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Boardwurm
Registrierungsdatum: Dec 2004
Ort: Sachsen
Beiträge: 339
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Instrumentenbau studieren?
Hey Leute.
Also, ich quäl mich jetzt noch ein Jahr aufm Gymnasium ab, dann hab ichs endlich geschafft (hoff ich mal stark  ). Naja, da ich nicht unbdingt spontan meinen Studienplatz wählen wollte, hab ich mir schonmal Gedanken gemacht. Ich wollte, wenns geht, nicht allzu theoretisch aktiv werden. Am Besten irgendwas mit Musik. Da hab ich neulich mit nem Kumpel geredet. Er meinte, sein Bruder hat Instrumentenbau studiert und es sei supergeil. Habt ihr Erfahrungen oder Ähnliches auf diesem Gebiet? Was, außer Musikwissenschaften, kann man denn noch in Richtung Msuik studieren?
Danke schonmal!
Mfg,
Shadow2
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04. 02. 2007, 18:17
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#1
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Mitglied
Registrierungsdatum: Jul 2005
Ort: Hölle auf Erden
Beiträge: 1.353
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Re: Instrumentenbau studieren?
Musik vielleicht? So in Richtung Jazz oder Popularmusik z. B...
Ansonsten möchte ich Dir mitteilen, dass Instrumentenbauer an sich keinen leichten Stand in der heutigen Konsumgesellschaft haben.
Begründung:
Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder Du kommst bei einem anderen Instrumentenbauer unter Vertrag (was eher unwahrscheinlich ist), oder Du musst Dich selbständig machen, um Deine Produkte zu verkaufen. Keine Ahnung, was Dir genau vorschwebt - gehen wir einfach mal davon aus, Du möchtest Gitarren bauen.
Handgebaute Instrumente sind verdammt teuer. Nur wirklich gute Musiker leisten sich mal so was. (Oder solche, die von Geburt an glauben, gute Musiker zu sein...) Die grossen Umsätze werden jedoch mit Massenware gemacht.
Während ein befreundeter Gitarrenbauer mehrere Tausend Euro für eine Gitarre verlangt, und dabei noch höchstens ein bis zwei Hunderter verdient, haben grössere Hersteller bei gleichteuren Instrumenten doch noch eine Spanne von ungefähr 10% bis 20% drauf.
Ein Hersteller aus China bietet dann die gleiche Gitarre als Kopie für nur 10% des Preises an, und verdient daran womöglich noch 30% - 40% pro Teil.
Fazit: Du musst Dich abrackern, hast wenig bis keine Perspektive, und musst ständig Deine (an für sich angemessenen) Preise vor irgendwelchen Kiddies rechtfertigen, die natürlich wissen wollen, wieso eine 7-saitige Klampfe bei Dir doppelt so viel kostet, wie bei der Ibanezgitarre, (die eigentlich in Korea, Japan oder China hergestellt wird).
Mein Bekannter brauchte fast 10 Jahre, um langsam auch davon leben zu können. (Und er gehört zu den erfolgreicheren Exemplaren seiner Art hier in Deutschland.) Wenn es mal soweit ist, dass Du internatial einen entsprechenden Ruf hast, dann mag es ganz gut laufen. Aber der Weg dahin ist steinig und schwer...
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05. 02. 2007, 13:48
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#2
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HAL 9000
Registrierungsdatum: Jan 2007
Ort: Sachsen
Beiträge: 152
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Re: Instrumentenbau studieren?
Wie darkwater schon sagt, der Weg ist Steinig und lang bis dahin...
Aber als größte Schwierigkeit seh ich das erstmal zu lernen!
Hast du dich mal schlau gemacht wo das in Deutschland geht?
Es gibt soweit ich weiß nur 2 (ZWEI) Schulen/Bereufsschulen/etc. die sowas ausbilden:
1. Mittenwald in Bayern. Da kannste das endgeil lernen, größtenteils klassisch angehaucht... vorallem aber streichinstrumente...(also nichts mit E-Gitarren...)
Problem: Die wollen fertige Künstler haben, da wirst du kaum angenommen werden...
2. Klingental im Vogtland. Hier gibts eine richtige Schule, wo pro Jahr 5 (FÜNF!!!) bis 6 Zupfinstrumentenmacher (die richtige Bezeichnung für jemanden der Gitarren baut) ausgebildet werden... Hier ist die Quote so 20%, das du einen Platz bekommst... (Aber hier bewerbe ich mich auch schon...  )
Das ist das was ich weiß... Wo kommst du her @ Shadow2 ? Sachsen ist groß... Ich komm aus Oschatz bei Riesa
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06. 02. 2007, 15:34
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#3
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Mitglied
Registrierungsdatum: Jul 2005
Ort: Hölle auf Erden
Beiträge: 1.353
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Re: Instrumentenbau studieren?
Ich möchte anmerken, dass es viele Gitarrenbauer ohne Ausbildung an einem der zwei Instituten gibt. Viele Mucker steigen auch quer über eine vorangehende Lehre als Schreiner ein.
Ansonsten stimme ich jedoch meinem Vorredner zu.
Hilft aber trotzdem nix. So oder so steht man danach da und hat Schwierigkeiten sein täglich Brot zu verdienen. Mein Bekannter hat die ersten Jahre nur überstanden, weil er nebenher regelmässig Kohle durch die Auftritte seiner Band bekam, und weil er jeden Abend zusätzlich noch Unterricht gab.
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06. 02. 2007, 15:50
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#4
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Lecker
Registrierungsdatum: Sep 2006
Ort: Hinter Dir!
Beiträge: 587
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Re: Instrumentenbau studieren?
Jo, so siehts aus, n Kumpel von mir hat besagte Schule in Mittenwald besucht, is jetz mit ner Halben Stelle bei nem Gitarrenbauer in München untergekommen und kann davon leben aber halt auch nich grad in Saus und Braus.
Allerdings machts ihm ziemlich viel Spass, also man muss da wohl eher subjektiv rangehn, aber wie gesagt, der Arbeitsmarkt is auf dem Sektor nich gerade berauschend.
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06. 02. 2007, 15:57
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#5
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Boardwurm
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Dec 2004
Ort: Sachsen
Beiträge: 339
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Re: Instrumentenbau studieren?
Okay, das sind ja nicht gerade die Antworten, die ich mir erhofft hatte
Ich war so froh, was gefunden zu haben...
Naja, ich komme aus Mittweida. Meines Wissens nach gibts ne UNI in Plauen, die das auch anbietet oder zumindest sowas in der Richtung!
Berichtigt mich, wenn ich mich irre
Ansonsten danke für die Antworten!
Mfg,
Shadow2
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06. 02. 2007, 19:06
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#6
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HAL 9000
Registrierungsdatum: Jan 2007
Ort: Sachsen
Beiträge: 152
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Re: Instrumentenbau studieren?
ich geb dir n tip: versuch doch mal ein Praktikum in der Richtung zu machen. Ich hab in den letzten Herbstferien bei Warwick in Markneukirchen eins gemacht. Die bilden dort zwar nur Möbeltischler aus, aber dort kannst du dir erstmal n Überblick geben, was für Ansprüche an ein Instrument gestellt werden und wie du Sie erfüllen kannst. Mir hat das echt viel geholfen.
Bei nem selbstständigen Gitarrenbauer wirst du wohl kaum was finden... und wenn ja, dann als Putze oder Handlanger, denk nich das der dich an die Instrumente lässt.
Bei Warwick durft ich wenigstens Inlays setzen, Bodys auslackien und Griffbretter schleifen, was ja eingentlich schon ne recht wichtige Arbeit is... Aber ich musst auch das Lager aufräumen und in der Chefetage n Regal aufbauen.
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06. 02. 2007, 20:05
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#7
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