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Der Rebell
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Re: Behinderte haben kein Recht zu Leben?

@ rasska, BlueHornet99,

ein Hauptproblem dieses Threads scheint es zu sein, daß die Zahl und Art der möglichen Behinderungen so groß ist, daß es keine einheitliche Bewertung geben kann.

Trisomie, Autismus oder schwere körperliche Fehlbildungen, defekte Gene der unterschiedlichsten Art (kennt jemand Mondkinder?) lassen es nahezu unmöglich erscheinen, eine generelle Position zu beziehen. Es sei denn, daß man eine sehr grundsätzliche Position bezieht, wie sie von Kirchen vertreten wird.

Dann ist zwar die Entscheidung leichter weil vorgegeben; aber das Leben mit dieser Entscheidung kann sehr schwer werden. Manche Menschen zerbrechen auch an dieser Herausforderung.

Rebell
Alt 25. 12. 2006, 12:12 Der Rebell is offline Mit Zitat antworten #126
Der Rebell
ehemaliger ex-ex
 
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Registrierungsdatum: Aug 2004
Beiträge: 17.882
Re: Behinderte haben kein Recht zu Leben?

Mir fällt da gerade ein Vergleich ein.

Stephen Hawking. Ein Mensch, der seit Jahrzehnten im Rollstuhl lebt, der wahrscheinlich von 100 oder mehr Menschen unterstützt wird, die ihm einen Rollstuhl und eine Sprechmaschine gebaut haben und ihn rund um die Uhr betreuen.

Er hat es geschafft, trotz seiner extremen Behinderung weiter zu leben und sich auf seine Intelligenz zurückzuziehen, die für sein Leben lebenswert genug ist. Trotzdem hat er seine körperlichen Defizite beklagt und beschrieben.

Dagegen der Italiener, der gerade gestorben ist und es nach Jahrzehnten im Bett geschafft hat, daß die Ärzte auf seinen Wunsch die Apparate abgeschaltet haben. Auch für ihn wurde seit Jahrzehnten gesorgt, obwohl es keine Hoffnung gab. Er hat es nicht geschafft, seinem Leben einen Sinn zu geben. Kann man ihm das vorwerfen?

Umso schwerer ist die Entscheidung für Nichtbetroffene.

Wer will sagen, was richtig und was falsch ist?

Rebell
Alt 25. 12. 2006, 12:44 Der Rebell is offline Mit Zitat antworten #127
Kaki001
Mitglied
 
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Beiträge: 21
Re: Behinderte haben kein Recht zu Leben?

Zitat:
Zitat von rasska 
(...)...wollen wir einen menschen oder einen "verstand" in die welt setzen?

Grenzen Mensch sein und Verstand haben sich aus? Aber das eine ohne das andere möchte zumindest ich nicht in die Welt setzen...

Zitat:
Zitat von Doeddel 
Guten Tag und Hallo zusammen!
Und die Moral von der Geschicht:
Ich persönlich denke, man kann diskutieren bis man schwarz wird, wenn 1000 darüber reden, kommen 1000 verschiedene Meinungen dabei heraus!
Vielleicht sollte man es einfach so machen, dass man die Eltern Entscheiden läßt, auch über den 3. Monat hinaus.
(...)
Jeder Mensch fühlt und denkt anders, da ist, (so glaube ich) ein Gesetz oder eine Anordnung fehl am Platze.

Seh ich auch so! Die Politik sollte nur da greifen, wo es unbedingt notwendig ist und bei Abtreibungen ist es m.M.n unverhältnismäßig stark geregelt.

Ausserdem denke ich, dass es Eltern nicht bereuen, da sie eine Bindung zu ihrem Kind haben und auch schöne Erinnerungen, aber Menschen neigen dazu etwas das in ihrer Vergangenheit schlecht oder schwer war im Nachhinein als gut anzusehen. Genauso sagen so gut wie alle Menschen, die eine strenge Erziehung "genoßen" haben, dass es gut für sie wahr. Sie sehen dabei nur das, was sie bekommen haben und nicht das was sie verloren haben.
Alt 25. 12. 2006, 16:03 Kaki001 is offline Mit Zitat antworten #128
ellie
Tribromaceton
 
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Beiträge: 663
Re: Behinderte haben kein Recht zu Leben?

Zitat:
Zitat von Der Rebell 
Wer will sagen, was richtig und was falsch ist?

niemand kann das sagen,da richtig und falsch relative begriffe sind.

es muss einfach jmd entscheiden aus fertig, eine jahre dauernde diskussion darüber die am ende auch keinen konsens erbringt, hilft auch nicht. es muss eine kompromissrichtlinie gefunden werden und damit muss man sich halt abfinden oder man lässt es komplett sein.

die entscheidung könnte zB in einem gremium von wissenschaftlern und soziologen gefunden werden.
Alt 25. 12. 2006, 20:30 ellie is offline Mit Zitat antworten #129
ToxedViruz
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Beiträge: 908
Re: Behinderte haben kein Recht zu Leben?

Zitat:
Zitat von ellie 
die entscheidung könnte zB in einem gremium von wissenschaftlern und soziologen gefunden werden.

die leben aber auch nicht im luftleeren raum und werden von irgendjemandem bezahlt und sind gesellschaftlichen konventionen verbunden. völlig unabhängigkeit und unparteilichkeit ist eine schimäre.

um die ersten seiten des threads aufzugreifen: warum pfuschen wir der natur überhaupt in das geschäft? warum schaffen wir z.t. erst behinderte menschen? bsp: frühgeborene, die nie überlebt hätten, die von ärzten "gerettet" wurden, bleibende schäden davon tragen und den eltern zur lebenslangen betreuung gegeben werden. ist es okay, wenn die apparatemedizin alle "möglichkeiten" ausschöpft?

damit mich niemand falsch versteht: einmal geborenen kindern gehört die uneingeschränkte unterstützung der gesellschaft. aber muss jeder mutter die geburt ihres kindes unter allen umständen ermöglicht werden? trotz das wegen einer behinderung das kind vor der geburt bei nichteingreifen nicht überleben würde?
Alt 25. 12. 2006, 22:49 ToxedViruz is offline Mit Zitat antworten #130
ellie
Tribromaceton
 
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Beiträge: 663
Re: Behinderte haben kein Recht zu Leben?

Zitat:
Zitat von ToxedViruz 
um die ersten seiten des threads aufzugreifen: warum pfuschen wir der natur überhaupt in das geschäft? warum schaffen wir z.t. erst behinderte menschen? bsp: frühgeborene, die nie überlebt hätten, die von ärzten "gerettet" wurden, bleibende schäden davon tragen und den eltern zur lebenslangen betreuung gegeben werden. ist es okay, wenn die apparatemedizin alle "möglichkeiten" ausschöpft?
tja da bist du aber schon in der zwickmühle, es gibt dort genausoviele befürworter wie ablehner und es allen recht machen zu wollen führt wohl am ende dazu, dass keiner zufrieden ist. auf jeden fall spielt das natürlich dort mit rein.

muss der mensch mit seinem system, besser als die natur sein oder sollte sich der mensch vllt eher der natur anpassen? vorteile wie nachteile wirst du dort wohl zuhauf finden, wobei die gesetze der natur natürlich perfekter sind als die der menschen.

der mensch strebt zu einem zustand, an dem kaum jmd sterben muss und der alterungsprozess so weit wie möglich hinausgezögert wird. aber was nun geschieht wenn man soweit ist weiss keiner. hilft es uns gene weiterzutragen, die in der natur keine überlebenschance hätten? führt dies wiederum nicht vllt dazu, dass das menschliche erbgut steriler und anfälliger wird? das sind hochinteressante fragen, die man vor allem in der forschung hinterfragen muss. das beispiel hawking ist natürlich dabei ein sehr wichtiges. er hätte in der natur keine überlebenschance, aber seine intelligenz ist scheinbar in dem maße überdurchschnittliche, wie andere gene unterdurchschnittlich. somit muss sich die gesellschaft entscheiden ob sie in den sauren apfel beissen möchte und riskiert solche köpfe möglicherweise abzutreiben oder ob sie es sich "nicht so einfach" macht.

dabei ist es natürlich auch interessant zu wissen ob es vllt einen natürlichen genetischen ausgleich gibt, wie es scheinbar bei hawking der fall ist.

man sollte sich vllt noch ein paar jahrzente mit dem menschlichen genom befassen, bevor man solch grundlegende entscheidungen trifft.
Alt 25. 12. 2006, 23:22 ellie is offline Mit Zitat antworten #131
lilith1970
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Re: Behinderte haben kein Recht zu Leben?

Zitat:
Zitat von ellie 
man sollte sich vllt noch ein paar jahrzente mit dem menschlichen genom befassen, bevor man solch grundlegende entscheidungen trifft.
Aber auch dann sind es die Eltern, die mit einem Kind, das behindert zur Welt kommt, zurechtkommen müssen.

Also, ich meine das wäre eine wirklich schwere Entscheidung... für mich fängt das Leben schon mit der Zeugung an, deshalb bin ich persönlich kein Freund der Abtreibung, auch nicht bei "gesunden" Kindern. Aber ich weiß sehr wohl, daß es Situationen gibt, in denen ein Kind, auch wenn es "normal" ist, einfach ein riesengroßes Problem darstellt. Für solche Kinder wird es auch meist sehr schwer sein, die Kindheit zu erleben.

Aber man kann sich natürlich auch einfach drauf einlassen und das beste draus machen. Das kann man auch, wenn das Kind behindert zur Welt kommt.

Will sagen: Letztlich ist und bleibt es eine Entscheidung der Eltern, ob sie sich auf die Situation mit einem Kind, behindert oder nicht, einlassen wollen oder können.

Ich verurteile niemanden, wenn sie abtreiben, vor allem nicht angesichts einer Diagnose, die besagt, daß das Kind eben ein schwerwiegenderes Handicap haben wird... auch wenn ich es nicht tun würde... ob ich der Situation mit einem behinderten Kind gewachsen wäre, möchte ich hier mal nicht spekulieren.

Sicher ist es sehr hart, aber man wird auch garantiert viele Momente haben, in denen man in seiner Entscheidung bestätigt wird. Es kommt wahrscheinlich darauf an, was man als lebens- und liebenswert erachtet.
Alt 25. 12. 2006, 23:39 lilith1970 is offline Mit Zitat antworten #132
Feydab
jiao hua
 
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Re: Behinderte haben kein Recht zu Leben?

copy/paste Beitrag von cabroncito und Folgebeitrag von prepassenger gelöscht
Alt 11. 01. 2007, 10:04 Feydab is offline Mit Zitat antworten #133
Irrelevant
wohlwollend investigativ
 
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Re: Behinderte haben kein Recht zu Leben?

Ahoi Freunde der beliebten Diskkussionsecke,

wir sind Anfang 12. Woche schwanger.

Zitat:
Zitat von kuxxx 

Jede Debatte über Ethik kommt zu spät, da es sich hier um einen multimilliarden-Dollar Forschungszweig handelt. Die Vorteile liegen auf der Hand, wenn man denn ehrlich genug ist, sie zuzugeben. Warum ein Kind großziehen, das sich niemals vermehren wird? Wird uns nicht überall erzählt, die einzigste Seele eines Lebewesens läge in dem Trieb, seine Gene zu verbreiten? Wird uns so nicht die gesamte Schöpfung erklärt? Wozu Zeit und Geld in ein Kind stecken, dass niemals Danke sagen kann, dem Speichel von der Lippe hängt und das niemals einen Preis gewinnen wird? Warum ein Mädchen zur Welt bringen, wenn Geburtenkontrolle die Kinderzahl reglementiert und ein Junge gewünscht ist, oder halt umgekehrt? Warum ein Kind zur Welt bringen, das niemals eine Niere übrig haben wird?


Genauso siehts aus. Es war ja schon ein schwerer Schritt zu sagen: "Ok, wir stoppen die Verhütung und legen es auf ein Kind an".
Wir werden nur die nötigsten Untersuchungen durchführen, d.h. auch den Nackenfaltentest, da dabei das Risiko der eventuellen Fehlgeburt niedrig gehalten wird oder gar auszuschliessen ist. Wenn sich dabei eine Behinderung ausschliessen lässt und im nachhinein doch eine Behinderung einstellen sollte, hab ich halt Pech gehabt. Deswegen werden wir noch lange nicht eine Fruchtwasseruntersuchung befürworten, um zu sehen ob nun Gendefekte bestehen oder nicht. Wir haben soviel von den Statistiken gehört, die rein gar nichts aussagen über den individuellen Fall.

Kurz zusammen gefasst: Ich befürworte einen Katalog indem "schlimme Erbkrankheiten" definiert sind, damit Abtreibungen für Eltern ermöglicht wird. Alle Tests und die damit verbundenen Abtreibungen durch "schlimme und unerträgliche" Erbkrankheiten sollten unterstützt werden. Das Risiko ein Kind zu verlieren bei einer Fruchtwasseruntersuchung halte ich einfach viel zu gross um es zu befürworten.
Alt 11. 01. 2007, 11:54 Irrelevant is offline Mit Zitat antworten #134
Elves
 
Beiträge: n/a
Re: Behinderte haben kein Recht zu Leben?

glückwunsch zur schwangerschaft.
bei meinen beiden war ich zwar auch verunsichert, ob ich eine untersuchung des fruchtwassers machen lassen soll (vor allem hat mir meine ärztin zugesetzt, weil sie an den untersuchungen ganz gut verdient), habe mich dann aber ganz bewußt dagegen entschieden, weil ich bei einem "negativen" ergebnis es nicht verkraftet hätte, mich gegen das kind zu entscheiden. ich habe vorher eines verloren und dadurch ganz schön gelitten. darum war mir die "genetische qualität" meiner kinder dann völlig wurscht. hauptsache, ich konnte sie dann endlich im arm halten.
alle kinder haben ein recht zu leben und wenn sie aufgrund einer behinderung nicht oder nicht lange lebensfähig sind, sollten sie zumindest das recht auf einen würdevollen tod haben. ich habe auch schon oft gesehen, dass eine frau sich gegen das behinderte kind entschieden hat und diese entscheidung bitter bereut hat, weil sie nicht mehr rückgängig zu machen geht, sie ist entgültig. wenn man das tut, hat man keine möglichkeit des abschiednehmens und des trauerns, auch das sollte man bedenken.
Ich, für mich könnte eine solche entscheidung nicht treffen, aber ich würde niemanden für eine andere entscheidung verurteilen.
Alt 17. 01. 2007, 15:06 Mit Zitat antworten #135
Diablo959
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Beiträge: 10
Re: Behinderte haben kein Recht zu Leben?

Zitat:
Was meint ihr dazu? ist das mit den Ehtischen Grundsätzen vereinbar, oder sollte es Per Gesetz verboten werden?

Meine Meinung ist man sollte es nicht verbieten, man solle lieber die Strafe verschärfen für, die die ihre Kinder nach der Geburt töten oder sterben lassen.

"Behinderte haben kein Recht zu Leben?", dass sie ein recht auf leben haben ist eine Sache, die andere ist ob man einen behinderten Menschen z.B. nach einem Unfall leben lassen soll, während der vielleicht seine letzten Jahre im Bett gefesselt und von Medikamenten und Infusionen abhängig auf seinen Tod wartet.

Denkt daran.
Alt 24. 01. 2007, 16:43 Diablo959 is offline Mit Zitat antworten #136
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