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Tequila_Sunrise
gulli's dead, ich bin weg
 
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Re: Steht Deutschland am Scheideweg

Die Maximallöhne sind Quatsch. Abgesehen davon, dass die Managergehälter in Deutschland noch moderat sind verglichen mit denen in den USA (wohin alle guten Manager abwandern würden, womit uns nur noch die schlechten blieben, die dann die dt. Wirtschaft ruinieren würden): Glaubt ihr wirklich, dass die Einsparungen, die aus den gekürzten Managergehältern resultieren, dazu verwendet würden, neue Leute einzustellen oder die Arbeitnehmerlöhne zu steigern? Unter Garantie nicht! Das Geld würde zum Gewinn hinzugerechnet werden - was aus ökonomischer Sicht nur logisch ist.
Warum sollte jemand mehr Arbeiter einstellen, als er braucht? Und wenn er mehr braucht, macht er das auch so! Warum sollte jemand seinen Leuten mehr zahlen, wenn sie doch jetzt schon gut arbeiten?

Und die Aktionäre interessieren sich ja in der Regel auch nicht für die Arbeitnehmer, sondern nur für Rendite.
Darüberhinaus rechnen die Unternehmen, von denen wir hier reden, im Milliardenbereich. Da sind die Managergehälter ein Tropfen auf den heißen Stein.
Alt 06. 12. 2007, 00:06 Tequila_Sunrise is online now #101
LordArion
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Re: Steht Deutschland am Scheideweg

Zitat:
Zitat von Tequila_Sunrise 
(wohin alle guten Manager abwandern würden, womit uns nur noch die schlechten blieben, die dann die dt. Wirtschaft ruinieren würden)

Soll ich dir was verraten ? Ich würde den Job für die Hälfte erledigen Dass das Ganze dann zugleich qualitativ weit hochwertiger erledigt werden würde, steht wohl außer Frage.
Jahresgehälter in dreistelliger Millionenhöhe bei gleichzeitig nicht vorhandenem unternehmerischen Risiko sind meines Erachtens nach nicht durch Leistung, bzw. die aufgewendete Arbeit, zu rechtfertigen.

Zitat:
Zitat von Tequila_Sunrise 
Abgesehen davon, dass die Managergehälter in Deutschland noch moderat sind verglichen mit denen in den USA

... und astronomisch hoch verglichen mit den japanischen Manager-Gehältern.
Nur sonderbar, dass eben jene Gattung nicht schon längst über unsere Arbeitsmärkte braust.
Wann werden endlich die Manager-Jobs außer Landes verlagert ? Zum Einen würde das enorme Einsparungen bedeuten und zweitens müsste auch niemand mehr diese Nieten in Nadelstreifen ertragen.
Alt 06. 12. 2007, 00:14 LordArion is offline #102
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Re: Steht Deutschland am Scheideweg

Ich finde es niedlich wenn stets über die bösen gierigen Manager gefaselt wird. Da wird ein Porpanz aufgebaut denn es so gar nicht gibt. Aber Hauptsache man hat ein Feindbild.

Kein Manager und ich rede hier von Vorständen multinationaler Konzern nicht von den Mc-Doof Burger Managern, legt sein Gehalt selbst fest. Unternehmen mit juristischen Sitz in Deutschland unterliegen dem Aktiengesetz. Dort ist u.a. auch geregelt das ein Aufsichtsrat Vertragsverhandlungen mit dem Vorstand führt und die Entlohnung festlegt.

Das ein Manager nimmt was er bekommt ist sein gutes Recht. Die überwiegende Mehrheit der Vorstände wird angemessen bezahlt. Auch die überwiegende Mehrheit der Mittelständischen Unternehmer seien es Geschäftsführende Gesellschafter oder Fremdgeschäftsführer. Auch ein selbständiger Bäcker mit einem 18 Stunden Tag ist Manager und hat ein Anrecht auf Leistungsgerechte Bezahlung.

Diese ganze Diskussion verkennt die Tatsache das z. B. ein Siemens Vorstand oder Manager der 2. Reihe eben nicht mit deutschen Maßstäben gemessen werden kann. So traurig es auch sein mag das MA in Deutschland entlassen werden steht für diesen Manager das Wohl seines Arbeitgebers im Vordergrund. Wenn der gleiche Manager einen Umsatzplus von 25% gegenüber dem Vorjahr durch den Verkauf medizinischer High-End Computer in Brasilien erzielt und dort auch noch 450 neue hochqualifizierte Arbeitsplätze schafft dann ist daran nichts auszusetzen.
Alt 06. 12. 2007, 09:25 #103
titus_shg
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Re: Steht Deutschland am Scheideweg

Was verdienen eigentlich die Bosse der Musikindustrie?

MfG Andy
Alt 06. 12. 2007, 09:30 titus_shg is offline #104
ueker123
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Re: Steht Deutschland am Scheideweg

Zitat:
Zitat von LordArion 
Soll ich dir was verraten ? Ich würde den Job für die Hälfte erledigen Dass das Ganze dann zugleich qualitativ weit hochwertiger erledigt werden würde, steht wohl außer Frage.
Jahresgehälter in dreistelliger Millionenhöhe bei gleichzeitig nicht vorhandenem unternehmerischen Risiko sind meines Erachtens nach nicht durch Leistung, bzw. die aufgewendete Arbeit, zu rechtfertigen.



... und astronomisch hoch verglichen mit den japanischen Manager-Gehältern.
Nur sonderbar, dass eben jene Gattung nicht schon längst über unsere Arbeitsmärkte braust.
Wann werden endlich die Manager-Jobs außer Landes verlagert ? Zum Einen würde das enorme Einsparungen bedeuten und zweitens müsste auch niemand mehr diese Nieten in Nadelstreifen ertragen.

Sorry aber ich wage es zu bezweifeln, dass du den Job besser erledigen würdest.
Ich unterstütze es genauso wenig, wie die breite Masse, dass die Manager sich die Taschen vollstopfen, allerdings muss man auch sehen, was hinter so einem Job für eine Arbeit steckt.

Die meisten denken immer, dass die Manager ja "nur" rumsitzen und sich an den Füßen rumspielen.

Aber das stimmt nicht.

Ich kenne aus meinem privaten Umfeld einen EX Manager aus der Chefetage eines großen Elektronikkonzerns.
Tatsache ist, dass mir dieser Mensch, der mittlerweile wieder als angestellter eines Mittelständigen Unternehmens arbeitet, mir mal gesagt hat, dass er wenn er noch einmal die Wahl hätte zwischen dem Managerjob und seinem jetzigen Job, nicht im Traum auf den Gedanken kommen würde, wieder den Managerjob anzutreten.

Der Job hat ihn ungefähr 10 Jahre seines Lebens gekostet und 500 Schlaflose Nächte bereitet.

Ich finde, dass auf deutschen Chefetagen auch ein entsprechender Lohn gezahlt werden kann, wenn die Leistungen der Empfänger stimmen und die Unternehmen entsprechende Gewinne einfahren und somit Arbeitsplätze gesichtert werden.

Das ist dazu meine Meinung!
Alt 06. 12. 2007, 09:54 ueker123 is offline #105
titus_shg
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Re: Steht Deutschland am Scheideweg

Zitat:
Zitat von ueker123 

Der Job hat ihn ungefähr 10 Jahre seines Lebens gekostet und 500 Schlaflose Nächte bereitet.

Wie hat er das errechnet? Gibt es dafür ein Programm?

MfG Andy
Alt 06. 12. 2007, 10:22 titus_shg is offline #106
LordArion
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Re: Steht Deutschland am Scheideweg

Zitat:
Zitat von titus_shg 
Wie hat er das errechnet? Gibt es dafür ein Programm?

Na klar, ne einfache Formel. Höhe des Gehalts in Millionen/Jahr * Jahre = schlaflose Nächte
Höhe des Gehalts in Millionen/Jahr * Jahre = k * Anzahl der Jahre, die die Tätigkeit gekostet hat.

Musst nur noch durch Auflösen der Gleichung die Proportionalitätskonstante k bestimmen

Zitat:
Zitat von Provokateur 
Dort ist u.a. auch geregelt das ein Aufsichtsrat Vertragsverhandlungen mit dem Vorstand führt und die Entlohnung festlegt.

Stimmt. Und wer sitzt in den Aufsichtsräten ? Genau, die Vorstände anderer Konzerne, die von einer deftigen Anhebung des Gehaltsniveaus der sogenannten selbsternannten Spitzenkräfte selber stark profitieren.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

Zitat:
Zitat von ueker123 
Ich finde, dass auf deutschen Chefetagen auch ein entsprechender Lohn gezahlt werden kann, wenn die Leistungen der Empfänger stimmen und die Unternehmen entsprechende Gewinne einfahren und somit Arbeitsplätze gesichtert werden.

Eine positive Korrelation zwischen Steigerung der Gewinne und Sicherung oder gar Schaffung von Arbeitsplätzen gibt es doch gar nicht.
Aber scheinbar noch Menschen, die dieses Märchen tatsächlich schlucken.
Alt 06. 12. 2007, 13:44 LordArion is offline #107
titus_shg
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Re: Steht Deutschland am Scheideweg

Zitat:
Zitat von LordArion 

Aber scheinbar noch Menschen, die dieses Märchen tatsächlich schlucken.

Das sind die Gleichen, die das auch "schlucken", daß die Vorratsdatenspeicherung nur gegen Terroristen genutzt wird....

MfG Andy
Alt 06. 12. 2007, 14:34 titus_shg is offline #108
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Re: Steht Deutschland am Scheideweg

Zitat:
Zitat von LordArion 
Stimmt. Und wer sitzt in den Aufsichtsräten ? Genau, die Vorstände anderer Konzerne, die von einer deftigen Anhebung des Gehaltsniveaus der sogenannten selbsternannten Spitzenkräfte selber stark profitieren.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt... .

Nun ich war sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat. Die von dir beschriebenen Zustände habe ich in den vier Gremien in denen ich tätig war, nicht feststellen können.

Ganz im Gegenteil. Eine Firma die einen VC im Aufsichtsrat hat, ist sehr bemüht einem Vorstand möglichst ein kleines Festgehalt zu zahlen und den überwiegenden Teil der Vergütung in Optionen zu beschreiben. So sind heute 80% der Verträge gestaltet. Aufsichtsräte selbst wiederum erhalten lediglich eine Aufwandsentschädigung die in der Regel sehr gering ist.

Ich vermag auch nicht zu erkennen das es sich bei allen Managern um 'Selbsternannte' Spitzenkräfte handelt. Wer sagt den das? Sicherlich gibt es bei Managern genauso Versager wie in allen Bereichen genauso wie nicht jeder Fliesenleger die gleiche Qualität liefert.

Ich rate zur Differenzierung.
Alt 06. 12. 2007, 19:05 #109
Der Rebell
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Re: Steht Deutschland am Scheideweg

Zitat:
Zitat von Provokateur 
und den überwiegenden Teil der Vergütung in Optionen zu beschreiben.....

Genau da liegt der Hund begraben.

Wenn das Einkommen eines Managers von der Rendite einer AG abhängt, wird er immer bemüht sein, den Börsenwert des Unternehmens zu erhöhen. Und das schnellste Verfahren dazu ist die Entlassung von Mitarbeitern und die Verordnung von unbezahlten Überstunden, Streichung von Weihnachts- und Urlaubsgeld etc.

Das führt dann dazu, daß ein Herr Ackermann verkündet, die Rendite auf 25% steigern zu wollen.

Im Übrigen landet seltsamerweise ein großer Teil der "verabschiedeten" Spitzenmanager nach kurzer Zeit in einer vergleichbaren Chefetage und bekommt dort wieder dasselbe Geld.

Wer mir erzählen will, daß es in Deutschland nur wenige hundert Spitzenkräfte geben würde, die in der Lage seien, solch einen Job zu machen, der gehört entweder dazu oder ist Großaktionär.

Ein Club ist es in jedem Fall.

Rebell

P.S. Mir fällt da gerade noch ein hübsches Argument aus dieser Diskussion ein. Die beschimpften Manager sagten neulich, sie hätten ja auch eine große Verantwortung und würden 90 Stunden pro Woche arbeiten.

Wer glaubt, 90 Stunden arbeiten zu müssen, der ist offensichtlich unfähig, Arbeit zu delegieren. Und das ist eigentlich die wichtigste Arbeit eines Spitzenmanagers: Nicht selber arbeiten sondern dafür sorgen, das die Ergebnisse von Vorgaben zügig und hochwertig erstellt werden.
Alt 06. 12. 2007, 19:19 Der Rebell is offline #110
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Re: Steht Deutschland am Scheideweg

Zitat:
Zitat von Der Rebell 
Genau da liegt der Hund begraben.

Wenn das Einkommen eines Managers von der Rendite einer AG abhängt, wird er immer bemüht sein, den Börsenwert des Unternehmens zu erhöhen. Und das schnellste Verfahren dazu ist die Entlassung von Mitarbeitern und die Verordnung von unbezahlten Überstunden, Streichung von Weihnachts- und Urlaubsgeld etc.

Mag sein das er in Deutschland MA entlassen muss indes den Umsatz des Unternehmens und letztlich die Rendite im Ausland wesentlich steigert. Auch dann hat er seinen Job gut gemacht. Was zählt ist - aus Unternehmenssicht - die konsolidierte Betrachtung nach US-GAP. Zudem, ist der Manager lt. seinem Vertrag dazu 'verdammt' seine ganze Kraft und Fähigkeit (so steht es heute noch in manchen Vergütungsverträgen) zum Wohle des Unternehmen einzusetzen. Erfüllt er die Erwartungen nicht - darf er als erster gehen.

Das führt dann dazu, daß ein Herr Ackermann verkündet, die Rendite auf 25% steigern zu wollen.

Zitat:
Zitat von Der Rebell 
Im Übrigen landet seltsamerweise ein großer Teil der "verabschiedeten" Spitzenmanager nach kurzer Zeit in einer vergleichbaren Chefetage und bekommt dort wieder dasselbe Geld.
Ich kaufe keinen Top-Manager der keinen proven record hat ein, sondern eher einen der neben einem proven record auch ein persönliches Netzwerk mitbringt. Das macht so einen Mann wertvoll. Eben und vor allem im Interesse der Aktionäre oder Gesellschafter. Er muss besser sein als ich und ein gewissen Erfolgsgarantie darstellen. Auch ein Frank Ribbery beim FC Bayern kostet sein Geld. Zu Recht.

Zitat:
Zitat von Der Rebell 
Wer mir erzählen will, daß es in Deutschland nur wenige hundert Spitzenkräfte geben würde, die in der Lage seien, solch einen Job zu machen, der gehört entweder dazu oder ist Großaktionär.

Nein, es sind tausende von fähigen Managern. Dazu muss man nicht Vorstand oder AR sein. Es gibt zehntausende von äußerst fähigen Managern und Managerinnen die kleine und mittlere KMUs (oft Familienbetriebe) mit sehr großem Erfolg führen und in erster Linie dazu beitragen das Deutschland die stärkste Volkswirtschaft in Europa ist.

Die hier stets angeführten Ackermänner sind eine absolute Minderheit. Auswüchse die sehr bedauerlich sind aber eben nicht die Realität der Unternehmenswelt wiederspiegeln.

Zitat:
Zitat von Der Rebell 
P.S. Mir fällt da gerade noch ein hübsches Argument aus dieser Diskussion ein. Die beschimpften Manager sagten neulich, sie hätten ja auch eine große Verantwortung und würden 90 Stunden pro Woche arbeiten.

Wer glaubt, 90 Stunden arbeiten zu müssen, der ist offensichtlich unfähig, Arbeit zu delegieren. Und das ist eigentlich die wichtigste Arbeit eines Spitzenmanagers: Nicht selber arbeiten sondern dafür sorgen, das die Ergebnisse von Vorgaben zügig und hochwertig erstellt werden.

Nun ich rate hier zu einem Abbo des Harvard Business Manager.

Generell macht es wenig Sinn die Auswüchse eines Systems an Einzelbeispielen zu besprechen. Geändert gehört das gesamte System - nur wie das ist eben die Frage auf die ich zumindest keine Antwort habe.

Geändert von Provokateur (08. 12. 2007 um 20:33 Uhr).
Alt 06. 12. 2007, 22:09 #111
Neandertaler
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Re: Steht Deutschland am Scheideweg

Zitat:
Zitat von Provokateur 
Ich kaufe keinen Top-Manager der einen proven record hat.

Ich auch nicht. Ich kauf mir lieber Schokolade.

Neandertaler
Alt 08. 12. 2007, 19:36 Neandertaler is offline #112
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