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gullinews
gulli:News Redaktion
 
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Registrierungsdatum: Apr 2002
Beiträge: 6.735
Elektronische Gesundheitskarte: FSFE-Aktivist befürchtet den Privacy-Gau

Diskutiert man mit Angehörigen der "Ich habe nichts zu verbergen"-Fraktion, ist das Argument der Gesundheits- und Krankenkassendaten ein oft erfolgreiches Argument. Abgetan wird es gerne mit dem Hinweis, dass an solche Daten ja nur befugte Personengruppen herankommen werden, nicht jedoch Arbeitgeber, Ermittler oder sonstige Gruppen. Und natürlich mache die zentrale, elektronische Speicherung alles besser und effizienter. Im Gegenteil, so Joachim Jakobs von der Free Software Foundation Europe. Arbeitgebern und Geheimdiensten könnten die Krankenakten der Bürger möglicherweise bald zur Verfügung stehen.

Denn die Gesundheitskarte legt einer bisher ungekannten Zahl an Institutionen die Patientendaten offen. Laut Jakobs sollen die Karte als Zugangsberechtigung für 21 000 Apotheken, 123 000 niedergelassene Ärzte, 65 000 Zahnärzte und 2 200 Krankenhäuser dienen. Dass diese Zugänge nur für die vorgesehenen Zwecke verwendet werden, kann getrost bezweifelt werden, denn seitens der Krankenkassen wäre Missbrauch kein Präzedenzfall. Jochen Jakobs dazu:
"Die Barmer Ersatzkasse in Trier hat nach Medienberichten im Herbst letzten Jahres 2600 Versicherten empfohlen, sich untersuchen zu lassen. Es gäbe Hinweise auf Herzkrankheit und Diabetes. Das habe die Auswertung von Patientendaten ergeben. ... Mit der künftigen elektronischen Gesundheitskarte sind natürlich deutlich kreativere Marketingaktionen denkbar: Zum Beispiel könnte einem Ehepaar nahegelegt werden, angesichts seiner eigenen Gesundheitsdaten besser auf eigene Kinder zu verzichten. Denn diese würden der Versichertengemeinschaft voraussichtlich mehr zur Last fallen, als sie später an Beiträgen leisten könnten. Der Hinweis könnte dann sein: 'Das wäre nicht nur für uns ein nicht mehr versicherbares Risiko, sondern auch für Sie eine außerordentliche Belastung.'"
Schwarzmalerei? In Zeiten explodierender Kosten im Gesundheitssystem

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Alt 15. 06. 2007, 12:36 gullinews is offline Mit Zitat antworten #1
natbornkiller
selbsthilfe durch google
ex-Moderator
 
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Registrierungsdatum: May 2002
Beiträge: 6.392
Re: Elektronische Gesundheitskarte: FSFE befürchtet den Privacy-Gau

ich hätte in dem Zusammenhang noch erwähnt, dass die Überprüfung von Finanzdaten nur für schwere Straftaten, organisiertes Verbrechen mal eingeführt wurde, das ganze wurde sukzessive erweitert, so dass heute hinz und kunz auf die Daten von Girokonto für Bagatelldelikte abgerufen werden können.
mfGr
Alt 15. 06. 2007, 12:47 natbornkiller is offline Mit Zitat antworten #2
Mr.Harmlos
Sublim
 
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Registrierungsdatum: Mar 2006
Beiträge: 573
Re: Elektronische Gesundheitskarte: FSFE befürchtet den Privacy-Gau

Man gehe erhobenen Hauptes und sehenden Auges in den Untergang ...

Ehre und Selbstachtung ist das Letze was sie dir nehmen können ...


mfg
Alt 15. 06. 2007, 13:09 Mr.Harmlos is offline Mit Zitat antworten #3
titus_shg
Ein Herz für Katzen
 
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Registrierungsdatum: Mar 2007
Ort: NRW/OWL
Beiträge: 4.876
Re: Elektronische Gesundheitskarte: FSFE befürchtet den Privacy-Gau

Zitat:
Zitat von Mr.Harmlos 

Ehre und Selbstachtung ist das Letze was sie dir nehmen können ...


mfg

Aber sie arbeiten dran.......

MfG Andy
Alt 15. 06. 2007, 13:19 titus_shg is offline Mit Zitat antworten #4
Jens345
Niemand
 
Registrierungsdatum: Feb 2006
Beiträge: 325
Re: Elektronische Gesundheitskarte: FSFE-Aktivist befürchtet den Privacy-Gau

---------------------
Alt 15. 06. 2007, 14:21 Jens345 is offline Mit Zitat antworten #5
Bewa
Pädagogisch wertvoll!
 
Registrierungsdatum: Jun 2005
Beiträge: 1.048
Re: Elektronische Gesundheitskarte: FSFE-Aktivist befürchtet den Privacy-Gau

Wenn [bitte wählen] ein Schlüsselinstrument wäre...
Nach dieser Formulierung ist sie dies aber nicht.
Alt 15. 06. 2007, 15:22 Bewa is offline Mit Zitat antworten #6
E. Teach
mit Glied
 
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Registrierungsdatum: Feb 2007
Ort: Seven Seas
Beiträge: 395
Re: Elektronische Gesundheitskarte: FSFE-Aktivist befürchtet den Privacy-Gau

Wenn man so einiges hier liest und in Zusammenhang bringt, gibt es eigentlich nur eine logische Schlussfolgerung:

Keine Datenbanken in die Hände von Politiker- und Geheimdienst- DAUs!

regards
E. Teach
Alt 15. 06. 2007, 16:09 E. Teach is offline Mit Zitat antworten #7
Laird_Dave
DvD
 
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Registrierungsdatum: Dec 2006
Beiträge: 440
Re: Elektronische Gesundheitskarte: FSFE-Aktivist befürchtet den Privacy-Gau

lieber stehend sterben dann geh ich halt in de nimmer zum arzt, nach tschechien isses net sooo weit und da hab ich meine ruhe vor sowas... billiger isses auch und die ham mittlerweile auch in etwa unseren standard (zt sogar besser dank medizintourismus ) und wenns was akutes is krepier ich halt dran statt ins krankenhaus zu gehen, vllt wachen dann n paar auf...

€dit: ich denk grad an die schlagzeile "junger mann stirbt lieber als sich überwachen zu lassen" *g*
Alt 15. 06. 2007, 18:24 Laird_Dave is offline Mit Zitat antworten #8
_Agnostiker_ Spender
monitorgebräunt
 
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Registrierungsdatum: Jul 2005
Beiträge: 3.005
Re: Elektronische Gesundheitskarte: FSFE-Aktivist befürchtet den Privacy-Gau

Macht sich bestimmt gut beim Einstellungsgespräch:

"Wie, sie haben keine Gesundheitskarte?"
"Nein."
"Warum nicht?"
"Ich werde nicht krank. Ich Zweifelsfall krepier ich dann."
"Wunderbar, Sie sind eingestellt. Solche Leute suchen wir!"
Alt 15. 06. 2007, 19:09 _Agnostiker_ is offline Mit Zitat antworten #9
Schattenlos
Mitglied
 
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Registrierungsdatum: Sep 2004
Beiträge: 6.655
Re: Elektronische Gesundheitskarte: FSFE-Aktivist befürchtet den Privacy-Gau

Ich werde mich so lange wie möglich gegen eine Speicherung meiner Daten wehren
Alt 16. 06. 2007, 19:05 Schattenlos is offline Mit Zitat antworten #10
TKL
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Beiträge: 970
Re: Elektronische Gesundheitskarte: FSFE-Aktivist befürchtet den Privacy-Gau

Und es wird noch besser:
Zitat:
All diese neue Studien zeigen eines: Ein Bluttest kann schon in naher Zukunft ausreichen, um ein zuverlässiges Persönlichkeitsprofil zu erstellen. Damit lassen sich nicht nur die psychische Krankheiten gut erkennen, sondern auch andere Facetten der Persönlichkeit. Forscher der Universität Zürich fanden heraus, dass der Cortisol-Level im Körper auf einen Perfektionisten hindeuten kann. All diese neue Studien zeigen eines: Ein Bluttest kann schon in naher Zukunft ausreichen, um ein zuverlässiges Persönlichkeitsprofil zu erstellen. Damit lassen sich nicht nur die psychische Krankheiten gut erkennen, sondern auch andere Facetten der Persönlichkeit. Forscher der Universität Zürich fanden heraus, dass der Cortisol-Level im Körper auf einen Perfektionisten hindeuten kann. Schon bald könnten einige Tropfen Blut einem Arbeitgeber und den Behörden sehr persönliche Informationen liefern.

Quelle:Welt der Wunder Magazin Ausgabe 006 (2007)
Alt 16. 06. 2007, 19:32 TKL is offline Mit Zitat antworten #11
maoam
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Registrierungsdatum: Oct 2006
Beiträge: 40
Re: Elektronische Gesundheitskarte: FSFE-Aktivist befürchtet den Privacy-Gau

Zitat:
Ein Bluttest kann schon in naher Zukunft ausreichen, um ein zuverlässiges Persönlichkeitsprofil zu erstellen. Damit lassen sich nicht nur die psychische Krankheiten gut erkennen, sondern auch andere Facetten der Persönlichkeit

Jaja, mal wieder Welt der Wunder. Einfach zu ämusant. Das Blutbild verändert sich bei psychischen Erkranken nicht wirklich. Bei diesen Krankheitsbildern wird von den Symptomen auf ein bestimmtes Syndrom geschlossen und dieses führt weitergehend erst zur Diagnose. Die Ärzte würden Luftsprünge machen, wenn psychische Erkrankungen durch ein einfaches Blutbild-Labor diagnostiziert werden könnten.

Um ein wirklich relevantes Persönlichkeitsprofil zu erstellen braucht es schon mehr als nur paar Blutstropfen. Bei einem erhötem Leberwert denkt jeder gleich an Alkohol, es gibt aber noch zig andere Gründe dafür - welche sich aber nicht immer selbst im Blutbild finden lassen.

Wie unser Arzt erst neulich gesagt hat: "Wenn Sie Hufgetrappel hören sind es nicht immer Pferde, es könnten auch Zebras oder andere Tiere sein."
Alt 17. 06. 2007, 11:49 maoam is offline Mit Zitat antworten #12
TKL
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Registrierungsdatum: Jun 2006
Beiträge: 970
Re: Elektronische Gesundheitskarte: FSFE-Aktivist befürchtet den Privacy-Gau

Hm, ich weiß ja nicht. Hier nochmal ein größerer Auszug davon:

Spoiler:


Ich werde mal schauen ob ich das Heft noch im Laden bekomme und da noch mehr zu drin steht aber für mich hört sich das schon sehr überzeugend an.
Alt 17. 06. 2007, 14:10 TKL is offline Mit Zitat antworten #13
Schattenlos
Mitglied
 
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Registrierungsdatum: Sep 2004
Beiträge: 6.655
Re: Elektronische Gesundheitskarte: FSFE-Aktivist befürchtet den Privacy-Gau

Depressionen u.ä haben aber nichts mit einem wirklichen Persönlichkeitsprofil zu tun. Was kommt dann als nächstes - am Blut kann man erkennen welche politische Richtung jemand bevorzugt, ob Nazi oder Sozialist
Alt 17. 06. 2007, 18:16 Schattenlos is offline Mit Zitat antworten #14
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