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Alt 25. 03. 2007, 21:36   # 1
maximiliott
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Standard FH: Hausarbeiten statt Klausuren

Hallo,

mein Studium hat letzte Woche wieder begonnen und das Prüfungsamt hat uns die frohe Botschaft mitgeteilt, dass einige Klausuren jetzt zu Hausarbeiten werden bzw. statt den Klausuren eben Hausarbeiten geschrieben werden müssen.


Super denken die einen, nicht gut, die anderen.


Ich hab nie eine Einführung in Wissenschaftliches Arbeiten gehabt, in 8 Wochen ist Abgabetermin, die Themen gibts morgen und die Einschreibungen dazu. Ich habe keine Zeit, mich erstmal in Büchern wissenschaftlichen Arbeitens einzuarbeiten. Dass man Fußnoten benötigt, zitieren muss etc etc ist natürlich klar, doch die genauen Formvorschriften kenne ich nicht.


Zum anderen würde mich generell mal interessieren, wie man sich das vorstellt, wie soll ein Student über Themen, über die er noch nie etwas gehört hat, eine Hausarbeit schreiben? Versteht man darunter einfach das Zusammentragen von Informationen aus Büchern und sonstigen Quellen?



Sorry für die Frage, für Uni Studenten, die dauernd Hausarbeiten schreiben, lächerlich, aber für mich als FH-Gurke ein totales Neuland, da wir zuvor NUR Klausuren hatten und ich noch nie eine Hausarbeit geschrieben habe, keinen Plan.


Profs hab ich schon in der Sprechstunden aufgesucht, aber von denen bekommt man natürlich keine Antwort, die einen weiterbringt.
maximiliott ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25. 03. 2007, 23:38   # 2
Creature
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Standard Re: FH: Hausarbeiten statt Klausuren

Du hast eigentlich schon alles genannt was nötig ist. Wenn du dein Thema hast musst du recherchieren. Dazu gehst du z.B. auf Google Scholar (und vergisst ganz schnell das normale Google und Wikipedia) und suchst dir Bücher zu dem Thema raus. Die Bücher leihst du dir dann aus oder liest in der Bibliothek. Du musst nicht komplette Bücher durchlesen sondern kannst dir anhand vom Inhaltsverzeichnis Kapitel raussuchen, die wohl zu deinem Thema passen. Die Kapitel werden dann erstmal überflogen. Interessante stellen liest du dann wirklich und notierst dir wichtige Ideen/Gedanken/Fakten. Du kannst dir auch Sachen aufschreiben, die du später als Zitat verwenden willst. Aber nie nie niemals (!) vergessen mit aufzuschreiben in welchem Buch und auf welcher Seite da das Zitat stand. Sonst kannst du's nämlich vergessen.

Wenn du so alles durch hast und du Einiges über das Thema weißt gehts an's Schreiben. Grundsätzliche Gliederung: Einleitung, Hauptteil, Schluss/Zusammenfassung. Je nachdem in welchem Semester du bist und wie die Aufgabenstellung ausschaut trägst du einfach das gesammelte Wissen zusammen und schreibst einen zusammenhängenden Text der Sinn ergibt - oder, wenn du schon weiter im Studium bist solltest du eigene Gedanken einbringen. Eine These aufstellen z.B. und die dann mit Hilfe deiner Quellen beweisen oder wiederlegen. Oder deine Quellen benutzen um zu einer (mehr oder weniger) neuen These zu kommen die es vorher so noch nicht gab. Einfach Gedanken machen über das was du gelesen hast und nicht einfach nur schreiben "In Buch 1 stand das ....., und in Buch 2 stand das.... und ich Buch 3 das.... Ich finde das ist alles Richtig". Sowas ist nicht besonders wissenschaftlich, akademisch. Eigene Meinung und Argumentation ist hier wichtig.

Zu Formvorschriften gibts eigentlich meistens irgendwo im Intranet der FHs und Unis ein PDF wo sowas erklärt wird.

Akademischer Standard für Zitate ist eigentlich fast überall:
Wenn im Fließtext "irgendwo ein Zitat kommt"²

2.) V. Margolin, Design discourse: history, theory, criticism, The University of Chicago Press, Chicago, 1989, S. 102

oder bei Webseiten
2.) V. Margolin, Design discourse: history, theory, criticism, http://jstor.com/article.php?ID=123456, 12.03.2007

Also Name des Autors, Titel in Kursiv, Verlag, Ort, Veröffentlichungsjahr und Seite oder bei Webseiten URL und Datum des letzten Zugriffs.

Am Ende der Arbeit gehört eine Bibliographie in der jedes verwendete Buch (oder sonstige Medium) nochmal aufgelistet wird. Das können auch Bücher sein, aus denen du nicht direkt zitiert hast sondern die dich nur allgemein beeinflusst haben (die du mal durchgesehen hast).

Einträge in der Bibliographie wären:

Lara Croft: Tomb Raider, Eidos, 2001

Margolin V., Design discourse: history, theory, criticism, The University of Chicago Press, Chicago, 1989

Tralla M., n.paradoxa, http://www.tralla.com/paradoxa, 14.03.2007

Die Bibliographie ist alphabetisch nach dem Familiennamen des Autors (oder wie bei dem Computerspiel nach Titel wenn es keinen eindeutigen Autor gibt) geordnet. Deswegen steht hier der Name andersrum als in der Fußnote. Fußnote abgekürzter Vorname zuerst, Bibliographie ausgeschriebener Familienname zuerst. Jedenfalls war das an meinen Hochschulen so. Kann aber unterschiedlich sein an anderen Hochschulen.

Der ganze Sinn von sowas ist, dass du lernst selbstständig und eigenverantwortlich zu arbeiten. Studium ist (oder sollte) vor allem zum Ende hin nicht sein, dass einem alles vorgekaut wird wie in der Schule. Man muss lernen, sich selbst Stoff anzueignen und damit auf hohem Level zu arbeiten. In der Arbeit bekommt man auch nur das Thema (ein Projekt) und muss dann alleine damit zurecht kommen, ohne Hilfe von Vorgesetzten zu bekommen. Also Hilfe schon, aber es wird einem nicht die Arbeit erledigt.

Und noch ein Tipp - schreibe nichts ab ohne eine Quelle zu nennen. Dann ist's ein Plagiat, du bist durchgefallen und kannst unter Umständen sogar exmatrikuliert werden. Musst du die Arbeit auch als Word-Datei abgeben? Dann kannst du davon ausgehen, dass die FH ein Programm hat, das automatisch das Netz durchsucht und deinen Text mit online verfügbaren Texten vergleicht.

P.S. wenn du Abbildungen verwendest kommt unter die Abbildung eine Nummer (evtl mit Text davor: Abbildung 1, Abbildung 2, Tabelle 1,...) und am Ende der Arbeit auch nochmal ein Abbildungsverzeichnis. Nach der Bibliographie.

Word kann das alles ganz Klasse und relativ automatisch. Fußnoten und Abbildungen sind sehr schön per Klick zu machen. Ich hab mir die entsprechenden Schaltflächen in mein Programmlayout gelegt. Ein Inhaltsverzeichnis geht auch toll automatisch. Das ist aber erst bei der Diplomarbeit dann interessant. Eine solche Semesterarbeit hat eigentlich kein Inhaltsverzeichnis. Eine automatische Bibliographie hab ich in Word bis jetzt noch nicht gefunden. Aber ist auch nicht so schwierig die Sachen aus den Fußnoten nochmal reinzuschreiben. Außerdem steht in der Bibliographie ja meistens mehr als in den Fußnoten. Abbildungsverzeichnis geht dann wieder automatisch. Das sind alles so Funktionen die braucht ein normaler Mensch eher selten und sind deswegen oftmals unbekannt. Alles zu finden unter "Einfügen > Referenz > Fußnote, Beschriftung (für Abbildungen und Tabellen), Querverweis (brauch ich eher selten), Indexe und Verzeichnisse (für Inhalts- und Abbildungsverzeichnis)"

Viel Erfolg
Läuft das noch unter Schlaumeierei
oder war das schon Kluggeschissen?

Geändert von Creature (25. 03. 2007 um 23:54 Uhr)
Creature ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26. 03. 2007, 09:24   # 3
maximiliott
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Standard Re: FH: Hausarbeiten statt Klausuren

WOW.

Ich danke dir vielmals, hilft mir wahnsinnig weiter!


Google Scholar kannte ich garnicht!


Also vielen Dank!

Super Posting.
maximiliott ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26. 03. 2007, 13:06   # 4
Creature
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Standard Re: FH: Hausarbeiten statt Klausuren

Noch ein kleines P.S. zu den Abbildungen (war ja auch schon spät gestern )

Abbildung 1 - Kristallstruktur Klinkerbestandteile von Zement (Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, 1997)

Also Abbildung (oder Tabelle wenn's eine Tabelle ist) mit durchgehender Nummerierung. Abbildungen und Tabellen werden dabei seperat nummeriert. Also du startest mit Abbildung 1, Abbildung 2, Abbildung 3. Wenn dann eine Tabelle kommt ist das Tabelle 1. Dann kann Abbildung 4 kommen und dann Tabelle 2 z.B.

Nach der Abbildungsnummer kommt eine Beschreibung was auf der Abbildung zu sehen ist und dann eine Quellenangabe mit Jahr (oder alternativ eine Webadresse mit letztem Zugriffsdatum).

Und damit auch noch die letzte Klarheit beseitigt wird (Gott wie ich diesen Spruch hasse!) hier mal ein Essay den ich vor ein paar Jahren geschrieben hab. Ist in Englisch weil ich in London studiert habe, aber bis auf die Sprache ist bei deinem alles ähnlich (wir brauchten kein Abbildungsverzeichnis am Ende)
http://rapidshare.com/files/22856985/manipulating_maps.pdf
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Alt 26. 03. 2007, 14:49   # 5
Black Spy
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Standard Re: FH: Hausarbeiten statt Klausuren

Wenn du das Zeug mit Word tippst, empfehle ich dieses Buch:
http://www.amazon.de/Wissenschaftlic...4915995&sr=8-3
Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit Word - Formvollendete und normgerechte Examens-, Diplom- und Doktorarbeiten von Natascha Nicol und Ralf Albrecht, Verlag Addison-Wesley (ich weiß, dass diese Literaturangabe jetzt nicht richtig formatiert ist).
Auf der CD sind auch Dokumentvorlagen mit mit entsprechenden Formatierungen vorhanden. Du fragst die Profs, ob sie irgendwelche Spezialwünsche bezüglich der Formatierung haben. Wenn nicht, dann lohnt ein Blick ins Intranet der FH, im Zweifelsfall übernimmt man die Vorgaben für die Diplomarbeiten.
Das Buch ist auch häufig in den FH-Bibliotheken vorhanden, es sollte aber die neue Auflage von 2004 sein, die auch Word 2003 berücksichtigt.
Das Material zusammensuchen ist das eine Problem, das ganze dann mit Word in Form zu bringen ist eine andere Baustelle, die noch viel Zeit und Nerven kostet. Eine Hausarbeit ist keine Diplomarbeit, also nicht unnötig in Panik geraten. Man sollte sowas aber als Möglichkeit zum Üben betrachten. Wenn es dann mal ernst wird mit der Diplomarbeit, dann hat man wenigstens schon dieses kleine miese Stück Software halbwegs im Griff.
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Alt 26. 03. 2007, 15:11   # 6
m0rph
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Standard Re: FH: Hausarbeiten statt Klausuren

Hi,

das Buch welches Black Spy empfohlen hat, habe ich mir letzte Woche gekauft, zusammen mit einem Anderen über das Verfassen von wissenschaftl. Arbeiten (http://www.amazon.de/Schnell-Diploma...918269&sr=8-1), da ich demnächst meine DA beginne.

Ich finde es sehr wichtig, dass man schon sehr früh während des Studiums eine "wiss. Arbeit" verfassen muss - desto einfacher hat man es später während der DA.

Alternativ kannst du auch mal ein paar Bekannte nach ihrer DA fragen (falls du welche kennst), oder an der FH fragen - dort kannst du meisstens die DAs einsehen und dir ein Bild über den "Stil" machen.
cu
m0rph


Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel. Friedrich Nietzsche
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Alt 26. 03. 2007, 15:28   # 7
Creature
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Standard Re: FH: Hausarbeiten statt Klausuren

Jo, alte Diplomarbeiten stehen meistens in der Bibliothek in einer Ecke wo nie einer hinkommt
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Alt 26. 03. 2007, 19:50   # 8
Black Spy
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Standard Re: FH: Hausarbeiten statt Klausuren

Eines habe ich noch:
http://www.amazon.de/Schreibtipps-Di...4934512&sr=1-4
Wolfgang Grieb: Schreibtipps für Diplomanden und Doktoranden in Ingenieur- und Naturwissenschaften, VDE-Verlag, 5. Auflage 2004
Bei technischen Themen ganz praktisch, Diagramme, Zahlen, Einheiten, Formeln, usw. werden intensiv behandelt.
Alte Diplomarbeiten sind eine gute Idee, um sich die Gestaltung anzuschauen. Wenn hier jede Arbeit anders formatiert ist, dann scheint die FH keinen gesteigerten Wert auf Einheitsoptik zu legen und man kann sich austoben.
Black Spy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26. 03. 2007, 21:36   # 9
CaptainCider
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Standard Re: FH: Hausarbeiten statt Klausuren

ich hab mir nicht alles durchgelesen, aber was ich überflogen habe, ist mir einiges komisches aufgefallen!!

es hängt zwar von dem wissenschaftsgebiet ab, jedoch wird in wissenschaftlichen arbeiten grundsätzlich das harvard system bzw. eine abänderung des harvard systems verwendet!! also quellenangaben für zitate kommen da sicher nicht in die fußzeile!! wird dann im text mit einer Klammer zitiert!! (NAME, 2007, Seite) aber das steht eh alles beim harvard system!

außer dem würde ich auch bei journals nach passenden themen suchen!!

CaptainCider
CaptainCider ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26. 03. 2007, 23:07   # 10
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Standard Re: FH: Hausarbeiten statt Klausuren

Naja wie gesagt, es kocht eigentlich jede Hochschule ihr eigenes Süppchen wenn es um Zitate geht und wo die Zitate stehen. Bei mir war's auf beiden Hochschulen so war wie ich oben beschrieben habe. Das Harvard-System ist nur eines von vielen und es gibt keinen allgemein gültigen Standard.

Ich persönlich finde es ja schöner, Zitate als Fußnote zu schreiben. Das erhöht doch unheimlich die Lesbarkeit des Textes. Am Wichtigsten ist jedoch, dass zu überhaupt Quellenangaben hinschreibst. Egal ob nun nach dem Zitat, am Fuß der Seite oder auch als Endnoten am Ende vom Text.

Es kann eigentlich gar nichts schiefgehen, wenn du nur nicht jeden Satz mit mindestens zwei Ausrufezeichen beendest!!
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Creature ist offline   Mit Zitat antworten
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