #62
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Re: Demokratie aber welche?

@ Provokateur,

es ist wirklich nicht so einfach.

Es gibt nur einen Weg, diese föderalen Verfassungsgrundsätze und andere unabänderliche Artikel zu ändern.

Die BRD müßte aufhören zu existieren. Durch Revolution oder Kriegsfolgen. Ansonsten ist es nicht möglich, bestimmte Artikel des GG zu ändern.

Der Rebell
Alt 16. 03. 2006, 13:42 Der Rebell is offline Mit Zitat antworten #63
thrilled
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Re: Demokratie aber welche?

Aufgrund der von Ruler und Rebbell aufgezeigten Probleme, mache ich noch einmal darauf aufmerksam das ich eine verschiebung von Kommunal, Landtags und Bundestags wahlen auf den selben Tag fuer ausserst sonnvoll halte

Hauptgruende fuer einen solchen Schritt waeren:

- Kosten fuer den Wahlkampf koennten drastisch gesenkt werden.

- Eine "Blockade" ueber den Bundesrat koennte nicht mehr stattfinden bzw. ist sehr unwarscheinlich.


- realisierung ist realtiv einfach und schnell moeglich.

- die amtierende Regierung koennte tatsaechlich 4 Jahre regieren ohne staendig auf Landtagswahlen/Umfrage ergebnisse schielen zu muessen.

Cheers thrilled
Alt 17. 03. 2006, 03:29 thrilled is offline Mit Zitat antworten #64
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Re: Demokratie aber welche?

Zitat:
- Eine "Blockade" ueber den Bundesrat koennte nicht mehr stattfinden bzw. ist sehr unwarscheinlich.

Wieso das?

Die Wahlen an einem Tag würden doch keine spiegelbildlichen Ergebnisse auf allen Ebenen bringen. Auch könnten die Koalitionen durchaus unterschiedlich ausfallen. Im Gegenteil könnte sich so Mancher ausdenken, zur Kompensation unterschiedliche Parteien auf den verschiedenen Ebenen zu wählen.

Damit wäre das Blockadeproblem nicht beseitigt.

Der Rebell
Alt 17. 03. 2006, 08:14 Der Rebell is offline Mit Zitat antworten #65
Stoebi
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Re: Demokratie aber welche?

Guten Morgen,

welche bestimmten Artikeln wären das denn?



Gruß Stöbi



Nachtrag:
Wo bleiben yggr oder Distel oder Korrupt? Ach was schreibe ich, wo bleibt das Gulli Management? Hält es sich doch meiner Meinung etwas zu sehr aus dem politischen Bereich heraus und überläßt IMHO alles alleine dem "Der Rebell".



Zitat:
Zitat von Der Rebell 
@ Provokateur,

es ist wirklich nicht so einfach.

Es gibt nur einen Weg, diese föderalen Verfassungsgrundsätze und andere unabänderliche Artikel zu ändern.

Die BRD müßte aufhören zu existieren. Durch Revolution oder Kriegsfolgen. Ansonsten ist es nicht möglich, bestimmte Artikel des GG zu ändern.

Der Rebell
Alt 17. 03. 2006, 08:25 Stoebi is offline Mit Zitat antworten #66
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Re: Demokratie aber welche?

Nun ich habe einige Zeit in den USA (NYC und Troy(MI)) gelebt und das amerikanische Verständnis von Politik selbst miterlebt.
Richtig ist das wir von der Organisation der Demokratie dort meilenweit entfernt sind. Klar ist auch das die einzelnen Bundesstaaten eigene Gesetzgebungsverfahren haben. Die einzelnen Bundesstaaten unterscheiden sich oft wie Tag und Nacht. Wenn ich dann oft lesen: In den USA ist Waffenbesitz erlaubt kann ich nur milde lächeln weil diese generelle Aussage völliger Quatsch ist. Fährt man von MI (Michigan) wo Waffen erlaubt sind, nach NYC würde man in Ohio zum ersten male verhaftet werden weil dort Waffenbesitz strengstens untersagt ist - gleiches gilt für New Jersey und New York - für NYC sowieso.

Ich habe einen Freund der sich für ein Amt bei der Stadt (run for a office) beworben hat. Da ich ihn auch unterstützt habe, durfte ich einen Wahlkampf der demokratischen Art erleben. Er (William Hetzler) hat es damals leider nicht geschafft ist aber heute Berater von Georg Pataki (Gov. von New York)

Man mag man über die USA denken was man will, die Art und Weise der direkten Demokratie hat mich aber all die Jahre fasziniert. Dort es es eben so wie ich mir das auch in D. wünsche. So hat z. B. der Staat (Land) NY nicht wirklichen einen Einfluß auf die Stadt NYC. Weder bei der Bildung noch bei der Ordnungspolitik. So untersteht z. B. die Polizei in NYC nicht dem Land sondern der Stadt. Ich kann jederzeit den örtlichen (Bezirk) Abgeordneten sprechen - sogar der BM ist zwei mal wöchentlich per Radioshow direkt erreichbar unt nimmt zu aktuellen Themen Stellung und zwar in einer Sprache die wirklich jeder versteht. Die privaten Telfonnummern der Abgeordneten stehen im Telefonbuch (es ist dennen untersagt eine Geheimnummer zu haben)

Ein anderes Beispiel: Die Fahrpreise für die Metro (U-Bahn) werden unter Mitwirkung der Bürger festgelegt. Es gab einen Vorstand der Metro den das ärgerte, deshalb machte der die Tarifstruktur möglichst kompliziert damit die Bürger bei der Diskussion wegen der Komplexität aufgaben. Die NY-Bürger entschieden jedoch 1. den Vorstand abzusetzten und 2. eine einfache und primitive Tarifstruktur einzuführen die heute noch gilt: Man bezahlt beim betreten der Metro einmalig. Solange man die Metro nicht verlässt kann man den ganzen Tag zum Preis von einem Dollar (damals) U-Banh fahren. Sehe ich mir dagehen das Tarifsystem in München an, weiß ich das es von Bürokraten gemacht wurde von Transparenz keine Spur.

U.a. deshalb bin ich ein Verfechter von Kommunaler und direkter Demokratie weil ich über mein Leben vor Ort selber direkten Einfluss nehmen möchte. Jeder Kommunalpolitiker in D. kann ein Lied davon singen wie kompliziert das Geflecht von Stadt - Kreis - Land - Bund mittlerweile ist. Ich weiß nicht wer von euch jemals an einem Gesetzgebungsverfahren mitgewirkt hat - egal auf welcher Ebene. Kommunen sind heute wirklich in der Geiselhaft der Länder zumal sie fast über keine eigenen Ffinanziellen Mitteln verfügen - dennoch aber die Zellen der Demokratie sein sollen.

Es ist nicht umsonst das einige Politiker ernstaft zumindest über die Zusammenlegung von Ländern (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu Mitteldeutschland) Berlin und Brandenburg etc. sprechen. Wenn man sie schon nicht abschaffen kann dann las sie uns einfach soweit wie möglich zusammenlegen und die Kommunen wesentlich stärken.
Alt 17. 03. 2006, 12:05 Provokateur is offline Mit Zitat antworten #67
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Re: Demokratie aber welche?

Zitat:
Zitat von Der Rebell 
Wieso das?

Die Wahlen an einem Tag würden doch keine spiegelbildlichen Ergebnisse auf allen Ebenen bringen. Auch könnten die Koalitionen durchaus unterschiedlich ausfallen. Im Gegenteil könnte sich so Mancher ausdenken, zur Kompensation unterschiedliche Parteien auf den verschiedenen Ebenen zu wählen.

Damit wäre das Blockadeproblem nicht beseitigt.

Der Rebell

Ich schrieb bewusst unwarscheinlich, ganz einfach deshalb da die von dir genannten Scenarios natuerlich passieren koennen.

In den letzten Jahren hat sich in meinen Augen jedoch gezeigt das Kommunal, bzw. Landtagswahlen extrem von Stimmungen die in relation zu Bundespolitischen Themen stehen beinflusst werden, und nicht von lokalen Themen dominiert werden.

Auch tritt das Blockadeproblem meiner meinung nach erst nach einem gewissen Zeit abstand zur jeweils letzten Bundestagswahl auf.

Cheers thrilled
Alt 18. 03. 2006, 02:24 thrilled is offline Mit Zitat antworten #68
Mirxxx
immer freundlich
 
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Re: Demokratie aber welche?

Tschuldigung, dass ich mich so unautorisiert einmische, aber mal ne Frage: Warum müssen politische Systeme immer nur national begrenzt sein?
Ich bin ja überhaupt kein Anhänger der Idee der "Nation" - wenn man sich ein bißchen auskennt in puncto philosophische bzw. politische Ideengeschichte, so ist der Begriff "Nation" eigentlich nur ein künstlich geschaffenes Konstrukt.
Sofern die Gesellschaft in ihrer kleinsten Einheit (Individuum) kommuniziert, kann auch nicht viel passieren, der potenzielle Schaden hält sich in Grenzen. Wenn jedoch die Einheit größer wird, sind auch die Interessen größer, und die Durchsetzung derer kann durchaus zu verheerenden Schäden führen. Konflikte werden umso katastrophaler, je mehr sich einmischen und je größer die Interessen sind. Je größer aber die Einheiten werden, umso weniger zählt der Einzelne und umso weiter entfernt ist das Gesamtziel vom Individualziel. Um also den Einzelnen für das große Gesamt-"Endziel" zu gewinnen, muss Propaganda betrieben werden, um die Sache des Interessierten (der nicht mal eine Person sein muss) zur Sache des Einzelnen werden zu lassen, denn am Ende braucht man ja Leute für sein Vorhaben. Dazu zählen die Medien, aber auch die Volksbildung (Schule). Auf diese Weise werden Ideen geschaffen, die
recht gefährlich sind. Man bekommt ein Bild vermittelt von der eigenen
Gruppe, die natürlich "gut" ist, die anderen sind folglich "böse", höchstens wenn sie nicht interessant sind, sind sie "anders" und wenn sie Verbündete sind, sind sie "auch gut, aber nicht besser als wir". Konflikte und Streitereien werden also nicht verschwinden. Sie sind ja auch nötig zur Konsensfindung, aber in der Übertreibung sind sie gefährlich und müssen verschwinden. Deshalb propagiere ich die Bildung immer kleinerer Einheiten.
Ich meine, die größte sinnvolle Einheit ist die Kommune, also die Gemeinde oder der Kiez in einer größeren Stadt. Da hat der Einzelne noch die Kontrolle und einen gewissen Einfluss auf das Geschehen dort. Alle größeren Einheiten sind elitär und ausschließend, daher antidemokratisch, folglich potenziell ungerecht. Sollten größere Einheiten erforderlich sein, etwa beim Bau einer Verkehrsverbindung oder bei Vorhaben, die mehrere Einheiten was angeht, müssen Zweckverbände (nur für den "Zweck") gebildet werden, die ständig verändert und den Anforderungen angepasst werden können. "Geschlossene" Legislaturperioden sind undemokratisch, jeder Vertreter muss jederzeit eingesetzt und abberufen werden können. Jeder Vertreter ist zu einem bestimmten Zweck delegiert, ist dieser Zweck erfüllt, isser fertig. Das ist das Prinzip der "freien Vereinbarung" nach Kropotkin (und anderen Vordenkern der gerechten Sache), die gebildet, neu besetzt und wieder aufgelöst wird, je nach Bedarf, Zufriedenheit und Funktionserfüllung. Und wenn die Vertreter ständig wechseln, können sich auch keine Erbfeindschaften bilden, und wo es keine Erbfeindschaften gibt, da gibt es keine schwelenden oder offenen Konflikte, und wenn, dann sind die spontan
und kurz und können recht einfach (und vor Ort) geschlichtet werden. Es
braucht keine Friedenskonferenzen mehr am Genfer See, die doch wieder zu
"Zwangsfrieden" führen, da jeder aufgezwungene Frieden wieder Grund für
Streitereien und schwelende Konflikte und mithin keine nachhaltige Lösung ist.
Oder?
Alt 20. 03. 2006, 21:38 Mirxxx is offline Mit Zitat antworten #69
Der Rebell
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Re: Demokratie aber welche?

@ trrilled,

die föderlale Struktur der BRD war ja von den Siegermächten durchaus gewollt, weil sie Angst vor einem neuen deutschen Zentralstaat hatten. Es sollte eine politische Kastration sein. Daraus wurde aber auch eine wirtschaftliche Kastration, die man damals nicht vorhergesehen hat.

Und so stehen wir uns nun gegenseitig im Wege und kommen nicht voran.

@ Mirxxx,

es gibt viele Gründe, warum große Organisationsstrukturen gebraucht werden. Die technische Zivilisation kommt ohne nicht aus. Deswegen würde Dein (ideologiebehafteter ) Vorschlag nichts bringen. Er bezieht sich auf ein bestimmtes Menschenbild, das es nicht gibt.

Auch in Deinem individualisierten Gesellschaftsmodell müssen die Menschen von sich aus tätig sein und ihre Rechte verteidigen. Das können sie auch in einer Demokratie machen. Tun sie es hier nicht, werden sie es auch dort nicht tun.

Wenn wir einmal im Monat auf die Straße gehen würden, wie es jetzt die Franzosen machen, dann würden die Politiker mehr auf das Volk als auf das Kapital hören.

Der Rebell
Alt 20. 03. 2006, 22:15 Der Rebell is offline Mit Zitat antworten #70
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Re: Demokratie aber welche?

Zitat:
Zitat von Der Rebell 
@ trrilled,

die föderlale Struktur der BRD war ja von den Siegermächten durchaus gewollt, weil sie Angst vor einem neuen deutschen Zentralstaat hatten. Es sollte eine politische Kastration sein. Daraus wurde aber auch eine wirtschaftliche Kastration, die man damals nicht vorhergesehen hat.

Und so stehen wir uns nun gegenseitig im Wege und kommen nicht voran.

In der tat, nur sehe ich in Deutschland zur Zeit nicht die Gefahr einer hitlerschen Macht ergreifung...
Alt 22. 03. 2006, 05:20 thrilled is offline Mit Zitat antworten #71
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