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gullinews
gulli:News Redaktion
 
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Registrierungsdatum: Apr 2002
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Großbritannien: Streit um Entschlüsselungspflicht

Harte Kritik wird zur Zeit an den Plänen in Großbritannien geübt, Verdächtige zur Entschlüsselung kryptographierter Daten zu zwingen. Der dritte Teil des Regulation of Investigatory Powers Act (RIPA) sieht die Herausgabe von Passwörtern an Ermittler und Polizei vor. Auf einer Podiumsdiskussion, die von der Foundation for Information Policy Research (FIPR) veranstaltet wurde, beklagten die Ermittler 30 Fälle, in denen sie angesichts verschlüsselter Daten die Ermittlungen nicht erfolgreich beenden konnten.

Erwartungsgemäß geht es um Verdächtige in den Bereichen Terrorismus und Kinderpornografie. Verschlüsselte Daten auf beschlagnahmten Rechnern hätten nicht ausgelesen werden können, dadurch sei die Strafverfolgung der Verdächtigen unmöglich geworden. Mutmaßliches Beweismaterial liege immer häufiger stark verschlüsselt vor.
Aus der Weigerung zur Entschlüsselung ein Vergehen zu machen, wird dennoch von Bürgerrechtlern massiv abgelehnt. Nicht nur sei es unmöglich zu ermitteln, ob tatsächlich die Herausgabe der Passwörter verweigert würde oder der Verdächtige die Keys schlicht vergessen hat. Auch grundsätzliche Fragen seien mit den Wünschen der Ermittler und Polizisten berührt. Die Nichtherausgabe von Passwörtern unter Strafe zu stellen berühre elementare Bereiche des Rechtsstaats wie die Unschuldsvermutung bis zum Beweis der Schuld und damit grundlegende Menschenrechte, so die Kritiker.
Datenschützer befürchten darüberhinaus eine fatale Signalwirkung der Pläne der Ermittler. Viele User könnten vom legitimen und notwendigen Sichern und Verschlüsseln ihrer persönlichen Daten abgehalten werden

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Alt 16. 08. 2006, 10:27 gullinews is offline Mit Zitat antworten #1
Greg5000 Spender
...ist dagegen!
 
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Registrierungsdatum: Jan 2003
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Beiträge: 5.037
Re: Großbritannien: Streit um Entschlüsselungspflicht

Das ist ja totaler Blödsinn! Natürlich vergisst man seinen Key, wenn man unter dem Stress einer Hausdurchsuchung/Verhaftung steht...

Mal wieder eine der sinnvolleren Maßnahmen im (Anti-)Terror-Krieg
Alt 16. 08. 2006, 11:20 Greg5000 is offline Mit Zitat antworten #2
schreibebrett
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Jun 2005
Beiträge: 311
Re: Großbritannien: Streit um Entschlüsselungspflicht

dann bring alles nix mehr...

Geändert von schreibebrett (18. 04. 2007 um 20:01 Uhr).
Alt 16. 08. 2006, 12:29 schreibebrett is offline Mit Zitat antworten #3
c3p Spender
Garfieldleser
 
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Registrierungsdatum: Oct 2005
Ort: Ruhrgebiet
Beiträge: 2.413
Re: Großbritannien: Streit um Entschlüsselungspflicht

gibts schon, dabei wird in dem normalen archiv mit pw(evtl. mit privaten legalen daten wie zeugnisskopien, bewerbungsschreiben ect., damit es plausibel klingt warum man es verschlüsselt hat) ein weiteres archiv versteckt welches nur sichtbar wird wenn man das richtige passwort kennt. es ist unmöglich zu beweisen ob in dem ersten noch ein weiteres ist.
Alt 16. 08. 2006, 14:21 c3p is offline Mit Zitat antworten #4
Mr.Harmlos
UNCOOL
 
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Registrierungsdatum: Mar 2006
Beiträge: 516
Re: Großbritannien: Streit um Entschlüsselungspflicht

Wär für mich ein Grund aus Great Britainauszuwandern ...

Die nächsten Schritte dieses Wilkürstaates machen mir ja jetzt schon als nicht Bürger ernsthaft sorgen ...

Man müssen die ANGST haben vor allem und jedem.

mfg
Alt 16. 08. 2006, 19:26 Mr.Harmlos is offline Mit Zitat antworten #5
tuxianer
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Sep 2005
Beiträge: 66
Re: Großbritannien: Streit um Entschlüsselungspflicht

jup das geht mit true crypt...
Alt 16. 08. 2006, 21:40 tuxianer is offline Mit Zitat antworten #6
fips6363
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Beiträge: 367
Re: Großbritannien: Streit um Entschlüsselungspflicht

hallo
Alt 17. 08. 2006, 00:00 fips6363 is offline Mit Zitat antworten #7
NETSPARK
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Beiträge: 230
Re: Großbritannien: Streit um Entschlüsselungspflicht

1) geht auch mit ArchiCrypt (bis 64GB-Container auf NTFS aber nur 1 PW, bis 4GB auf FAT32, dafür mit 2 PW - eins für Erklärungen, das 2. für wirklich Privates = Plausible Verleugnungsmöglichkeit). Eine Version (4) wurde von Archi für Privat frei zum DL angeboten (habe es daher ganz legal) - nur jetzt nicht mehr (und habe leider site nicht gespeichert/ausgedruckt).

2) die (un-)rechtstaatliche Beweislastumkehr, d.h. man muss seine Unschuld glaubhaft beweisen, haben wir hier doch auch schon - oder schaut ihr nur GZSZ und Wetterbericht?
Wer in einer WG, zur Untermiete oder mit einem Kurz-Lebens-Abschnittspartner zusammen lebt und ALG II bezieht, muß doch heute schon das Nicht-Bestehen einer Beziehung beweisen, wenn die ARGE/AA/Neues Sozialamt behauptet es wäre so.

Und, was in GB/USA so kümmt, haben wir (manchmal noch ausgedehnter) hier auch recht schnell (Dank Schieli-Schote & Co)
Alt 17. 08. 2006, 00:21 NETSPARK is offline Mit Zitat antworten #8
Monty Spender
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Re: Großbritannien: Streit um Entschlüsselungspflicht

Wenn jemand tatsächlich belastendes Material verschlüsselt hat, für das er weitaus höhere Strafen zu erwarten hat, lohnt sich die Herausgabe des Keys ja nicht einmal, sondern man wäre noch ziemlich bescheuert.
Ergo müsste man die Weigerung als Schuldeingeständnis werten und den Täter verurteilen. Wäre doch wesentlich sinnvoller, oder?

Schon unglaublich, was die Regierungen ihrem gewählten Volk alles zumuten wollen.

Auffällig finde ich aber, dass sowas meist kurz nach (vereitelten) Anschlägen o.ä. gemacht wird.
Alt 17. 08. 2006, 00:44 Monty is offline Mit Zitat antworten #9
NETSPARK
Ehemaliger Mitläufer
 
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Ort: Berlin
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Re: Großbritannien: Streit um Entschlüsselungspflicht

Zitat:
Zitat von Monty 
Schon unglaublich, was die Regierungen ihrem gewählten Volk alles zumuten wollen.

Die Regierungen haben sich ihr Volk nicht gewählt - und das Volk überwiegend diese 'Politik' auch nicht (Wahlversprecher).

Zitat:
Zitat von Monty 
Auffällig finde ich aber, dass sowas meist kurz nach (vereitelten) Anschlägen o.ä. gemacht wird.

Na gleich wird dieser Treat geschlossen - ließt sich ja wie eine V-Theorie.
Das war das 1. Mal, also Zufall ... oder vielleicht das 2. mal ... oder 3. ....
Alt 17. 08. 2006, 00:58 NETSPARK is offline Mit Zitat antworten #10
ludwighagen
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Re: Großbritannien: Streit um Entschlüsselungspflicht

Ist doch sowieso Schwachsinn, da eine gute Vollverschlüsselung ala DCPP garnicht erst als solche erkennbar ist! Logisch, denn das wäre ja bereits ein grosses Sicherheitsrisiko - wie man sieht! Aber eine DCPP-Platte mit BootAuth und DOS-Promt zeigt jedes Partitionstool, jeder Dateimanager usw. [egal mit welchem OS] entweder garnicht an [wird nicht erkannt], oder als "unformatted" bzw. "unused" - mehr ist da nicht rauszuholen! Also was mich betrifft, meine Platte ist auch weiterhin unformatiert
Alt 17. 08. 2006, 01:02 ludwighagen is offline Mit Zitat antworten #11
Monty Spender
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Beiträge: 3.273
Re: Großbritannien: Streit um Entschlüsselungspflicht

Zitat:
Zitat von NETSPARK 
Na gleich wird dieser Treat geschlossen - ließt sich ja wie eine V-Theorie.
Das war das 1. Mal, also Zufall ... oder vielleicht das 2. mal ... oder 3. ....
Ich mag Verschwörungstheorien .
Alt 17. 08. 2006, 01:40 Monty is offline Mit Zitat antworten #12
NETSPARK
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Beiträge: 230
Re: Großbritannien: Streit um Entschlüsselungspflicht

Zitat:
Zitat von Monty 
Ich mag Verschwörungstheorien .

Aber Rebell nich ....
... obwohl ....
Spoiler:


... aber wohl OT
Alt 17. 08. 2006, 01:47 NETSPARK is offline Mit Zitat antworten #13
paceman
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Aug 2001
Beiträge: 1.095
Re: Großbritannien: Streit um Entschlüsselungspflicht

Ich kenne mich mit Verschlüsselungssoftware nicht besonders gut aus, aber kann man nicht irgendwie zumindest die Zugriffe auf Platten, Ordner oder Datein herausfinden? Dann könnte man zumindest logisch schlußfolgern, ob jemand sein Paßwort wirklich vergessen hat, oder nur die Herausgabe verweigert. Gut, ein heikles Thema und Verärgerung darüber sehe ich ein.

Aber was soll die Aufregung über das Erzwingen der Herausgabe selbt?
Wenn Ermittlungsbehörden schon Rechner beschlagnahmen, dann hat das in der Regel auch einen Grund. Wenn dort nichts zu finden ist, was dem Ziel der Ermittlungen gilt, dann ist es doch egal.

Mir macht es ehrlich gesagt mehr Angst, daß zu viele ihr persönliches Recht schützen zu wollen, immer und überall über die Chance stellen, potentielle Mörder und Kinderschänder zu fassen.

An die Sache muß man nüchtern ran gehen, die Probleme die auftreten können abwägen und nicht immer direkt Orwell's 1984 ausschlachten.

Der letzte Absatz des Artikels zeigt doch, daß sich die Regierung der Sinnhaftigkeit, aber auch Problematik wohl bewußt ist. Und so sollte es auch von unserer Seite angegangen werden.
Alt 19. 08. 2006, 16:09 paceman is offline Mit Zitat antworten #14
NETSPARK
Ehemaliger Mitläufer
 
Registrierungsdatum: Aug 2006
Ort: Berlin
Beiträge: 230
Re: Großbritannien: Streit um Entschlüsselungspflicht

@Paceman
Es geht nicht darum Mörder oder Kinderschänder habhaft zu werden.
Werden solche Leute erst seit dem Zeitalter der Elektronik gefaßt?

Und, an Deinem Satz sieht man, das die 'Bearbeitung' der Volksmeinung bei Dir schon Früchte getragen hat. Du schriebst: "...potientielle Mörder ...".
Potentiell ist JEDER ein Mörder - nur ob man es auch mal tatsächlich wird, ist ungewiß.
ABER: wer dem zustimmt ist damit einverstanden, das erstmal JEDER verdächtig (schuldig?) ist, bis er seine Unschuld bewiesen hat.
Du meinst jetzt übertrieben? Im Rahmen der 'Koffer-Bomben' hat die Pol alle Libanesen im Raum Köln/Essen, die dieses Speisestärke gekauft hatten, aufgerufen, sich bei der Pol zu melden "...um den Verdacht gegen sie auszuräumen und die Suche einzuengen - halt ein Ausschlußverfahren." (Pressekonferenz mit der Video-Präsentation). Hier hat man es schon gesehen, das also erst einmal ALLE Libanesen unter Generalverdacht stehen, BIS SIE IHRE UNSCHULD NACHGEWIESEN HABEN! Hallo???

Orwell war nur ein Hinweis wohin etwas führen kann - deswegen, wehret den Anfängen. Das ist keine Frage, ob man etwas zu verbergen hat oder nicht (der Staat dreht sowas auch gerne mal zurecht, wenn Zahlen gebraucht werden), es ist eine Frage, ob wir unsere Freiheit(en) zu Gunsten von vermeintlich mehr 'Sicherheit' aufgeben wollen - und dadurch unweigerlich in einem Polizeistaat enden. Und, derjenige der daran glaubt, das seine Daten nach kurzer Zeit gelöscht und nicht verwendet werden, den beneide ich - - - um seine süßen Träume.
Alt 21. 08. 2006, 00:05 NETSPARK is offline Mit Zitat antworten #15
ludwighagen
Raubhörer + Laubsortierer
 
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Ort: Befreiungsfront
Beiträge: 2.935
Re: Großbritannien: Streit um Entschlüsselungspflicht

@ NETSPARK

Auch interessant, aktuell in diesem Zusammenhang...
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,432535,00.html
Alt 21. 08. 2006, 01:11 ludwighagen is offline Mit Zitat antworten #16
paceman
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Aug 2001
Beiträge: 1.095
Re: Großbritannien: Streit um Entschlüsselungspflicht

Es ging in meinem Beitrag explizit um die Thematik über die Herausgabe von Paßwörtern, so wie ich es geschrieben habe. Das hat erstmal nichts mit Libanesen oder Fluggästen zu tun.

Ich stehe nunmal auf dem Standpunkt, daß wohl Risiken und Probleme vor Augen halten sollte, nicht aber nur zu blockieren, um seiner Rechte willen.
Und das Ermittlungsbehörden bei verschlüsselten Datenträgern mit leeren Händen da stehen sehe ich sehr wohl als Problem, ebenso wie die Kritik der Datenschützer. Und da heist es eine Lösung finden.

"Mir egal was passiert oder wer krepiert, mein Recht bleibt unberührt!"
Das ist der Eindruck denn ich leider oft genug bekomme. Zu welcher Lösung soll uns das führen?

Da die Thematik Generalverdacht nun eh schon erweitert wurde:

Wenn ermittelt würde, daß ein Schwerverbrecher in deinem Wohngebiet wohnen würde und die Polizei zum DNA-Massentest aufrufen würde, würdest du nicht hingehen um die Ergreifung zu unterstützen? Quasi der Massen-Generalverdacht. Unabhängig davon, daß du wohl bei nicht erscheinen unter Verdacht fallen würdest. Ganz aus deiner persönlichen Einstellung heraus.

Ich würde hingehen. Nicht weil ich angst hätte sonst selber unter Verdacht zu fallen, sondern weil ich einsehe, daß sonst die Ergreifung zu langwierig bis erfolglos verlaufen würde.

Um es abschließend nochmal zu verdeutlichen. Ich bin alles andere als staatl. "berabeitet". Ich finde Opposition immer wichtig und gut, wenn sie nicht kontraproduktiv ist!

Gruß,
pace
Alt 21. 08. 2006, 08:22 paceman is offline Mit Zitat antworten #17
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