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14. 11. 2007, 11:28 #1
Großbritannien: Keywörter an die Polizei herausgeben, sonst....
Das Königreich hat seinen ersten Fall einer Key-Herausgabe: eine Tierrechtsaktivistin soll der Polizei die Passwörter für einen verschlüsselten Bereich auf ihrem Rechner herausgeben, ansonsten drohen Strafen. Das umstrittene Gesetz, das die Passwortherausgabe auf Verlangen der Ermittler anordnet, trat letzten Monat in Kraft.
Als Begründung für die umstrittene Maßnahme wurde einmal mehr der allfällige Terrorismus bemüht. Nun geht es gegen eine Tierrechtlerin, die indessen bestreitet, irgend etwas auf ihrem Rechner verschlüsselt zu haben.
Sie sei rein technisch schon nicht fähig, ein Programm wie PGP zu bedienen, so die Beschuldigte. Verschlüsselter Content auf ihrer Festplatte stamme auf keinen Fall von ihr
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14. 11. 2007, 12:05 #2Stimme aus dem Off
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Re: Großbritannien: Keywörter an die Polizei herausgeben, sonst....
Es empfiehlt sich, auch den zugrundeliegenden Artikel zum selben Thema bei The Register zu lesen. Möglicherweise handelt es sich nicht um eine Entschlüsselungsanweisung unter RIPA, sondern nur um eine "freundliche" Bitte um Aushändigung der Schlüssel. Die Aktivistin wurde vom Crown Prosecution Service angeschrieben, für den RIPA nicht gilt. In diesem Fall also abwarten und Tee trinken, bis nähere Informationen kommen.
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14. 11. 2007, 13:08 #3Logiker
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Re: Großbritannien: Keywörter an die Polizei herausgeben, sonst....
Na ja - ich gebe zu meine expliziten englisch-Kenntnisse lassen mich ab und an im Stich. Aber "has been ordered" ist etwas anderes als "has been asked" -- und "and she has been given 12 days to hand over a pass-phrase to unlock encrypted data held on the drive - or face the consequences." sieht mir nach einem Ultimatum mit explizitem Zeitlimit aus.
Wie kommst Du darauf silanea?Ein Zyniker ist ein enttäuschter Romantiker. Die Realität ist ausreichend Zynisch.
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14. 11. 2007, 14:17 #4
Re: Großbritannien: Keywörter an die Polizei herausgeben, sonst....
anscheind ist TERRORISMUS der begriff, mit dem man sich über jede verfassung, jedes gesetz, jede art von privatsphäre hinwegsetzen kann.
hey du bist terrorist! sag mir deine pin nummer!Ich habe keine Vorurteile - Ich hasse jeden
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14. 11. 2007, 15:06 #5Mitglied
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Re: Großbritannien: Keywörter an die Polizei herausgeben, sonst....
In so einem Fall würde ich schlagartig alle PWs vergessen. So what?
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NIX
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14. 11. 2007, 15:24 #6
Re: Großbritannien: Keywörter an die Polizei herausgeben, sonst....
Und wie ist das denn mit diesen Versteckten Volumen ,also wenn man ihnen einfach nur das Pseudo-Passwort vom Leeren Volumen nennt ?
Damit würde sie ja offiziell der Anordnung Folge leisten ,oder nicht ?
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14. 11. 2007, 15:27 #7Pädagogisch wertvoll!
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Re: Großbritannien: Keywörter an die Polizei herausgeben, sonst....
Und gleich schon mal Zahnbürste und andere Dinge für die Haft zusammen packen.
Zitat von fezak
Zur Frage, ob es sich um eine Bitte oder eine Anordnung handelt:
Zitat von theregister
/\.....This is Hammer, the arch-nemesis of brick, the arch-nemesis of
II====.'Bunny'. Cut'n' Paste it into your signature to destroy the brick,
II.....squashing Bunny's plans for world domination.
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14. 11. 2007, 15:28 #8WandangGast
Re: Großbritannien: Keywörter an die Polizei herausgeben, sonst....
und "beweisen", dass man wusste, dass man verschlüsselt hat, und fähig ist passwörter zu behalten und zu reproduzieren, falls erforderlich. das wäre ein schuss ins eigene bein
Zitat von Geggeleroad666
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14. 11. 2007, 15:52 #9Stimme aus dem Off
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Re: Großbritannien: Keywörter an die Polizei herausgeben, sonst....
Ich kann dich anweisen, mir dein Handy zuzuschicken. Musst du es tun? Nein. Die Polizei kann dich anweisen, jetzt sofort nackt auf der nächsten Wache zu erscheinen. Musst du es tun? Nein. Jeder kann irgendwelche Anweisungen geben. Die Frage ist, ob er es auf einer Rechtsgrundlage tut oder nicht. Und in diesem Fall sieht es für mich sehr danach aus, dass die "order" ohne Rechtsgrundlage erging und damit nicht mehr wert ist als ein "Bitte bitte gib uns deine Keys!".
Zitat von aloa5
Und die obligatorische Drohung mit nicht näher spezifizierten Konsequenzen sollte jede(r) von uns noch aus der Schule kennen.
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14. 11. 2007, 16:33 #10Logiker
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Re: Großbritannien: Keywörter an die Polizei herausgeben, sonst....
Ich schätze es gibt demnächst eine TrueCrypt-Erweiterung welche das vergeben eines zweiten "Dummy-Passwortes" mit einem entsprechenden Container (wo es etwas Polizei-gerechtes zu finden gibt) erlaubt. Wahlweise mit Selbstzerstörungs-Mechanismus - d.h., das der eigentliche Inhalt durch das eingeben des zweiten Passwortes überschrieben wird.
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14. 11. 2007, 17:06 #11ist dagegen
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Re: Großbritannien: Keywörter an die Polizei herausgeben, sonst....
Das gibt es bereits und nennt sich Hidden-Volume.
Zitat von aloa5
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14. 11. 2007, 17:07 #12
Re: Großbritannien: Keywörter an die Polizei herausgeben, sonst....
tja für so eine nfall ist true crypt ideal... denn es gibt die möglichkeit einenn gecrypteten container in einem gecrypteten container zu erstellen ...
man kann nicht erkennen ob sich in dem container noc heiner befindet ... man kan n2 verschiedene pws vergeben eines für den äußeren beich einen für den eigentlichen verschlüsselten ...
so nun haut man einfach paar files in den äußeren rein und die eig geheimen dateien in den inneren... wenn jetzt die bullen kommen einfach das vom äußeren rausgeben wo aber nur legale dateien drin sind ....
es ist UNMÖGLICH zu erkennen ob es noch einen inneren container gibt ;-)
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14. 11. 2007, 17:15 #13Mitglied
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Re: Großbritannien: Keywörter an die Polizei herausgeben, sonst....
Najo wenn auf der Festplatte aber 300gb stehen und nach Öffnen des Hidden-Containers nur 100gb da sind, merkt man aber, dass da noch was sein muss, oder?
Ich mein wenn die prüfen, ob sie den Container mit 300gb Daten vollmachen können, kommen sie ja an die Grenzen, weil viele GB vom Hidden geschluckt werden.
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14. 11. 2007, 17:24 #14Mitglied
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Re: Großbritannien: Keywörter an die Polizei herausgeben, sonst....
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14. 11. 2007, 18:02 #15
Re: Großbritannien: Keywörter an die Polizei herausgeben, sonst....
Abgesehen jetzt von diesem speziellen Fall, aber das in England ein solches Gesetz überhaupt kam, war es bisher nicht immer so, das der Verdächtige nicht seine Unschuld sondern der Ankläger die Schuld beweisen mußte. Dieses ist der erste Schritt weg von dieser Grundregel und der zweite wird nicht lange auf sich warten lassen.
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14. 11. 2007, 18:06 #16Mitglied
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Re: Großbritannien: Keywörter an die Polizei herausgeben, sonst....
Zitat von NRN
sehr schön zitiert!!
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14. 11. 2007, 18:49 #17krasses Pferd
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Re: Großbritannien: Keywörter an die Polizei herausgeben, sonst....
Wenn ich mich recht erinner erscheint selbst bei der Erstellung eines Hidden Device die Meldung, dass du aufpassen sollst, was und wie viel du auf dein Normal Device packst, da du sonst unter Umständen das Hidden Device überschreibst.
Zitat von Estonia
Demzufolge wird also das Hidden Device gnadenlos ignoriert, denn sonst könntest du ja, wie von dir beschrieben, herausfinden, dass es eins gibt. Genau dagegen sind ja Hidden Devices, sonst würde sich das ja nicht von einem normalen Unterscheiden. (Es sei denn, die Ermittler sind selbst zu doof z.b. ext3 Festplatten zu lesen, dann würden sie vll nichtmal auf die Idee kommen die Festplatte zu überprüfen..)
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14. 11. 2007, 20:04 #18-inaktiv-
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Re: Großbritannien: Keywörter an die Polizei herausgeben, sonst....
Mal im Umkehrschluss:
Wenn ich meinem Nachbarn einen Cryptocontainer irgendwo erstelle, wo er nicht nachschaut (meinetwegen C:\Windows\System32\Driver\asdf.sys) und ihn anzeige, wird er dann verknackt, weil er das Passwort nicht herausgeben kann?
Und ab wann lohnt es sich, die Herausgabe des Passworts zu verweigern?
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14. 11. 2007, 20:09 #19
Re: Großbritannien: Keywörter an die Polizei herausgeben, sonst....
OMG, wenn ichs WIRKLICH vergessen habe?
oooooooh man...... -.-
kein Kommentar......VIVERE MILITARE EST
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14. 11. 2007, 20:25 #20
Re: Großbritannien: Keywörter an die Polizei herausgeben, sonst....
Machst du deine Festplatten immer bis zum Rand voll? Ok, schlechtes Beispiel
Zitat von Estonia

Hidden-Volumes sind nicht vom leeren Bereich eines TC-Containers zu unterscheiden, da die freien Daten mit Zufallszahlen überschrieben werden.
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