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gullinews
gulli:News Redaktion
 
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Wieder mal Kampf gegen Kinderporno: US-Provider sollen Nutzerdaten speichern

Die Ideen schwappen nicht nur von den USA nach Europa: die Vorratsdatenspeicherung in der EU weckt auch in den USA Datenbegehrlichkeiten. Der dort vorgeschobene Anlass: Kinderpornografie, die man vermutlich erfinden müßte, wenn es sie nicht gäbe.

In den USA wird gerade das vergleichsweise datenschutzfreundliche "Quick Freeze"-Verfahren eingesetzt: erst bei Verdachtsmomenten wird die Datenspeicherung bei einem ISP angeordnet, der dann die Verbindungen der verdächtigen User speichern muss. US-Justizminister Alberto Gonzales wäre eine verdachtsunabhängige Totalüberwachung lieber: laut heise beklagte er gestern, dass nicht alle Internetprovider Verbindungsdaten für einen "vernünftigen Zeitraum" aufbewahren würden.
Entsprechend wurde eine Expertenrunde einberufen, um die Möglichkeiten zu prüfen, verdachtsunabhängig die ISPs zur Vorratsdatenspeicherung zu verpflichten. Das Ziel: die Bekämpfung von Kinderpornografie

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Alt 21. 04. 2006, 12:55 gullinews is offline Mit Zitat antworten #1
St3v3
 
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Thumbs down Re: Wieder mal Kampf gegen Kinderporno: US-Provider sollen Nutzerdaten speichern

Stop! Halt! So gehts nun wirklich nicht! Das Patent auf alljährlich in größerer Zahl das Internet überflutende Kinderpornos, die man zwar nicht sieht, die aber bestimmt irgendwo in gigantischen Mengen vorhanden sind, hat doch Deutschland. Was fällt den Amis ein, unsere Totschlagargumente zu klauen? Und überhaupt: muss der Herr Bin Laden mal wieder ein Filmchen drehen und mit dem erhobenen Zeigefinger drohen, um daran zu gemahnen, daß Amerikas Problem doch gefälligst böse Terroristen sind? Oder gabs gar ein heimliches Übereinkommen zwischen Bush und Merkel. So unter dem Motto: komm, wir tauschen mal. Jetzt machen wir mal was mit Terroristen und ihr bekommt unsere Ringherren...

Wobei ich eigentlich bisher dachte, die USA würden mit ihrem 'Patriot Act' ohnehin alles und jeden protokollarisch im Auge behalten. Wie kann es denn da noch jemand schaffen, auch nur einen Pixel am Auge des Gesetzes vorbeizuschmuggeln?

Mal ernsthaft: Wer Kinderpornos verbreiten bzw. sammeln will, wird kaum so naiv sein und das über irgendwelche unverschlüsselten Wege betreiben, die der Provider dann auch entsprechend rekonstruieren kann. Es gibt zwischenzeitlich durchaus weitgehend anonymisierte Alternativen im Tauschbörsenbereich, die sich zudem stetig weiterentwickeln. Wieso glauben Politiker eigentlich immer, sie müssten von ihrer Naivität auf den Geisteszustand ihrer Nichtwähler schließen?

Die Datenspeicherung der Provider dürfte die Produktion und Verbreitung von KiPo eher noch anheizen. Denn was riskiert die Szene noch, wenn sie sowieso schon unbemerkt/verschlüsselt unterwegs ist? Na dann kann's ja richtig losgehen... Gut gemacht, Politiker! Mal wieder nicht weiter gedacht, als die eigene Nase reicht.
Alt 21. 04. 2006, 16:00 Mit Zitat antworten #2
ToxedViruz
Ogalulu
 
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Re: Wieder mal Kampf gegen Kinderporno: US-Provider sollen Nutzerdaten speichern

ich glaube diese ganze begründung mit der kinderpornografie würde in sich zusammenbrechen, wenn man den vorschlag machte, dass die gewonnen daten einzig und allein nur auf eine strafrechtliche verfolgung dieser begrenzen würde.

bin ich mir jetzt einfach mal sicher...
Alt 21. 04. 2006, 17:15 ToxedViruz is offline Mit Zitat antworten #3
GFXman
Diplom DAU
 
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Beiträge: 622
Re: Wieder mal Kampf gegen Kinderporno: US-Provider sollen Nutzerdaten speichern

Diese Kinderpornografie Bedrohung ist nur noch Fiktion.
Ich surfe täglich und wurde noch nie von Kinderpornografie bedroht.
Hatte noch nie solche Bilder gesehen. Auf den Sexwerbungen, Pornobanner usw. sah ich bisher nur reife Frauen.

Die Relationen stimmen nicht.
Die versuchen die Meinungsfreiheit allg. die Freiheit Millionen von Menschen einzuschränken, aufgrund einer Handvoll Menschen welche etwas verbotenes tun.

Demnach sind von 10 Millionen Einwohner 9'999'990 mögliche Terroristen, Filesharer und Kinderporno Produzenten/Händler. 10 davon ganz sicher.
Und solche Leute regieren uns. Da muß mal wieder ausgemistet werden.
Zuviel Macht verdirbt den Charakter.
Alt 21. 04. 2006, 17:33 GFXman is offline Mit Zitat antworten #4
Monty Spender
Gedankenverbrecher
 
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Beiträge: 3.294
Re: Wieder mal Kampf gegen Kinderporno: US-Provider sollen Nutzerdaten speichern

Es ist interessant. Die EU unternimmt etwas gegen eine Bedrohung, die nicht da ist und die USA kopieren diese Idee. Das basiert sicherlich auf Gegenseitigkeit. Diese fadenscheinigen Begründungen von wegen "Terrorismus" und "Kinderpornografie" stinken gewaltig. Am Ende werden die Daten doch sowieso für jedes noch so kleine Vergehen/Verbrechen genutzt. Und diese kleineren Delikte stellen wahrscheinlich 99,9999% aller Fälle dar. Das hat aber auch sein gutes, schließlich hat man so die Möglichkeit hinterher zu sagen, wie viele tausend Straftaten dank der neuen VDS aufgeklärt werden konnten. Dass das aber alles Copyright-Verletzungen o.ä. Vergehen waren, wird dann getrost verschwiegen.

In letzter Zeit habe ich ehrlich gesagt mehr Angst vor den Regierungen, als vor irgendwelchen Terroristen...

Naja, ein gutes hat es ja: Warum sollen die Amis verschont bleiben, während wir Europäer bluten müssen?
Alt 21. 04. 2006, 19:01 Monty is offline Mit Zitat antworten #5
Dark_Angel1
Gesucht Tod oder Lebend
 
Registrierungsdatum: Feb 2006
Beiträge: 365
Re: Wieder mal Kampf gegen Kinderporno: US-Provider sollen Nutzerdaten speichern

Wo wird dieser Mist überhaupt getauscht??
Tauschbörsen, I-net, Persönlich?....etc
Wie machen die Schweine das?
Alt 21. 04. 2006, 20:22 Dark_Angel1 is offline Mit Zitat antworten #6
Schrank21
Q827ES
 
Registrierungsdatum: Sep 2005
Ort: Berlin
Beiträge: 365
Re: Wieder mal Kampf gegen Kinderporno: US-Provider sollen Nutzerdaten speichern

Na wo wohl?

Ansonsten kann ich mich den Vorrednern nur anschließen. Eine völlig überspielte Gefahr, wobei mich aber auch wundert, dass gerade von den USA nicht der Terrorismus als Argument gebracht wird. Doch dass es dabei nicht nur um Kinderschaenderei geht, duerfte wohl jedem Menschen bewusst sein, ich glaube nicht, dass irgendjemand SO naiv ist.
Und ich kann acuh nur zustimmen, die originale Rede (oder was das war) war verdammt einseitig, ohne irgendwelche aussagekraeftigen Zahlen, "lediglich Einzelschicksale".

Was mir aber auch gegenseitig fehlt, sind wirkliche Zahlen. Ich habe bisher noch nie Studien, Statistiken gesehen, wie es mit Kinderpornos im Netz ueberhaupt aussieht, in welcher Zahl die vorhanden sind. Hat da jemand was?

Das originale, was der Typ sagt, finde ich teilweise schon krass an den Haaren herbeigezogen, wie z.B. das hier:
Zitat:
The other incentive is that trading rules in parts of this community require that participants offer new pornographic images in order to get images from fellow users. Images of sexual abuse of children become something of a currency—a way to get more pictures. Collectors become producers, and to be in the club, they have to find a child to abuse. And they are driven by the desire for increasingly graphic images.
Man beschuldigt also das Internet bzw. Kontakt zu anderen, Kinderschändung zu fördern? Ich finde, gerade das, was hier steht, ist eine ziemlich bescheuerte Abaenderung vom Geben&Nehmen-Prinzip. Als ob es so einfach waere, mal eben einen pron zu drehen, um ihn dann gegen anderes einzutauschen. Man sieht ja schon heute an der Filesharing-Szene, dass es eben nicht so ist, dass sonderlich viele Leute "geben".

Am Ende sagt er dann doch einen brauchbaren Satz, der imho dann doch mehr der Wahrheit widerspiegelt.
Zitat:
With your help, law enforcement is working to stem the surge in child exploitation and pornography. But the scope of the problem is immense. I am therefore calling on all responsible Americans and corporate citizens—down to every last parent, teacher, and minister—to educate themselves about the problem and see how they can help out. Together, we can make our homes and our neighborhoods safer for our sons and daughters.
Allgemein finde ich, so einseitig ist die Rede nicht geschrieben. Zwar wird die ganze Zeit doch die Grausamkeit und die Haeufigkeit von Kinderprons beschrieben, doch nur am Ende in kurzen Absaetzen (ueberhaupt mehr als einer?) wird auf die Datenspeicherung hingewiesen.

Geändert von Schrank21 (21. 04. 2006 um 20:50 Uhr).
Alt 21. 04. 2006, 20:33 Schrank21 is offline Mit Zitat antworten #7
St3v3
 
Beiträge: n/a
Re: Wieder mal Kampf gegen Kinderporno: US-Provider sollen Nutzerdaten speichern

> Was mir aber auch gegenseitig fehlt, sind wirkliche Zahlen. Ich habe bisher
> noch nie Studien, Statistiken gesehen, wie es mit Kinderpornos im Netz
> ueberhaupt aussieht, in welcher Zahl die vorhanden sind. Hat da jemand was?

Das mit den Statistiken ist wohl schwierig zu beurteilen, da sich Statistiken leicht manipulieren lassen und man diese dann auch so drehen kann, wie sie einem gerade nützlich sind.

Es gibt ja immer wieder irgendwelche Massenrazzien der entsprechenden Ermittler, die dann - laut Presse - soundsoviel Mengen an Kinderpornos sichergestellt haben wollen. Die Presse ergeht sich dann meist in Phrasengedresche a la "Massiver Schlag gegen Pädophilen-Ring. Mehrere Gigabyte Material bei Hausdurchsuchung sichergestellt." o.ä. Nur stehe sich solchen Meldungen sehr kritisch gegenüber, weil ich trotz jahrelangem Usenet-Gebrauch (wo es ja von nahezu jeder Art Porn nur so wimmelt) dort noch nie Kinderpornos gesichtet habe.

1. So geht z.B. aus solchen Aussagen nicht hervor, welcher Anteil des sichergestellten Materials sich nach genauerer Sichtung als legal herausstellt. Etwa Nudistenphotos, jung aussehende Mädels, die allerdings volljährig sind oder - siehe Frontal 21 und ihr damaliger Bericht über die "Operation Marcy" - vollkommen harmlose Unterwäsche-Fotos aus dem Quellekatalog oder von Kindermodell-Seiten (die ja ironischerweise gerade in den USA wie Pilze aus dem Boden schießen, weil irgendwelche gutsituierten Eltern meinen, ihre "Prinzessin" zum Kinderstar heranzüchten zu müssen). Und so viele Bilder müssen das wohl auch nicht sein, um sich strafbar zu machen. Ich habe mal irgendwo gelesen, daß bereits 1 (!) entsprechendes Bild ausreicht, um verurteilt werden zu können.

2. Kennt Ihr das aus dem Usenet, wenn Ihr mal wieder verzweifelt versucht, irgendwelche Color Climax Sets oder ähnliche XXX-Serien zu vervollständigen und jeder meint, identische Bilder umbenennen zu müssen? Da wird das Set "cc4001.jpg-cc4018.jpg" mal ganz schnell zu "Colorclimaxset4001.jpg-Colorclimaxset4018.jpg" oder ähnlich. Wenn Ihr das alles unsortiert einfach auf CDs packt, wirkt das natürlich umfangreicher, obwohl viele Dublikate dabei sind. 100 Leute, bei denen z.B. auf den ersten Blick unterschiedliche Kinderpornos sichergestellt wurden, könnten ja einfach nur identische Bilderserien haben und diese nur jeweils mit anderem Dateinamen sortieren. 100 mal 20 Bildersets, die unterschiedlich heißen, wirken natürlich nach viel mehr als 100 mal 20 gleiche Bilderserien, die umbenannt wurden.

3. Es heißt zwar, Razzia mit Festplatten voller KiPo. Aber letztendlich siehts doch wohl eher so aus, daß bei solchen Razzien hauptsächlich verschlüsselte Dateicontainer gefunden werden. Nur die Allerdämlichsten werden wohl KiPo ungeschützt auf ihren Festplatten oder CDs horten. Die Presse stürzt sich natürlich erst mal auf solche Fälle mit der Schlagzeile "Festplatten voller Kinderpornos sichergestellt". Aber ob das nun über den Verdachtsfall hinaus auch Kinderpornos waren oder ob die Festplatten überhaupt geknackt werden konnten, berichten die Medien meist nicht mehr.

Ich glaube, die Zahlen bauschen sich nicht selten so extrem auf, weil später keiner mehr nachfragt, ob sich der Verdacht in solchen Fälle auch komplett bestätigt hat. Letztlich hat die Presse auch wenig Interesse daran, sowas aufzuklären. Schließlich bringt Panikmache mehr Quote als sachliche Berichterstattung. Siehe ja auch das dämliche Geschreibsel und Gefasel der Medien betreffs "Killerspiele".
Alt 22. 04. 2006, 13:11 Mit Zitat antworten #8
dilapan
old dragon
 
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Registrierungsdatum: Oct 2004
Beiträge: 793
Re: Wieder mal Kampf gegen Kinderporno: US-Provider sollen Nutzerdaten speichern

ich hätte eher erwartet das die amis mit terrorismus ankommen.
Alt 22. 04. 2006, 16:31 dilapan is offline Mit Zitat antworten #9
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