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  1. #1
    Mitlgied Avatar von Hundberg
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    Standard iGeschichtenwettbewerb

    Nach dem überwältigenden Erfolg der Maggi Fünfminutenterrine - die Gulli Fünfminutengeschichte.

    Die Regeln sind einfach:
    Fünf vorgegebene Wörter, ausgewählt von http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/?dict=de

    Höchstens 3000 Zeichen inklusive Leerzeichen

    Das wars schon.
    Sobald 5 Geschichten zusammengekommen sind, werden 5 neue Wörter vorgegeben, und die ganze Chose fängt von vorne an.

    Fragen einfach hier rein, Geschichten auch. Der Gewinner, der Zweitplatzierte, der Dritte, der Vierte und der Fünfte kriegt einen imaginären und besonders feuchten Händedruck. Strengt euch an!

    Und die ersten fünf Wörter lauten:

    * im Alter von
    * leichter
    * Argentinien
    * Eröffnung
    * zerstört
    Geändert von Hundberg (31. 10. 2007 um 13:38 Uhr) Grund: Regelanpassung

  2. #2
    Cemo3
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    Standard Re: iGeschichtenwettbewerb

    Als Cemo den Anfang machte
    Natürlich war er sich seiner Lage bewusst. Natürlich ging er wie jeder andere seiner Beschäftigung nach und saß dann am Abend zuhause vor dem Fernseher um bei Tim Mälzer Gerichte zu sehen, die er niemals nachkochen würde. Er wusste auch, dass seine eventuellen Kinder ihn in eine Anstalt stecken würden, in der er im Alter von Grießbrei und bunten Tabletten leben würde.

    Doch er dachte einfach nicht daran. Er blendete das Ungemütliche aus. Die Frage nach dem "Wieso?", die Frage nach dem Sinn des Lebens. So lebte es sich leichter und er musste keine ungemütlichen Gewissensfragen beantworten. Die Wahrheit aber war: Er war stinknormal.

    Manchmal zweifelte er an seiner Individualität. Manchmal dachte auch er über sich: "Bin ich wie jeder andere?"
    Immer wenn er soetwas dachte tat er eigenartige Sachen um einzigartig zu sein. Im Forum benutzte er stilistische Mittel um sich abzuheben von der Masse, in der Öffentlichkeit trug er Schwarz und umgedrehte Kreuze oder riesige Hosen und T-Shirts. Manchmal traf er Frauen und dachte im Nachhinein: "Bei der habe ich einen Eindruck hinterlassen." Er baute Foren auf und war dann ein zynischer Administrator, den alle nachäfften. Er war ein Literat, der andere mit seinen Werken vollmüllte. Er war überall und er war Individuell. Individuell wie jeder andere.

    Das schönste waren aber seine Gedanken. In ihnen war er ein Schwarm, den in Argentinien, auf den Bahamas, überall auf der Welt die schönsten Frauen umzirzten. In ihnen rettete er kleine Kinder vor Zügen und wurde von deren Müttern wegen seiner Humanität gelobt. Er kam in Zeitungen und war doch bescheidener als die Rente in Deutschland. Manchmal diskutierte er Professoren an die Wand und wurde daraufhin zum Helden der Nation gewählt. Er war wieder individuell...

    Er riss sich aus den Gedanken, die Eröffnung für Tim Mälzer lief. Er schüttelte die Pläne ab. Die Heldensagen wurden zur Seite gelegt. Die Probleme waren zerstört. Für den Moment. Heute gab es Birnen-Speck-Risotto. Ein paar halbwegs humoristische Einlagen von Tim Mälzer. Nicht witzig, aber in seiner Güte konnte er lächeln.

    Er lächelte.
    Geändert von Cemo3 (26. 10. 2007 um 16:50 Uhr)

  3. #3
    ..wie bei ner Bockwurst!,
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    Standard Re: iGeschichtenwettbewerb

    Eine kleine Reise

    Im Alter von etwa vier Jahren war es, ich erinnere mich noch genau. Anstatt in meinem Zimmer mit den Matchbox-Autos zu spielen, wie es mir vorgeschlagen wurde, huschte ich in dem Moment, da meine Mutter gerade nicht aufpasste, zur Treppe, von dort in den langen Flur, hindurch in die Garage vor mein Bobbycar. Rot, feuerrot. Ich betete es an. Auf die Matchbox-Autos hatte ich mal wieder keine Lust, auf denen konnte ich schließlich nicht selbst fahren. Was bringt so ein Auto für Kinder, wenn sie es nicht selbst fahren können? Soll ich mir etwa vorstellen, ich säße in diesem sechs mal drei komma fünf mal zwei Zentimeter winzigen, bedruckten Spritzgussteil? Nein, ich war schon damals ein Mann der Taten. Leute, die mit dem Kopf Auto fahren, sind mir zuwider, damals wie heute. Zum Glück hatte mein Vater den kleinen Wagen genommen, um ins Büro zu fahren. So konnte ich mithilfe eines kleinen Hockers ins Cabriolet klettern und meine Ausrüstung holen: Eine Sonnenbrille für den Style, den Führerschein, wenn mich die Polizei anhalten sollte, die Parkuhr für alle Notfälle und die Visitenkarte meines Vaters, wenn ich jemanden treffe, den ich wiedersehen wollte.
    Das Bobbycar mit einem Trick sanft von der Wand geholt, lächelte ich und dachte an meinen Schlachtplan: Es wird zerstört werden. Es gibt kein Entrinnen. Der Schlachtplan war fertig, ich wartete nur noch auf meine Armee.
    Glücklich war ich darüber, dass ich am Berg wohnte: So konnte ich bis zu meinem Ziel rollen lassen, das geht leichter. Ich legte also meine Ausrüstung an, fuhr die Auffahrt hinunter und ließ laufen. Serpentinenartig verlaufen die Straßen in unserem Wohngebiet. Ich musste viel lenken. Etwa auf halber Strecke begegnete ich einem Mann, der gerade sein Auto wusch. Er sah mich, erkannte, dass ich viel zu schnell unterwegs war und trat auf die Straße. Ich, immer darauf bedacht, die neueste Ausstattung an meinem Gefährt zu haben, konnte mit meinen Karbonbremsen noch rechtzeitig stoppen um den Mann nicht umzufahren. Er trug einen grauen Anzug, ein fein kariertes Hemd und braune Lederschuhe. Ich hasse braune Lederschuhe. “Wohin des Weges, und warum so eilig?” fragte er mich. “Nach Argentinien geht's, wegen der Steaks.” kam die Antwort. Ich wollte meinen Eroberungsplan nicht sofort vor einem Dahergelaufenen ausbreiten. “Ach, dann sind Sie ja bald da. Ich bin Ferdinand. Wie heißen Sie?” Ich nahm meine Visitenkarte aus der Jackentasche, händigte sie ihm aus und versuchte, souverän dreinzublicken. “Rufen Sie mich an, wenn die Eröffnung ihres eigenen Steakhauses in Argentinien ansteht. Ich bin Restaurantleiter.” Von diesem großherzigen Angebot beeindruckt, grüßte ich und fuhr weiter. Über die Zeit nach der Eroberung Argentiniens hatte ich noch gar nicht nachgedacht. Aber ein Steakhaus ist immer einen Gedanken wert, dachte ich.

  4. #4
    Biest! Avatar von lilith1970
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    Standard Re: iGeschichtenwettbewerb

    Neue Welt oder Kleinmädchenträume

    Als sie im Alter von 13 Jahren mit ihrer Mutter nach Argentinien zog, weil diese als Lehrerin auf einer großen Ranch zu arbeiten begann, dachte sie, niemals dort glücklich zu werden. Weit ab der Heimat, in der sie zur Schule gegangen war, wo ihre Freundinnen wohnten, inmitten der Pampa, wo man kilometerweit nur Gras sehen konnte und es sich nur Langeweile zu bieten schien. Sie schlenderte mißmutig über den Hof, verscheuchte ein paar eifrig nach Würmern pickende Hühner und setzte sich seufzend auf die Treppe zur Veranda des großen Hauses. Eine sirrende Stille erfüllte die Luft und sie wußte nichts mit sich anzufangen.

    Ein Junge etwa in ihrem Alter kam aus dem Stall und war dabei, Mist herauszukarren. Er schwitzte und seine Arme wirkten dürr obwohl sich durch die tägliche Arbeit Muskeln gebildeten hatten. Seine Haut war braun wie der Boden des Hofes und seine schulterlangen schwarzen Haare hatte er zu einem Zopf im Nacken zusammengefaßt. Trotz des Schweißes wirkten die dunklen Strähnen leichter als Federn.
    Auf einmal blickte er zu ihr herüber und sie blickte erschrocken weg, weil ihr klar wurde, daß sie ihn die ganze Zeit angestarrt hatte. Als sie wieder hinsah, grinste er und winkte ihr zu. Sie zog eine Grimasse, was ihn zum Lachen brachte. Er verstaute den Schubkarren und kam direkt auf sie zu. Er stellte sich als Miguel vor und fragte sie, ob es ihr hier gefalle. Sie nannte ihren Namen und schüttelte nur den Kopf, während sie seine Hand faßte, die er ihr mit einem freundlichen Lächeln entgegenstreckte. Er ging zum Brunnen, füllte eine Feldflasche mit Wasser und forderte sie auf, mitzukommen. Zögerlich stand sie auf und folgte ihm.

    Nachdem sie über eine Stunde gelaufen waren, hatte sie keine Lust mehr und maulte, sie wolle wieder zurück. "Nein", erwiederte er, "wir sind gleich da" und lief entschlossen weiter. Sie sah sich um. Weit und breit stand kein Baum, nur ein paar Büsche und sie hatte schon längst die Orientierung verloren. Leise Angst schlich sich bei ihr ein, sie kannte ihn ja gar nicht, wo führte er sie nur hin?
    Endlich erreichten sie einen kleinen Fluß, dort ließ er sich nieder und meinte, nun müßten sie nur noch warten. Meist kämen sie am Abend, bald wäre es soweit. Er reichte ihr die Flasche und starrte in die Landschaft. Da sie nichts Besseres zu tun hatte, tat sie es ihm gleich.

    Und dann kamen sie. Begeistert sprang sie auf, woraufhin er ihren Arm packte und sie wieder zu sich herunterzog. „Erschrecke sie nicht, sonst bleiben sie weg“, raunte er. Fasziniert betrachtete sie die staubigen Leiber, wie sie kraftvoll und majestätisch die kleine Anhöhe hinter dem Fluss herabschritten. Es mussten an die hundert Tiere sein, in allen Braunschattierungen, manche mattschwarz, einige grau oder cremefarben, die Beine und Köpfe dunkler als der Rest des Fells, lange wellige Mähnen fielen in ihre Gesichter aus denen kluge, feurige Augen misstrauisch in ihre Richtung blickten. Miguel ließ einen kleinen Pfiff hören und die Tiere entspannten sich. Er lachte.

    Nachfahren der spanischen Pferde wären sie, sagte er, lange seien sie wild umhergezogen bis man angefangen hatte Teile ihres Lebensraumes zu zerstören. Dann habe man begonnen, sie gezielt zu züchten. Nur die stärksten könnten das Leben in der unendlichen Pampa überleben. Dies seien die Pferde des Ranchbesitzers, seines Vaters, fügte er nicht ohne Stolz hinzu. Mit einem schelmischen Schmunzeln fragte er sie, ob es ihr nun doch gefalle hier zu leben?

    Dies bedeutete für sie eine Eröffnung völlig neuer Perspektiven, da sie Pferde über alles liebte und sie nickte mit dem Kopf, ein glückliches Lächeln im Gesicht.

    _________________




    Ich hoffe, ich habe die Zeichenbeschränkung nicht überschritten ...
    sehr nette Idee und lustige Vorgehensweise, die Stichworte rauszusuchen
    Geändert von lilith1970 (27. 10. 2007 um 18:25 Uhr) Grund: Feinschliff hi und da...

  5. #5
    Mitlgied

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    Avatar von Hundberg
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    Standard Re: iGeschichtenwettbewerb

    Huissa, schöne Geschichten! Um die fünf mal voll zu machen werd ich mich jetzt einfach auch mal beteiligen.

    Argentinien
    Inzwischen war Argentinien ein Mädchen im zarten Alter von dreizehn Jahren. Nachdem Herr und Frau Schmidt schon Pauline und Franziska in die Welt gesetzt hatten, sollte das dritte Mädchen etwas ganz besonderes werden. Etwas, das den fortschrittlichen Geist der Familie wiederspiegelte, man sollte Schmidt mit großen Dingen verbinden.
    Sie eröffneten diversen TV-Sendern die Möglichkeit, die Namensgebung im Fernsehen zu vermarkten, in bare Münze zu verwandeln und den Schmidts zu unendlichem Ruhm zu verhelfen.
    Leider hatte man sich nie mit den Funktionsweisen der Television beschäftigt.

    Es fing mit dem Produktionsleiter an. Ein Produktionsleiter, der seinen gesunden Menschenverstand schon seit längerem gegen freundliche Damen aus Osteuropa eingetauscht hatte und der bei jedem Schluck aus seiner silbernen Armeefeldflasche leichter zu werden schien. Manchmal flog er auch einfach davon, so leicht war er geworden und er wollte im Nachhinein auch nie glauben, dass er bei der Eröffnung einer Ausstellung für Glaskunst aus dem 13. Jahrhundert im sächsischen Blötzdorf den vier Meter über dem Boden hängenden Kronleuchter des Blötzdorfer Bürgermeisters zerstört hatte. Auch der Rest des Teams stand dem Produktionsleiter in Sachen gepflegter Irre in nichts nach und zum Glück der Familie Schmidt kam die Dokusoap nie über die ersten drei Pilotfolgen heraus. Doch Ordnung musste trotz allem sein und so wurde das arme Neugeborene nach den beiden meistgewünschten Namen benannt.
    Nur wenige waren so unverfrorern und wünschten der Familie und Argentinien Björn Schmidt viel Erfolg im späteren Leben.

  6. #6
    Dr. Dr. Schäuble Avatar von saoirse
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    Standard Re: iGeschichtenwettbewerb

    Wann gibts 5 neue Wörter?^^

  7. #7
    Biest! Avatar von lilith1970
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    Standard Re: iGeschichtenwettbewerb

    Nachdem Du die fünfte Geschichte geschrieben hast

  8. #8
    ist launisch Avatar von IhaveNOmouth...
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    Standard Re: iGeschichtenwettbewerb

    Im Alter von Argentinien wird die Eröffnung leichter zerstört

    Woha, Erleuchtung in 5 Minuten, Instantgebrabbel.
    Das ist es also, dachte Jakob, der Weg zum Ruhm ist ein langer Atem und gute Nerven. Fernsehpfarrer, Politprediger und Manager im Beichtstuhl mit obligatorischen Heiligenscheinen reden sie daher. "Schrei nicht für mich Argentinien.", ja genau, aber nach drei Stunden Bergpredigt ist dann auch mal gut, so langsam geht es mit der Konferenz qualitativ zu Ende und Jakob muss aufs Pissoire.

    Der Chef/Boss/Pate hat lange genug geredet, dreht sich jetzt im Kreise knarrt mit dem Stuhle beim Stehen, Sitzen, Arme winken, Augenbrauen hochziehen, Mund aufreißen. Führungsriege hin oder her, dachte Jakob, wir sind hier nicht bei Sabine Christiansen.

    Die Eröffnung des Genossen Vorsitzenden war wie immer klar strukturiert mit ein paar ausgefallenen Stilmittelchen hier und da. Überflüßig ideal, versetzt und verschaukelt er das Personal, kichert Jakob in sich hinein, aber das ist nur ein leichter Überzug um sich als Despot zu rechtfertigen.

    Im Alter von Fünfzehn wollte Jakob schon für's Fernsehen arbeiten, aber doch nicht 30 Km hinter den Statisten in irgendeinen verlausten, stinklangweiligen Bürogetürm.

    Bla bla bla, geht es an der Front weiter. Da stand Jakob auf und schrie: "Halt die Schnauze!" Wie Balsam legt sich die Ruhe auf den Konferenzraum, erst gafft man, bis man sich im Chor verlegen räuspert, dann ein bisschen Flüstert und schließlich entschlossen, geschlossen wie ein Mann, empört. "So eine Unverschämtheit."
    Jakob schmeist seinen Stuhl gegen die Wand und man raunt: "Ruhe!"
    Die Räder quitschen noch, aber die Wand, selbst eher als Raumabtrennung gedacht, ist im Nu hin, irreperabel zerstört, allenfalls ersetzbar.

    Ersetzbar wie Jakob. Dieser allerdings schreiend, die Wand nicht, schlägt die Teilnehmer mit den Ruinen der Sitzgelegenheit grün und blau. Zwar nicht ohne Gegenwehr, aber doch relativ Mühelos.
    Erst die Security stellte hohe Anforderungen an den reichlich abgemühten Jakob, der sich wie beim ersten Vorstellungsgespräch die Mühe machte aus der Menge herauszustehen, metaphorisch als auch praktisch.

    Aber da kommt der gute Hirte oder besser gesagte eine ganze Staffel im Schutzanzug mit Knüppeln an. Jakob, mittlerweile völlig versessen, das man ihn von jetzt an Don Quijotte nennt, "sintemal es sich als fahrenden Bürokraten so geziemt". Stürzt sich plärrend aus dem Fenster.

    Schlechte Idee, gute Umsetzung, reitet der Held der TV-Mancha mit wedelnder Krawatte einsam auf die Straße zu. Nicht ebenerdig lautet die Prognose Jakobs, nicht einmal annähernd ebenerdig genug.

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  9. #9
    Mitlgied

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    Avatar von Hundberg
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    Standard Re: iGeschichtenwettbewerb

    Auch wenn ich nicht alles verstanden habe wars durchaus lustig hihi
    Hier sind die nächsten fünf Wörter. Übrigens könnt ihr gerne noch mehr als die fünf Geschichten schreiben. Nur nach fünf werd ich irgendwannmal neue Wörter suchen.

    Die nächsten wären dann:
    * Ermittler
    * erreichte
    * betroffenen
    * Grundlage
    * Lafontaine

    Was auch immer Lafontaine in einem Wörterbuch zu suchen hat...

  10. #10
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    Standard Re: iGeschichtenwettbewerb

    Wer kriegt jetzt den feuchten Händedruck?

  11. #11
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    Standard Re: iGeschichtenwettbewerb

    Achso... hm... jeder hat gewonnen?

  12. #12
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    Standard Re: iGeschichtenwettbewerb

    Soso, fair genug.

  13. #13
    ..wie bei ner Bockwurst!,
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    Standard Re: iGeschichtenwettbewerb

    hund hat kein mumm jemanden zu bewerten und ihave will die anerkennung die er für das gute stück verdient^^

    von mir kriegt ihave auf jeden fall n feuchten händedruck. jeden weiteren gibts für nur einen euro.

  14. #14
    Cemo3
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    Standard Re: iGeschichtenwettbewerb

    Als Cemo den Anfang machte
    Irgendeinen politischen Witz wollte er knallen lassen. Lafontaine und Ermittler... perfekte Vorlage. Was sollte er nehmen?
    Irgendwas würde ihm einfallen... etwas bombastisches!
    Arbeitslose könnte er mit einfädeln, ein bisschen Kommunismus auch. Darüber kann man immer lachen. Man ist ja nicht betroffen, Haha!
    Dann würde er noch ein bisschen vom Gulli mit einfliessen lassen. Vielleicht über die armen Sozialisten im Politikbereich und ihr bedingungsloses Grundeinkommen. Bis die ihre ersten 250€ pro Monat bekommen würden um dann in der Bahn zu flenzen... da würden noch ein paar Jährchen vergehen. Er war aber großzügig, ließ sie träumen. Viel zu großzügig war er. Die Linken aus dem Gulli:Board, die aber auch rechts waren. Im Gulli:Barometer erreichte Rechts eine Rekordzahl von 49. Das waren fast 50 und das war die Hälfte von 100 und 50 x 100 war 50 000. Fünfzigtausend Nazis im Gulliboard!
    Das musste er sich auf der Zunge zergehen lassen. Das Gulliboard hatte insgesamt etwa 400 000 Mitglieder. Natürlich waren die nicht alle aktiv. Einige Kommunisten aus dem Politikbereich hatten Zweitaccounts und die Hardliner sogar Drittaccounts. So ist das nämlich im Kommunismus, wenns dann mal in die Kommune geht um zu entscheiden ob Thunfisch mit Tomatensoße oder Thunfisch im eigenen Saft in die Konserven gepackt wird: Drei Stimmen sind besser als Eine.
    Im Endeffekt hatte man also 100 000 aktive Mitglieder und von denen waren 50 000 Nazis. Und was war eigentlich, wenn jemand einen Spiegel in die NPD-Zentrale stellen würde? Wären dann die Rechten links? Würde man sie garnicht sehen können, wie die Vampire? Was wenn man "Rumpelstilzchen" in die NPD-Zentrale schreit? Würde man ein "Das hat dir der Teufel gesagt!" zurückbekommen und irgendjemand würde sich in der Mitte zerreissen? Apropo Mitte!
    Eine schöne Grundlage für einen weiteren Witz über die politische Mitte! Oder Stoiber! Oder Schäuble! Der verträgt noch einen Tritt an den Hinterkopf, weil er am Boden blutend und unfähig aufzustehen noch anstalten macht zu zucken. Da haben noch nicht Massen von aufmerksamkeitsgeilen Bloggern drüber geschrieben. Oder auch einfach über Lafontaine! Und ausserdem ist linke Gewalt genauso schlimm wie rechte Gewalt! Das ist genau das Selbe! Oder auch schlimmer, weil die Rechten tun zumindestens was fürs Volk. Die verteilen Kuchen. Aber nur an Deutsche.

  15. #15
    Mitlgied

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    Standard Re: iGeschichtenwettbewerb

    Ich geh mir jetzt nen "cemo rockt" Aufkleber an mein imaginäres Auto pappen.

  16. #16
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    Standard Re: iGeschichtenwettbewerb

    geräuschvolle Explosion in Überschrift Beta

    Das Telefon klingelt.... und klingelt.... und klingelt. Bob Ross macht sich mittlerweile an seine "Happy Trees", mit der Kelle voll braun massakriert er die einsame Berglandschaft. Manchmal glaub ich der Kerl lebt in den Alpen und kommt nicht weit aus dem Haus. Ein bisschen an dieser Stelle und ein bisschen dort "just a little bit", Kleinjustierung. Phoenix um halb drei, mein Schädel dröhnt, mein Magen knurrt und ich bin müde.
    Ach ja, es ist zum Kotzen.

    Es ist beschissen ein Ghostwriter zu sein, man macht alles und bekommt einen Scheissdreck. Auf dem Papier steht: "Der Ermittler Hauptkomissar Ingmar Ross, ein Liebhaber der bildenden Künste, erreichte in der Verfahrensermittlung..." . Schreiben ist ein einfaches Handwerk, Stift ansetzen und los gehts. Bob Ross macht einen "happy accident". Ich mach ein duzend unglücklichere, es interessiert niemanden.
    Ach ja, es ist zum Kotzen.

    Ich schreibe für die einen Reden, für die anderen Romane, je nach Wunsch bin ich abrufbar. Eine miese Lebensgrundlage, denn wenn du so oft zitierst wirst wie Jesus ohne das einmal dein Name fällt geht es dir irgendwann dreckig. "...in der Verfahrensermittlung, dass genug Beweise gesichert werden konnteng." Tippfehler. Ich sollte auf digital umstellen. Ross war angeblich in Vietnam. Betroffen öffne ich die letzte Flasche Bier.
    Ach ja, es ist zum Kotzen.

    Bob Ross hat es geschafft, nach 20 Minuten malen, sah sein Bild tatsächlich gut aus, jetzt hat er es wieder versaut. So ein Arschloch. Aber was soll's mein Papierkorb ist auch voll. Erfahrungsgemäß übergieß ich die Blätter mit a little (La) Fontaine Brennspiritus, stell den Papierkorb in den Garten und zünde ihn an.
    Warum? Damit ich in Zeiten der Ideennot nicht zwischen Kuh und Ziegenmist nach einem Geniestreich suche.
    Ach ja, es ist zum Kotzen.

    Morgen muss ich wenigstens 15 Seiten habe, damit ich in einem Monat fertig bin. Ich hasse es zu Schreiben. Ich hasse es.
    Bob Ross ist fertig, das Bild sieht genau so aus wie alles andere was der Mann je produziert hat: Gebirge, Bäume, Wasser. Herzlichen Glückwunsch, der ist so gut wie ich.

    - - - -
    Die Geschichte war eher ein spontaner Akt kurzweiliger Verzweiflung... jaja, ich sollte mich was schämen.

    Und da ich jetzt schon feuchte Hände von zyx36 habe kann ich die doch glatt mal rumreichen... Ich ziehe meinen Hut vor euch, Lilith, Hund, Cemo und Zyx.
    Geändert von IhaveNOmouth... (01. 11. 2007 um 23:18 Uhr) Grund: "betroffen" vergessen

  17. #17
    Biest! Avatar von lilith1970
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    Standard Re: iGeschichtenwettbewerb

    Zuerst mal möchte ich auch jedem von Euch einen feuchten Hädedruck überreichen. Ich finds klasse, daß hier ein paar Geschichten stehen, der Thread macht Laune

    Also, hier mein Beitrag, obwohl ich erst dachte, zu diesen Stichworten fällt mir bestimmt nix ein:

    edit: So, ich hoffe es hat keiner was dagegen, daß ich noch ein paar nachträgliche Änderungen vorgenommen habe, da ich diese Geschichte gestern im Fieberwahn schrieb.

    Naja, gegen Cemos Geschichte und der des Mundlosen kommt sie eh nicht an



    Reset

    Rudi ist nervös. Und das will was heißen, ist er doch normalerweise ein Typ mit stahlharten Nerven. Doch seine Hand zittert beim Schreiben und eigentlich würde sie gerne etwas anderes tun. Nämlich in das Haar der Frau, der er gegenübersitzt greifen und hineinwühlen, die Struktur erfahren, nicht mehr loslassen.
    Sie besitzt in der Tat außergewöhnliches Haar. Eigentlich gar nicht attraktiv im geläufigen Sinne. Es ist nicht lang, sondern lockig, fast kraus und leuchtet in der Farbe des Mondscheins. Rudi schiebt diesen Gedanken beiseite und schimpft sich einen Esel. „Mondscheinfarbenes Haar, du Idiot, das Haar ist nur grau und reflektiert das Licht der Neonröhren in deinem Büro, mach deine Arbeit und geh heim“, sagt er sich. Er muss ein Protokoll erstellen, sterbenslangweilig aber das gehört zum Alltag, zu den Grundlagen der Tätigkeit eines Ermittlers.
    Er sieht sie an und fragt sie, woher sie das Stückchen Haschisch habe, das man bei ihr fand und ob sie andere Drogen nimmt. Er sieht wie eine Locke in ihr Gesicht fällt und die Brauen über den Augen erreicht. Den Augen, aus denen sie ihn forsch, herausfordernd ansieht. Sie erzählt, dass sie sich schon seit Jahren keine Drogen mehr gekauft habe, nur heute, denn heute sei es soweit. Rudi ist verwirrt. Was sei denn heute? Glaubt sie etwa den schwachsinnigen Meldungen, die seit Tagen in allen Medien erzählt werden? Er schweigt betroffen.
    Eigentlich ist es ihm egal was sie glaubt, etwas geht von ihr aus, was ihn zutiefst aufwühlt, diese Augen, die ihn anblicken und einfach in seine Seele eintreten möchten, ohne zu fragen, entwaffnend, so dass er nur zu gerne und mit Freude „Herein“ sagen möchte. Und es ist da noch etwas, was ihm Angst macht. Doch was das ist, kann er nicht bestimmen.

    Rudi ist froh, als alle Formalitäten erledigt sind, er die Frau wieder heimschicken kann. Die Menge ist zu gering als dass er große Lust hätte, weitere Schritte einzuleiten. Außerdem will er diese Frau nicht hinter Gittern wissen, dieser Gedanke missfällt ihm zutiefst.
    Es ist 23:54 Uhr als sie das Büro verlässt, irgendwie prägt sich diese Uhrzeit bei ihm ein, er läuft zum Spind, packt seine Sachen und geht. Schnell nach Hause, in die Normalität, etwas essen, die erotische Spannung, die sich in ihm angestaut hat abreagieren, betrinken, fernsehen. Egal was, nur weg. Er biegt ab in die Straße neben dem Dezernat, da steht sie. Vor dem Lafontaine-Plakat. Als sie ihn sieht, löst sie sich aus dem Bild und kommt auf ihn zu. Jetzt sieht er, dass ihr Haar wirklich die Farbe des Mondes hat, der blass und als abgeschnittene Hälfte am Himmel hängt. Sie steht vor ihm¸ ihr geheimnisvolles Gesicht sieht ihn an und sie sagt: „Noch drei Stunden, willst Du bei mir bleiben, bis es soweit ist?“ Es erscheint ihm alles absurd, doch anstelle dass er dies äußert hört er sich zustimmen. Sie küsst ihn, sanft und doch mit einer Intensität, dass er ihr danach folgt als sei es das normalste auf der Welt.


    Es 03:04 als er wieder auf die Uhr blickt. Er ist gelöst und glücklich. Neben ihm liegt sie und sieht ihn an. „Gleich ist es soweit, sagt sie. „Nun ist es egal, ob man arm oder reich ist, wer oder was oder was man glaubt. Alle unsere dummen kleinen Probleme sind nichtig.“ Sie nimmt seine Hand und führt sie an ihre Brust¸ liebkost ihn mit ihren Fingern und ihren Augen, diese sind tiefblau, fast schwarz. Das Licht spiegelt sich in ihnen, er blickt ins Universum, sieht Millionen von Sternen, Milchstraßen, Galaxien. Er sieht das Sonnensystem und die Erde. Just als er den Asteroiden erblickt, der im Moment auf diese kleine Murmel zuschießt.
    Geändert von lilith1970 (03. 11. 2007 um 10:50 Uhr) Grund: Feinschliff

  18. #18
    willmehrGlied?
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    Standard Re: iGeschichtenwettbewerb

    * Ermittler
    * erreichte
    * betroffenen
    * Grundlage
    * Lafontaine

    In der Grundlage fühlte sich Lafontaine in seinem Bett sehr wohl. Grundsätzlich hatte er auch nichts gegen die zahlreichen betroffenen Zuschauer, wobei er das Gefühl beobachtet zu werden nicht begründen konnte. Grundlos würden einige Leute fragen woran dieser Rückschluss von Herrn Lafontaine festzumachen war, befand sich sein Bett doch in einem Concord-Matratzen-Geschäft an der Ecke. WO auch sonst? Schließlich sind diese Matratzengeschäfte immer an einer Ecke. Wobei niemand wusste ob das rauchen nun erlaubt war oder nicht, was aber nichts zur Sache tut. Grundsätzlich war dies eine Tatsache, in der die Zuschauer, wenn auch unbewusst, mit Lafontaine übereinstimmten. Gründe für den Aufenthalt eines Diplomphysikers in einem weichen, unbezogenem Wasserbett suchten diese Selbsternannten Ermittler aber vergeblich. Da geht es mir nicht anders...
    Hauptsache ich erreichte das Ziel.

  19. #19
    ist launisch Avatar von IhaveNOmouth...
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    Standard Re: iGeschichtenwettbewerb

    Bitte, unbekannter und unheimlich talentierter Schriftsteller der diese Zeile liest!
    Noch eine einzige Geschichte posten, sonst muss ich mir 'nen Zweitaccount zulegen.

  20. #20
    Mitlgied

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    Avatar von Hundberg
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    Standard Re: iGeschichtenwettbewerb

    Wer sagt denn, dass ich unbekannt bin? Har har!

    Gitzi
    Gitzi war ein ermittelnder Freibeuter. Ein freibeuternder Ermittler, um genau zu sein, denn im Grunde ermittelte Gitzi lieber, als dass er freibeuterte. Um ganz genau zu sein, war Gitzi freibeutend ermittelnder Koch auf der Lafontaine, einem alten Klepperkahn, der bei Sturm dazu neigte, die Seite zu wechseln (Erzwungene Krampfmetapher ahoi!). Gitzi träumte immer von einem richtigen Fall, den er dann nur mithilfe von Rollenspieltypischen Hilfsmitteln wie einem Stück Torte und Bindfaden lösen könnte. Leider kam der richtige Fall nie. Sogar als die Lafontaine Grundlage erreichte, eine Unterwasserstadt mitten in der Ostsee, die für ihre abenteuerlichen Fälle berühmt und berüchtigt war, verblieben Kartoffeln und Stockfisch im Mittelpunkt von Gitzis Leben.
    Nach dieser letzten und wohl größten Enttäuschung in Grundlage griff Gitzi zur Flasche. Bis auf die kleinen Schnitte, die er sich beim zittrigen Kartoffelschälen geholt hatte, blieb die neu entdeckte Sucht auch ohne größere Folgen. Nein, Glitzi lebte sogar sehr gut mit ihr, denn mit dem einen oder anderen Glas Stockfischrum war es weitaus einfacher, sich die abenteuerlichen Fälle einfach vorzustellen. Er starb in einer stürmischen Nacht, getroffen von einem großen Flaschenzug, der da einfach so herumhing. Sicherlich kein schöner Tod, doch Gitzi war glücklich. Und um was geht es denn sonst im Leben?



    Und gleich die nächsten fünf Wörter:
    * gehandelt
    * Konflikt
    * Verbindung
    * Forschung
    * Touristen

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