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26. 06. 2006, 14:28 #1
RFID-WM-Tickets: Datensammlung eine wirkungslose Farce
Viel Kritik hagelte es für die personalisierten, via RFID-Chip auslesbaren Tickets zu den WM-Spielen. Mit dem beliebten Scheinargument "Sicherheit" wurde die Erfassungs- und Datensammelwut der FIFA legitimiert, der tatsächliche Nutzen der massenhaften Überwachung von Fußballfans geht indessen gegen Null, der FoeBuD sammelte die absurdesten Fälle.
Das Fazit: Die Technik hat auf ganzer Linie versagt. So sei der Versuch, den Schwarzmarkthandel via personalisierter Tickets zu unterbinden, grandios gescheitert. Ticketing-Chef Willi Behr habe eingesehen, dass es in Deutschland kein Gesetz gebe, das den Wiederverkauf einmal gekaufter Dinge verbiete. In der Folge wurden die Ordner offiziell aufgefordert, jeden Besucher mit gültigem Ticket in die Stadien zu lassen.
Auch Inhaber gestohlener Karten wurden anstandslos zu den Spielen gelassen. RFID-Chips, die sich partout nicht auslesen lassen wollten, führten zur Ausstellung von Blankotickets. Auch hier verlief der Besuch anschließend ohne weitere Kontrolle.
Den Schwarzmarkthandel konnte man nichtmals innerhalb der eigenen Reihen unterbinden
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26. 06. 2006, 14:51 #2Pädagogisch wertvoll!
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Re: RFID-WM-Tickets: Datensammlung eine wirkungslose Farce
Ich meine, in der Zeitung von einem Kartendiebstahl gelesen zu haben, bei dem der Käufer ein Ersatzticket bekommen hat (sein Name war ja registriert). Der Dieb muss dann ja nur den RFID-Chip zerstören (lochen dürfte reichen) und so wird das Stadion überbucht. Und was machen die, wenn mehr Leute Karten haben, als Plätze verfügbar sind?
Zitat von gulli:news
Jetzt wäre im ersten Fall noch interessant, warum der Verweis ausgesprochen wurde.
Zitat von gulli:news
Und was hat die mit den Daten vor? Gibt es einen wirtschaftlichen Nutzen, der dahinter steckt?
Zitat von gulli:news
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26. 06. 2006, 23:06 #3
Re: RFID-WM-Tickets: Datensammlung eine wirkungslose Farce
Einen sehr hohen sogar.Und was hat die mit den Daten vor? Gibt es einen wirtschaftlichen Nutzen, der dahinter steckt?
Hinter der Datensammelei gibts immer einen wirtschaftlichen Nutzen. (Siehe auch Payback&Co.) Geschenkt bekommst du nirgendwo was.
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26. 06. 2006, 23:20 #4P-HP
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Re: RFID-WM-Tickets: Datensammlung eine wirkungslose Farce
würg
das is absoluter mist - ich kann es nicht mehr hören -
Haben Sie eine punktekarte ?
Haben Sie eine Sammelkarte ?
Haben Sie
Haben Sie
Wann begreifen die Leute endlich das es für die Konzerne so super günstig ist Marktforschung zu betreiben , die 2 oder 3 Prozent die man mit Punktekarten kann holen die sich locker per VERKAUF der Daten wider rein !!
Da wird diese art von Chips nur mehr
"kriminelle"
"datensammler"
etc anlocken.
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26. 06. 2006, 23:25 #5
Re: RFID-WM-Tickets: Datensammlung eine wirkungslose Farce
Wenn sie es das erste mal zu spüren bekommen, das die Daten gegen sie verwendet werden.Wann begreifen die Leute endlich das es für die Konzerne so super günstig ist Marktforschung zu betreiben ,
Du bekommst keinen Rabatt, sondern nur den Anschein dessen. Du zahlst genauso viel wie vorher, wer seine Daten nicht rausrücken will, zahlt nur eben mehr.die 2 oder 3 Prozent die man mit Punktekarten kann holen die sich locker per VERKAUF der Daten wider rein !!
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27. 06. 2006, 01:11 #6Mitglied
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Re: RFID-WM-Tickets: Datensammlung eine wirkungslose Farce
Sorry, aber das ist so schlichtweg falsch. Dabei wird übersehen, dass es sich bei den WM-Tickets eben nicht um sog. Inhaberpapiere (wie zB bei normalen Bundesliga-Tickets) handelt, die ebenso wie bewegliche Sachen übertragen werden.
Zitat von gulli:news
Vielmehr erweisen sich die WM-Tickets als sog. qualifizierte Legitimationspapiere, die durch Abtretung des Anspruchs auf den Stadionbesuch übertragen werden; das Eigentum an den Tickets folgt dann dem abgetretenen Anspruch. Hier wird nun relevant, dass die Abtretbarkeit einer Forderung einschränkbar ist, vgl § 399 Var. 2 BGB:
Das ist soweit alles in Ordnung. Problematisch war einzig und allein, ob dieser Ausschluss auch via AGB erfolgen kann. Hier wurde dann mehrheitlich angenommen, dass diese Übertragbarkeitsbeschränkung zu streng und damit unwirksam sei (vgl § 307 BGB).Eine Forderung kann nicht abgetreten werden, [...] wenn die Abtretung durch Vereinbarung mit dem Schuldner ausgeschlossen ist.
Nun noch zu den RFID-Chips. Dahinter steckt (u.a.) folgende Überlegung: Nur die im RFID-Chip genannte Person (= Vertragspartner des DFB) soll Anspruch auf Stadionbesuch haben. Zum reinen Ticket-Besitz muss also hinzukommen, dass die jeweilige Person auch tatsächlich anspruchsberechtigt ist. Das hat nun eine Reihe von Vorteilen für den DFB: erstens KANN er, MUSS aber NICHT die Anspruchsberechtigung des Ticket-Inhabers prüfen. Das heißt, dass der DFB auch dann von seiner Leistung frei wird, wenn er an jemanden leistet, der zwar Ticket-Inhaber ist, aber nicht anspruchsberechtigt, weil er etwa das Ticket bei eBay oder sonst wie ohne Zustimmung des DFB erworben hat. Einfach ausgedrückt kann der DFB also jede beliebige Person, die ein Ticket hat, ins Stadion lassen. Umgekehrt kann aber derjenige, der lediglich ein Ticket hat, nicht aber zugleich namentlich auf dem Ticket genannt ist (bzw. im RFID-Chip), vom DFB nicht verlangen, ins Stadion gelassen zu werden.
Zum Thema Kontrolle (am Stadion selbst - wohlgemerkt!) mag ich nicht viel sagen. Ich habe bislang selbst zwei WM-Spiele besucht und niemand achtete dabei auf den Namen o.ä., der sich auf meiner Karte befand. Aber alles andere als Stichproben darf man wohl auch nicht erwarten.
Neben den hier angesprochenen gibt es übrigens auch noch weitere, mitunter durchaus sinnvolle Gründe für eine derartige Personalisierung.
grtz
BuggerT
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