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StaTiC Spender
Boardpsychopath
 
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Registrierungsdatum: May 2003
Beiträge: 6.557
Auf Abzocker reingefallen - Was dagegen unternehmen?

Dieses Sticky behandelt das leidige Thema Abofallen. Abofallen sind Seiten, welche den Anschein erwecken kostenlos zu sein und Ahnungslose Opfer dann von den Betreibern zum Zahlen von mehreren Hundert Euro genötigt werden.

Für konstruktive Kritik bin ich immer offen. Verbesserungsvorschläge, zusätzliche Informationen etc kann man mir gerne via PM zukommen lassen oder hier im Thread posten.

Regeln zum Posten in diesem Thread

Das Sticky ist im Laufe der Zeit sehr angewachsen und erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Natürlich freut es mich immer zu sehen, dass Leute sich erkundigen und auch einge bei der Verbesserung des Threads helfen.Aber ca. 90% der Posts sind Unnötig und reine "Copy-Paste"-Posts mit der Frage "Was soll ich tun?"
Ich bin jetzt mal so dreist und stelle ein paar Regeln für die Hilfesuchenden auf. Sinn und Zweck dieser Regeln wird sein, die Ordnung und Übersichtlichkeit zu wahren.

Regeln für Hilfesuchenden
  • Den ersten und zweiten Post hier lesen: Viele antworten einfach ohne jeweils auch nur halbwegs diese Informationen hier gelesen zu haben. Lest euch erstmal diesen 1. und den 2. Post durch. Alles Wichtige wird aus den einzelnen Posts hier übernommen, sodass man in der Regel nicht alle Seiten hier zu lesen braucht.
  • Keine Mahnungen/Rechnungen etc hier reinkopieren (darunter fallen auch Antwortmails, mit den "Gegenargumenten": Jeder erhält diese Zahlungsaufforderungen, Drohungen und Mahnschreiben. Diese werden automatisiert erstellt und es steht bei jedem so ziemlich das Gleiche drin. Die helfenden Personen kennen diese Mails zu genüge, es ist nicht notwendig eine komplette Email zu kopieren. Wenn Teile der Email unklar sein sollten und dieser Post hier keine Antwort liefert, dann kann man gerne diesen Emailteil zitieren und sich mit einer Frage darauf beziehen. (Bitte eine konkrete Frage und nicht "Was soll ich tun?")
  • Keine PM/PN mit kopierten Mahungen/Rechnungen oder "Was soll ich tun"-Fragen: Ich wurde schon öfters via PM, Email oder ICQ kontaktiert. Ich habe auch immer nach besten Wissen und Gewissen geholfen. Aber nach und nach wurde es einfach zuviel. Email und ICQ-Nummer habe ich wieder aus meinem Profil entfernt. Wenn euch eine Frage zu peinlich für die Öffentlichkeit ist, ihr Verbesserungsvorschläge oder ähnliches habt, schreibt mir. Aber bitte keine Fragen mehr, welche hier beantwortet wurden. - Danke
  • Eigeninitiative zeigen. Es verlangt keiner, dass jeder sich mit dem Thema super auskennt, dafür haben wir hier einige Profis. Aber was ihr tun könnt, ist lesen. Es gibt sehr viele, hilfreiche Informationen. Aber wir kauen hier keinem den Fall zum 1000. vor. Stellt euch immer die Frage, was ist euch wichtiger? "10 Minuten mehr Zeit oder bis zu 200€ mehr Geld?". Ihr könnt Geld sparen, wenn ihr einfach nur 10 Minuten Zeit investiert (und diese Zeit is bei weitem weniger, als die Pflege dieses Threads)

Leider sind diese Regeln notwendig geworden, da die Forenmoderation mit dem Aufräumen nicht mehr hinterher kommt und die Übersicht einfach verloren geht, wenn immer wieder die selben, schon längst beantworteten Fragen auftauchen.


Last Update(s)
  • [24.04.2008]Abofallen online-girlies.com der Happy Passion GmbH,
    rotlichtverzeichnis.net der Bulltrade AG und nachbarschaftspost.com von Connection Enterprises Ltd hinzugefügt
  • [24.4.2008]Punkt "Kann ich die Belästigung durch Mahnungen und Drohungen durch eine Klage stoppen bzw. den Abofallenbetreibern eins auswischen?" hinzugefügt
  • [24.4.2008]"Links zur Thematik" um einige Links erweitert
  • [24.4.2008]Punkte "Die Inkassobüros" und "Die Anwälte" hinzugefügt
  • [25.5.2008]Abofalle hellowinner.de von ontecma hinzugefügt
  • [27.04.2008]Michalak, Frank in die Liste der Anwälte der Abofallenbetreiber hinzugefügt
  • [03.05.2008]Abofalle berufe-jobs.de von Online Content Ltd. hinzugefügt

Inhaltsverzeichnis

Seite 1
  • Grundsätzlich (sehr wichtig, also lesen)
  • Liste bekannter Seiten
  • Wer steckt dahinter?
  • Die Inkassobüros
  • Die Anwälte
  • Die Tricks der Abzocker
    • Agb ist ein Bild
    • Kosten sind nicht sofort ersichtlich
    • Die fälligen Beträge werden ausgeschrieben
    • Extrem kurze Kündigungs-/ Widerrufsfristen
    • Die Kosten stehen unscheinbar irgendwo neben der Anmeldung
    • Verschiedene Anmeldeformulare
    • Spam-Emails
    • Aufforderung die Seite/den Service erneut zu besuchen/nutzen
    • Angeblicher Gewinn des eigenen Gewinnspiels
  • Ich bin auf solch ein Angebot reingefallen muss ich zahlen?
  • Mein Fall ist ein Sonderfall
  • Ich bin minderjährig, muss ich/ meine Eltern zahlen?
  • Die Abofallenbetreiber verlangen einen Beweis für meine Minderjährigkeit
  • Ich bin aber volljährig, was nun?
  • Mein Widerrufsrecht ist erloschen
  • Wie muss ich mich verhalten, um nicht zahlen zu müssen?
  • Warum muss ich nicht zahlen?
  • Ich habe aber (ausversehen) die Nutzung bestätigt
  • Ich habe mich mit falschen Daten angemeldet, ist dies Betrug?
  • Bin ich über IP/Email rückverfolgbar?
  • Sollte ich einen Anwalt das Schreiben übernehmen lassen?
  • Die behaupten meine Argumente im Widerspruch gelten nicht
    • Vorlagen aus dem Internet sollen nicht gültig sein
    • Das Urteil des Amtsgerichts München gilt nicht bei dem Angebot
    • Sittenwidrigkeit wegen Missverhältnis von Leistung und Gegenleistung sei nicht gegeben
    • Die Preise stehen auf der Startseite
    • Es soll zu einem rechtsgültigen Vertrag gekommen sein, da man auf den Aktivierungslink geklickt hat
    • Die Widerrufsfrist ist abgelaufen, da diese ab der Anmeldung gilt und nicht nach Erhalt der Rechnung
    • Minderjährigkeit ist kein Widerrufsgrund
  • Sie schicken Mahnungen/Zahlungsaufforderungen
  • Ich habe einen gerichtlichen Mahnbescheid erhalten, wie muss ich reagieren?
  • Die Abofallenbetreiber haben ein Inkassounternehmen und/oder einen Anwalt eingeschaltet
  • Sie (Abofallenbetreiber, Inkassobüro, Anwalt) bestehen weiterhin auf das Geld + Bearbeitungsgebühren etc.
  • Sie beziehen sich in den Mahnungen/Zahlungsaufforderungen auf bestehende Gerichtsurteile
  • Es wurden aber auch Klagen gegen diese Betreiber abgewiesen
    • Staatsanwaltschaft Freiburg - Az.: 420 Js 13483/07
    • Staatsanwaltschaft Osnabrück - Az.: NZS - 930 Js 38888/06
  • Sie bieten mir eine Ratenzahlung an
  • Gegen eine Gebühr, wird mein Vertrag storniert
  • Ich habe bereits einer Ratenzahlung/Stornierungsgebühr zugestimmt bzw. schon bezahlt
Seite 2
  • Die Abofallenbetreiber drohen mir...
    • ..., dass Sie mich anhand meiner IP-Adresse identifizieren können
    • ... mit einer Anzeige wegen Betruges, weil ich ich mich falschen Datenangemeldet habe bzw. die Leistung in Anspruch genommen habe und nicht zahlen will
    • ..., dass ich einen negativen Schufaeintrag bekomme
    • ..., dass Sie den Gerichtsvollzieher schicken
    • ..., mit der Pfändung meines Gehaltes/ meiner Versicherungen
  • Ich habe leider schon bezahlt...
    • ..., muss ich jetzt noch das zweite Jahr bezahlen?
    • ..., kann ich mein Geld irgendwie zurück bekommen?
  • Ich bin trotzdem noch verunsichert
  • Wie lange dauert es, bis die Abzocker aufhören mich zu belästigen?
  • Kann ich die Belästigung durch Mahnungen und Drohungen durch eine Klage stoppen bzw. den Abofallenbetreibern eins auswischen?
  • Beispielschriftverkehr mit diversen Abofallen
  • Was kann ich sonst noch tun?
  • Definitionen
    • Betrug nach StGB §263
    • Nötigung nach StGB §240
  • Alle Links auf einen Blick
    • Informationen zur Thematik
    • Vorlagen
  • Woher stammen all diese Informationen?


Grundsätzliches

Mich erreichen viele PM's und Emails mit richtig panischen Opfern.
Ich kann euch beruhigen: Wenn ihr euch so verhaltet, wie hier im Thread beschrieben und von vielen helfenden Usern geraten wird, kann euch NICHTS passieren.
Die Drohungen verursachen zugegeben Angst und Panik, aber lasst euch davon nicht einschüchtern. Bevor ihr eine Überweisung tätigt, atmet tief durch, beruhigt euch und lest diesen ersten Post im Sticky in aller Ruhe durch (nicht die 40 Seiten sondern lediglich den Post ganz oben auf Seite 1 (also diesen hier)).
Was, wie, warum und wieso zu Tun ist, steht alles hier in diesem Sticky


Liste bekannter Seiten

Spoiler:


Wer steckt dahinter?

Es gibt hunderte solcher Seiten, aber nur wenige Personen/Unternehmen sind für diese verantwortlich.

u.a sind bekannt:
Spoiler:



Die Inkassobüros

Um den Druck für nichtsahnende Opfer zu erhöhen ist es mittlerweile Gang und Gebe, dass dubiose Inkassounternehmen versuchen die Forderungen der Abofallenbetreiber einzutreiben.

Liste von bekannten Inkassobüros
Spoiler:



Die Anwälte

Auch Anwälte haben schon längst erkannt, dass man mit Abofallen leichtes Geld verdienen kann und übernehmen mittlerweile die Mahnverfahren für die Abofallenbetreiber

Liste von bekannten Anwälten (Nachname, Vorname)
Spoiler:



Die Tricks der Abzocker

Um möglichst viele Opfer zu finden, nutzen die Seitenbetreiber einige Tricks.

Agb ist ein Bild
So gut wie jeder Browser unterstütz eine Textsuche. Um zu verhindern, dass der User die Kosten findet, wird der ellenlange Text in ein Bild kopiert. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man die Verpflichtungen überliest oder nicht findet.

Kosten sind nicht sofort ersichtlich
Viele schreiben die Kosten ans Ende der Seite, sodass man sogar bei Auflösungen von über 1280 scrollen muss, um diese zu finden

Die fälligen Beträge werden ausgeschrieben
Normalerweise werden Preise in Zahlen und dem €-Zeichen beschrieben. Darauf achten die meisten auch. Die Betreiber nutzen dies aus um ihre Preise durch eine andere darstellung zu verschleiern
(z.B. statt 30 € => dreißig € oder dreißig Euro).

Extrem kurze Kündigungs-/ Widerrufsfristen
Beliebte Mittel sind die verkürzung der Fristen. Es gilt aber immer eine 14-tägige Widerrufsfrist und diese darf nicht zum Nachteil des Kunden verändert werden.

Die Kosten stehen unscheinbar irgendwo neben der Anmeldung
Diverse Abofallenbetreiber schreiben die Kosten neben die Anmeldung, um später behaupten zu können, sie seien ohne scrollen sichtbar. Dies ist nicht ganz korrekt. Die Kosten werden meistens in einer Schriftart dargestellt, welche die Augen sehr stark angstrengen. Zudem werden gerne unwichtige Wörter "fett" dargestellt, damit von den eigentlich wichtigen Informationen abgelenkt wird. In den meisten Fällen werden die Kosten nur in den AGB erwähnt, diese man durch eine kleine schnell übersehbare
Verlinkung unterhalb der Website einsehen kann.

Verschiedene Anmeldeformulare
Mittlerweile verwenden die Abofallenbetreiber folgenden Trick. Wenn man über die normale URL auf die Seite kommt, stehen die Kosten sehr leicht und gut erkennbar mitten auf der Seite. Zudem wird eine Zweite Seite verwendet, welche über GoogleAds oder ähnlichen Werbeanbietern angesteuert wird und dort stehen wie gewohnt die Kosten so gut wie garnicht sichtbar irgendwo ganz klein in der Fußzeile bzw fehlen Kosten ganz.
Beispiel: Easyhomespace - Direkte URL und Link via GoogleAds ohne Kostenangabe

Spam-Emails
Neuerdings gibt es auch einige Abofallen, welche sich mittels Spam verbreiten. Angeblich wurden man in nem Nachbarschafts-, Singleportal oder ähnlichem gefunden oder jemand wurde für einen gefunden oder eine nicht abgeholte Nachricht liegt in selbigem Portalen vor. Ist natürlich Schwachsinn. Nur da die Abzocker nicht dumm sind, lassen Sie sich immer wieder was neues einfallen um ahnungslose Internetuser um ihr Geld zu bringen. Egal wie Ihr auf die Seiten gekommen seid, sei es Werbung, Google oder Spammails. Die Forderungen sind und bleiben gegenstandslos. Nicht zahlen!

Aufforderung die Seite/den Service erneut zu besuchen/nutzen
Einige Abofallen versuchen auch über Emails die betroffenen Benutzer nochmals zur Nutzung des "Angebots" zu bringen.
Angeblich soll ein Fehler passiert sein, welcher die Auswertung verfälscht hat und man nochmals das Angebot nutzen soll.

Angeblicher Gewinn des eigenen Gewinnspiels
Da viele keine korrekten Adressdaten angeben, haben sich einige Abofallenbetreiber einen Trick einfallen lassen, um doch noch an die korrekten Adressdaten zu bekommen. Man bekommt eine Emailbenachrichtung, dass man bei deren Gewinnspiel angeblich gewonnen hat und aufgrund der falschen Daten, sei die Zustellung des Gewinns nicht möglich gewesen.

Das ist natürlich Schwachsinn! Das ist wie schon gesagt ein Trick. Geht nicht drauf ein, korrigiert nicht eure Adressen. Den einzigen Gewinn den ihr bekommt ist ne Rechnung mit den gewohnten, ungerechtfertigten und haltlosen Forderungen.

Ich bin auf solch ein Angebot reingefallen muss ich zahlen?

Kurz gesagt: NEIN. Diese Anbieter setzen auf die Angst der Betroffenen. Sie drohen mit Mahnung, Inkasso, Gerichtsvollzieher oder Gefängnisstrafen. Passieren wird allerdings nichts. Da diese "Verträge" auf etwas dubiosere Art geschlossen werden, hätten diese vor Gericht keinen Bestand.
Link zum Pressebericht des Amtsgerichts München | Als Word Dokument | Quelle | Urteil des Amtsgerichts Hamm (Az. 17 C 62/08)


Mein Fall ist ein Sonderfall

Kurz: Nein ist er nicht. Viele glauben, dass Sie ein Sonderfall sind. Allein in diesem Jahr sind in den Verbraucherzentralen des Landes ca 62.000(!) Anfragen zu diesem Thema eingegangen.
Quelle: heise.de.
Letztendlich erhält jeder angemeldete User Zahlungsaufforderung mit Drohungen. Fast jeder erhält Schreiben der Inkassounternehmen und fast jeder erhält Schreiben der verbündeten Anwälte. Aber alle Schreiben sind wertlos und sollen lediglich Angst und Panik machen.


Ich bin minderjährig, muss ich/ meine Eltern zahlen?

Wenn man minderjährig ist, ist es die einfachste Methode. Sofern man unter 18 ist, ist man entweder überhaupt nicht oder nur teilweise geschäftsfähig. Die Betreiber versuchen dann mit solchen Tricks, wie dem §110 des BGB (der "Taschengeldparagraph") an das Geld zu kommen. Auch in diesem Fall nicht zahlen. (Quelle: Verbraucherrechtliches.de - Taschengeldparagraph)
Fakt ist: Solange man unter 18 Jahre alt ist, darf man zwar Verträge abschließen, diese sind jedoch schwebend wirksam. Das bedeutet, dass die Verträge erst gültig werden, sofern die Eltern ihre Zustimmung erteilen, wenn sie dies nicht tun - und das ist in solchen Fällen ratsam - sind diese Verträge nichtig.


Die Abofallenbetreiber verlangen einen Beweis für meine Minderjährigkeit

Es wird empfohlen, sofern man Minderjährig ist, dies als Widerspruchsargument zu benutzen. Die Reaktion der Abzocker ist immer dieselbe. Die behaupten dieses Argument zählt nicht und man müsse beweisen, dass man minderjährig ist. FALSCH! Die müssen beweisen, dass ihr Minderjährig seid nicht umgekehrt. Sie müssten euch anzeigen, damit im Ermittlungsverfahren euer Alter recherchiert wird. Es ist aber bekannt, dass diese Abzockunternehmen keine Anzeige erstatten.


Ich bin aber volljährig, was nun?

Auch wenn man über 18 Jahre alt ist, ist die Antwort dieselbe wie in den vorherigen Absätzen auch. Nicht zahlen!.


Mein Widerrufsrecht ist erloschen

Auch setzen Betreiber auf extrem kurze Widerrufsfristen um einen Rücktritt zu verhindern. Manche Widerrufsfristen werden sogar auf 24h festgesetzt. Dies ist nicht zulässig. Das Widerrufsrecht beträgt mindestens 14 Tage nach Belehrung, auch wenn dort nur 1 Tag steht. Die Frist beginnt ab Zustellung der Email mit den Hinweis des Widerrufsrechtes.
Aber auch alle diejenigen, bei denen selbst 14 Tage vergangen sind => Keine Panik. Auch in diesem Fall könnt ihr noch widersprechen. Der Grund ist einfach: Man muss ausdrücklich über sein Widerufsrecht belehrt werden und diese Belehrung geht über ein kleines Häckchen weit hinaus. Da man aber so gut wie nie, über seine Rechte aufgeklärt wird, verfällt quasi diese Frist von 14 Tagen.
Ich habe mal eine treffende Textpassage aus einer Vorlage der Verbraucherzentrale Bayern (Links zu den Vorlagen auch unter "Alle Links auf einen Blick"

Zitat:
Letztlich mache ich hiermit hilfsweise von meinem Widerrufsrecht als Verbraucher Gebrauch. Ihre
Widerrufsbelehrung genügt meines Erachtens nicht den gesetzlichen Anforderungen, weswegen ein
Widerruf auch nach Ablauf von zwei Wochen noch möglich ist.


Wie muss ich mich verhalten, um nicht zahlen zu müssen?

Es wird oft empfohlen, es einfach zu ignorieren. Dies sollte man zuerst nicht tun. Die optimale Vorgehensweise ist, nach der ersten Zahlungsaufforderung einen schriftlichen Widerspruch (als Einschreiben am besten mit Rückschein versenden) zu schicken. Die Kosten des Einschreibens sind bei der Deutschen Post nachzulesen.

Falls ihr euch mit falschen Daten angemeldet habt, reicht vorerst auch ein Widerspruch via Email. So braucht ihr im nachhinein eure richtige Adresse auch nicht offenbaren.

Als Begründung kann man u.a verwenden:
Oder auch dieses Schreiben der Verbraucherzentrale als Vorlage nutzen.
Mittlerweile bietet auch die Verbraucherzentrale München drei Vorlagen im PDF Format an. Link zu den Vorlagen

Zudem wird empfohlen einen Screenshot der Abofalle zu machen und am besten die ganze Seite lokal speichern. Dies kann man mit den Browser über "Datei->Speichern unter" machen.
Dies hat den den Vorteil, dass ihr dann immer beweisen könnt, wie die Seite zu der Zeit eures Falls ausgesehen hat. Abofallenbetreiber passen ab und an ihr Design an, damit sie wieder von in einer gesetzlichen Grauzone agieren können.


Warum muss ich nicht zahlen?

Es häufen sich in letzter Zeit die Fragen, ob man jetzt wegen dieser oder jener Aktion jetzt doch zahlen muss.
Man kann es nicht oft genug sagen: Ihr müsst und sollt nicht zahlen.
Mittlerweile scheinen auch einige Betreiber hier auf den Thread gestoßen zu sein und reagieren anscheinend mit neuen, fadenscheinigen Argumenten. Trotzdem nicht zahlen! (Schaut euch den Punkt "Wie muss ich mich verhalten, um nicht zahlen zu müssen?" an. Dort werden die Gründe aufgelistet wieso ihr nicht zahlen müsst)
Mal abgesehen davon versuchen diese Anbieter mittlerweile alle hier genannten Begründungen mit fadenscheinigen Argumenten zu entkräften. Egal was Sie sagen, dass es trotzdem Betrug ist oder es nicht zählt, dass ihr minderjährig seid. Dies ist alles Quatsch. Zur Sicherheit geht auf die im Thread genannten Links, dort könnt ihr aus zuverlässiger Quelle euch von der Richtigkeit, der hier zusammengefassten Informationen, überzeugen.

Wem glaubt ihr wohl mehr?
Mir mit der Behauptung PI ist auf die Kommastelle genau 4,25
oder
Einem studierten Mathematiker der euch sagt PI ist ungefähr und gerundet 3,14


Ich habe aber (ausversehen) die Nutzung bestätigt

Diese Angebote fordern in der Regel eine Emailadresse. Mit dem Klicken eines Links bzw. mit dem Einloggen mit den Benutzerdaten, werden den zahlreichen Opfern die Bestätigung und Anerkennung des Dienstes und deren AGB vorgeworfen. Aber auch melden sich viele bei diesen dubiosen Dienstleistern an, erkennen ihren Fehler und kündigen oder geraten in Panik und schicken statt eines Widerrufs eine Kündigung. Wie schon oben beschrieben, wird dieses fadenscheinige Argument der angeblichen Bestätigung dazu verwendet, um viele Geschädigte zum Zahlen zu nötigen.
Macht aber nichts. Auch wenn ihr euch wissentlich da angemeldet habt, besteht kein einziger Grund zu zahlen.

1. Bedeutet eine Bestätigung nicht automatisch, dass man die versteckten Kosten gefunden hat.
2. greift noch der Aspekt "Sittenwidrigkeit wegen Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung".
3. wird man nicht ausreichend über seine Rechte und auch über die Kosten aufgeklärt. Von daher keine Panik, wenn ihr eine Kündigung geschrieben habt.
4. Man kann die Zahlungsaufforderung wegen Irrtums anfechten (BGB §119)

Die Meinung von Verbraucherschutzjurist Ronny Jahn
Zitat:
Sollte dies der Fall sein, bleibt noch immer die Anfechtung nach § 119 Abs. 1 BGB wegen eines Irrtums. Wenn man davon ausgeht, dass objektiv mit der Anmeldung eine Vertragserklärung für ein kostenpflichtige Angebot abgegeben, der Nutzer dies jedoch nicht wollte, so kann er seine Erklärung wegen dieses Irrtums anfechten. Dies muss allerdings unverzüglich nach nach Kenntnisnahme vom Anfechtungsgrund erfolgen. Entscheidend ist hierbei der Moment man erfährt, dass mit der Anmeldung gleichzeitig ein kostenpflichtiger Vertrag abgeschlossen wurde.

Mangels Schutzbedürfnis haben die Seitenbetreiber in aller Regel auch keinen Schadensersatzanspruch nach § 122 BGB, da sie häufig den Irrtum veranlasst haben. Sie nehmen bewusst in Kauf, dass potentielle Kunden die möglichen Kosten übersehen. Hierfür spricht oft auch die Tatsache, dass die Zahlungsaufforderung erst nach der vermeintlichen Widerspruchsfrist verschickt wird und vorher ein entsprechender Hinweis per E-Mail nicht erfolgt.

Egal mit welchen Drohungen, solche Betrüger kommen, gilt wie immer: NICHT zahlen.


Ich habe mich mit falschen Daten angemeldet, ist dies Betrug?

Nein, es ist kein Betrug. Betrug setzt einen Vorsatz der Bereicherung auf Kosten anderer voraus. Und jemand, welcher glaubt das Angebot sei kostenlos, handelt nicht in dieser Absicht.
Siehe dazu auch den Punkt: "Die Abofallenbetreiber drohen mir..." mit dem Unterpunkt "... mit einer Anzeige wegen Betruges, weil ich ich mich falschen Datenangemeldet habe bzw. die Leistung in Anspruch genommen habe und nicht zahlen will".
Es ist übrigens egal welche Daten nicht der Wahrheit entsprechend. Egal ob der Name, Adresse, Alter oder alles, es ist NIEMALS Betrug.


Bin ich über IP/Email rückverfolgbar?

Theoretisch ja, praktisch allerdings nicht. Eine Identifierzung anhand der IP oder Emailadresse ist zwar möglich, aber auf grund der Datenschutzgesetze in Deutschland dürfen weder Provider wie T-Online oder Arcor, noch Mailanbieter wie GMX einfach an Privatunternehmen Identitäten rausgeben. Weiteres beim Punkt "Die Abofallenbetreiber drohen mir..." mit dem Unterpunkt "..., dass Sie mich anhand meiner IP-Adresse identifizieren können"


Sollte ich einen Anwalt das Schreiben übernehmen lassen?

Die Frage stellen sich einige. Sollte ein eigener Anwalt, das ganze übernehmen?
Anwälte können im Grunde nicht mehr machen, als Ihr selbst. Diese können nur auch nur die bestehenden "Nichtzahlgründe" aufführen und mit den jeweiligen Paragraphen stützen. Aber einen Vorteil bringt es nicht. Anwälte kosten Geld und das kann man sich sparen, nur weil man einen Widerspruch selbst schreibt, verliert er nicht seine Rechtsgültigkeit. Letztendlich habt ihr nur einen Widerspruch auf schönerem Briefpapier.

Die behaupten meine Argumente im Widerspruch gelten nicht

Natürlich behaupten die so was. Die wollen euch schließlich Geld aus der Tasche ziehen. Hier mal die häufigsten "Gegenargumente"

Vorlagen aus dem Internet sollen nicht gültig sein

Die meisten werden sicherlich eine Vorlage verwenden. Entweder von anderen Usern oder den Verbraucherzentralen. Den Geprellten wird oft versucht weis zu machen, dass diese nicht rechtskräftig/gültig seien.
Diese Widersprüche egal ob selbst geschrieben oder eine abgeänderte Vorlage sind gültig. Solange alle wichtigen Informationen wie Vertragsnummer, Widerspruchabsicht und Argumente drin sind, sind diese gültig.

Das Urteil des Amtsgerichts München gilt nicht bei dem Angebot

Sofern ihr mit dem Urteil argumentiert habt, kann eine Antwort kommen, dass diese Urteil nicht auf deren Seite zutrifft, da es z.B. rechts neben der Anmeldung steht. Teils wird einem gar bei der Erwähnung gleich angedroht
mit dieser Aussage vorsichtig zu sein, ansonsten drohe eine Verleumdungs- oder
Unterlassungklage, welches aber nur das Opfer einschüchtern soll. Das ist alles Unsinn. Das Gesetz besagt, dass die Kosten sofort und leicht ersichtlich sein müssen. Nur weil die Kosten in der Mitte stehen, heißt es nicht, dass diese auch lesbar sind. Viele Abzocker nutzen extrem kleine Schriftgrößen und schwer lesbare Schriftarten bzw schreiben unwichtige Wörter fett, um so von den wichtigen Informationen (den Kosten) abzulenken. Da leider nirgends festgeschrieben steht, wie Kosten anzugeben sind (Schriftgröße, -art etc) ist dies eine Grauzone. Dieser Umstand macht es allerdings nicht zwangsläufig auch legal).

Sittenwidrigkeit wegen Missverhältnis von Leistung und Gegenleistung sei nicht gegeben

Wenn man mit Sittenwidrigkeit argumentiert, wird die Reaktion meistens folgende sein. Es wird mit extrem hohen Kosten geredet, welche durch die Redaktion, die Pflege oder das Beschäftigen von Wissenschaftlern verursacht wird. Tja selbst wenn es so wäre, man bezahlt für eine Dienstleistung und nicht die dadurch anfallende Arbeit der Angestellten.

Die Preise stehen auf der Startseite

In den meisten Fällen tun sie dieses sogar. In Deutschland ist es allerdings Pflicht die Preise gut sichtbar und sofort erkennbar zu platzieren. Gut sichtbar bedeutet demnach nicht in Schriftgröße 4 irgendwo hinzuschreiben. Zudem wird bei der Preisangabe eine "augenunfreundliche" Schriftart verwendet, sowie werden völlig unbedeutende Wörter fett hervorgehoben um noch besser von den eigentlichen Kosten abzulenken. Wie gesagt, dies ist in Deutschland (wahrscheinlich auch Österreich und Schweiz) nicht zulässig und das "Argument" fadenscheinig.

Es soll zu einem rechtsgültigen Vertrag gekommen sein, da man auf den Aktivierungslink geklickt hat

Wie alle anderen "Argumente" ist das natürlich völliger Unsinn. Es kommt noch lange kein rechtsgültiger Vertrag zustande, nur weil man auf einen Link klickt. Aktivierungslinks sind heutzutage üblich um die Emailadresse zu bestätigen, aber kein Mittel um Verträge abzuschließen. Das wäre ja so, wenn man von einem Autohändler aufgefordert wird jetzt Geld zu bezahlen, da man ja mit dem Betreten des Autohauses bestätigt hat, dass man ein Auto kaufen will.

Die Widerrufsfrist ist abgelaufen, da diese ab der Anmeldung gilt und nicht nach Erhalt der Rechnung

Auch falsch. Die Widerrufsfrist gilt ab der Belehrung über selbige. Normalerweise wird man über seine Widerrufsfrist bei der Anmeldung, da diese Abofallen allerdings darauf ausgelegt sind, dem Reingefallenen glaubhaft zu machen, dass das genutzte Angebot kostenlos ist und demnach auch keinen Widerruf benötigt. In solchen Fällen findet die Belehrung eben nicht statt. Da man im Grunde nie über sein Widerrufsrecht aufgeklärt wird, kann man auch noch nach 4 Wochen oder 4 Monaten widersprechen.

Minderjährigkeit ist kein Widerrufsgrund

Doch ist er. Personen unter 16 Jahren dürfen generell keine Verträge abschließen. Personen zwischen 16 und 18 dürfen zwar Verträge abschließen, sind aber schwebend wirksam. Die Verträge werden erst rechtskräftig, wenn die Erziehungsberechtigten ihr OK dazu geben. Sollte der gesetzliche Vormund nicht damit einverstanden sein, sind die Verträge ungültig.
Sie schicken Mahnungen/Zahlungsaufforderungen

Solche Mahnungen werden noch einige ins Haus/in den Posteingang flattern. Diese kann man nach einem schriftlichen Widerspruch aber getrost in den Müll (virtuell oder real) werfen. Wichtig: Werft die Mahnungen nicht ungelesen in den Müll. Es ist zwar noch nicht vorgekommen, aber einen gerichtlichen Mahnbescheid darf man nicht ignorieren. Immer erst kontrollieren ob es ein Bescheid des zuständigen Amtsgerichts ist (allerdings keine Panik. Schaut euch einfach den Punkt "Ich habe einen gerichtlichen Mahnbescheid erhalten an").
Dies gilt auch für beauftragte Inkassounternehmen. Diese fordern den Betrag ein, ohne in der Regel zu prüfen, ob diese Forderung überhaupt gerechtfertigt ist. Es ist auch nicht selten, dass die Inkassobüros, den Betreibern der Abofalle selbst bzw. einem Freund, Bekannten oder Kollegen gehören.


Ich habe einen gerichtlichen Mahnbescheid erhalten, wie muss ich reagieren?

Es ist nach aktuellem Stand noch nicht vorgekommenm, dass ein Abzockerunternehmen einen gerichtlichen Mahnbescheid geschickt hat, aber falls diese irgendwann mal auf die Idee kommen, keine Panik.
Ein gerichtliche Mahnung ist nicht so schlimm wie man anfangs denkt.
Jeder kann ein einen gerichtlichen Mahnbescheid erwirken. Man muss lediglich einen Antrag ausfüllen und beim zuständen Amtsgericht eine Art Bearbeitungsgebühr bezahlen. Das Amtsgericht überprüft NICHT die rechtmäßigkeit der Forderung.
Daher ist es wie schon erwähnt wichtig alle Schreiben zumindest mal anzusehen. Falls ein gerichtlicher Mahnbescheid dabei ist, einfach einen Widerspruch schreiben und abschicken. Sollte dies nicht getan werden, werden die Forderungen der Abzocker legitim. ABER nach einem Widerspruch geht diese Angelegenheit ans Gericht und wird in einer Hauptverhandlung behandelt. Dort sieht es dann wieder ganz ganz düster für die Abofallenbetreiber aus.


Die Abofallenbetreiber haben ein Inkassounternehmen und/oder einen Anwalt eingeschaltet

Nach dem Widerruf der Forderung werden diese Abofallenbetreiber noch weiter drohen und mahnen. Danach erhält man in der Regel ein Schreiben, dass die Angelegenheit einem Inkassounternehmen übergeben wurde. Zu etwas der gleichen Zeit erhält man eine Email/Brief, indem jetzt das Inkassounternehmen das Geld fordert und natürlich eine übertriebene Gebühr für die "Arbeit" des Inkassobüros.
Alles Schwachsinn: Zum einen ist ein Inkassobüro nichts staatliches. Diese können auch nur mahnen und drohen. Zum anderen sind diese Inkassobüros meistens Briefkastenfirmen bzw. gehören meist den Betreibern der Abofallen selbst.
Daher habt Ihr nichts zu befürchten, diese Inkassounternehmen haben genauso viel Möglichkeiten das Geld einzufordern wie euer Nachbar.
Mittlerweile wird ein Schritt weitergegangen, es wird nicht nur noch mit Inkasso sondern auch mit bzw. über Anwälte gedroht. Diese Vorgehensweise soll nur weiterhin die Angst und die Panik schüren. Schreiben von Anwälten sind ebenfalls nichts amtliches und können getrost ignoriert werden. Die Forderungen sind meistens Vordrucke und werden ungeprüft vom Fall versendet (genau wie bei Mahnverfahren, Inkassoschreiben etc). Zum Großteil stecken auch die Anwälte mit den Abofallenbetreibern unter einer Decke.

Von daher gilt auch weiterhin: Ignorieren und nicht zahlen!


Sie (Abofallenbetreiber, Inkassobüro, Anwalt) bestehen weiterhin auf das Geld und erhöhen die Forderungen.

Diese Betreiber wollen euch um euer Geld bringen. Da denen jegliche rechtliche Grundlage fehlt, versuchen Sie es mit Druck und haltlosen Drohungen.
Darunter fallen auch die sich ständig erhöhenden Kosten. Aus 90€ werden 150€ danach 300€ usw. Dies dient nur zum Angstmachen. Ihr braucht nicht die geforderten Beträge zu bezahlen, geschweige denn die "Bearbeitungsgebühren".


Sie beziehen sich in den Mahnungen/Zahlungsaufforderungen auf bestehende Gerichtsurteile

Um die Opfer weiter einzuschüchtern, beziehen sich einige der Abofallenbetreiber und deren Anwälte auf bestehende Gerichtsurteile, welche meist auf der jeweiligen Homepage (z.B. forderungseinzug.de geführt von Rechtsanwalt Olaf Tank) aufgeführt werden. Diese Urteile existieren ABER diese Urteile haben KEINEN Bezug zu den Forderungen der Betreiber.
Grund: Es handelt sich bei den Urteilen lediglich um Anerkenntnis-, Versäumnisurteile oder Ähnliches. Solche Urteile kommen zustande, wenn man u.a. zugibt von den Kosten gewusst und sich somit wissentlich auf der Seite angemeldet zu haben oder einer Zahlung zustimmt, diese dann aber nicht einhält.

Daher ist es immer ratsam einmal zu widerrufen und den Rest zu ignorieren. Falls der Schriftverkehr (egal ob Email oder Brief) weitergeführt wird, gebt NIEMALS zu, dass ihr von den Kosten gewusst habt, bzw stimmt NIEMALS der Zahlungsaufforderung bzw der Ratenzahlung zu.

Hier noch ein Zitat eines Anwalts aus dem Brief an den Anwaltskammer Oldenburg über Olaf Tank betreffend der Veröffentlichung ausgesuchter Urteile und Schreiben diverser Staatsanwaltschaften.
Zitat:
Ebenfalls bedenklich erscheint es unter diesen Umständen, dass der Kollege Tank in seinen anwaltlichen Schreiben auf seine Homepage verweist, wo angeblich Urteile einzusehen sind, aus denen sich ergeben soll, dass die Forderungen seiner Mandantschaft über jeden Zweifel erhaben wären.
Bei den Urteilen, die man dann auf der Homepage einsehen kann, handelt es sich um Anerkenntnis- oder Versäumnisurteile oder Ähnliches, die keine Aussagekraft über die materielle Berechtigung der Forderung enthalten.
Quelle

Zitat von teltarif.de
Zitat:
Auf seiner Internet-Seite mit dem bezeichnenden Namen forderungseinzug.net versucht Herr Tank mit der Veröffentlichung von ausgewählten Urteilen und Bescheiden den Eindruck zu erwecken, dass die Forderungen der Schmidtleins rechtens seien.
Quelle

Es wurden aber auch Klagen gegen diese Betreiber abgewiesen

Auch hier trügt der Schein. Dies ist eine Taktik um die Forderungen mit nichtssagenden Urteilen rechtens aussehen zu lassen.
Es ist zwar korrekt, dass Klagen gegen diverse Betreiber von Abofallen eingestellt wurden, aber dort sollte etwas genauer hingesehen werden. Teilweise wurden falsche Klagen eingereicht (siehe Staatsanwaltschaft Freiburg) bzw. wurden Schreiben veröffentlicht, welche keine Gründe die zur Einstellung führten, genannt haben.
Leider ist Betrug relativ schwer nachweisbar. Die Machenschaften der Abofallenbetreiber sind zwar verwerflich, aber bedauerlicherweise erfüllen diese (noch) nicht einen Strafbestand.

Fazit des Juristen Udo Vetter
Zitat:
Weder die veröffentlichten Urteile noch die Vollstreckungsbescheide lassen einen Rückschluss darauf zu, dass Gerichte die Forderungen der Schmidtlein GbR akzeptieren.

Sollten die Vollstreckungsbescheide stellvertretend für die erfolgreichen Mahnverfahren der Schmidtlein GbR stehen oder mit diesen sogar identisch sein, lässt sich folgender Schluss für Internetabos ziehen: Ein Mahnverfahren wird nur dann angestrengt, wenn die Schmidtlein GbR ihre Forderung auf ein gesondertes Anerkenntnis stützen kann.

Die Einstellungsmitteilungen bringen keine abschließende Klarheit. Lediglich die Staatsanwaltschaft Passau beschäftigt sich ansatzweise mit dem Thema. Die Arbeit der Behörde in diesem Fall ist jedoch oberflächlich.

Ist dies alles, was die Schmidtlein GbR an juristischen Ergebnissen aufzuweisen hat? Falls ja, dürfen sich eher Kritiker dieser Geschäftsmethode bestätigt sehen. Fest stünde dann jedenfalls, dass nach wie vor kein Gericht den Herren nach streitigem Vortrag in der Sache und entsprechender Verhandlung Recht gegeben hat.
Quelle und genauere Ausführungen bzgl. der Urteile:

Hier ein paar Beispiele für solche Schreiben von forderungseinzug.de

Staatsanwaltschaft Freiburg - Az.: 420 Js 13483/07

In diesem Schreiben wurde geschrieben, dass das Ermittlungsverfahren wegen Betruges eingestellt wurde, da der angezeigte Betrug durch eine gefälschte Rechnung via Email, mit einem Trojaner im Anhang, ausgelöst wurde. Da diese nicht von den Schmidtleins stammte, war es demnach auch kein Betrug von deren Seite aus.

Staatsanwaltschaft Osnabrück - Az.: NZS - 930 Js 38888/06

Auch hier wurde dem treuen Anwalt der Gebrüder Schmidtlein mitgeteilt, dass das Ermittlungsverfahren wegen versuchten Betruges eingestellt wurde.
Der Grund ist selbst dem veröffentlichten Schreiben nicht zu entnehmen.
Dies sind nur zwei Beispiele von etlichen Urteilen und Schreiben von Staatsanwaltschaften, welche mit der eigentlichen Forderung von xx,xx€ wegen diverser Seiten nichts zu tun haben.
Von daher sollte sich niemand durch diese Urteile und Schreiben täuschen oder einschüchtern lassen. Diese sind ebenfalls nicht repräsentativ.


Sie bieten mir eine Ratenzahlung an

Leider sind diese Abzocker nicht untätig und passen sich neuen Gegebenheiten an.
Eine neue Masche ist es mit einer Ratenzahlung doch noch an das Geld zu kommen.
Man erhält ein "freundliches" Angebot und kann in Raten sein Geld zum Fenster rauswerfen. Auch hier gilt NICHT zahlen.


Gegen eine Gebühr, wird mein Vertrag storniert

Wenn alle Stricke reisen, versuchen diese dubiosen Anbieter zumindest noch ein paar Euros aus den Opfern rauszupressen, indem diese gegen eine "geringe" Gebühr von ca. 20-30€ den Vertrag stornieren. Es klingt zwar nett ist aber ein erneuter Versuch zumindest noch etwas Geld aus der Sache zu schlagen.
Es ist nie ein Vertrag zu stande gekommen und schon allein deswegen braucht man nicht von einem nicht existenten Vertrag zurück zu treten.


Ich habe bereits einer Ratenzahlung/Stornierungsgebühr zugestimmt bzw. schon bezahlt

Die Zustimmung zu dieser Ratenzahlung/Stornierungsgebühr basiert auf Unwissenheit des Opfers und der penetranten Panikmache der Abofallenbetreiber. Auch wenn ihr schriftlich zugestimmt habt, müsst ihr nicht zahlen. Allerdings dürft es nicht aussitzen, sondern müsst eure Zustimmung widerrufen. Als Begründung gebt ihr Nötigung und Angabe von Falschinformationen seitens der Abzockerunternehmen an. Zusätzlich ein kleiner Hinweis, dass man anzeige wegen versuchten Betruges und Nötigung stellen wird, wenn Sie weiterhin auf ihre Forderungen bestehen (siehe Punkt Definitionen ""Betrug" und "Nötigung"). Es wird empfohlen nicht nur damit zu drohen, sondern tatsächlich Anzeige zu erstatten.
Falls Ihr schon eine oder mehrere Raten bezahlt habt bzw. eine Stornierungsgebühr geleistet habt, seid ihr trotzdem nicht verpflichtet die angebliche Schuld zu begleichen.
Ganz im Gegenteil: Widerruft, fordert euer Geld zurück und zeigt die Betreiber an. Das Geld werdet ihr wahrscheinlich abschreiben können, aber man sollte nichts unversucht lassen.


Fortsetzung des Sticky

Geändert von StaTiC (21. 12. 2007 um 08:25 Uhr).
Alt 22. 01. 2007, 10:31 StaTiC is online now Mit Zitat antworten #1
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Re: Auf Abzocker reingefallen - Was dagegen unternehmen?

Die Abofallenbetreiber drohen mir...

..., dass Sie mich anhand meiner IP-Adresse identifizieren können

Auch drohen solche Abzocker gerne mal mit Strafverfolgung und da sie ja die IP-Adresse haben, geht das anscheinend sehr leicht. Eben nicht. Man kann ohne Probleme mit einem Einzeiler in PHP und Co die IP-Adresse des Clients auslesen. Die IP wird in Netzwerken (auch dem Internet) grundsätzlich immer mitgeschickt. Sonst wüsste die Endstelle garnicht wohin die Antwort geschickt werden soll. Man kann zwar einer IP einen Anschluss zuordnen, aber diese Adressdaten zu einer IP zuzuordnen, darf nur die Staatsanwaltschaft einfordern, wenn eine Straftat begangen und eine Anzeige aufgegeben wurde.

Da sich diese Angebote rechtlich schon in einer sehr dunkelgrauen Zone befinden, werden diese Abzocker niemals Anzeige erstatten und sich somit selbst ans Messer liefern.

... mit einer Anzeige wegen Betruges, weil ich ich mich falschen Datenangemeldet habe bzw. die Leistung in Anspruch genommen habe und nicht zahlen will

Auch ein beliebtes Druckmittel um die Opfer weiter einzuschüchtern und sie zur Zahlung zu nötigen. Es ist absoluter Quatsch. Wer auch solche Abofallen reingefallen ist, hat keinen Betrug begangen, selbst wenn er sich mit falschen Daten angemeldet hat.

Quelle: Verbraucher Zentrale Berlin
Zitat:
Betrug setzt die Absicht voraus, sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zum Schaden anderer zu verschaffen. Wer nur ein Gratis-Angebot annehmen will, handelt wohl kaum in dieser finsteren Absicht.

Zudem gibt es ein "das Recht auf Lüge". Bedeutet sofern gewisse persönliche Daten für einen Vertragsabschluss nicht notwendig sind, darf man dort falsche Angaben machen.

Zitat:
Generell sollte folgender Tipp beachtet werden: Menschen und Stellen, die man nicht kennt und denen man nicht vertraut, nur das Allernötigste offenbaren. Erscheinen bestimmte Fragen dubios, unbedingt nachfragen, was das soll. Es macht Sinn, eher auf ein Angebot zu verzichten als persönliche Angaben zu machen, die den Gegenüber nichts angehen und die möglicherweise missbraucht werden können. Besteht der Gegenüber auf bestimmten Angaben und will man auf ein Angebot nicht verzichten, ist es auch möglich, Phantasieangaben zu machen. Dies ist zulässig, es gibt also ein "Recht auf Lüge", wenn die Angaben für den Vertragsabschluss nicht benötigt werden.

Es ist kein Fall bekannt, dass jemals von solchen Betreibern Anzeige wegen Betruges gestellt worden ist, geschweige denn ein Opfer wegen Betruges verurteilt wurde.
Denkt immer daran, diese Abzocker versuchen euch zu betrügen, nicht ihr sie.

Bei seriösen Unternehmen z.B. Alternate, Ebay und Co sieht es anders aus, dort werden die persönlichen Daten wie Name und Adresse benötigt.

..., dass ich einen negativen Schufaeintrag bekomme

Die Schufa ist im Grunde nur dafür da um eine Überschuldung einer Person zu verhindern. Durch die Schufadatenbank wird die Bonität einer Person ermittelt. Diese Informationen soll Unternehmen und vor allem den Schuldner schützen. Ein Automobilhändler darf z.B. die Zahlungsfähigkeit eines Kunden überprüfen und ihm ggf. einen Ratenkauf verweigern.
Ein Schufaeintrag wird meist von einem negativen Denken begleitet, da man u.U. dann andere Kredite verweigert bekommt. Diese Abofallen wollen dieses Denken nutzen um weiter Angst und Verzweiflung zu schüren, um dann doch noch Geld zu kassieren. Aber wie schon so oft erwähnt. Deren Forderung ist ungerechtfertigt, ihr habt keine Schulden bei diesen Betreibern und erhaltet demnach auch keinen Schufaeintrag.

..., dass Sie den Gerichtsvollzieher schicken
Das wird niemals eintreffen. Ein Gerichtsvollzieher ist ein Beamter der Justiz. Dieser darf nur mit einem gerichtlichen Vollstreckungstitel (z.B. Urteil oder Mahnung (ausgeschlossen Mahnungen von Inkassobüros etc), euren Besitz pfänden. Damit der Gerichtsvollzieher wirklich kommt, müsstet ihr 1. nicht in der Lage sein die Schuld mit Geld zu begleichen und 2. müsstet ihr dazu verurteilt werden. Eine Verurteilung wird ein Gericht bewirken kann aber auch dadurch erwirkt werden, indem man auf einen gerichtlichen Mahnbescheid nicht reagiert.

..., mit der Pfändung meines Gehaltes/ meiner Versicherungen

Es ist auch schon häufiger die Drohung verfasst worden, dass wenn man nicht zahlt, sein Gehalt bzw seine Versicherungen (z.B. Rente-, Lebensversicherung oder vermögenswirksame Leistungen) gepfändet bekommt.
Schwachsinn: Wie bei einem Gerichtsvollzieher muss ein gerichtlicher Vollstreckungsbescheid vorliegen.

Ich habe leider schon bezahlt...

..., muss ich jetzt noch das zweite Jahr bezahlen?

Es ist ärgerlich, wenn man zu spät auf die rettenden Informationen gestoßen ist und den Betrag bezahlt hat. Aber weil ihr das erste Abojahr bezahlt habt, heißt es noch lange nicht, dass ihr das zweite auch bezahlen müsst. Schreibt einen Widerspruch und erklärt, dass Ihr von den haltlosen Drohungen eingeschüchtert wurdet und der zur Zahlung genötigt wurdet und keinesfalls den Vertrag anerkennt.

..., kann ich mein Geld irgendwie zurück bekommen?

Man kann ein Schreiben verfassen, indem man das bereits gezahlte Geld zurückfordert. Dieser Forderung kann man Nachdruck verleihen, indem man die Absicht bekundet über zivilrechtliche Schritte, das unrechtmäßig erhaltende Geld zurückfordert. Ihr müsst den Anwalt zwar selbst bezahlen, aber es ist durchaus möglich diese Kosten mit einzuklagen, sodass der Abofallenbetreiber den Beitrag und die Gerichts- und Anwaltskosten bezahlen muss.

Ich bin trotzdem noch verunsichert.

Falls euch nach dem Lesen dieses Threads immernoch Zweifel bleiben und ihr noch eine Bestätigung braucht, dann kann ich euch nur die Verbraucherzentrale eurer Stadt empfehlen. Link zur Verbraucherzentrale. Danach wählt ihr euer Bundesland aus.
Allerdings ist der Service der Verbraucherzentralen in der Regel nicht kostenlos.
Die Preise können sich unterscheiden, aber rechnen könnt ihr mit ca. 25€ (dies beinhaltet eine Beratung + Korrespondenz)


Wie lange dauert es, bis die Abzocker aufhören mich zu belästigen?

Das ist schwer zu sagen, da es verschiedene Betreiber sind kann es zwischen ein paar Wochen und mehr als einem Jahr dauern, bis diese aufgeben und ablassen.
Generell könnt ihr die Zeitspanne kürzen indem ihr einmal widersprecht und den Rest ignoriert.
Zusätzlich können Anzeigen wegen Belästigung und Nötigung etc bewirken, dass die Betreiber aufhören.


Kann ich die Belästigung durch Mahnungen und Drohungen durch eine Klage stoppen bzw. den Abofallenbetreibern eins auswischen?

Kurz gesagt: JA! Man kann mit einer sogenannten "negativen Feststellungsklage". Es besteht zwar ein relativ kleines Kostenrisiko, aber in bisher allen bekannten Verfahren haben Gerichte festgestellt, dass kein Anspruch auf das Geld des Klägers bestünde. In der Regel lenken die Abofallenbetreiber ein, gaben eine entsprechende Erklärung ab und übernahmen alle Kosten.

Quelle: vzhh.de
Zitat:
Wer möchte die Gauner verklagen? Einige Verbraucher haben, um dem Mahnungsspuk ein Ende zu setzen, ihrerseits die Betreiber der Abofallen verklagt. Das Gericht sollte feststellen, dass kein Anspruch bestünde („negative Feststellungsklage“). Bislang gingen die bekannten Verfahren positiv aus. Die Gegenseite lenkte ein, gab die entsprechende Erklärung ab und übernahm alle Kosten.

Wer möchte das auch? Schicken Sie eine mail an verbraucherrecht@vzhh.de . Es handelt sich aber nicht um eine Sammelklage, sondern man muss als Kunde individuell auf Unterlassung klagen. Es besteht ein (geringes) Kostenrisiko, andererseits die Chance, dass der „Gegenseite“ erhebliche Kosten entstehen und dass das Bombardement der Mahnungen gestoppt wird. Wir nennen Ihnen Anwälte, die mit solchen Verfahren bereits Erfolg hatten.

Beispielschriftverkehr mit diversen Abofallen

In den oberen Punkten wurde viel geraten, beruhigt und viele Widerspruchsgründe genannt. Trotzdem kommt es noch sehr häufig vor, dass User hier schon fast verängstigt nach möglichen Konsequenzen fragen oder einfach nicht wissen, was sie schreiben sollen, da die Abofallenbetreiber mittlerweile auf die Standardvorlagen der Verbraucherzentralen mit Pseudoargumenten reagieren.
Deswegen habe ich in Zusammenarbeit mit geschädigten ein PDF erstellt, welche diverse Schriftverkehre festhält. Danke an alle, welche geholfen dieses Dokument zu erstellen.
In diesem Dokument wird sehr gut dargestellt, dass diese Abofallenbetreiber immer mit der gleichen oder ähnlichen Masche kommen, um ahnungslosen Internetusern Geld abzuknöpfen. Es soll als Beruhigung und Anregung für eigene Widersprüche dienen.

Anmerkung: Es wurden die persönlichen Daten, sowie Kundennummern etc aus den Schriftverkehren entfernt, sollte ich dennoch einen Namen, Handy-Nr, Datum, Kundennummer übersehen haben, bitte meldet es umgehend bei mir via PM, damit ich es korrigieren kann.
abofallen-schriftverkehr.pdf

Was kann ich sonst noch tun?

Für einen selbst reicht ein Widerruf/Widerspruch und danach kann man alles folgende ignorieren. Wenn ihr trotzdem auch für die Allgemeinheit etwas tun wollt, dann geht zur Polizei und erstattet Anzeige. Folgende Anzeigen könnt ihr aufgeben:
  • Betruges - Diese sollte grundsätzlich gestellt werden, da diese mit fragwürdigen Methoden versuchen an das Geld von ahnungslosen Internetusern zu kommen
  • Nötigung - Sofern man ständig dazu aufgefordert wird zu zahlen und auch mit rechtlichen Schritten oder anderen Konsequenzen gedroht bekommt, erfüllt dies den Tatbestand der Nötigung
  • Verleumdung - Man wird auch gerne wegen Betruges bezichtigt, was in dem Fall der Abofallen absoluter Schwachsinn ist. Keiner möchte sich gerne als Betrüger bezeichnen lassen. Von daher Anzeige wegen Verleumdung

Letztendlich stellt sich die Frage, was bringt das Ganze? Im ersten Moment nicht viel, aber die Masse machts. Wenn Hunderte bis Tausende Anzeigen gegen die selben Firmen bzw Personen gestellt werden, dann verleihen diese dem Ganzen eine ganz andere Priorität und vielleicht wird auch der Gesetzgeber mal aktiv und unternimmt generell etwas gegen solche Seiten.


Definitionen

Hier werden diverse Definitionen von Begriffen beschrieben, worauf sich im Text bezogen wird.

Betrug nach StGB §263 (Quelle: dejure.org)
Zitat:
Zitat von StGB §263
  1. Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
  2. Der Versuch ist strafbar.
Bedeutet einfach: Wer sich auf Kosten anderer bereichert bzw. dies versucht macht sich Strafbar. Dies gilt ebenfalls, wenn man dies mit falschen Informationen, Un- oder Halbwahrheiten versucht bzw durchführt.

Nötigung nach StGB §240 (Quelle: dejure.org)
Zitat:
Zitat von StGB §240
  1. Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
  2. Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.
  3. Der Versuch ist strafbar.

Alle Links auf einen Blick

Damit die Links, welche hier gekonnt im Thread eingefügt wurden nicht übersehen werden nochmal eine kleine Zusammenfassung

Informationen zur Thematik
Vorlagen

Woher stammen all diese Informationen?

Hauptsächlich hab ich mal alles was hier im Gulli:Board gefunden habe, zusammengefasst. Stichwort ist Suchfunktion mit Schlüsselwörtern wie "Abzocke" oder "Abzocker"
Auch hat mich die Seite verbraucherrechtliches.de etwas inspiriert.
Auch Google ist unser Freund und Helfer.
Zu guter Letzt möchte ich allen Usern danken, welche mit Rat und Tat den Opfern zur Seite stehen, aber auch denen, welche mit PMs und Posts auf neue Abzockerseiten hinweisen. Selbst die Fragenden tragen ihren konstruktiven Teil bei, indem Sie mit ihren Anliegen neue, hilfreiche Tips entstehen lassen.

Geändert von StaTiC (13. 12. 2007 um 09:08 Uhr).
Alt 22. 01. 2007, 13:14 StaTiC is online now Mit Zitat antworten #2
sebamed
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Beiträge: 2.772
Re: Auf Abzocker reingefallen - Was dagegen unternehmen?

hier ist nochmal ein link, welche firmen von der verbraucherzentrale schon abgemahnt oder gar verklagt wurden oder gar nciht zu erweichen waren.
http://www.vzbv.de/mediapics/kostenfallen_im_internet_2007.pdf
sieh ggf auch
http://tinyurl.com/2p5gze

und hier noch ein zdf-beitrag:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhal...wm_dsl,00.html


Zitat:
Zitat von Winnie1807
Hey, danke erstmal!
Ja ich bin auch einer von denen die auf diesen Mist heriengefallen sind. *schäm*
Nun hab ich das leider erst jetzt bemerkt, als bereits die Mahnung nach der ersten Rechnung kam. Sie haben zwar meine Ip ich hab aber falschen Namen und Adresse angegeben, bin außerdem noch minderjährig.
Ist es jetzt noch sinnvoll den schriftlichen Widerspruch einzusenden? Geht das auch irgendwie per E-Mail ohne meinen richtigen Namen preis zu geben? (Nicht das ich dann auch noch Briefe nach Hause bekomme)
Danke


das sie ja keine echten daten von dir haben, gehe ich mal davon aus, dass sie dir auch bisher keinen brief geschrieben haben.
wenn die bisher ausschliesslich über email mit dir "kommunizierten" würde ich auch erstaml ausschliesslich mit email antworten...alleine auf grund der kosten, welche bei briefen anfallen.
und wenn es es widerrufst passiert i.d.r. sowieso immer das gleiche. die kommen mit irgendwelchen fadenscheinigen gründen, warum du doch angeblich zahlen musst und versuchen so die leute zur zahlung zu nötigen. diese schreiebn kannste nach deinem widerruf aber erstmal ignorieren. in 99,9% der fälle ist dann irgendwann schluss mit den drohungen und man hört nichts mehr.
wenn allerdings ein gerichtl. mahnbescheid kommen sollte, dann muss man diesen widerrufen....wenn sie ihr geld dann wirklich wollen, müssen die danach nachweisen, dass ihre forderung gerechtfertigt ist....

also...wie gesagt...in deinem einfach per mail widerrufen und den rest ignorieren, auch wenn es ein inkassounternehmen oder ein anwalt sein sollte, deren schreiben ein bisschen eindruck schinden und zur zahlung nötigen sollen...

Geändert von sebamed (12. 02. 2007 um 22:12 Uhr).
Alt 22. 01. 2007, 15:38 sebamed is offline Mit Zitat antworten #3
Mace
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Re: Auf Abzocker reingefallen - Was dagegen unternehmen?

Wieso wollt ihr einen Vertrag widerrufen, der nicht entstanden ist?

Zunächst dürfte es in aller Regel nicht gelingen den Nachweis zu erbringen, wer den Vertrag tatsächlich abgeschlossen hat. Vom Eigentümer des Computers oder des Internetzugangs kann nicht ohne Weiteres auf den Vertragsschließenden geschlossen werden.

Weiter dürfte der Vertrag schon daraus nichtig sein, weil die Kosten nicht klar und deutlich dem Vertragsangebot (ggf. der Einladung zum Angebot) zu entnehmen waren. Dann muss man aber nicht widerrufen, sondern der Vertrag ist kraft Gesetzes nichtig.

Wenn man minderjährig ist, beruft man sich auf seine beschränkte Geschäftsfähigkeit und die Nichtgenehmigung der Eltern zu dem Vertrag. Dann ist dieser auch kraft Gesetzes nichtig.

Sollte all das nicht helfen, hilft die Anfechtung wegen Irrtums weiter. Dann könnte aber möglicherweise ein Aufwendungsersatzanspruch entstehen. Daher sind die vorherigen Varianten zu bevorzugen.

Im Übrigen halte ich das oben irgendwo genannte Musterschreiben für nicht sonderlich hilfreich in Fällen von Minderjährigen bzw. in Fällen, in denen nicht klar ist, wer den Vertrag überhaupt geschlossen hat, was regelmäßig der Fall sein dürfte.

Als Minderjähriger empfiehlt es sich dringend, sich ausschließlich auf den Minderjährigenschutz zu berufen. Bei Erwachsenen ist meiner Ansicht nach zunächst diejenige Variante zu bevorzugen, nach der man abstreitet, den Vertrag selbst geschlossen zu haben. Erst wenn all das nicht in Betracht kommt, ist das Musterschreiben empfehlenswert.
Alt 25. 01. 2007, 00:02 Mace is offline Mit Zitat antworten #4
sebamed
1. schwarzes KKK-Mitglied
 
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Re: Auf Abzocker reingefallen - Was dagegen unternehmen?

geil!! guckt mal was ich eben gefunden hab...

die schmidtleins jammern über von banken gesperrte konten!

http://www.gomopa.net/Finanzforum/Ba...em.html#185381
Alt 25. 01. 2007, 03:19 sebamed is offline Mit Zitat antworten #5
StaTiC Spender
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Re: Auf Abzocker reingefallen - Was dagegen unternehmen?

Achja noch nen kleinen Nachtrag:

es kam vor ein paar Tagen, ein Bericht auf RTL. Ok gesagt wurde nix neues. Interessant war nur die Zahlen. Im Moment liegen gegen solche Seiten und nicht nur gegen die Schmidtleins ingesammt über 3000 Anzeigen deutschlandweit vor.

Von daher jeder, der Zeit hat, sollte ebenfalls ne Anzeige erstatten.
Alt 12. 02. 2007, 06:38 StaTiC is online now Mit Zitat antworten #6
hash Spender
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Re: Auf Abzocker reingefallen - Was dagegen unternehmen?

Es gibt jetzt ein rechtskräftiges Urteil zum Thema Abzocker-Seiten. Evtl. sollte man dieses ganze oben mit in den Sticky mit aufnehmen:

Zitat:
Versteckte Kosten auf Internetseiten müssen nicht gezahlt werden

Amtsgericht München veröffentlicht entsprechendes Urteil 19.02.2007
09:27


Wenn auf Internetseiten die Zahlungspflicht für dort angebotene Leistungen versteckt ist, kann der Kunde mit Erfolg dagegen vorgehen. Das Amtsgericht München wies in einem heute veröffentlichten Urteil die Klage der Betreiberin einer solchen Internetseite zurück (AZ: 161 C 23695/05). Eine Frau hatte dort ihre Lebenserwartung berechnen lassen und war davon ausgegangen, dass der Service über Werbung finanziert wird.
Der Hinweis, dass die Erstellung der Analyse 30 Euro kostet, stand erst unterhalb des Anmeldebuttons und konnte so nach Ansicht des Gerichts übersehen werden. Auch genüge es nicht, die Zahlungspflicht in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen anzusprechen. Die Kundin hatte zwar angeklickt, dass sie die Geschäftsbedingungen akzeptiere. Doch die Richterin entschied, dass man nicht damit rechnen müsse, dass hier versteckt auf die Zahlungspflicht hingewiesen wird. Das Urteil ist rechtskräftig.

Quelle: http://www.teltarif.de/arch/2007/kw08/s24978.html
Alt 19. 02. 2007, 10:05 hash is offline Mit Zitat antworten #7
BuggerT
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Beiträge: 6.903
Re: Auf Abzocker reingefallen - Was dagegen unternehmen?

Hier die Pressemitteilung des AG München als PDF:

http://www.ag-m.bayern.de/Pressemitt...serwartung.pdf


grtz
BuggerT
Alt 19. 02. 2007, 19:50 BuggerT is offline Mit Zitat antworten #8
shafire
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Beiträge: 1.756
Re: Auf Abzocker reingefallen - Was dagegen unternehmen?