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ToxedViruz
Ogalulu
 
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Re: Politischer Konsum

@Rebell

Zitat:
* Die Zolleinnahmen würden in Form von Entwicklungshilfe zurückfließen.

tun sie das denn wirklich? meines wissens gibt es keine steuern, deren einnahme direkt einer bestimmten verwendung zufliesst.

Zitat:
* Die Herstellerländer könnten sich vermehrt um Produktion für den Eigenbedarf konzentrieren.

die verkaufen aber lieber das gleiche produkt hier für das x-fache, als im heimischen land.

Zitat:
* Es würde ein Druck auf Produktionsverfahren ausgeübt, unzulässige Gifte zu vermeiden.

westliche unternehmen unterschreiten extrem ihre westlichen ökostandards, wenn sie anlagen in der sogenannten 3. welt bauen. siehe basf in china.

ausserdem fällt bei den erlösen in der 3. welt es einem reinrassigen 3.-welt- unternehmen schwer, westliche technologie zu finanzieren.

Zitat:
* Die Kapital/Gewinnabschöpfung internationaler Food-Multis aus den Entwicklungsländern würde gebremst.

da haben wir das thema: vor der eigenen tür kehren. um unseren eigenen multis auf den füssen herum zu treten, brauchen wir keine strafzölle. die lassen sich schon alleine mit dem werksverkehr umgehen.

Zitat:
* Unsinnige Transportwege würden vermieden. Vor allen Dingen Luftfracht. Brauchen wir täglich frische Blumen aus Kolumbien?

das stimmt! aber der grossteil ist recht unweltfreundlicher schiffsverkehr, wenn er dementsprechend betrieben wird. viel bedenklicher ist der kfz-verkehr, der innerhalb der eu betrieben wird. und der wurde und wird sogar noch gefördert.
Alt 06. 01. 2007, 19:56 ToxedViruz is offline Mit Zitat antworten #26
Der Rebell
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Re: Politischer Konsum

Klar, daß zur Zeit die Steuern/Zölle nicht so verwendet werden. Das war eine Forderung von mir.

Rebell
Alt 06. 01. 2007, 20:20 Der Rebell is offline Mit Zitat antworten #27
softsoap
 
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Re: Politischer Konsum

Zitat:
Zitat von Der Rebell 
Man kann das Problem ganz anders lösen.

Alle Importprodukte, die unter schlechteren Arbeitsbedingungen und schlechteren Umweltbedingungen hergestellt werden, stellen eine Verletzung des fairen Wettbewerbs dar. Deshalb müssen sie zum Ausgleich mit Zöllen belegt werden.

Die Zoll-Einahmen können dann dazu verwendet werden, Kinderarbeit und sonstige unerträgliche Arbeitsbedingungen durch Entwicklungshilfe zu bekämpfen.

Aber leider kommt es in einer kapitalistisch gesteuerten Gesellschaft nicht dazu.

Rebell

Dazu wird es nie kommen, nicht nur nicht in einer "kapitalistisch gesteuerten Gesellschaft". Wie soll das funktionieren, sämtliche Importgüter zu überprüfen, ob sie unter schlechteren Bedingungen hergestellt wurden? Das ist in der Praxis doch wohl schlicht unmöglich.
Außerdem kann man an drei Fingern abzählen, wie es unserer Exportwirtschaft gehen würde, wenn Deutschland für Waren aus der halben Welt Strafzölle einführte (worauf dein Vorschlag ja hinausliefe). Diese Länder würden sich hübsch mit eigenen Strafzöllen auf deutsche Waren bedanken.

Ich glaube, man unterschätzt die Möglichkeiten, die wir als Verbraucher haben. Fairtrade ist ein gutes Beispiel, dass etwas erreicht werden kann.
Nimm z.B. Rugmark, die (zumindest laut UNICEF) mittlerweile 25 Prozent der Teppichproduktion in Indien überwachen.
http://www.unicef.de/index.php?id=2010
Sobald sich mit Umweltschutz, sozialem Engagement etc. für die Unternehmen Geld verdienen lässt (eben weil die Verbraucher ihre Kaufentscheidung von solchen Kriterien abhängig machen), kann es klappen.
Alt 08. 01. 2007, 11:08 Mit Zitat antworten #28
Der Rebell
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Re: Politischer Konsum

Zitat:
Zitat von softsoap 
Dazu wird es nie kommen, nicht nur nicht in einer "kapitalistisch gesteuerten Gesellschaft". Wie soll das funktionieren, sämtliche Importgüter zu überprüfen, ob sie unter schlechteren Bedingungen hergestellt wurden?

Unmöglich ist das nicht. Das geschieht ja heute schon in begrenztem Umfang durch Importbeschränkungen. Man läßt von bestimmten billigen Produkten aus China nur gewisse Kontingente herein.

Das hängt nur von der politischen Entscheidung ab und deswegen passiert das auch nicht.

Rebell
Alt 08. 01. 2007, 11:20 Der Rebell is offline Mit Zitat antworten #29
Zettel am Zeh
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Re: Politischer Konsum

Danke Softsoap für den Link, irgendwie ermutigend:

Zitat:
In den Industrieländern wiederum erkannten viele Verbraucher, dass sie durch ihre Kaufentscheidungen einen Beitrag gegen Kinderarbeit leisten können. Der Erfolg des Sozialsiegels verstärkte die Anstrengung auch in anderen Branchen wie zum Beispiel der Bekleidungsindustrie und dem Handel mit Blumen. Neben Otto bieten weitere Versandhäuser wie Heine, Neckermann, Quelle, Bauer und Bader RUGMARK-Teppiche an. Weiter sind sie in den Filialen von Obi und Domäne-Märkten, den Musterring Häusern, bei Dodenhof, Teppich Kibek und vielen Fachgeschäften erhältlich.

Und genau so muss es weitergehen. Ich finde es unsinnig an neuen politischen Mustern zu stricken, die a) nicht erreicht werden und b)falls sie erreicht werden würden wieder scheitern würden weil keine Staatsform alle gleich befriedigen kann.

Tja Eigenverantwortung ist gefragt, nicht an Politikern und ihren kaptialorientierten Trägheit mäkeln sondern den Scheiß selbst in die Hand nehmen. Einfach für sich selbst und ganz persönlich wissen das es richtig so ist wie man es macht.
Klar es kann sich nicht jeder zu 100% leisten korrekt zu konsumieren, aber ich behaupte das jeder einen (auch noch so kleinen Teil dazu beitragen kann).

Eine Erfahrung die ich aktuell mache: Dadurch das ich meinen Konsum nun durch ethische Richtlinien begrenze entwöhne ich mich regelrecht immer kaufen zu müssen, ich verzichte ganz automatisch weil gar nicht mehr soviele Bedürfnisse entstehen- Ich kaufe soviel scheißdreck weniger und dadurch wird auch die Kohle mehr die ich in politisch und gesundheitlich korrekte Ware investieren kann.
Alt 08. 01. 2007, 15:22 Zettel am Zeh is offline Mit Zitat antworten #30
ToxedViruz
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Re: Politischer Konsum

Zitat:
Zitat von softsoap 
Wie soll das funktionieren, sämtliche Importgüter zu überprüfen, ob sie unter schlechteren Bedingungen hergestellt wurden? Das ist in der Praxis doch wohl schlicht unmöglich.

elektroartikel müssen doch bspw. auch ce- und tüv-zeichen etc. mitbringen, also entsprechende test bestehen und dokumente beibringen, um auf dem markt zugelassen zu werden. und das wäre eben ein dokument mehr.

oder man erweitert das siegel-unwesen um ein nützliches siegel, dass die entsprechende vergabeorganisation kontrolliert. mit dem siegelerwerb ginge das entsprechende unternehmen verpflichtungen ein. siehe ikea.
Alt 08. 01. 2007, 16:16 ToxedViruz is offline Mit Zitat antworten #31
Feydab
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Re: Politischer Konsum

Zitat:
Zitat von ToxedViruz 
elektroartikel müssen doch bspw. auch ce- und tüv-zeichen etc. mitbringen, also entsprechende test bestehen und dkumente beibringen, um auf dem markt zugelassen werden. und das wäre eben ein dokument mehr.

oder man erweitert das siegel-unwesen um ein nützliches siegel, dass die entsprechende vergabeorganisation kontrolliert. mit dem siegelerwerb ginge das entsprechende unternehmen verpflichtungen ein. siehe ikea.

Ws? Fairtrade ist doch genau so ein Siegel - so what?
Alt 08. 01. 2007, 16:20 Feydab is offline Mit Zitat antworten #32
ToxedViruz
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Re: Politischer Konsum

Zitat:
Zitat von Feydab 
Ws? Fairtrade ist doch genau so ein Siegel - so what?

wollte nicht alle siegel in eine tonne kloppen. ja, auch fairtrade ist ein siegel, das gewisse standards setzt. - aber sinn macht das siegel im sinne dieses threads doch erst, wenn solch ein siegel zur pflicht erhoben wird, um hier am markt teilzunehmen. odda nich?
Alt 08. 01. 2007, 17:11 ToxedViruz is offline Mit Zitat antworten #33
Feydab
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Re: Politischer Konsum

So ein Siegel ist lumpiges bedrucktes Papier, speziell dann, wenn es um Produkte aus dem Ausland geht. Gerade das GS Zeichen ist da das beste Beispiel. (Weil es Pflicht ist)
In der Summe gibt es dutzende von Normen und Siegeln, die ein Unternehmen/Produkt heute schon beantragen kann, abgesehen von FairTrade kann man z.B. Die ISO9000ff heranziehen, den BlauenEngel, was auch immer.
Konkret bedeutet dies jedoch immer einen finanziellen Mehraufwand in der Produktion, für die Zertifizierung, etc. Kosten die hier keiner tragen möchte und sich in der dritten Welt keiner leisten kann.
Alt 08. 01. 2007, 20:19 Feydab is offline Mit Zitat antworten #34
Geheimagent001
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Beiträge: 2
Lightbulb Revolution durch Konsum?!

Hi, spannende Diskussion. Ich mache mir auch Gedanken, was ich wo und wie kaufe und ob ich damit einen zusätzlichen Nutzen schaffen kann. Zum Beispiel, indem ich durch Konsumverzicht bei einer Marke gegen die schlechten Arbeitsbedingungen protestiere. Ziel ist es doch, dass wir Verbraucher den Markt mit unserem Kaufverhalten beeinflussen. Uns nennt man dann die politischen Konsumenten, weil wir Marktdruck ausüben können. Interessant ist auch wie der politische Konsument definiert wird, siehe hier. Übrigens ein interessanter Blog zum Thema des politischen Konsums.

Grüße
Geheimagent
Alt 21. 08. 2008, 14:30 Geheimagent001 is offline Mit Zitat antworten #35
igita
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Re: Politischer Konsum

Wer von fairem Wettbewerb redet, muss gegen einen Zoll kämpfen und nicht dafür, denn nichts beeinträchtigt den Wettbewerb so wie Zollgebühren.
Sie verteuren Produkte ungemein.


Auch hoffe ich für euch, besonders Rebell, dass er nur Fairtrade Produkte kauft, denn sonst bist du nur ein Heuchler, der prangert aber nichts tut.

Ich finde diesen Fairtrade Quatsch ziemlich lächerlich und scheinheilig. Man klebt ein Siegel drauf und verkauft den Kaffee für 3 Euro mehr als Normalen.
Ich frage mich wohin diese 3 Euro gehen, sicher nicht zu den Bauern, wie suggeriert wird.
Dieses Geld versickert an Zwischenhändler und im Strudel der Korruption und Vetternwirtschaft.
Überlegt doch einmal. Wieviel wird ein Fairtradebauer mehr bekommen. Ich schätze mal ein paar Cent. Für ihn ist dies natürlich viel und auch gut so, aber dann bleiben immernoch 2,8X Euro, die das Produkt mehr kostet übrig.
Alt 21. 08. 2008, 15:44 igita is offline Mit Zitat antworten #36
Der Rebell
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Beiträge: 17.939
Re: Politischer Konsum

Da hat sich doch wieder einer im Leichenkeller verlaufen.

Datum des letzten Posts: 08. 01. 2007
Alt 21. 08. 2008, 16:04 Der Rebell is offline Mit Zitat antworten #37
mitake
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Beiträge: 170
Re: Politischer Konsum

Stimmt, ein altes Thema, aber immer wieder Aktuell.

Hier noch etwas für den guten Appetit, ein Hurrah auf unsere Gesundheitsminister und Konsorten, die uns vor Pasivrauchen schützen aber unsere Münder mit Gift voll stopfen lassen.
Alt 21. 08. 2008, 17:44 mitake is offline Mit Zitat antworten #38
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