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(Threadstarter)
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Beiträge: 44
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
Soooodala! Jetzt war ich ja lang nicht mehr im besten Kurzgeschichtenthread hier! Umso schöner, dass sich doch noch immer was tut!
Also sehe ich mich verpflichtet, auch selbst wieder eine Geschichte beizutragen.
Mal sehen, was es wird.... Achtung, Cemo2! Stopp die Zeit! 11:17
Schlafen im Zug
Ich schlafe im Zug. Da ziehe ich meinen karierten Pyjama an, putze mir hemmungslos die Zähne und entleere nochmals meine Blase.
Ich lege mich hin und decke mich zu. Dann geht die Reise los. Meist dauert es eine Weile, bis ich die richtige Position gefunden habe, um fest einschlafen zu können.
Dann merke ich, wie sich alles um mich vergessen macht. Die Gleichgültigkeit sagt gute Nacht.
Schon meine ich, ich schliefe, jedoch ist es der Halbschlaf, der Einzug gehalten hat. In ihm steige ich ins Leere. Obwohl nur halbgeträumt, versuche ich gleichzugewichten und es schreckt mich aus dem Schlaf. Gott sei Dank ist es niemandem aufgefallen.
Ich winde mich von einer Seite auf die andere, während mir unkontrollierte Winde entfleuchen, die sich in alle Richtungen verbreiten.
Auch das ist mir egal. Ich möchte nur endlich schlafen. Hatte so einen harten Tag.
Da ist er wieder, der Halbschlaf. Wie von selbst, ganz von allein klappt mir der Mund auf. Ich beginne schwer zu atmen. Ein Speichelfluss beginnt sich seinen Weg aus dem Mundwinkel zu bahnen.
Wieder wache ich auf und schließe den Mund.
Vielleicht ist es doch nicht so gut im Zug zu schlafen. Ich stehe auf und mache das Fenster zu.
...hehe... Achtung, achtung! 11:31. Gar nicht so schlecht. Und was für eine wundervoll doppelbödige Pointe! Wer kommt drauf?
Bis bald, ich versprechs!
mfg, PW
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08. 04. 2007, 10:32
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#26
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genehm sympathisch
Registrierungsdatum: Apr 2006
Ort: Berlin
Beiträge: 2.054
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
Sehr schön paulweix. Sehr schön ruhig, verträumt, blau.
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08. 04. 2007, 20:28
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#27
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Mitglied
Registrierungsdatum: Dec 2005
Beiträge: 1.968
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
Der Sommer ist da, geht ein bisschen an die frische Luft, Kinder.
Ich werde wohl auch seltener schreiben, aber ich hoffe der Thread hier landet deswegen nicht auf Seite 2. So, jetzt aber Schluss mit Smalltalk. Stop die Zeit. 14:55. Los gehts!
Pass auf, Cäsar, hinter dir!
Ob ich jemals verliebt war, fragen sie mich. Natürlich war ich verliebt. Unsterblich verliebt. Damals... Die Tochter des Restaurantbesitzers am Ende der Gasse... Natalia. In meinem Alter, grade 21 Jahre.
Ihre Augen, wohlgeformt wie Mandeln, doch verlockender. Ihre Haare, kastanienbraun und hüftlang. Wehend im Wind wenn sie lief... nein, wenn sie gleitete. Wie der Sommer, doch wärmer. Natalia.
Sie war immer im Restaurant und lächelte jeden Kunden mit ihren leuchtenden Augen an. Ich durfte natürlich nicht rein, ihr Vater warf mich jedes Mal raus. Meine Geldbörse war zu leer, meine Kleidung zu abgenutzt. Am Fenster betrachtete ich sie wenn die Sonne aufging und erst spät in der Nacht ging ich nach Hause, wenn sie wieder weg war.
Eines Tages dann... jemand schlich in den Laden. Ganz unauffällig. Ich beobachtete alles von meinem Platz am Fenster. Er zog eine Waffe und schrie Natalia an. Sie bekam einen Schock. In ihren Augen, die immer gestrahlt hatten, sah ich Tränen. Ihr Mund verzerrt vor Furcht.
Und sogar dann sah sie noch wunderschön aus, wie ein Gemälde. Der Mann nahm das ganze Geld und rannte der Tür entgegen. Meine Chance. Die einzige Chance. Ich riss mich aus meiner Gedankenwelt und rammte den Mann, als er an mir vorbeiwollte. Im nächsten Moment Jubelschreie. Alle durcheinander und alle Augen auf mich gerichtet. Der Restaurantbesitzer kam raus und schüttelte mir die Hände. Umarmte mich. Doch der ganze Trubel war mir egal. Natalia kam raus und lächelte mich an mit dem Blick, der mich schmelzen ließ. Sie nahm mich an der Hand und führte mich in das Restaurant. Zusammen genossen wir den Cappuccino. Nur ich und sie. Und ihr Ehemann.
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15:20.
25 Minuten? ... Langsam werde ich wirklich alt...
Rostend
Cemo2
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09. 04. 2007, 14:25
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#28
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
war ne doofe geschichte...
Geändert von deleted user (07. 07. 2007 um 16:50 Uhr).
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09. 04. 2007, 21:31
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#29
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Mitglied
Registrierungsdatum: Apr 2007
Beiträge: 6
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
Mensch, hier gibt es aber auch alles. Ich möchte auch was zum besten geben. Mal sehen...
Eine Kugel, ein Schuß
Es regnete. Genau genommen schüttete es. Die grauen Hochhausfassaden ragten gigantisch in den Himmel, schienen die Wolken zu berühren. Schwarz, graue Wolken hingen am Himmel wirkten wie ein Dach, das jeden Augenblick herab stürzen könnte, wären da nicht die Hochhäuser die es stützen.
Addison stand am Fenster und beobachtete das gegenüber liegende Hochhaus. Seine Augen suchten ein bestimmtes Stockwerk ab, ein bestimmtes Appartment. In dem fraglichen Apartment brannte kein Licht, es war also niemand da.
Er hatte noch Zeit. Addison ging in die Küche und machte den Kühlschrank auf, der gut gefüllt war. Eine Packung Saft hatte es ihm angetan. Zusammen mit dem Saft kehrte er in das Wohnzimmer zurück. Auf das Sofa fallend, machte er den Fernseher an und schaltete durch die Programme.
Für eine Stunde schaute er sich eine Dokumentation über Chinesische Sitten und Gebräuche an, danach eine Dokumentation über Raubkatzen und ihr Jagdverhalten.
Addison und die Raubkatzen hatte einiges Gemeinsam. Sie gingen auf die Jagd, sie griffen ihre Beute lautlos, und überraschend an. Und beide konnten mit einem Biß töten.
Dann kam eine Dokumentation über eine Elite Einheit des Militärs und Addison erinnerte sich an seine Jugend.
Er wusste noch genau, wie seine Eltern sich aufgeregt hatten als er ohne Schulabschluß nach Hause kam. Seine Mutter fing sehr schnell zu weinen an. Sein Vater brüllte wie wild herum und schlug Addison ins Gesicht.
"DU KANNST ABER AUCH GAR NICHTS, DU FAULER NICHTSNUTZ." Hatte sein Vater gebrüllt und ihn wieder geschlagen.
Addison hatte die ganze Nacht geheult bis sein Kopfkissen tropfnaß war.
Früh Morgens kam sein Vater ins Zimmer und zerrte ihn aus dem Bett.
"Komm, junge, wird Zeit das du ein Mann wirst."
Das Bootcamp war die reinste Hölle. Sein Drillseargent war alles andere als zimperlich. Tag für Tag wurden sie für den Krieg gedrillt, Tag für Tag wurden sie beleidigt und niedergemacht.
Als Addison dachte, am untersten Ende der Hölle angekommen zu sein, kam Vietnam. Die wahre Hölle.
Nur selten hatte er den Feind zu Gesicht bekommen, nur seine sterbenden Kameraden, die vor seinen Augen starben ließen ihn stehts wissen das der Feind irgendwo dort im Gebüsch hockte und nur darauf wartete ihn nieder ballern zu können.
Nach drei Monaten verfiel Addison in eine Art Blutrausch und mähte den Feind wie ein Roboter nieder. Er hörte auf zu denken, fing an zu schießen, auf alles was sich bewegte.
Er bekam zahlreiche Orden und Empfehlungen, Generäle schüttelten ihm die Hand und sagten ihm was für ein tapferer Kerl er sei oder wie gut er seinem Land gedient hätte.
Dann wurde er von einer Anti Terror Einheit rekrutiert.
Mit zweiundvierzig wurde er aus dem Militärdienst entlassen, man hatte keine Verwendung mehr für ihn.
Die Arbeit in der Fabrik ging er schweigend und in sich gekehrt nach. Er pflegte keine sozialen Kontakte und konnte die Rolle des Soldaten nicht ablegen. Auch das tägliche Mobbing ertrug er ohne Emotionen.
Oft saß er alleine zuhause, den Lauf seiner Pistole zwischen seinen Lippen und suchte nach dem Mut ab zu drücken.
Als ihm eines Tages, nach der Arbeit, einige Arbeitskollegen ihm auflauerten, um ihn zusammen zu schlagen, kehrte Addisons Blutrausch zurück. Einem brach er das Genick, zwei prügelte er Krankenhausreif, von denen einer im Krankenhaus starb und der andere ins Koma fiel. Zwei weitere Arbeitskollegen flüchteten und gingen zur Polizei.
Anstatt sich zu stellen, flüchtete Addison vor der Polizei und suchte Hilfe bei einem alten Kameraden aus dem Krieg. Dieser verschaffte ihm gefälschte Papiere und einen neuen Job. Eigentlich waren es mehrere Jobs, mal ein Prominenter, mal ein Minister und heute ein Präsidentschaftskandidat.
Es regnete immer noch.
Aus dem Augenwinkel bemerkte Addison das im gegenüber liegenden Hochhaus Licht an gemacht wurde. Er ging ans Fenster und nahm das Zoomobjektiv aus dem geöffneten Koffer, der auf einem kleinen Tisch am Fenster, lag.
Durch das Objektiv konnte Addison sehen wie ein kleiner, dicklicher Mann das Appartment betrat, zusammen mit einer leicht bekleideten, blonden Frau. Der dickliche Mann war eindeutig der Präsidentschaftskandidat fummelte lüstern an der leicht bekleideten Frau herum.
Addison nahm das Objektiv herunter und griff in den Koffer. Langsam und ruhig begann er das Gewehr zusammen zu bauen, er befestigte die Schulterstütze, setzte die Abschußkammer zusammen, schraubte den Lauf an und holte einen leeren Munitionsstreifen aus dem Koffer.
Noch einmal schaute er durch das Objektiv. Die Frau war an das große Panoramafenster gepresst, mit hoch gezogenem Minirock. Hinter ihr presste sich der Präsidentschaftskandidat an sie, Addison brauchte nicht länger zu, zuschauen um zu wissen was die beiden dort machten.
Das Zoomobjektiv rastete über dem Lauf ein und er schraubte den Schalldämpfer auf. Aus einem kleinen Fach, im Deckel des Koffers holte er eine Patrone herraus und steckte sie in den Munitionsstreifen. Mit dem typischen Klicken, rastete der Munitionsstreifen ein und Addison lud mit einem Kräftigen ruck das Scharfschützengewehr durch.
Nur einen Spalt breit öffnete er das große Schiebefenster, das auf den Balkon führte. Feuchte Luft, gemischt mit Benzinabgasen drangen Addison in die Nase und er hörte das Prasseln des Regens auf dem Balkon.
Langsam zog er einen Stuhl ans Fenster und kniete sich davor. Das Gewehr auf der Stuhllehne ruhend, blickte er durch das Zielfernrohr.
Er zoomte so weit an den Präsidendschaftskandidaten heran, bis er seinen Kopf un den der Prostituierten gut erkennen konnte.
Der Gesichtsausdruck der schien nicht sehr freudig zu sein, eher abstoßend. Addison konnte das verstehen. Der Mann schwitzte heftigst, sein Gesicht wirkte aufgedunsen und fett. Schweißperlen rannten ihm über die Stirn, die so rot glühte als hätte er Fieber.
Für einen kurzen Augenblick dachte Addison, der Präsidentschaftskandidat wurde an einem Herzinfarkt sterben.
Konzentration.
Addison fing an seine Atemzüge an die des Präsidentschaftskandidaten anzupassen.
Vor und zurück, vor und zurück, vor und...
Seinen Zeigefinger krümmte sich und betätigte den Abzuck, die Schulterstütze drückte gegen seine Schulter und mit einem leisen zischen verließ die Kugel ihren Lauf.
Addison war in eine Art Trance verfallen und beobachtete fast wie in Zeitlupe wie die Patronenhülse aus der Kammer sprang. Sie drehte sich in der Luft und fiel abwärts.
Währenddessen hatte die Kugel ihr Ziel schon fast erreicht. Risse zogen sich durch die Scheibe, wuchsen von dem kleinen Loch, durch das die Kugel eintrat, zu den Rändern des Fensters. Während der Präsidentschaftskandidat nach hinten geschleudert wurde, gab das rissige Fenster unter dem Druck der Prostituierten nach. Für den Bruchteil einer Sekunde, schreckte die Frau zurück und taumelte an der Kante des Fensters. Dann stürzte sie den Glassplittern hinterher.
Am nächsten Tag, saß Addison in einem kleinen Cafe und laß die Zeitung. Neben ihm stand ein schwarzer Koffer.
In der Zeitung fand er folgenden Artikel:
--Präsidentschaftskandidat M. Tierssen erschoßen.--
Auf der nächsten Seite fand er einen weiteren Artikel:
--Ehepaar tot in Wohnung aufgefunden.--
Er legte die Zeitung auf den Tisch und nippte an seinem Kaffee. Ein Mann kam zu ihm an den Tisch, er hatte einen schwarzen Aktenkoffer Dabei.
"Entschuldigen sie, haben sie Feuer?" Fragte der Mann mit dem Aktenkoffer und Addison hielt ihm ein Feuerzeug entgegen.
Der Mann stellte den Aktenkoffer neben Addisons Aktenkoffer ab und steckte eine Zigarette zwischen die Lippen. Nachdem er die Zigarette angezündet hatte, bedankte sich der Mann bei Addison und hob Addisons Aktenkoffer auf und verließ das Cafe. Kurze Zeit später verließ auch Addison das Cafe und verschwand zwischen den Passanten.
Okay, ist doch länger geworden als ich dachte. Ich hoffe es gefällt euch trotzdem.
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15. 04. 2007, 11:21
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#30
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Mitlgied
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
Meine Zeit liegt wohl so bei 14 Stunden hihi
Hans
Der Mensch ist ein Tier. Das sagt jeder, wenn man die Fundamentalisten nicht mitrechnet. Auch Hans war ein Tier. Ganz klar. Jeder war ein Tier. Hans war ein bisschen zu viel Tier. Sobald es dunkel wurde, stahl er sich aus dem Haus seiner Eltern. Auch er wohnte dort. Auch in dieser Nacht war Hans wieder auf der Straße. Es regnete und schwere schwarze Wolken verdeckten die kleine Sichel des Monds. Hans sah sich um. Er kannte die Straßen, war sie seit Jahren jeden Tag abgelaufen. Und jede Nacht. Um genau zu sein, war Hans die Straßen seit 4 Jahren abgelaufen. Auf und ab. Die anderen hatten sich einen Spass daraus gemacht, sich hinter den Hausecken zu verstecken, ihm aufzulauern und ihn mit Steinen zu bewerfen. Große Steine. Irgendwann hatte Hans angefangen, sie auf dem Hof anzuspringen, seine Fäuste in ihre Magengruben zu pressen und sie dann zu beißen. Hans ging in die vierte Klasse. Er hatte Spaß daran gefunden, andere zu beißen. Schnell wurden die Steinschlachten seltener, niemand wollte den Zorn dieses Tollwutjungen auf sich ziehen. Hans' Eltern störte das alles nicht. Es war das militant Vegane laissez faire-Pack, das immer öfter anzutreffen war. Und so kam es, dass Hans Spätnachts in der verlassenen Straße stand. Heute wollte er sich heute nicht auf ahnungslose Opfer am Straßenrand beschränken. Er hatte etwas größeres geplant. Er stand vor dem Reihenhaus einer alten Frau. Niemand kannte sie so richtig, niemand war mit ihr befreundet. Niemand konnte schlechtes von ihr sagen. Man konnte schlicht nichts von ihr sagen. Jeder wusst, dass die Schlösser der Hintertüren in der Siedlung durch einen leichten Druck an der richtigen Stelle zu öffnen waren. Es war nicht der einzige Konstruktionsfehler an der Neubausiedlung neben dem Industriepark gewesen. Hans stand im dunklen Flur. Er brauchte kein Licht, draußen hatte er sich schon an die Dunkelheit gewöhnt. Langsam ging er auf die Treppe ins Obergeschoss zu. Er wusste wo das Schlafzimmer der Alten war, denn dort wurde die Jalousie morgens immer zuerst geöffnet und Abends zuletzt geschlossen. Er stand vor der Tür. Sein ansonsten so leises Herz wummerte. Gleichmäßig öffnete er die Tür, er wollte sich durch ein quietschen nicht verraten. Er konnte nichts erkennen, er roch nur den beißenden Geruch von Mottenkugeln. Kurz überlegte er. Von Außen konnte man durch die Jalousie kein Licht sehen. Er schlich zum Lichtschalter und drückte. Das Licht blendete ihn, doch durch die zusammengekniffenen Augen sah er sie. Hunderte Kreaturen, mit funkelnden Augen zum Sprung bereit. Hans fürchtete um sein Leben, war wie paralysiert. Seine Augen gewöhnten sich an das Licht. Die alte Frau hatte wohl schon viele Katzen gehabt. Hunderte verschiedene Rassen standen, saßen und lagen hier. Geschickt ausgestopft. Hans holte tief Luft, bereute es aber wegen den Mottenkugeln sofort wieder. Er ließ das Licht an, als er die Tür hinter sich schloss. Er musste umdenken. Er war ganz still. Aus dem Nebenzimmer hörte er ein leises Husten. Er öffnete die Tür. Da lag die Alte. Neben ihr, ein mindestens genauso alter Kater. Hans leckte sich die Lippen. Langsam ging er um das Bett herum. Fast wäre er über einen kleinen Schemel mit einer flasche Likör gestolpert. Langsam stellte er sich neben das Bett. Hans brauchte kein Messer. Blitzschnell packte er zu und drückte seine beiden Daumen in die flauschige Stelle am Hals. Es dauerte nicht lange. Bald lag der leblose Körper in seiner Hand. Die Alte hatte nichts bemerkt. Den Kater in der Hand, verließ er das Zimmer. Er ging in die Küche, nahm ein scharfes Messer und trennte das Fleisch von den Knochen. Es war ein Festmahl. Mit den restlichen Teilen in einer Plastiktüte verließ er das Haus. Er würde sie irgendwo entsorgen. Einige Wochen später fand Hans' Beerdigung statt. Die Katze hatte irgendwelche Bakterien gehabt.
Dank an Cemo2, der mich zum Geschichtenschreiben animiert hat. Ich würds jetzt mal als Randomhorror bezeichnen... oder so.
Geändert von Hundberg (15. 04. 2007 um 21:15 Uhr).
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15. 04. 2007, 15:39
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... und die Schrotflinte
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
Geändert von nocks (15. 04. 2007 um 21:53 Uhr).
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15. 04. 2007, 20:12
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#32
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... und die Schrotflinte
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
Okay. Wir haben 22:20. Ich habe Zeit. Ich schreibe... irgendwas. Einfach Gedanken. Erwartet keine Pointe.
Ein Abend
Ich meine es geht dennoch weiter. Was sind wir? Ich tanze auf der Welt, ich bin das Herz in der Straße, der Impuls der anderen. Ist das gut? Werde ich respektiert? Bin ich beliebt? Ich dehe mich im Kreis. Gestern war zu viel.
Es war nichts besonderes. Ein üblicher Abend. Zumindest dachte ich das. Wir saßen zusammen im "Benjo's Swing In" und tranken unser Bier. Es fing immer mit Bier an. Der Anfang macht das Bier und damit eine Stille. Versteht mich nicht falsch, wir sind keine Trinker. Oh nein. Wir sind Freunde. Wir sind alle anfang zwanzig. Und doch kaputt. Nachdem Bier redeten wir über unsere Erlebnisse in der Woche. Das ganze wirkt wie eine Art Selbsthilfekurs, so persönlich wie nichts anderes auf der Welt. Du redest und redest - und lässt nichts aus. Deine Gedanken schweifen, du sprichst ein Essay, lückenlos, fehlerfrei, den Punkt benennend. Als wenn du mit einem Mal aufblickst und merkst wo du bist. Ein Fluss voller Assoziationen, Wünsche, Hoffnungen und Tatsachen. Selbsthilfekurs? Kann man das so nennen? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass wir uns schon immer darauf gefreut haben. Wir reden und debattieren. Und trinken. Und tranken.
Mittlerweile waren wir bei billigem Whiskey angelangt. Viele Ciaretten wurden geraucht. Das macht meine Lunge lange nicht mehr mit. Ich habe ohnehin einen Defekt, seit meiner Geburt musste ich mich schonen. In der Kur war ich auch. Das letzte mal vor neun, fast zehn Jahren. Wir sind jung und zerstören uns. Bei vollem Bewusstsein würden wir es nicht ertragen, desshalb benebeln wir uns und arbeiten so undercover. "Im Vorhinein eine Entschuldigung für sein Gewissen finden", so ähnlich habe ich das mal ausgedrückt. An einem Freitag, im "Benjo's Swing In." Letzte Woche? Nein, die davor. Oder doch? Nein. Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht mehr. Ist das wichtig?
Nah am Delirium leben, die Wirklichkeit vergessen. Dabei ist die Realität nicht aussichtslos. Ein Leben in Saus und... Ich schweife ab.
Habe ich gesagt, dass es ein üblicher Abend war? Nein. Das dachte ich. Nach dem Whiskey bezahlten wir, brachen die Runde in der Mitte ab und verließen das Etablisment. Ein frühes Ende? Oh nein, nein. Haha. Ein Freund rief an. Da war eine Party. Mit vielen Leuten. Anderen Leuten. Wir kannten weder den Gastgeber, noch die Gesellschaft - noch den Grund der Party, wir waren auch nicht eingeladen. Aber wir gingen hin. Und das ist der Punkt.
Auf dem Weg zur U-Bahn rauchten wir "White Whiddow", ich weiß immer noch nicht wie Ben so etwas auftreiben konnte. Warscheinlich schuldete jemand ihm einen großen Gefallen. Er hatte fast nie Geld und meistens bin ich derjenige, der ihm etwas leit. Merkwürdigerweise fühle ich mich nie ausgenutzt dabei. Ich weiß, dass er alles daran setzten wird mich bald zurückzuzahlen. Es ist eine Art Ruhe dabei. Die Beträge werden ausserdem nicht größer, also denke ich mir nichts weiteres.
"White Widdow" hat gewirkt. Ich nahm die Umwelt anders wahr. Mariuhana. Green Gold. Kiffen. Kiffer waren wir nicht. Nein, wir rauchen nur ein paar mal im Jahr einen Joint. Zumindest sagte man das denen, die fragten. Es stimmte nicht. Das ganze "Wir ballern uns das Hirn weg" gehörte zum großen, unbekannten Plan X, die unbewusst geplante Selbstzerstörung. Unbewusst geplant? Ja. Denn wir wussten wohin wir gingen, sprachen es aber nicht aus.
Die Bahn kam pünktlich. Wir mussten nicht lange warten. Nach 20 Minuten waren wir schon angekommen. Endstation Obergplatz. Eine Nobelgegend. Die Leute auf den Straßen kennen wir. Meistens sind es Freunde von uns, abgeschossene. Dealer, vom örtlichen "Boss" bekamen sie ihr Gras, verkauften es weiter und durften 15% des Erlöses behalten. Gras? Nicht nur Gras. Diese Leute brauchen härtere Sachen. Marvy kaufte ein paar Tabletten. Ich schüttelte den Kopf.
Die Party war ausgelassen. Es war eine typische Vorgeschichte. Die Eltern waren übers Wochenende verreist. Paris, Madrid, Rom. Unwichtig. Bis auf ein Zimmermädchen war jegliche Autorität verschwunden. "Lasst sie rein, wir feiern, wir feiern, ahh!". Irgendwer schrie meinen Namen. Ich bekam alles mit. Jemand klopfte mir auf die Schulter. Wie es mir denn gehe? Wer war das? Der Russe? Wie es mir gehe, was mache ich? Ich bin so lange nicht mehr dagewesen? Ich kenne ihn nicht. Ich bin nett, beende das Gespräch indem ich auf die Bowle hinweise. Bier, Whiskey, Gras und jetzt auch noch Bowle? Was brauche ich denn? "Nicht satuniert"? Bismarck geht mir durch den Kopf. Und Rachmaninoff. Wo ist mein Portmoine? Mein Handy? Schlüssel? Ich muss doch noch nach Hause kommen. Ach, hier. Alles okay. Ruhe.
Ich bin 25. Ben 24, Marvy wird demnächst 22. Ich habe mein Abitur, Zivildienst, nichts. Ben holt es gerade nach, was Marvy macht... weiß ich nicht mehr.
Marvy war auf dem Klo. Irgendeine Lisa mit ihm, er hat sich eine Linie gezogen und mich angegrinst. Seine Augen waren rot. Die Tür knallte zu, der Schlüssel wurde umgedreht. Beide waren drin, ich hab' gehört er sei mit ihr irgendwann gegen drei Uhr gegangen. Freitag werde ich mehr erfahren. Spätestens.
Ben fing an mehr zu trinken. Er entdeckte eine alte Freundin, sie haben sich in eine ruhige Ecke gesetzt und über "die alten Zeiten" geredet. Sie war verzweifelt, man sah es ihm an. Er fühlte sich schlecht. Das Interesse an einem Gespräch verflog schnell, aber er war gefangen und fühlte sich Schuldig beim Gedanken zu gehen. Sie kannten sich doch so gut. Früher.
Die Musik wurde mir zu laut. Ich fand Bollon und wir gingen Cigaretten kaufen. Er ist der jüngere Bruder eines bekannten Schlägers. Siebzehn, jung und... voller Illusionen über's Leben. Ich glaube er spielte Gitarre in einer Indie-Band. Irgendwas ruhiges, Thom Yorke, Thom Yorke, es war immer Thom Yorke über den er redete. Radiohead, Radiohead. Sein Dialekt kotzte mich an.
Grade mal halb eins. Die Luft draussen wurder klarer. Ich konnte die Sterne sehen. Etwas Kühl. Wir rauchten und unterhielten uns über Musik. Ich tanzte auf der Strasse. Er lachte.
Ich ging wieder rein, fest entschlossen mir die Kante zu geben, bevor ich gehe. Denn so wird die Bahnfahrt, der Weg nach Hause erträglicher. Und dann kann ich schlafen. Lange und tief. Hahaha, die nächtliche Agonie liebe ich.
Aber es wurde anders. Ich traf Tim. Wir redeten. Über "vergangene Zeiten", "Fehler" und "wie's dir denn so geht?". Ich war nicht gelangweilt, wir waren beide betrunken und fingen an zu philosophieren. Er zitierte Tocotronic und Blumfeld, ich blieb ruhig und trank den Southern Comfort von 98, den ich in irgendeinem Schrank im Wohnzimmer gefunden hatte. Inzwischen war das Haus leer. Ein paar Leute schliefen im Wohnzimmer ihren Rausch aus. Die Küche hat jemand abgeschlossen und den Schlüssen versteckt. Ein Stuhl wurde zerfetzt. Das Buffet in der Küche hat jemand in den Flur gestellt. Der Garten war voller Kippen, Schampusflaschen lagen im Teich. Irgendwelche Fische sind daran gestorben, ich glaube es waren Kois. Aus meiner Sicht ein teurer Spaß. Gastgeber und Zimmermädchen fingen an aufzuräumen. Marvy ist gefahren, Ben ist eingeschlafen. Und ich saß draussen und unterhielt mich mit Tim. Über alles.
Es war wie in der Bar. Nur waren wir zwei Leute. Wir gingen zusammen zu einem Kiosk, dort angekommen setzten wir uns hin und ich gab ihm meine letzte Cigarette. Wir rauchten in Ruhe, der Kiosk hatte noch nicht auf.
Ein alter Freund kam mir entgegen. Im Anzug. Und einer Aktentasche. Typ Agent. Typ "Ich arbeite an der Börse". Typ "Ich fahre einen BMW". Wir unterhielten uns, er gab' mir seine Karte. Irgendwas mit Autos hat er am Hut. Ich habe sie nicht verloren, sie liegt hier neben mir. Vielleicht rufe ich an.
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15. 04. 2007, 21:49
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#33
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Mitlgied
Registrierungsdatum: Jun 2006
Beiträge: 304
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
Eine Alternativkurzgeschichte, direkt aus dem Leben gegriffen.
Lieber Herr Sportlehrer,
wenn Gott gewollt hätte, dass Männer tanzen, hätte er ihnen rosa Turnschuhe gegeben. Ich kann das rumgehopse zu Musik, die vor 15 Jahren cool und neumodisch war nicht mit meinen religiösen Überzeugungen vereinbaren. Ich kann weder 1-2-3-4-Drehn-2-3-4, noch Vor-Über-schritt-Kick mit meinen Bandscheiben vereinbaren.
Ich kann im Ganzen sehr wenig mit Ihnen vereinbaren, lieber Herr Sportlehrer.
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16. 04. 2007, 17:12
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#34
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Mitglied
Registrierungsdatum: Dec 2005
Beiträge: 1.968
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
Hey, Charles, raus aus meinem Kopf!
Heutige Revolutionäre sind etwas lustiges. Sie tragen rote Baretts auf dem Kopf. Sie lesen das kommunistische Manifest von Marx. Sie kämpfen ihr ganzes Leben lang gegen den Kapitalismus nur um sich am Ende durch ein Che-Guevara Shirt von H&M ins eigene Knie zu schiessen.
Heute schon in den Schrank geschaut?
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20. 04. 2007, 09:27
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#35
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Mitglied
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Nov 2006
Beiträge: 44
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
Cemo2, du hasts auf den Punkt gebracht. Kurz und bündig. Danke.
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20. 04. 2007, 10:05
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#36
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Mitglied
Registrierungsdatum: Dec 2005
Beiträge: 1.968
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
Internetfetisch: Tragödie in einem Akt
Wenn Lutz daran dachte musste er innerlich lachen. Kellerkinder an ihren Computern. Den ganzen Tag gebannt auf einen Bildschirm starrend. Und was sie den ganzen Tag betrachteten war noch grotesker. Frauen die sich auf die Gesichter von Männern setzen mussten. Kleinkinder in Windeln. Erwachsene in Windeln. Natursek... brrrr, er schüttelte diesen letzten Gedanken ab. Darüber wollte er nichtmal nachdenken. Erbärmlichkeit war ein Gefühl, doch wenn einer dieser neumodischen schwulen Maler mit Baskenmütze dieses Gefühl zeichnen wollten, dann würde als Endprodukt eines dieser Kellerkinder dabei herauskommen. Er wollte nicht weiter daran denken. Seine Mutter kam die Treppen hoch und schrie: "Lutz, Essen ist fertig!"
Lutz drehte sich abrupt um, aus seinen Gedanken gerissen, und starrte auf die Uhr. Er konnte die Zahlen nicht erkennen weil er das Licht ausgeschaltet hatte, aber die Zeiger phosphorizierten im Dunkel. "Schon 5 Stunden?", dachte er sich erstaunt und schrie: "Ich komme gleich, Mama."
Wieder dem Computer zugewendet klickte er sich durch seine Favoritenliste und entschied sich für seine Lieblingsseite. Viele Zeichnungen tauchten auf. Er betrachtete die wunderschönen Einhörner. Vorsichtig streifte er die mächtigen Muskeln mit seinem Blick, dann das wohlgeformte Becken und irgentwann ging er über zu der langen Pferdemähne, die im imaginären Sonnenlicht glänzte.
Eine wohlbekannte Wärme stieg in seinem Lendenbereich auf und Lutz lächelte, während seine Hand unter dem Schreibtisch verschwand. Draussen zwitscherte ein Vogel.
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Naja, eigentlich wollte ich was ganz anderes schreiben, bin dann aber abgedriftet auf diesen Lutz, den ich in diesem Moment inbrünstig hasse. Am Ende war ich so wütend auf ihn, dass ich schreiben wollte: "Eine wohlbekannte Wärme stieg in seinem Lendenbereich auf. Der verrückte Amokchinese aus Amerika stand auf einmal am Fenster und...". Habe mich dann aber zusammengerissen und die Geschichte mit einem einigermaßen vorhersehbaren Ende ... ähm beendet.
0% Zusatzstoffe, 100% Geschmack
Cemo2
Geändert von Cemo3 (24. 04. 2007 um 12:13 Uhr).
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24. 04. 2007, 11:55
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#37
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Mitlgied
Registrierungsdatum: Jun 2006
Beiträge: 304
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
Pädophil ist Kinder begehren... was ist dann... Einhörner begehren?
Ich bin selbst stolzes Kellerkind, muss aber sagen, dass mir Phalli (Phalla, Phallen?) im Film eher weniger ästhetisieren.
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24. 04. 2007, 13:03
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#38
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genehm sympathisch
Registrierungsdatum: Apr 2006
Ort: Berlin
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
Phalli ist schon richtig.
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24. 04. 2007, 13:09
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#39
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Mitglied
Registrierungsdatum: Dec 2005
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
@Hundberg
Monocerosophil. Einhornliebend. Obwohl der Windelfetisch mir persönlich mehr Angst bereitet. Ich habe noch eine andere Idee für eine Kurzgeschichte, hoffentlich vergess ich die nicht. Muss jetzt leider schon weg. Wird was Politisches.
Konsistent
Cemo2
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24. 04. 2007, 14:51
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#40
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Mitlgied
Registrierungsdatum: Jun 2006
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
Ganz im Sinne des FM4 Wortlaut:
Flut
Es war ein wunderschöner Tag. Man hatte vergessen welcher, alle waren verdammt warm, verdammt sonnig. Ein paar Kilometer vom Strand entfernt wachte es auf. Noch leicht schläfrig blickte es sich um. Es musste auf seinem Ast eingeschlafen sein und war jetzt irgendwo auf dem Meer, weit weg von allen Freuden des formicalen Lebens... Blätter kauen, Käfer kauen, Freunde kauen. Etwas ratlos lief es vom einen Astende zum Anderen. Meer überall. Verdamm die Flut, es würde einsam sterben.
Von der Feuchtigkeit geweckt bohrte sich neben ihm ein Wurm aus dem Ast. "Hallo, wollen wir Freunde werden?". Wenigstens waren ihm nicht alle Freuden versagt.
Eigentlich kamen noch ein paar Zeilen, aber aus Putztrieb musste ich die Rücktaste abrubbeln...
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24. 04. 2007, 15:57
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#41
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..dreaming..
Registrierungsdatum: Apr 2007
Beiträge: 230
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
Eigentlich wie jeden Freitag
Leider kann ich die Uhrzeit nicht richtig nennen, ich hab keine Uhr. Es sollte aber so ca. 3 Uhr nachts sein. Ich laufe ein paar Lichtern entgegen, da ich denke, dass sich dort ein kleines Örtchen zur Orientierung befindet. Ich laufe einfach immer gerade aus. Der Acker unter mir ist dreckig und nass, obwohl den ganzen Tag die Sonne geschienen hat. Es ist nachts kalt und am Tag warm, typisch für die April Zeit. Ich steige über einen alten Stacheldrahtzaun und versuche mich voran zu tasten. –Platsch- Meine ganze Kleidung ist nass. Es fällt mir schwer wieder aufzustehen, am liebsten würde ich jetzt in meinem Bett liegen und schlafen. Meine Augen fühlen sich schwer und träge an. Ich wollte wirklich nicht einschlafen, doch die Gedanken an mein weiches Bett erschwächten mich.
Scheiss Alkohol.
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24. 04. 2007, 16:42
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#42
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Mitglied
Registrierungsdatum: Dec 2005
Beiträge: 1.968
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
Hallo!
Es ist zwar schon spät, aber ich bin noch garnicht müde. Da dachte ich mir, dass ich mit einer kleinen, langweiligen Kurzgeschichte die Müdigkeit herbeilocken könnte. Also passt auf, die Geschichte handelt von Liebe, Hass, Triumph und vom kleinen Max. Hauptsächlich vom kleinen Max, aber die anderen Sachen werdet ihr sicher auch im Text finden:
Oder, nee, warte Mal. Ich habe grade eine Idee für einen Comic.
Darf ich das hier reinmachen? Ich mach einfach mal. Eine Minute, bitte.
Antisymmetrisch
Also ich finds zum totlachen.
Nacht
Cemo2
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26. 04. 2007, 00:47
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#43
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Biest!
Registrierungsdatum: Aug 2005
Ort: Nagual
Beiträge: 3.854
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
Geändert von lilith1970 (05. 11. 2007 um 08:15 Uhr).
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26. 04. 2007, 09:20
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#44
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Mitglied
Registrierungsdatum: Sep 2006
Beiträge: 75
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
Atemzug
Ich werde sterben. Der Tod ist ganz nah, nur einen winzigen Atemzug entfernt. Sobald ich einatme, werden meine Lungenbläschen veröden und sich meine Gedärme binnen Minuten in eine schleimig, breiige Masse verwandeln. Wenn ich Glück habe, dauert es nur 5 Minuten bis zum Exitus. Ich rechne mit 8. Das Glück und ich stehen auf Kriegsfuß miteinander. Das ich jetzt hier bin, ist nur ein weiteres Glied in der Beweiskette. Es wird das letzte sein.
Verdammter Pessimist! Denk positiv! Das Glas ist nicht halbleer, sondern halbvoll! Okay, ich werde zwar elendig verrecken, aber wenigstens wird es einigermaßen schnell gehen. Schon nach zwei Minuten dürften die Schmerzen so unerträglich sein, dass mein Verstand die Vorstellung frühzeitig verlässt, und ich das Bewusstsein verliere.
Gut, das wird mich zwar nicht unbedingt vor den Schmerzen bewahren, aber wenigstens bekomme ich dann nicht mit, wie ich mich unkontrolliert entleere und mir die Eingeweide aus dem Leib kotze. Wie sich meine Augen auf Wanderschaft begeben und langsam aber stetig meine Wangen hinab tröpfeln, bleibt mir dann hoffentlich ebenfalls erspart. Na wenn das keine guten Aussichten sind…
Meine Lungen fangen langsam an, den Mangel an Sauerstoffnachschub zu registrieren. Ich überlege kurz in sinnloser Panik Richtung Ausgang zu stürmen, entscheide mich aber dagegen. Die Schleusen sind mit Sicherheit versiegelt und überhaupt ist der Weg dorthin viel zu weit. Nein, das würde nur unnötig Energie kosten und Energieverbrauch ist Sauerstoffverbrauch. Bei Nichtstun halte ich mindestens 20 Sekunden länger durch. 20 Sekunden? Schon komisch, wie sich die Relationen verschieben. Momentan kommen mir 20 Sekunden wie eine halbe Ewigkeit vor. Relativ gesehen, ist es das ja auch. Ungefähr ein Drittel meiner restlichen Lebenszeit, so betrachtet also eine ganze Menge.
Dennoch übt der Gedanke, einfach hysterisch schreiend loszurennen, einen gewissen Reiz auf mich aus. Wenigstens würde ich dann etwas tun, anstatt mit dem Tod um Sekunden zu feilschen. Jawohl, ich sollte aufstehen, anstatt hier feige auf dem Boden zu kauern. Ein Mann sollte dem Tod aufrecht entgegentreten. Und du bist doch ein Mann, oder? Steh endlich auf, du Memme!
Ich bleibe sitzen. Meine Lungenflügel verlangen immer vehementer nach Luft. Dumme Dinger, wissen die denn nicht, dass ich beim nächsten Atemzug sterbe? Großhirnrinde an Lunge! Großhirnrinde an Lunge! Hört endlich auf mit dem Gezeter da unten, ihr wisst doch, dass momentan kein Nachschub lieferbar ist. Reißt euch am Riemen, wir sitzen doch schließlich alle im selben Boot. Außerdem geht ihr ja wohl als erstes unter, ihr blöden Sauerstoffjunkies!
Der Appell zeigte überraschenderweise keine Wirkung. Im Gegenteil, seine Lungen schienen jetzt nur umso heftiger nach Luft zu gieren. Mit Abhängigen kann man einfach nicht vernünftig reden.
Meine Zeit ist fast um, auch mit den 20 Sekunden. So lang war es dann doch nicht. Von wegen relative Ewigkeit, eher ein relativer Haufen Scheiße. In mir sehnt sich alles danach Luft zu holen und ich kann dem primitiven Drang nicht mehr lange widerstehen. Die Lunge brennt, wie in Salzsäure getaucht.
„ATME!“, brüllt mein Stammhirn.
„Nein!“, erwidere ich.
„ATME!“.
„NEIN, du blöder Kotzbrocken!“.
„ATME!“.
„Nein“
„ATME!“.
„nei...“
Ich habe den Kampf verloren. Luft füllt meine Lunge und übt eine geradezu berauschende Wirkung aus. Gierig schnappe ich nach mehr. Klar und rein strömt der Lebensspender durch Mund und Nase. Ich fühle mich regelrecht euphorisch.
Müsste ich nicht schon etwas merken? Herzrasen, Muskelzuckungen, ein Stechen in der Lunge? Hoffnung macht sich breit. Vielleicht hat die Klimaanlage das Gas soweit verdünnt, dass es unschädlich ist? Haben die 20 Sekunden wirklich den Ausschlag gegeben? Es muss wohl so sein.
Erleichterung überkommt mich und ich fühle, wie aus tiefster Seele ein Lachen aufsteigt. Unaufhaltsam verschafft es sich bahn und ich fange unkontrolliert an zu lachen. Es gibt kein Halten mehr. Tränen laufen mir über die Wangen und selbst als sich diese rot färben und dunkles Blut aus meinem Mund läuft, lache ich immer noch. Meine Lugen kollabieren und dann kommt der Schmerz…
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27. 04. 2007, 03:08
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#45
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Archivator
Registrierungsdatum: Apr 2007
Beiträge: 3
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Re: Schräge Kurzgeschichten und Texte
Tolle Geschichten, vielleicht ringe ich mich auch mal dazu durch was zu schreiben.
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28. 04. 2007, 19:26
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