Bislang bleibt der Anonymisierer TOR unter dem Radar des chinesischen Regimes. Nicht nur im Reich der Mite rechnen die Entwickler jedoch mit wachsendem Druck auf das Anonymisierungsnetz. Für die kommenden Zeiten ist TOR jedoch gut gerüstet: der Leiter des TOR-Projekts Roger Dingledine stellte die geplanten Strategien und Features des beliebten Anon-Multiproxy gegen die erwarteten Zensurbemühungen auf dem 23C3 vor.
Jenseits der technischen Umsetzung bemüht sich Tor um Akzeptanz und Beliebtheit bei allen Gruppen von Internetakteuren: Privatpersonen haben ein Interesse an Anonymität. Unternehmen hofft Dingledine den Multiproxy mit seiner Netzwerksicherheit schmackhaft zu machen - auch wenn hier VPNs eher Mittel der Wahl sind. Ob, wie von Dingledine angenommen, Regierungsorganisationen die Resistenz TORs gegenüber Techniken der Trafficanalyse sinnvoll anwenden können, scheint hingegen fraglich.
In China existieren mittlerweile angenommene 30.000 TOR-Nodes und 800 Server. Und obgleich das TOR-Prinzip in weitgehend freien Netzinfrastrukturen zuverlässig anonymisiert und Zensur verhindert, ist dies in einem restriktiven System wie in China nicht unbedingt der Fall. Ein Regime wie dort - aber auch wie in mehreren arabischen Staaten oder ehemaligen GUS-Ländern - hat einerseits die Möglichkeit, den Netzzugang stark zu begrenzen. Darüber hinaus befindet es sich in der vorteilhaften Position, seine Ziele auch dann zu erreichen, wenn die Netzkontrolle und -filterung nicht zu 100% realisiert werden kann. Es reicht
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