Mountain View - Nachdem am heutigen Sonntag die erst
kürzlich durch Monty International Inc. (MII) beim Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten erwirkte einstweilige Verfügung gegen Tsafor Instant Messaging Solutions (TIMS) per Eilverfahren aufgehoben wurde, geht der Streit zwischen den beiden Kontrahenten in eine neue Runde. Die einstweilige Verfügung wurde am späten Nachmittag überraschend aufgehoben, nachdem unabhängige Prozessbeobachter dem in der Öffentlichkeit stets kritisch begutachteten Verfahren
"grundlegende Mängel" attestiert hatten. Demnach ließen nicht nur
"bedeutende Lücken in der Beweisführung" und
"die Verletzung grundlegender Rechte des Angeklagten" an der Rechtmäßigkeit des Urteils zweifeln, sondern vor allem
"bisher nicht eindeutig zuordbaren Nebeneinkünfte zweier an dem Prozess beteiligter Richter", welche sich zu diesem Zeitpunkt nach einem erfolglosen Fluchtversuch in Untersuchungshaft befinden.
TIMS CEO Tsa For nannte die Aufhebung des Urteils einen
"Sieg für die demokratische Rechtsprechung", der nicht nur "
korrumpierten Richtern" strotze, sondern auch zeige, dass Gerechtigkeit kein Gut sei, das von "
mafiösen Strukturen hätte erkauft werden können". Aufsichtsratschef Putin ließ indessen verlauten "
mit aller juristischer Härte" gegen MII vorgehen zu wollen und verwies dabei auf die sich immer deutlicher abzeichnenden Verstrickungen Mon Tys in die organisierte Kriminalität. Nachdem Ty bereits wegen des Betrugs diverser Krebs- und AIDS-Hilfen (
wir berichteten) zu einer hohen Geldstrafe und vier Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt wurde, könnte sich sein Strafmaß durch die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung nun drastisch erhöhen. Experten halten dies für wahrscheinlich und rechnen aufgrund der heute bekannt gewordenen Fakten mit einer baldigen Anklage gegen den sich zur Zeit außer Landes befindenden Vorstand der noch immer insolventen MII. Zwar gab sich Ty diesbezüglich noch bis vor wenigen Wochen optimistisch und glaubte, den finanziellen Bankrott durch das Outsourcen seines 13 Quadratmeter großen Firmensitzes in den Norden Indiens abwenden zu können, diversen Nachrichtenagenturen zugespielte Kontoauszüge lassen jedoch andere Schlüsse zu.
TIMS Pressesprecherin Zeta-Jones nahm nach Bekanntgabe des heutigen Urteils noch Stellung zu den Vorwürfen der MII,
"For sei in der gestrigen Nacht betrunken und mit einem Gewehr bewaffnet von der Unternehmenssicherheit am Tor der MII-Außenstelle Mountain View angetroffen worden und anschließend durch die Polizei verhaftet worden". Es handele sich hierbei erwiesenermaßen um eine gegen CEO Tsa For und sein Unternehmen geführte Hetzkampagne auf unterstem Niveau. Ferner dementierte sie, For, der laut Forbes Magazine nun die Liste der reichsten Menschen der Welt anführt, sei "
von einem Polizeibeamten angeschossen worden, als er versuchte, sich der Festnahme zu entziehen". Der Vorstandsvorsitzende sei wohlauf und habe erst gestern einen neuen Rekordumsatz seines Unternehmens gefeiert, indem er der Bill & Melinda Gates Foundation einen großzügigen Betrag in achtstelliger Höhe gespendet hat. For selbst sieht dies als eine Selbstverständlichkeit an und wollte sich nicht näher dazu äußern. Er ließ jedoch andeuten, sich auch in Zukunft stärker für wohltätige Zwecke engagieren zu wollen.
ase/AFP/dpa/Reuters