|
|
|
Gelangweilt...
Registrierungsdatum: Aug 2007
Beiträge: 91
|
Subventionen von Europa "töten" Afrika
Also habe gestern einen Bericht gesehen auf N-TV oder N24 (...vergessen^^)
und war mehr oder weniger schockiert, weil in Europa die Bauern nur von ihrem ererntetem Gut leben können weil sie 1-2 drittel vom gewinn direkt bekommen, von der EU. Es gibt hier in Europa auch öfters mal Proteste gegen Import aus Afrika, weil sie ja so billig Arbeiten, also wird der Import nur in einer gewissen Menge erlaubt.
Arla die Größte Molkerei-Firma in Europa hat extrem viel mehr Milch als benötigt wird, also wird Milchpulver hergestellt, von Subventionierter Milch, und dies wird NOCHMAL Subventioniert, damit man ihn billig in 3te Welt Länder verkaufen kann.
Aber, da der Verdienst in Europa mit z.B. Zuckerrüben am aller größten ist, pflanzen viele Bauern nur diese an, deshalb werden Unmengen des Subventioniertem Zuckers,
der nicht in Europa gebraucht wird in den freien Weltmarkt "geschossen" zu einem utopisch niedreigem Preis, in Ghana, einem vergleichsweise reichem Land in Afrika, wird sogar ein sehr günstiger Zucker hergestellt der EIGENTLICH vom Preis her gut konkurrieren könnte, mit Produktem auf dem freiem Weltmarkt, leider wird aber der Europäische Zucker so billig verkauft, dass selbst Zucker aus Ghana im Vergleich teuer ist.
Es gab auch schon VERSUCHE die Wirtschaft in Ghana zu retten mit Schutz-zöllen
(genau die, die es bei uns auch gibt!), jedoch kamen aus richtung Europa dann Druhungen, dass die Entwicklungsgelder eingestellt werden, WENN diese nicht zurück genommen werden.
Somit wird jede Chance genommen, überhaupt wachsen zu können.
Dies soll nur eine grobes Bild geben, so wie ich es im momment habe, falls jemand mehr Infos hat, bitte Posten!
Meine Idee z.B. wäre, dass immer insgesamt NUR soviel Geld subventioniert wird, wie auch gebraucht wird, damit meine ich es gibt z.b. 20 millionen tonnen Zucker, es werden aber nur 17millionen gebraucht, die 20 Millionen werden dann nicht einfach genauso Subventioniert, sondern man stellt sozusagen, wie bisher bestimmte Subventionen z.B. pro M Tonne Zucker gabs 300M € verdienst, dies hiese es wären nach meinem Weg 5100M € an Geld für Zucker da, dass an die Gesamte Zuckerproudktion angepasst wird. Somit würde sich der Markt in Europa warscheinlich sehr schnell regulieren, und es müsste nicht der Überschuss an Produktion zu Dumping Preisen verkauft werden.
Denn die Wirtschaft der Afrikanischen Länder hat am wenigstem von dem Geld dass in Europa verdient wird.
Als ein Schlußwort dieses Posts noch, bitte versucht möglichst Sachlich an disem Topic zu sein und bitte keinen FlameWar starten.
Was würdet ihr machen, wenn ihr es könntet?
Bei Kritik auch nicht eingeschnappt sein und Persönlich werden und wenn möglich nur
konstruktive Kritik( eine Kritik, die auf Verbesserung des Gegenstandes abzielt)..
Am Schluß noch ein passendes Schlußwort hierzu:
Schenke einem armen Mann einen Fisch und er ist für einen Tag satt
Zeige ihm wie man Fische fängt und er kann sich sein ganzes Leben lang selbst versorgen.
|
28. 10. 2007, 21:23
|
#1
|
|
ex-Moderator
Registrierungsdatum: Mar 2006
Beiträge: 3.445
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Hier sehe ich gleich zwei Themen. Zum einen die Subventionspolitik nach dem "Gießkannenprinzip" zum anderen das, was man zu Recht als modernen Imperialismus bezeichnet.
Versucht bitte euch nicht in den Themen zu verheddern.
|
28. 10. 2007, 21:28
|
#2
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Dec 2004
Beiträge: 5.278
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Zitat:
|
Was würdet ihr machen, wenn ihr es könntet?
|
Politikern verbieten in (hier wirtschaftliche) Bereiche einzugreifen, von denen sie (inzwischen ja nachweislich) entweder keine Ahnung haben oder ihnen die Weitsicht fehlt die Konsequenzen zu erkennen.
|
28. 10. 2007, 21:44
|
#3
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Aug 2006
Beiträge: 118
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
genau über dieses thema musst ich neulich nach dem g8 gipfel nen referat halten und hab dazu folgenden text bekommen : http://www.publik-forum.de/f4-cms/tp...d=10393&kat=16 - der bringt das alles worum es hier geht auch auf den punkt
|
28. 10. 2007, 21:51
|
#4
|
|
vs.
Registrierungsdatum: May 2003
Beiträge: 18
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Zitat:
|
Somit würde sich der Markt in Europa warscheinlich sehr schnell regulieren,
|
Diese "Regulation" würde eine Menge arbeitslose Bauern bedeuten... ich glaube nicht, dass die damit einverstanden wären  Auch wollen das die verantwortlichen Politiker nicht riskieren. Immerhin würden da ne Menge Wählerstimmen draufgehen. Also tut man das was am einfachsten ist. Es ist der kurzfristige aller erfolgversprechenden Möglichkeiten zu subventionieren. Und die Industriestaaten sind in der Position zu entscheiden, welcher Möglichkeit sie sich bedienen.
Es ist im Endeffekt immer das selbe. Der Starke frisst den Schwachen. Natur rules. Ja, auch heute noch...
Gruß
Versus
|
28. 10. 2007, 22:18
|
#5
|
|
gulli's dead, ich bin weg
Registrierungsdatum: Oct 2006
Beiträge: 1.802
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Ist nichts neues. Europa versucht nur vordergründig Afrika zu helfen, denkt aber nur an sich selbst. Denen ist Afrika doch egal. Und das zu Recht: Wenn alles mögliche, was bisher bei uns subventioniert wurde, aus Afrika kommt, geht die heimische Industrie bankrott. Und was glaubst du, wer die verantwortlichen auf der politischen Seite dann nicht mehr wählt.
Genauso heuchlerisch sind auch die ganzen Gesundheitssubventionen. Afrika hat kein Gesundheitssystem. Afrika hat ein Infrastruktur- und Wirtschaftsproblem, wie du ja schon weißt. Und wenn's der Wirtschaft gut geht, ist auch Geld für Medizin da.
Aber auch was gut gemeint ist, kann in die Hose gehen. Die Altkleidersammlung zerstört die Textilindustrie in Südamerika. Warum kaufen, wenn ich alte Sachen aus Europa umsonst haben kann?
|
28. 10. 2007, 22:27
|
#6
|
|
Gesperrt
Registrierungsdatum: Jul 2006
Beiträge: 159
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Das Problem ist doch, daß beim Wegfall der Subventionen Deutschland selbst in Bezug auf Grundnahrungsmittel abhängig wird.
Wenn die Afrikaner dann nämlich mal wieder anfangen sollten untereinander Krieg zu spielen und deswegen keiner mehr auf die Felder geht, verrecken wir hier trotz massig Geld.
|
28. 10. 2007, 22:30
|
#7
|
|
...gegen alle Flaggen!
Registrierungsdatum: Feb 2004
Beiträge: 1.608
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
...das Problem ist recht einfach gelöst:
kauft eure Butter nicht mehr beim Aldi und Fleisch gibbets maximal alle 14 Tage auf den Tisch.
So lange die Mehrzahl der Bundesbürger die tägliche Wurst, Milch für 60Cent und Schniposa zu 5Euronen für ein Grundrecht halten sowie Hamburger und Hotdogs zu den Grundnahrungsmitteln zählen, wird sich nüscht ändern.
Mit unserem Kauf- und Konsumverhalten haben wir die Subventionspolitik mitgefördert!
Gruss
kesrith
|
30. 10. 2007, 01:16
|
#8
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Aug 2001
Ort: Sydney
Beiträge: 1.387
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Die Subventionen sind auch eine Form des Sozialstaats: Der Staat will damit auch ärmeren Schichten eine "reiche" Ernährung ermöglichen. Oder wollt ihr im Ernst, dass nur noch die oberen Zehntausend im Sommer grillen können während der "gemeine" Arbeiter jeden Tag Gemüseeintopf essen muss weil das Kilo einfachstes Fleisch 45 Euro kostet.
Sagen wir es mal so: Irgendeinen Vorteil muss es doch haben im reichen Westen zu leben. Wenn man den Leuten auch noch das Essen wegnimmt/mies macht, dann nimmt man einigen, gerade den wirtschaftlich nicht so erfolgreichen, die vielleicht letzte Freude im Leben. Und wenn ich als Politiker zwischen einem afrikanischen Bauer und einem einheimischen entscheiden müsste, würde ich natürlich den einheimischen wählen, denn alles andere wäre Verrat(außer ich hab im Wahlkampf darauf hingewiesen, dass mir Afrika mehr am Herzen liegt als mein Land).
|
30. 10. 2007, 05:30
|
#9
|
|
Master of Garnix
Registrierungsdatum: Mar 2006
Beiträge: 3.581
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Was ist eigentlich aus der Drohung des Subventionsabbaus zurückgeblieben, der stufenweise Abbau, der ja eigentlich gar nicht WTO-Gerecht ist?
Ich hatte mal vor ein paar Jahren einen Bericht gesehen, in dem es hieß daß der Importierte Rohrzucker im Preis dem unseren entspräche, oder sogar (deutlich) darunter liegen könnte.
Es ist also in diesem Fall gar keine Frage der Preispolitik oder des Konsumentenverhaltens, einzig die (eigene) Wirtschaft ist es, die zählt.
Die Auswirkungen der Agrarsubventionen reicher Länder sind inzwischen breit dokumentiert. So wird geschätzt, daß das US-Baumwoll-Dumping Afrika im Zeitraum von 2001 bis 2002 mehr als 300 Mio. US-Dollar kostete. Mosambik, Malawi und Äthiopien haben in Folge des beschränkten Marktzugangs für Zucker zu Europas Märkten seit 2001 238 Mio. US-Dollar verloren.
Zitat:
|
Zitat von kesrith
Milch für 60Cent und Schniposa zu 5Euronen für ein Grundrecht halten sowie Hamburger und Hotdogs zu den Grundnahrungsmitteln zählen, wird sich nüscht ändern.
|
Was Schniposa ist, weiß ich nicht.
Milch, Butter, Brot sollte billig sein, sonst kannst du eine ordentliche Versorgung der Unterschicht nicht mehr gewährleisten.
Es gibt zwar viele fette Kinder hier, aber auch viele schlecht ernährte.
Die Milch und Butter Verteuerungen entstehen m.A. nach z.Zt. auch durch die erhöhte Nachfrage der neuen Märkte und Gewinnoptimierungen.
|
30. 10. 2007, 08:32
|
#10
|
|
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Zitat:
|
Zitat von prepassenger
Was Schniposa ist, weiß ich nicht.
Milch, Butter, Brot sollte billig sein, sonst kannst du eine ordentliche Versorgung der Unterschicht nicht mehr gewährleisten.
|
Sehe ich anders. Man muss der "Unterschicht" nur endlich den längst überfälligen Teil der Entlohnung geben dann können Sie auch Butter für 2 Euro kaufen. Solange aber mit Leiharbeitern der Lohn noch weiter nach unten gedrückt wird, solange Friseurinnen jeden 1 zur AGRE müssen um die Miete bezahlen zu können, solange gibt die Regierung lieber Milliarden für Subventionen aus um die Kapitalisten bei der Ausbeutung und Zerstörung weiter zu unterstützen.
Aus Gambia kommen gute Fußballer - aber auch Asylanten! Warum? Weil die EU z. B. Milch so stark subventioniert das einheimische Bauern ihre Milch nicht mehr verkaufen können. Folge: Die Wirtschaft dieses Landes wird mehr und mehr von Importen abhängig und produziert selber nichts mehr. Dafür haben Sie aber Millionen junge Bürger die keine Arbeit und Zukunft mehr in diesem Land haben. Diese gehen als dorthin wo die "billige" Milch herkommt. Entweder sie ersaufen auf der Überfahrt oder werden als Wirtschaftsflüchlinge diffamiert.
Würde man konsequent das Verursacherprinzip anwenden hätte die EU und die USA, ja auch Kanada bereits heute Milliarden Euro Schulden in Gambia. Es ist aber genau umgekehrt. Gambia wird gezwungen den Import zuzulassen und muss ich bei der Welthandelsbank verschulden um die Importe bezahlen zu können.
Was heute in weiten teilen Afrikas angerichtet wird ist reiner Krieg - Wirtschaftskrieg und blanker Zynismus. Wirtschaftsappartheit zum Wohle der Kapitalisten.
|
30. 10. 2007, 08:50
|
#11
|
|
...gegen alle Flaggen!
Registrierungsdatum: Feb 2004
Beiträge: 1.608
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Schniposa:
das übliche Standartgericht des deutschen Michels = Schnitzel, Pommes & grüner Salat
|
30. 10. 2007, 09:10
|
#12
|
|
Master of Garnix
Registrierungsdatum: Mar 2006
Beiträge: 3.581
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Zitat:
|
Zitat von Provokateur
Sehe ich anders. Man muss der "Unterschicht" nur endlich den längst überfälligen Teil der Entlohnung geben dann können Sie auch Butter für 2 Euro kaufen. Solange aber mit Leiharbeitern der Lohn noch weiter nach unten gedrückt wird, solange Friseurinnen jeden 1 zur AGRE müssen um die Miete bezahlen zu können, solange gibt die Regierung lieber Milliarden für Subventionen aus um die Kapitalisten bei der Ausbeutung und Zerstörung weiter zu unterstützen.
|
Ja, aber ist es nicht egal, ob man viel verdient und etwas teuer ist, oder ob etwas billig ist und du wenig verdienst?
Es ist doch die Kaufkraft an sich, die zählt dachte ich und die stimmt nicht mehr.
Wir zahlen schon alleine so viel Miete, wenn man das mal auf DM-Zeiten umrechnet und die *äh* erfolgten Lohnsteigerungen dagegenhält, ja wie sollte man sich das "damals" schon leisten können?
Da eignet sich doch der Konsument an sich prima, als Subventionsbeibehaltungsdruckmittel, wenn das Geld bei ihm knapp ist, zumindest wird man eine Verschleppung der (WTO)Richtlinien eher nachsichtig betrachten.
Besonders und vor allem, wenn am Ende eh eine neue Preissteigerung für den Pöbel ansteht.
Zitat:
|
Zitat von Provokateur
Was heute in weiten teilen Afrikas angerichtet wird ist reiner Krieg - Wirtschaftskrieg und blanker Zynismus. Wirtschaftsappartheit zum Wohle der Kapitalisten.
|
Sehe ich genau so, nur daß manches noch übler ist/war.
Z.B. Gen-verändertes-Saatgut, was da nach und nach quasi in Feldversuchen großzügig getestet wurde.
@Schniposa: Da hätte ich ja von alleine draufkommen können.
|
30. 10. 2007, 09:35
|
#13
|
|
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Zitat:
|
Zitat von prepassenger
Ja, aber ist es nicht egal, ob man viel verdient und etwas teuer ist, oder ob etwas billig ist und du wenig verdienst?
|
Nicht ganz. Zum einen verzehren Subventionen immer den Wettbewerb zum anderen gibt dir so die Wirtschaft bzw. Regierung indirekt vor was du kaufen kannst/darfst.
Der reinen Lehre zufolge müsste der Warenkorb unterschiedliche Produkte zu unterschiedlichen Preisen, enthalten aus denen der Konsument auswählt. Wird aber durch Subventionen eingegriffen verändert sich das Angebot des Warenkorbes. Mehr noch: Auch das Ausgabeverhalten (also für was ein Konsument Geld ausgibt) wird damit beeinflusst.
Ein Konsument mit einem schmalen Geldbeutel wird stets zuerst die Pflichtausgaben (Energie, Miete etc.) bedienen und mit dem noch vorhandenen Geld dann seine Waren aus dem Warenkob einkaufen.
|
30. 10. 2007, 11:27
|
#14
|
|
Der dunkle Prinz
Registrierungsdatum: Sep 2003
Ort: Bremen
Beiträge: 2.705
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Zitat:
|
Zitat von Provokateur
Sehe ich anders. Man muss der "Unterschicht" nur endlich den längst überfälligen Teil der Entlohnung geben dann können Sie auch Butter für 2 Euro kaufen. Solange aber mit Leiharbeitern der Lohn noch weiter nach unten gedrückt wird, solange Friseurinnen jeden 1 zur AGRE müssen um die Miete bezahlen zu können, solange gibt die Regierung lieber Milliarden für Subventionen aus um die Kapitalisten bei der Ausbeutung und Zerstörung weiter zu unterstützen.
|
Das ist doch blanke Polemik. Eine angemessenere Entlohnung wäre zwar fair, aber das angesprochene Problem bezüglich der Lebensmittelpreise würde sie bei gleichzeitigem Wegfallen eines Großteils des Angebotes nicht ausgleichen können.
Derart steigende Ausgaben für Lebensmittel könnten nicht durch steigende Löhne ausgeglichen werden, da sich die Produktion kurzfristig kaum steigern ließe. Weitere Inflation wäre die Folge.
Was bedeutet -> Wegfallen der Subventionen würden die Lebensmittelströme rund um den Globus anders verteilen und auf die reichen Industriestaaten würde demzufolge ein geringerer, auf die finanziell derzeit weit schlechter gestellten Dritte-Welt-Länder würde bei gerechterem Welthandel ein größerer Teil des Warenstromes entfallen.
Zu behaupten, dies könnte man einfach durch steigende Löhne ausgleichen, ist Humbug.
Letztlich werden die einfachen Leute verlieren, solange sich nichts Grundlegendes am System ändert.
Zitat:
|
Zitat von prepassenger
Sehe ich genau so, nur daß manches noch übler ist/war.
Z.B. Gen-verändertes-Saatgut, was da nach und nach quasi in Feldversuchen großzügig getestet wurde.
|
Übrigens: Genverändertes Getreide beispielsweise wird heute bereits vom Gros der Umweltschützer unterstützt.
|
30. 10. 2007, 14:25
|
#15
|
|
ex-Moderator
Registrierungsdatum: Aug 2004
Beiträge: 18.497
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Das internationale Ausbeuterkapital wird ja nicht müde zu behaupten, daß die armen Länder am Weltmarkt beteiligt werden müßten.
Während die Bevölkerung in den armen Ländern noch hungert, müssen sie billige Landwirtschaftsprodukte für die reichen Länder erzeugen statt sich erstmal selbst zu versorgen. Das rechnet sich erstaunlicherweise sogar noch trotz hoher Transportkosten.
Es ist eine fromme Lüge des Großkapitals, daß ein freier Welthandel den armen Ländern nutzen würde. Man kann Länder mit unterschiedlichem Level nicht zusammenwerfen ohne daß es Verwerfungen gibt. Allein in Brasilien spielen sich im Regenwald katastrophale Prozesse ab, nur um die reichen Länder zB mit Soja zu versorgen.
Rebell
|
30. 10. 2007, 14:43
|
#16
|
|
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Zitat:
|
Zitat von LordArion
Das ist doch blanke Polemik. Eine angemessenere Entlohnung wäre zwar fair, aber das angesprochene Problem bezüglich der Lebensmittelpreise würde sie bei gleichzeitigem Wegfallen eines Großteils des Angebotes nicht ausgleichen können.
Derart steigende Ausgaben für Lebensmittel könnten nicht durch steigende Löhne ausgeglichen werden, da sich die Produktion kurzfristig kaum steigern ließe. Weitere Inflation wäre die Folge.
Zu behaupten, dies könnte man einfach durch steigende Löhne ausgleichen, ist Humbug.
Letztlich werden die einfachen Leute verlieren, solange sich nichts Grundlegendes am System ändert.
|
Humbug ist deine Argumentation. Politik ist stets Polemik - das sagt dir jemand der dieses Geschäft selbst 15 Jahre betrieben hat.
Milch ist ein schönes Thema: So erhält ein Bauer einen Grundpreis von 27 Cent Entgelt (in Euro-Cent pro Kilogramm) vom Milchverarbeiter. Dies wird ab Hof auf Basis des Gehalts an Inhaltsstoffen (Fett, Eiweiß) und von Qualitätskriterien (Keimzahl, Zellzahl, Hemmstoffe, Gefrierpunkt) berechnet.
Die Milchpreise steigen weil die Milchquoten dafür sorgen, dass es keine Überproduktion der Milchgüter gibt. Ein hoher Prozentsatz der Milch wird nach Afrika und Asien verschifft. Damit wird der Markt knapp gehalten und man sagt dann dem Bürger aufgrund hoher Nachfrage auf dem Weltmarkt müssen die Preise für Milch und Milchprodukte angehoben werden.
So kostet ein Stück Butter nicht mehr 79 Cent sondern mittlerweile 1,59 € (Butter von Landliebe).
Damit ernähren wir dank der Volksvertreter in der EU Zentrale für ihre Weltmarktphantasien die gesamte Weltbevölkerung und wir bezuschussen das auch noch mit unseren Steuergeldern und dem Zuzahlen.
6.000.000.000 - sechs Milliarden Euro: Diese stattliche Summe fließt jedes Jahr als EU-Subventionen in die Taschen der deutschen Agrarbetriebe. Das ist bekannt. Wer aber wofür wie viel dieses Geldsegens aus Brüssel einstreicht - darüber breitet sich der Mantel des Schweigens.
Wenn ich die Hälfte des BIP per Gießkanne unters Volk verteile nachdem ich es vorher einige Male durch den Bürokratenwolf drehte, ist eine generell zu hohe Steigerung der Lebenshaltungskosten unvermeidlich. Und Ja, der Weltmarkt wird definitiv reguliert.
Und das hat gar nicht aber überhaupt nichts damit zu das eine " Produktion nicht so schnell nachkommt" Genau das Gegenteil ist der Fall!
Das ist übrigens nichts Neues -schon die alten Römischen Händler ließen die mit Weizen vollgepackten Schiffe aus Ägypten, außer Sichtweite der Römischen Bürger ankern nur im die Preise dramatisch in die Höhe zu treiben und an den Meistbietenden weiterzuverkaufen.
Im übrigen tut die jetzige Inflation ein übriges weil sie eine einzige Umverteilungsaktion von unten nach oben ist!
So stieg der Anteil der Gewinne und Vermögenserträge am Gesamthaushaltseinkommen in den vergangenen sieben Jahren um zehn Prozent, doch ist dieser Zuwachs nicht gleichmäßig verteilt. Denn die Geringverdiener haben in aller Regel keine Aktien, Anleihen oder vermietete Wohnungen. Ihr Nettoeinkommen ist in den vergangenen Jahren um fünf Prozent geschrumpft, während die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung zehn Prozent mehr in ihren Portemonnaies haben.
Geändert von Provokateur (30. 10. 2007 um 17:23 Uhr).
|
30. 10. 2007, 15:29
|
#17
|
|
Gelangweilt...
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Aug 2007
Beiträge: 91
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Das Problem sind nicht nur die Subventionen in bzw von Europa, es ist auch ein Problem, dass Europa droht! Die Entwicklungsländer zu streichen wenn die Länder in Afrika ihre Wirtschaft schützen wollen.
|
30. 10. 2007, 21:20
|
#18
|
|
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Zitat:
|
Zitat von gnom69
Das Problem sind nicht nur die Subventionen in bzw von Europa, es ist auch ein Problem, dass Europa droht! Die Entwicklungsländer zu streichen wenn die Länder in Afrika ihre Wirtschaft schützen wollen.
|
Könntest du mir erklären was du genau meinst?
|
31. 10. 2007, 07:56
|
#19
|
|
Biest!
Registrierungsdatum: Aug 2005
Ort: Nagual
Beiträge: 3.843
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Zitat:
|
Zitat von LordArion
Übrigens: Genverändertes Getreide beispielsweise wird heute bereits vom Gros der Umweltschützer unterstützt.
|
Kannst Du das mal näher erläutern bzw. mal eine Quelle angeben?
|
31. 10. 2007, 08:51
|
#20
|
|
Gelangweilt...
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Aug 2007
Beiträge: 91
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
@ Provokateur
Sorry meinte Entwicklungsgelder in meinem Post.
Also einmal war es der Fall, dass in Ghana der Regierungschef Schutzzölle erlassen hatte (genau so wie bei uns in Deutschland üblich), damit in dieses Land, dass ja sich selber versorgen könnte, kein viel zu billiges "Gut" imporitert wird und so die einheimischen Bauern nicht auf ihrem Zeugs sitzen bleiben.
Und da kam ein großer raunzer aus Brüssel, dass wenn die Schutzzölle nicht wieder abgeschafft werden, streichen sie sämtliche unterstütztung aus der EU.
|
31. 10. 2007, 15:13
|
#21
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Sep 2007
Beiträge: 2
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Sicher sind die Subventionen in Deutschland (und Europa, USA) für die Länder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas ein gewaltiges Problem. Aber noch viel schlimmer empfinde ich die "Politik" der global agierenden Konzerne. Wenn selbst bei unseren "Brüdern und Schwestern" in der ehemaligen DDR alles platt gemacht wurde (wo eine Industrie existierte), welche Chance haben dann Länder in den o. g. Regionen eine Industrie, eine Wirtschaft aufzubauen - keine !
|
31. 10. 2007, 21:41
|
#22
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Aug 2001
Beiträge: 2.327
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Zitat:
|
Zitat von Der Rebell
Während die Bevölkerung in den armen Ländern noch hungert, müssen sie billige Landwirtschaftsprodukte für die reichen Länder erzeugen statt sich erstmal selbst zu versorgen. Das rechnet sich erstaunlicherweise sogar noch trotz hoher Transportkosten.
|
Müssen?
Als ob die Bauern in den entsprechenden Ländern dazu gezwungen würden, bestimmte Feldfrüchte anzubauen.
Dazu kommt noch, daß die wenigen landwirtschaftlichen Produkte, die aus Afrika ihren Weg in die Industrieländer finden, nicht aus den Hungergebieten stammen.
Wenn du schon einen Vergleich zwischen armen und reichen Staaten ziehen willst, dann lieber den, daß die Subventionen für die Erzeuger von Grundnahrungsmitteln in Europa und den USA die Weltmarktpreise so stark drücken, daß ein über die Subsidnezwirtschaft hinausgehender Anbau sich für den einzelnen Bauern in Afrika nicht lohnt.
|
01. 11. 2007, 17:26
|
#23
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Nov 2007
Beiträge: 3
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Ich stimme vollkommende den Aussagen von Provokateur zu.
Wir können nicht den den Entwicklungsländern helfen, indem wir mehr von ihren Import zulassen würden. Dabei würden wir nur selbst Schaden nehmen.
Nein, ein fairen Welthandel setzt eine gewisse Homogenität der Marktteilnehmer voraus.
Denn es liegt in der Natur des Menschen, seinen eingenen Vorteil auszunutzen. Das heisst so lange es keine Kräftegleigewicht herrscht, ist ein freier Welthandel ausgeschlossen.
Vielmehr werden die Subventionen in falsche Bahnen gelenkt. Wer bekommt das Geld, natürlich der Staat. Leider ist der Staat nicht die Bürger, sondern einige wenige die an der Macht sitzen. Die das Kapital für teure Paläste, Waffen usw. nutzen. Denn solange die Bevölkerung hungert und wenig Bildung besitzt, ist sie leicht zu kontrollieren.
Ich sehe die Lösung in der Hinsicht, dass die Gelder richtig eingesetzt werden müssen.
z. B. Wenn im einen Land neue Arbeitsplatz geschaffen werden und eine gewisse Sozialpolitik betrieben wird, dann steigert sich auch das BIP. Die Bedürfnisse der Bevölkerung steigern sich und es müssen mehr Waren impotiert werden. Natürlich würde sich die Importgüter ändern: Weniger grundlegende Dinge, wie Essen, Kleidung usw., sondern mehr elektronische Erzeugnisse, Cds, Auto usw. Letzendlich würde es zu einer Umschichtung des Im-und Exportes und des Welthandels kommen.
Aber aufgrund des Lobbyismus und dem Fortbestehen von Diktaturen bleibt dies einfach nur Zukunftsdenken.
|
02. 11. 2007, 19:52
|
#24
|
|
Sir Lord Shorty
Registrierungsdatum: Jan 2005
Beiträge: 1.410
|
Re: Subventionen von Europa "töten" Afrika
Ich halte die ganze Subvention für Geldverschwendung. Das sind ja etwa 50 Mrd € und damit ungefähr die Hälfte des gesamten EU-Haushalts. Nicht nur die afrikanischen Bauern leiden darunter - denn wie schom im Topic erwähnt wurde, ist diser Markt ein Markt, in dem afrikanische Bauern mithalten könnten und somit überhaupt Geld einspielen können, um damit eine Wirtschaft aufbauen zu können - und zum anderen wir als Verbraucher, denn die Produkte sind demsnsprechend teurer, so dass jeder die Subvention beim Einkauf mitbezahlt.
Andererseits würde das Einstellen der Subventionen ein wahres "Farmsterben" verursachen. OK für DE wäre das nicht so ein großes Problem, der Anteil der Landwirtschaft im BIP gemessen beträgt etwa 1 % und gibt es nicht um die 400.000 Bauern in DE - Tendenz sinkend? Wenn man nun versucht, die Subventionen langsam zu reduzieren und dann gänzlich zu unterbinden, so könnte man viele der Leute viellecht andersweiig beschäftigen. Und Großbetriebe könnten am Weltmarkt bestehen, so dass nicht alle ihren Beruf verlieren. In meinem Wohnort - ein Dorf mit etwa 1300 Einwohner - gibt es 3 oder 3 Bauerhöfe und von zweien der Höfe machen die Kinder des Landwirts Ausbildungen usw. als was anderes und die Väter selber sind schon über 50 und könnten dann, wenn die Subvention eingestellt werden würde, eh in Pansion geben, ihr Land/Maschienen an Großbetriebe verkaufen und so leben. Somit könnte man vielleich viele andere auch helfen. Oder gibt es noch viele Jüngere, die Bauer/Landwirt werden wollen?
Problematisch wirds halt nur für EU-Länder wie Polen oder Rumänien, da dort der Anteil der Landwirtschaft bedeutend größer ist und es da zu mehr Probleme führen könnte - wobei diese Länder aber auch niedrigere Löhne haben, so dass die Chance am Markt zu bestehen, vielleicht noch größer ist, als hierzulande. Letztendlich müssen die Subventionen abgeschafft werden, dass senkt die Preise und mit dne 50 Mrd. die überbleiben, könnte man andere Bereiche der Wirtschaft besser fördern, sowie investieren in Infrastruktur Bildung, Forschung usw. so dass es sich letztendlich doch lohnen könnte, auf den primären Sektor weitgehend zu verzichten - außer da, wo es sich hier noch lohnt.
Gibt es nicht auch Pläne der EU, bis 2011 oder 2013 dort drastisch zu kürzen? Immerhin reichen die 50 Mrd auch nicht mehr aus, weil die ganzen Neuzugänge der EU Subventionskosten hätten, die die EU gar nicht aufbringen könnte. Somit muss da doch was geändert werden?
gruß
|
05. 11. 2007, 16:47
|
#25
|
|