Freiheit der Kunst oder/und Urheberrechte, bzw. auch Geistiges Eigentum ist eine Gratwanderung.
Wenn reproduzierbares aus meinem Urheberrechtlichen Eigentum benutzt wird, um damit eine eigene Art der Kunst oder Performance zu gestalten, dann kann ich (je nach dem, wie ich dazu stehe) sogar stolz sein und wenn es wegen der Beachtung ist, die der Künster einem dadurch entgegen bringt. Wobei ich davon ausgehe, dass er damit ein eigenes Werk entstehen lässt und nicht nur das andere diffamieren will.
Das macht für mich auch die Qualität der Bücherverbrennungen aus.
Wenn ich erich kästners erzählungen über den Schmerz bei den Bücherverbrennungen lese, kann ich diesen körperlich spüren. Wenn ich daran Denken würde, dass am 9.juni evtl. ein Buch mit meiner Beteiligung (ein komplett eigenes gibt es nicht) dort Verbrennt würde, erfüllt mich dies mit einem gewissen Stolz und entspricht meiner Meinung für die "Freiheit" der Kunst und des geistigen Schöpfungswillen -mal abgesehen davon, dass somit zumindest ein weiteres Buch verkauft wurde

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Die andere Frage ist die Nutzung anderer geistiger Schöpfungen, zur eigenen Bereicherung oder der Fälschung, bzw. auch der Nutzung von Originalen.
Ich bgeb hier mal zwei Beispiele.
Beispiel 1:
Ein Bühnenbild für ein spezielles Stück entworfen, findet sich bei der öffentlichen Hauptprobe bei einem völlig anderen Stück wieder. Dies ist werde vom Thema, noch vom Inhalt her mit dem Stück, für dass der Bühnenbildner dieses Entworfen hat vergleichbar. Zudem ist der Bühnenbildner weder gefragt, noch darüber informiert worden. Bei der Anhörung zur einsweiligen Verfügung war die Antwort der Theaterleitung, dass sie Kosten sparen wollten und das Bühnenbild gerade, "ihrer Meinung nach" so gut passte.
Das Bühnenbild durfte nichtr verwendet werden!
Beispiel 2:
In Köln steht am Rudolfplatz/Hohenzollernring in auf einer Verkehrsinsel ein Kunstwerk von Vostell. Dies ist ursprünglich am Neumarkt vor dem jetzt verbauten Josef-Haubrich-Hof gestanden. Es ist ein Produkt einer Aktion gewesen. Ende der 60er hat der Fluxus-Künstler Wolf Vostell dort seinen Wagen mit laufendem Radio einzementiert. Später mit dem Umbau des Josef-Haubrich-Hof ist es dann entgültig ins anseits auf die Ringe verfrachtet worden. Trotzdem wurde es von Anhängern des Fluxus weiter gepflegt, z.B. von Plakaten befreit, etc..
Nun ging so langsam die Sonne des Kölner Bananensprayer Baumgärtel unter. Anderes, ausser den nun überall penetrant auftauchenden Bananen ist von Ihm nicht in die breite Öffentlichkeit gedrungen. Das Markenzeichen für "hier ist Kunst", das er mit dem Sprühen der Banane aufgezeigt hatte, verblasste durch das verlangen von Geld dafür, dass er dieses Markenzeichen an die "Kunstorte" sprüht. Da kam er auf den PR-Einfall (für mehr kann ich es nicht halten, da er selbst inkonsequent war) auf das Vostell-Werk seine Bananen zu sprühen. Die erste Version ist dann versucht worden zu entfernen und daraufhin hat er die Euro-Banane mehrfach darauf gesprüht. Eine Banane auf blauen Grund mit den Eurosternen drumherum, wobei die Falsche Anzahl der Sterne viel über seine Auseinandersetzung mit dem Thema aussagt. Zusätzlich hat er sich selbst Medienwirksam an dem Kunstwerk positioniert (mit einem kl. Zelt), um sein "recht auf Veränderung der Kunst" zu verteidigen. Seltsammerweise hat er das selbe recht einer Kölner Mitbewohnerin, die sein Kunstwerk auf dem Kunstwerk von Vostell ebenso verändern wollte (mit Putzeimer und Bürste), verweigert. Deswegen vorher die Einschränkung auf "PR-Einfall", weil ich so jemanden inhaltlich nicht ernst nehmen kann.
Aber zurück zum Thema.
In beiden Fällen sehe ich kein Recht der beiden nachfolgenden "Nutzern", dieses Urheberrecht zu missachten.
Zudem muss man hier auch die Geschichte des Urheberrechts betrachten, die sich im Rahmen der elektronischen Medien, in meinen Augen, wiederholt.
Nicht nur in der Kunst, sondern auch in der Technischen entwicklung wurden immer wieder Notsituationen ausgenutzt, indem Entwicklern / Erfindern (eben Urhebern) ihre geistigen Entwicklungen für einen Apfel und ein Ei abgekauft wurden und von den Inhabern der Rechte dann oft mit einem enormen Gewinn verwertet.
Die Geschichten von dem verhungernden Erfindern Gesellschaftlich verändernden Ideen ist nicht sehr weit weg.
Diesem ist mit der Unverkäuflichkeit des Urhebertums ein Riegel vor gesetzt worden. Das dies den Reichen und Mächtigen nicht viel aus gemacht hat, ist eine andere Geschichte. Aber aufgrund neuer Strukturen ist den Urhebern so wenigsten ein wenig des Verdienstes in den Schoss gefallen.
Ich hab so weit ausgeholt, weil ich gegen diese Schwarz-Weiß Malerei bin.
Ich finde Urheberrecht und auch geistiges Eigentum wichtig und unabdingbar. Das dies zum Teil perverseste Formen angenommen hat, ist eine andere Seite und kann eigentlich nur durch die Urheber selbst (gerade im Kunstbereich, wozu ich auch Schauspiel/Film zähle) behoben werden. Z.B. müsste sich die Gema, als Vertreter der deutschen Interessenvertretung von Musikern / Komponisten und Textschreibern, sehr schnell überlegen, was Sie eigentlich anstellen, wenn die Musiker, etc. sich von diesen Unabhängig organisieren würden.
Denn solche Perversitäten, dass ein Musiker nicht auf die Gema-Einnahmen verzichten kann, wenn er Lieder von sich für eine Benefiz-CD zu verfügung stellt oder auf einem Benefizkonzert spielt, ist pervers. Selbst wenn er die Gebühren zurückgibt (aus seinen Einnahmen), behält die Gema die Bearbeitungsgebühr für Ihren Apparat zurück. Eine richtige Interessenvertretung sehe ich bei dieser und ähnlichen Organisationen (wie z.B. "Wort und Bild") schon lange nicht mehr, eher einen Eigennutz.
Es gibt aber ein Umdenken, auch der Urheber, siehe so Projekte, wie von Peter Gabriel usw.
Ich bestehe auf ein gegenseitigen Respekt des geistigen Eigentums und des Nutzers.
Dann würden auch keine Gesetze und Verordnugen nötig sein. Leider ist es so das auf beiden Seiten, sich über diesen Respekt zueinander, aus eigennützigen Gründen hinweg gesetzt wird. Von daher sehe ich leider weiterhin einen Klärungs- und auch Schutzbedarf.
Danke für Eure Geduld, bei dieser langen Ausführung.
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