gulli:board Logo

Anzeige


  Antwort
gullinews
gulli:News Redaktion
 
Benutzerbild von gullinews
 
Registrierungsdatum: Apr 2002
Beiträge: 5.938
Blogger in Ungarn nach Unruhen in Haft: Nichts ist gefährlicher als die Wahrheit

Der Buchautor von "Freax" und "Freax - The Art Album" Tamás Polgár auch bekannt, als Tomcat wurde am 20. September, also genau einen Abend nach den gewalttätigen Unruhen in Budapest inhaftiert.



weiterlesen
Alt 27. 09. 2006, 12:30 gullinews is offline Mit Zitat antworten #1
hunnia
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Mar 2003
Beiträge: 89
Re: Blogger in Ungarn nach Unruhen in Haft: Nichts ist gefährlicher als die Wahrheit

Der Text ist an mehreren Stellen falsch. Der spontane Volksaufstand hat deutliche Züge zu 1956, als das Volk gegen das Regime sich auflehnte, sogar mit Waffengewalt. Diesmal waren keine Waffen dabei, "nur" ein Paar gewaltbereite Jugendliche, die den Mut hatten, den staatlichen (linkgerichtetetn) Fernsehsender zu stürmen. Der Grund dazu war unter Anderen, dass der Sender bewusst falsch über die Demonstranten berichtete, z.B. was die Anzahl der Menge angeht. Es ist ein deutlicher Unterschied zwischen den genannten Paar hundert und den tatsaechlichen Paar tausend. Der Sender ist ein Handlanger der kummunistischen Maffia, wie Polgár Tamás auch berichtet. Einen vom Volk verfasste Petition wollte der Sender nicht annehmen, geschweige denn senden. Die Überbringer haben die Sturmpolizisten sofort niedergeknüppelt. Aber nur soviel dazu.
Zur Zeit sind Berichte zu lesen, wieviele unschuldige Jugendliche gefangengenommen worden sind. Es gab massenhaft polizeiliche Übergriffe seitens der Polizei, wie gesagt, nicht gegen die 100 sogenannte Randalierer, sondern gegen Leute, die -aus welchem Grund auch immer- dort waren. Das bezeugen viele Videoaufnahmen, die dies bezeugen.
Aber wie vermummte Polizisten anzeigen? Gegen unbekannt... na wunderbar.
Die Demonstranten haber eine Webseite eröffnet, deren Texte (auch die Übergriffe seitens der Polizei) auch in deutsch und in englisch erreichbar sein werden--> http://www.kossuthter.com/
Noch was dazu, der Tamás (TomCat) berichtet aus der Haft, dass diese politische Gefangenen gefoltert werden, offenbar will der Staat vordefinierte Gestaendnisse unterschreiben lassen (--> http://www.kuruc.info/reszletes.asp?MainID=2&HirID=6022 )
So viel in Kürze, ich weiss nicht, ob überhaupt jemanden interessiert.
Gruss, Hunnia
Alt 27. 09. 2006, 17:26 hunnia is offline Mit Zitat antworten #2
Gravenreuth
Mitglied
 
Benutzerbild von Gravenreuth
 
Registrierungsdatum: Aug 2005
Ort: Bayern
Beiträge: 2.699
Re: Blogger in Ungarn nach Unruhen in Haft: Nichts ist gefährlicher als die Wahrheit

Zitat:
Zitat von hunnia 
Der Text ist an mehreren Stellen falsch. Der spontane Volksaufstand hat deutliche Züge zu 1956 ....

Der Ministerpräsident ist ja ein Sozialist ....
Alt 27. 09. 2006, 17:31 Gravenreuth is offline Mit Zitat antworten #3
Ghandy
gulli:News Redaktion
 
Benutzerbild von Ghandy
 
Registrierungsdatum: Jun 2006
Beiträge: 890
Re: Blogger in Ungarn nach Unruhen in Haft: Nichts ist gefährlicher als die Wahrheit

Ich habe lediglich von Unruhen und Verletzten auf beiden Seiten geschrieben. Ich sehe nicht was daran grundsätzlich falsch sein soll.
Alt 27. 09. 2006, 20:12 Ghandy is online now Mit Zitat antworten #4
hunnia
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Mar 2003
Beiträge: 89
Re: Blogger in Ungarn nach Unruhen in Haft: Nichts ist gefährlicher als die Wahrheit

Was mir nicht gefallen hat: "Die Wähler haben lediglich die Wahl zwischen der sozialistischen Linken und den extremen, christlichen Rechten."---> Die bürgerlich konservativen (Fidesz) sind keineswegs extrem zu bezeichnen, sind in etwa gleichzusetzen mit der CDU/CSU.
"Zu den Ausschreitungen unter Beteiligung von rechtsextremer Gruppen und Hooligans war es gekommen,..." Von einigen Tausend waren vielleicht 100-150 (sehr max. Hooligans bzw. gewalttaetige Rechte), so drückt diese Formulierung die Rechten zu sehr in den Vordergrund.
Um die Bezeichnung "Rechte, Rechtsextreme" usw. zu verstehen, muss man in der Geschichte tiefer gehen, ganz bis Trianon zurück, sonst versteht man das in Deutschland ganz falsch und waere nichts Anderes als Schubladendenken.
Die Zitate aus der Rede vom Ministerpresidenten sind noch harmlos, er hat viel Heftigeres noch gesagt unter seinen Fraktionsgenossen in der geschlossenen Fraktionssitzung. Die Übersetzungen im deutschen Sprachraum verharmlosen dies, ich bin gezwungen zu glauben, dass dies gewollt ist (siehe bei Spiegel.de). Wer seine Land, dass er auch noch regiert, ein "Hurenland" nennt... usw.
Soviel als Ergaenzung.
Als Anhang hierzu füge ich einen Text bei, damit ich nicht den ganzen Text von TomCat übersetzen muss, im Grossen und Ganzen ist der Inhalt gleich, der von TomCat halt persönlicher. Aber umfassend zu lesen ist dies besser, es sei denn, Einige hier im Forum haben persönliche Gefühle zum Tamás.
Beide Artikel folgen gesondert:
Alt 28. 09. 2006, 13:52 hunnia is offline Mit Zitat antworten #5
hunnia
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Mar 2003
Beiträge: 89
Re: Blogger in Ungarn nach Unruhen in Haft: Nichts ist gefährlicher als die Wahrheit

Massenhaft unzulässige Übergriffe durch die Polizei



In den letzten Nächten vergangener Tage haben außer sich befindliche Polizisten in Budapest massenhaft Verbrechen begangen. Die außergewöhnliche Lage rechtfertigt nicht die Mißachtung der rechtlichen Ordnung durch die Staatsbürger, aber auch nicht durch die Ordnungsmacht. Auch der Polizeibeamte darf sich dem Recht nicht entziehen, denn die Bürger können dann jederzeit zum Opfer der Willkür werden.

Einige, bis jetzt bekannt gewordene Fälle extremer, brutaler Übergriffe seitens der Polizei:

Mittwoch Nacht wurde ein junger Mann -in seinem Rucksack ein auf der Strasse gefundener, liegen gelassenem polizeichlicher Gummistock- auf dem Weg vom Kossuth-Platz zu seiner Wohnung in der Nähe des Ungagischen Radios von 8 bis 10 Polizisten auf den Boden geschleudert und brutal zusammengeschlagen. Danach schleppten sie ihn ins Radiogebäude, wo man ihn zur freier Willkür der anwesenden 15 bis 20 Polizisten hinwarf. Er wurde gnadenlos mißhandelt. So ist sein Unterkiefer gebrochen, sein Kopf aufgeplatzt, er erlitt schwere Quetschungen und ist zur Zeit in ärztlicher Behandlung. Als er sich an der Grenze zur Bewußtlosigkeit befand, stieß man ihn mit solcher Gewalt in den Gefangenentransporter, daß seine Brust beinahe zerdrückt wurde. Hiernach fuhr man ihn auf die Polizeiwache, wo er in Handfesseln stundenlang knien mußte, bis man ihn ein Geständnis unterschriben ließ, demnach er betrunken mit dem Gummistock in Richtung Polizisten hantierte, weswegen er in Gewahrsam genommen werden mußte.

Donnerstag Nacht ist ein Einwohner von Körút von seiner Wohnung runtergegangen zum Schauen, ob sein Fahrzeug beschädigt wurde, als er von Polizisten überrant wurde. Man legte ihm Handschellen an und nahm ihn in Gewahrsam. Zur gleichen Zeit wurde ein Jugendlicher aus einer Dreiergruppe die unter einem Torbogen heraskam von 8 Polizisten verschleppt, zusammengeschlagen und getreten. Er liegt mit schweren Verletzungen im Krankenhaus unter Polizeiwache.

Zur gleicher Zeit wurden zwei in ihre Wohnung in Körút eilende Jugendliche von Polizisten überrannt und mißhandelt, dann in Gewahrsam genommen, unter den Augen von zwei ausländischen Berichterstattern.

Ausschnitt aus dem Zeugenbericht eines Einwohners in Körút über eine Polizeiaktion, die die Kategorie der übermässigen polizeilichen Gewalt bis ins Letzte ausschöpft:

"Die schon gefangenen und mit den Händen nach Hinten gefesselten max. 17 Jahre alte Jungs haben sie auf einmal angefangen zu schlagen, mit Händen, Schlagstock, dann stieß man sie jeweils in ein Polizeiauto und dort ging das Schlagen mit Fußtritten ergänzt weiter: Die Kommandoleute stützten sich mit beiden Händen an den oberen Türkanten des Autos ab und traten schwungvoll mit beiden Füßen ins Fahrzeuginnere, und das mehrmals hintereinander. Dann stiegen jeweils zwei dazu, die Türen schlossen sich, und die Wagen erschütterten von den Schlägen, deren dumpfe Töne auch so hörbar waren. All das dauerte 1-2 Minuten an, wonach aus einem der Autos die laut geschrieene Frage erklang: "Was sind die Zielpunkte?! Wo sind die anderen hingegangen?! Was wollt ihr angreifen?!", doch die Antwort darauf war nur unartikuliertes Röcheln und Gewimmer."

Donnerstag Nacht gingen Vater und Sohn vom Kossuth-Platz nach Hause, doch am Nyugati-Platz verfingen sie sich in die Pressen wütender Gruppe der Bereitschaftspolizei. Der Junge fragte erstaunt die nähernden Polizisten, ob sie Ungarn seien? Daraufhin rannten sechs-sieben auf sie zu, warfen sie zu Boden und legten ihnen Fesseln an, dann gings ab in den Gefangenentransporter.

Zahlreiche Zeitungsreporter wurden während ihrer Arbeit mißhandelt, obwohl dem Pressetätigkeit ausführenden Reporter während Ausübung seiner Berufes Schutz zusteht, festgeschrieben in der Rechtsordnung zum Schutz für den, der die zum Gemeinwohl dienende Anmeldung tätigt bzw. den Vorschlag macht.

Und man könnte lange weiter aufzählen, dies sind lediglich herausgegriffene Samenkörner unter den massenhaften Rechtsverletzungen.

Die obigen Handlungen erfüllen die im Strafgesetzbuch (SGB = Btk.) unter 226. § festgehaltenen Mißhandlungen im öffentlichen Verfahren und den Verstoß - wenn die Verletzung innerhalb von 8 Tagen heilbar ist und der Verletzte Privatklage erhebt - der leichten Körperverletzung, oder die schwere Körperverletzung bei Verletzungen, die über 8 Tagen heilen.

Die von der Stiftung für Nationalen Rechtschutz und anderen Rechtschutzorganisationen (Helsinki Komission, Gesellschaft für Freiheitsrechte, Amnesty International) festgestellten Rechtsverletzungen müssen sofort beendet werden, und die Täter müssen für diese verantworten.

Wir schlagen vor, wer solch polizeiliche Willkür erfährt, oder zum Opfer derer wird, der soll Zeugen suchen und Bildbeweise beschaffen, dann - ob Beweise vorhanden oder nicht - soll er Anzeige gegen Unbekannt machen in Schriftform bei Budapesti Nyomozó Ügyészség (H-1056 Budapest, Belgrád rakpart 5., Tel.: +36-1-266-5730) oder persönlich zu Protokoll nehmen lassen. Diese Dienststelle verfügt über den Wirkungsbereich zum Fahnden bei solchen Handlungen und die Fahnder handeln danach gründlich. Außerdem kann der Betroffene innerhalb von 8 Tagen nach der Verfügung Beschwerde einlegen bei BRFK (H-1139 Budapest, Teve utca 4-6., Tel.: +36-1-443-5500), was diese innerhalb von 15 Tagen überprüfen muß. In der Anzeige schildern Sie das Geschehene und geben Sie den Ort, die Zeit und wichtige Umstände an. Man kann auch anrufen: ORFK Telefontanú (bűncselekmények): 06 (80) 555-111

Wer mit diesem Recht lebt, darf im Zusammenhang mit der Beschwerde und der Anzeige keinerlei Nachteile erfahren, deswegen muß man das tun im Interesse der Verschleppten bzw. um die polizeiliche Übergriffe zu bremsen.

Budapest, den 23.09.2006

Stiftung für Nationalen Rechtschutz (Nemzeti Jogvédő Alapítvány)
www.nemzetijogvedo.hu
Alt 28. 09. 2006, 13:53 hunnia is offline Mit Zitat antworten #6
hunnia
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Mar 2003
Beiträge: 89
Re: Blogger in Ungarn nach Unruhen in Haft: Nichts ist gefährlicher als die Wahrheit

Nicht nur die revolutionäre Stimmung errinnert stark an den Geist von 1956, sondern auch die Gerichtsverfahren ähneln an die der fünfziger Jahre.

Im Ablauf von nur vier Tagen - das Wochenende inbegriffen - verliefen die Schnellverfahren beim Pester Bezirksgericht (Pesti Kerületi Bíróság) und beim Budaer Bezirksgericht (Budai kerületi Bíróságon).

Es wurde gegenüber 144 Personen Zwangsverfügung erlassen, davon wurde einer freigesprochen, drei Personen dürfen ihre Wohnorte nicht verlassen, zwei Personen stehen unter Hausarrest.

Neunzig Prozent der Verdächtigen sind unschuldige Studenten, die zum Opfer polizeilicher Übergriffe wurden. Die meisten Jugendlichen wurden brutal mißhandelt, dann ohne anwaltliche Präsenz – denn man erlaubte ihnen nicht die Verständigung ihres Anwaltes oder Angehörigen - vernommen.

Die Anschuldigungen sind die Gleichen: in erster Linie Gewalt gegenüber Staatsbeamte, Randalieren und deren unterordnete Qualitäten.

Es ist eindeutig, daß wir hier mit kreirten Anschuldigungen zu tun haben, denn es ist schwer zu galuben, daß ein 40 Kg schwerer Jugendliche eine Gruppe aktiver Pilizisten angreift. Ebenso unglaubhaft erscheint, daß man einen Polizeizeugen beeinflussen kann.

Mehrere Anwälte - die gebeten haben ihre Namen nicht zu nennen - haben bestätigt, daß das Gericht nach vordefinierten Beschlüssen urteilte, die Aussagen ihrer Mandanten haben nicht gezählt.

Die Anwälte stehen verständnislos und erbittert vor dem Phänomen, denn solche Konzeptionsurteile gab es zuletzt unter der blutigen Herrschaft des Kummunismus in den fünfziger und sechziger Jahre.

Die Schauprozesse haben eindeutig ein Ziel, und das ist die Angstmacherei, das Statuiren eines Fallbeispieles.
Alt 28. 09. 2006, 14:00 hunnia is offline Mit Zitat antworten #7
hunnia
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Mar 2003
Beiträge: 89
Re: Blogger in Ungarn nach Unruhen in Haft: Nichts ist gefährlicher als die Wahrheit

TomCat ist heute gegen 18:30 Uhre freigekommen! info - ungarische Quelle
Es sind aber immer noch 190 politisch Inhaftierte in Haft.
Alt 28. 09. 2006, 20:44 hunnia is offline Mit Zitat antworten #8
tracer
kunde
 
Registrierungsdatum: Mar 2001
Beiträge: 122
Re: Blogger in Ungarn nach Unruhen in Haft: Nichts ist gefährlicher als die Wahrheit

Avanti ragazzi di Budapest!
Alt 28. 09. 2006, 20:46 tracer is offline Mit Zitat antworten #9
Ghandy
gulli:News Redaktion
 
Benutzerbild von Ghandy
 
Registrierungsdatum: Jun 2006
Beiträge: 890
Re: Blogger in Ungarn nach Unruhen in Haft: Nichts ist gefährlicher als die Wahrheit

Yepp, Tomcat ist wieder online!!
Alt 03. 10. 2006, 08:23 Ghandy is online now Mit Zitat antworten #10
Themen-Optionen Antwort


Themen-Optionen

Gehe zu



Alle Zeitangaben in UTC +1. Es ist jetzt 06:58 Uhr.
Angetrieben von vBulletin
Copyright ©2000 - 2006, Jelsoft Enterprises Ltd.
neurotypical.gullisys.net

Anmelden

Benutzername
Kennwort
© Copyright 1998-2008 gulli.com home | regeln | sitemap | kontakt | impressum | partner | downloads | disclaimer |
Message Boards and Forums Directory