Elektronische Gesundheitskarte: FSFE-Aktivist befürchtet den Privacy-Gau
Diskutiert man mit Angehörigen der "Ich habe nichts zu verbergen"-Fraktion, ist das Argument der Gesundheits- und Krankenkassendaten ein oft erfolgreiches Argument. Abgetan wird es gerne mit dem Hinweis, dass an solche Daten ja nur befugte Personengruppen herankommen werden, nicht jedoch Arbeitgeber, Ermittler oder sonstige Gruppen. Und natürlich mache die zentrale, elektronische Speicherung alles besser und effizienter. Im Gegenteil, so Joachim Jakobs von der Free Software Foundation Europe. Arbeitgebern und Geheimdiensten könnten die Krankenakten der Bürger möglicherweise bald zur Verfügung stehen.
Denn die Gesundheitskarte legt einer bisher ungekannten Zahl an Institutionen die Patientendaten offen. Laut Jakobs sollen die Karte als Zugangsberechtigung für 21 000 Apotheken, 123 000 niedergelassene Ärzte, 65 000 Zahnärzte und 2 200 Krankenhäuser dienen. Dass diese Zugänge nur für die vorgesehenen Zwecke verwendet werden, kann getrost bezweifelt werden, denn seitens der Krankenkassen wäre Missbrauch kein Präzedenzfall. Jochen Jakobs dazu:
"Die Barmer Ersatzkasse in Trier hat nach Medienberichten im Herbst letzten Jahres 2600 Versicherten empfohlen, sich untersuchen zu lassen. Es gäbe Hinweise auf Herzkrankheit und Diabetes. Das habe die Auswertung von Patientendaten ergeben. ... Mit der künftigen elektronischen Gesundheitskarte sind natürlich deutlich kreativere Marketingaktionen denkbar: Zum Beispiel könnte einem Ehepaar nahegelegt werden, angesichts seiner eigenen Gesundheitsdaten besser auf eigene Kinder zu verzichten. Denn diese würden der Versichertengemeinschaft voraussichtlich mehr zur Last fallen, als sie später an Beiträgen leisten könnten. Der Hinweis könnte dann sein: 'Das wäre nicht nur für uns ein nicht mehr versicherbares Risiko, sondern auch für Sie eine außerordentliche Belastung.'"
Schwarzmalerei? In Zeiten explodierender Kosten im Gesundheitssystem
Re: Elektronische Gesundheitskarte: FSFE befürchtet den Privacy-Gau
ich hätte in dem Zusammenhang noch erwähnt, dass die Überprüfung von Finanzdaten nur für schwere Straftaten, organisiertes Verbrechen mal eingeführt wurde, das ganze wurde sukzessive erweitert, so dass heute hinz und kunz auf die Daten von Girokonto für Bagatelldelikte abgerufen werden können.
mfGr
Re: Elektronische Gesundheitskarte: FSFE-Aktivist befürchtet den Privacy-Gau
lieber stehend sterben dann geh ich halt in de nimmer zum arzt, nach tschechien isses net sooo weit und da hab ich meine ruhe vor sowas... billiger isses auch und die ham mittlerweile auch in etwa unseren standard (zt sogar besser dank medizintourismus ) und wenns was akutes is krepier ich halt dran statt ins krankenhaus zu gehen, vllt wachen dann n paar auf...
€dit: ich denk grad an die schlagzeile "junger mann stirbt lieber als sich überwachen zu lassen" *g*
Re: Elektronische Gesundheitskarte: FSFE-Aktivist befürchtet den Privacy-Gau
Macht sich bestimmt gut beim Einstellungsgespräch:
"Wie, sie haben keine Gesundheitskarte?"
"Nein."
"Warum nicht?"
"Ich werde nicht krank. Ich Zweifelsfall krepier ich dann."
"Wunderbar, Sie sind eingestellt. Solche Leute suchen wir!"
Re: Elektronische Gesundheitskarte: FSFE-Aktivist befürchtet den Privacy-Gau
Und es wird noch besser:
Zitat:
All diese neue Studien zeigen eines: Ein Bluttest kann schon in naher Zukunft ausreichen, um ein zuverlässiges Persönlichkeitsprofil zu erstellen. Damit lassen sich nicht nur die psychische Krankheiten gut erkennen, sondern auch andere Facetten der Persönlichkeit. Forscher der Universität Zürich fanden heraus, dass der Cortisol-Level im Körper auf einen Perfektionisten hindeuten kann. All diese neue Studien zeigen eines: Ein Bluttest kann schon in naher Zukunft ausreichen, um ein zuverlässiges Persönlichkeitsprofil zu erstellen. Damit lassen sich nicht nur die psychische Krankheiten gut erkennen, sondern auch andere Facetten der Persönlichkeit. Forscher der Universität Zürich fanden heraus, dass der Cortisol-Level im Körper auf einen Perfektionisten hindeuten kann. Schon bald könnten einige Tropfen Blut einem Arbeitgeber und den Behörden sehr persönliche Informationen liefern.
Re: Elektronische Gesundheitskarte: FSFE-Aktivist befürchtet den Privacy-Gau
Zitat:
Ein Bluttest kann schon in naher Zukunft ausreichen, um ein zuverlässiges Persönlichkeitsprofil zu erstellen. Damit lassen sich nicht nur die psychische Krankheiten gut erkennen, sondern auch andere Facetten der Persönlichkeit
Jaja, mal wieder Welt der Wunder. Einfach zu ämusant. Das Blutbild verändert sich bei psychischen Erkranken nicht wirklich. Bei diesen Krankheitsbildern wird von den Symptomen auf ein bestimmtes Syndrom geschlossen und dieses führt weitergehend erst zur Diagnose. Die Ärzte würden Luftsprünge machen, wenn psychische Erkrankungen durch ein einfaches Blutbild-Labor diagnostiziert werden könnten.
Um ein wirklich relevantes Persönlichkeitsprofil zu erstellen braucht es schon mehr als nur paar Blutstropfen. Bei einem erhötem Leberwert denkt jeder gleich an Alkohol, es gibt aber noch zig andere Gründe dafür - welche sich aber nicht immer selbst im Blutbild finden lassen.
Wie unser Arzt erst neulich gesagt hat: "Wenn Sie Hufgetrappel hören sind es nicht immer Pferde, es könnten auch Zebras oder andere Tiere sein."
Re: Elektronische Gesundheitskarte: FSFE-Aktivist befürchtet den Privacy-Gau
Hm, ich weiß ja nicht. Hier nochmal ein größerer Auszug davon:
Spoiler:
Depressionen, Traumata, Angst: Sie hinterlassen Spuren in unserem Blut, lange bevor sie sich in der Psyche zeigen. Mediziner wollen jetzt den Geheimcode unseres Blutes entschlüsseln, um mehr über die menschliche Persönlichkeit zu erfahren
Als die junge Michal im Jahr 2005 ein Einkaufszentrum in Jerusalem besucht, entgeht sie nur knapp dem Tod. Wenige Meter neben ihr explodiert eine Bombe. Michal wird schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Dort stellt sich heraus: Das Attentat hat nnicht nur am Körper der jungen Frau Spuren hinterlassen, sondern auch in ihrer Psyche - und in ihrem Blut.
Arieh Shalev, Psychiater an der Hebrew University, hat einen Test entwickelt, mit dem bereits kurz nach einem schrecklichen Erlebnis festgestellt werden kann, ob der Mensch Monate später an einem Trauma leiden wird. Denn: Blut kennt die Zukunft der Seele.
Nicht jeder Mensch, der ein Unglück erlebt, leidet danach an einem Trauma. Deshalb werden die Betroffenen erst viele Monate später behandelt, wenn sich eine psychische Störung zeigt. Ein Früherkennungstest wäre deshalb enorm hilfreich. "Wir können unmöglich das Gehirn jedes potentiellen Patienten per Kernspintomograf auf ein Trauma hin untersuchen. Aber wenn ein Schock das Gehirn verändert, finden wir Hinweise dafür im Blut. Und das lässt sich leicht testen. Zudem finden wir bei einem Traumatisierten bereits Spuren im Blut, bevor erste Symptome auftreten", sagt Arieh Shalev. In einer Studie untersuchte er 24 Trauma-Patienten. "Wir stellten Abweichungen in ihrem Blutprofil fest, Später konnten wir vorhersagen, dass sie vier Monate später ein Trauma entwickeln würden. Mit unserem Test können wir einen Teil der Zukunft eines Menschen erkennen." Bei Michal waren die Werte bestimmter Botenstoffe ebenfalls erhöht. Ihr Trauma wird nun behandelt, bevor es ihre Psyche wie ein Tumor zerfressen kann.
Das Blut hat neben seinen eigentlichen Aufgaben aber auch noch eine weitere Aufgabe, für die es so eng mit dem Gehirn zusammenarbeitet, dass es beinahe alles über die Psyche erfährt. Es ist, neben den Nerven, der zweite Nachrichtenkanal unseres Körpers. Es transportiert die Hormone - unverzichtbare Informationsmoleküle - zu den jeweiligen Rezeptoren. Unzählige Drüsen überall im Körper gegen Hormonmoleküle ans Blut ab und kommunzieren so mit anderen Organen. Folge: Es gibt kaum eine psyische Störung, die im Blut keine Spuren hinterlässt. Da nun aber chemische Messungen sehr ungenau sind, kann eine Blutuntersuchung in bestimmten Fällen mehr über die Psyche eines Menschen und ihre künftige Entwicklung verrraten als ein Gespräch beim Psychologen.
Toshimi Owashi von der Showa University in Tokyo hat einen Test entwickelt, mit dem sich Depressionen vorhersagen lassen. Dazu untersucht sie die Wirkung und Verbreitung von Stresshormonen im Körper. Und das Blut weiß noch mehr über unsere Zukunft. Hier steht geschrieben, ob ein Mensch suizidgefährdet ist. Die Gefahr einer Schizophrenie zeigt sich durch einen erhöhten Wert des Stresshormons Cortisol. Patienten mit Zwangsstörungen haben einen auffallenden Rhythmus in der Freisetzung des Wachstums - und Schlafhormons GH. Hermona Soreq von der Hebrew University in Jerusalem hat sogar einen Bluttest für Angststörungen entwickelt. "Wenn die Konzentration von drei bestimmten Molekülen ehöht sind, können wir mit 90-prozentiger Sicherheit von einer Angststörung ausgehen." Nun möchte Soreq möglichst schnell einen Test für depressive Patienten entwickeln.
All diese neue Studien zeigen eines: Ein Bluttest kann schon in naher Zukunft ausreichen, um ein zuverlässiges Persönlichkeitsprofil zu erstellen. Damit lassen sich nicht nur die psychische Krankheiten gut erkennen, sondern auch andere Facetten der Persönlichkeit. Forscher der Universität Zürich fanden heraus, dass der Cortisol-Level im Körper auf einen Perfektionisten hindeuten kann. Schon bald könnten einige Tropfen Blut einem Arbeitgeber und den Behörden sehr persönliche Informationen liefern.
Ich werde mal schauen ob ich das Heft noch im Laden bekomme und da noch mehr zu drin steht aber für mich hört sich das schon sehr überzeugend an.
Re: Elektronische Gesundheitskarte: FSFE-Aktivist befürchtet den Privacy-Gau
Depressionen u.ä haben aber nichts mit einem wirklichen Persönlichkeitsprofil zu tun. Was kommt dann als nächstes - am Blut kann man erkennen welche politische Richtung jemand bevorzugt, ob Nazi oder Sozialist