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13. 06. 2006, 14:33 #1
Der Privacy-GAU: Welche Katastrophe rettet Datenschutz und Privatsphäre?
In schöner Regelmäßigkeit kommt es zu Datenlecks in den unterschiedlichsten Organisationen - ob Sicherheitslücken ausgenutzt, Rechner gestohlen oder schlicht Festplatten bei Ebay versteigert werden, ohne die enthaltenen Daten restlos zu löschen: die Vorfälle werden häufiger und teurer, bleiben indessen folgenlos. Welcher Daten-GAU die Öffentlichkeit von der Notwendigkeit einer Kehrtwende in der Datenschutzpolitik überzeugen könnte, fragt Ed Felten.
Letzter Zwischenfall in Europa: der Verkauf einer Festplatte des österreichischen Verkehrs- und Infrastrukturministeriums bei Ebay, auf der Daten wiederherstellbar waren. Für knapp 40 Euro wurden vertrauliche Informationen über Honorare und Werkverträge vertickt. Teurerer Zwischenfall der letzten Zeit hingegen der Diebstahl eines Laptops, auf dem die Daten von 26,5 Millionen US-Militärangehörigen und Veteranen gespeichert waren. Die Daten könnten für Identitätsdiebstahl missbraucht werden, eine Gruppe Betroffener will Klage einreichen. Pro Fall werden 1.000 Dollar Entschädigung gefordert, insgesamt bis zu 26,5 Milliarden Dollar. Allein die Benachrichtigung der Betroffenen werde Kosten in mehrstelliger* Millionenhöhe verursachen.
Die Listen lassen sich fortsetzen: Auf den alljährlichen CCC-Kongressen ist es Tradition, dass die größten Datenlecks und -diebstähle des Jahres öffentlich verlesen werden. Ein Pladoyer für Datensparsamkeit, wo immer man sie praktizieren mag, die Wirklichkeit ernüchtert bekanntermaßen mit immer mehr Datensammelwut, im privaten wie auch öffentlichen Bereich. Die Bevölkerung dagegen scheint völlig desensibilisiert - mit der größten Bereitschaft werden persönliche Daten herausgegeben und veröffentlicht, Datensammlungen durch Dritte sind gleichgültig oder gar erwünscht.
Nach der "Exxon Valdez" der Privatsphäre fragt nun Ed Felten: welche Katastrophe würde ein ähnlich großes öffentliches Echo in Bezug auf Datenschutz und -sparsamkeit erzeugen, wie es die Tankerkatastrophe vor der Küste Alaskas in Bezug auf die Sicherheit von Öltankern tat?
Ein Vorfall mit einer großen Zahl von Betroffenen, denen hohe Kosten oder persönliche Nachteile entstehen, so die einen
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13. 06. 2006, 16:54 #2Mr.HarmlossGast
Re: Der Privacy-GAU: Welche Katastrophe rettet Datenschutz und Privatsphäre?
heehee ich weiss einen Fall der garantiert etwas ändern würde !!!!
also nehmen wir mal an irgendwie geraten alle Nebeneinkünfte und Verpflechtungen der meisten Politiker ins Net ...
dann kriegen die noch vor den Sommerferien ein neues Gesetz hin ...
mfg
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13. 06. 2006, 23:26 #3
Re: Der Privacy-GAU: Welche Katastrophe rettet Datenschutz und Privatsphäre?
Das Problem ist, dass die Industrie und damit die Politiker kein Interesse am Datenschutz des kleinen Bürgers haben.
Im Gegenteil.
Die Industrie will geziehlte Werbung, und die Politiker sich in aller Ruhe die Bankkonten der Wähler anschauen.
Und die Presse pennt in dem Punkt völlig.
(kein wunder sind auch durch Werbeeinnahmen finanziert).
Wir Ottonormalverbraucher sind an Datenschutz schon interessiert.
Liegt er doch in unserem Interesse.
Nur wie sollen wir uns Gehör verschaffen?
Und wenn einzelne aufmucken, werden ihm doch gleich kriminelle Interssen unterstellt.
(Man(n) hat doch nichts zu verbergen)
Der Artikel ist schon ganz gut.
Nur, wo soll das Bewustsein herkommen, wenn keiner von den Gau´s erfährt?
Gruss Moses
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14. 06. 2006, 12:39 #4Mitglied
- Registriert seit
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- Beiträge
- 7.046
Re: Der Privacy-GAU: Welche Katastrophe rettet Datenschutz und Privatsphäre?
Nein. Das Problem ist, dass "der Bürger" kein Interesse an Datenschutz zu haben scheint.
Zitat von Moses.de
Das jedenfalls sagen mir die täglichen Mails via GMail/Googlemail; ein Dienst, der in Deutschland illegal wäre.
Wer solche Dienste nutzt hat jegliches moralisches Recht, sich über schwindenden Datenschutz zu beklagen, verloren. Das alleine reicht schon völlig aus, die Realität schaut dann sogar noch bedrückender aus, wenn man mal die Verknüpfung zum Google-Cookie, der jede Suchanfrage mit dir verknüpfen kann, zieht, und dann noch die BckTracking-Möglichkeiten von Google AdWords hinzunimmt. Wer jetzt noch die Google Desktop-Suche verwendet, und am besten seine IM-Kommunikation über den Messengerdienst Googles abwickelt...
Ahja - das war jetzt einzig auf Google alleine bezogen.
Ja? Die Fakten sprechen leider dagegen, da werden sensibelste Daten freimütig geliefert, obwohl jeder weiß bzw. wissen könnte, welche Möglichkeiten sich dem Unternehmen damit eröffnen.Wir Ottonormalverbraucher sind an Datenschutz schon interessiert.
Etwas schlimmeres wie GMail kann ich mir eigentlich kaum vorstellen, verknüpft mit den anderen Googlediensten und deren Verknüpfung hat Google so mehr und tiefere Infos über dich als jede andere Institution.Nur, wo soll das Bewustsein herkommen, wenn keiner von den Gau´s erfährt?
Ich persönlich hätte diese Infos lieber beim BND als bei Google (also, noch lieber wäre es mir, wenn diese Infos erst gar nicht gesammelt werden würden, was in D für Behörden zB auch illegal wäre).
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