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26. 11. 2007, 16:54 #1
JonDonym: Die Tor-Alternative, Interview mit den Betreibern
Anonym im Web surfen: immer notwendiger wird die Möglichkeit, sich überwachungsfrei im Netz zu bewegen. Populärster Dienst ist aktuell TOR, der "Onion Router" der Electronic Frontier Foundation. Aus dem Forschungsprojekt AN.ON/JAP der TU Dresden ging der Anonymisierer JonDonym hervor, der gegenüber TOR einige Vorteile verspricht. gulli.com sprach mit Rolf Wendolsky von JonDos.
Wie auch TOR routet ex-JAP JonDonym den Webtraffic über drei Nodes, bevor er an der Zielseite ankommt, Die Routen dabei werden - anders wie bei TOR - nicht bei jedem Seitenaufruf neu generiert, weiter arbeitet der Service mit einer geringeren Anzahl an Nodes als TOR. Dennoch sind einige interessante Features implementiert, und auch das Mitmachen ist - wie auch bei TOR - möglich. Vor kurzem brachte Betreiberfirma JonDos einen Anon-USB-Stick heraus, mit der sich JonDonym einfach nutzen läßt und dessen Software die gängigsten Privacy-Stolpersteine wie Cookies und Java bereits deaktiviert hat.
(Funktionsweise von JonDonym, Grafik: JonDos)
Korrupt: Rolf, kannst du dich kurz vorstellen und erzählen, was genau deine Funktion bei JonDos ist?
Rolf: Bei der Firma JonDos bin ich einer der beiden Geschäftsführer, und bin für die technische Entwicklung, den Support und für Public Relations zuständig. Bis 2006 arbeitete ich am Lehrstuhl Sicherheitsmanagement an der Universität Regensburg als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Wir stehen immer noch in engem Kontakt mit Forschern der TU Dresden, der Uni Regensburg und der RWTH Aachen, und natürlich mit den beiden Betreuern meiner Promotion (die läuft auch noch) Prof. Dr. Hannes Federrath und Prof. Dr. Andreas Pfitzmann.
Zusammen mit Vollzeit-Entwicklern und freien Mitarbeitern kümmere ich mich darum, dass das JonDonym-System stabil und sicher läuft und laufend weiter entwickelt wird.
Korrupt: Grob über den Daumen: wieviele Nodes hat das Jondonym-Netz und wo stehen sie? Wieviele (oder wieviel Bandbreite) sind für den kostenlosen Dienst nutzbar und wieviele für den Paid-Service?
Rolf: Momentan gibt es 21 Produktivmixe und einen Testmix. Davon stehen 15 Mixe in insgesamt 5 Mixkaskaden im kommerziellen System. 6 Mixe sind kostenlos nutzbar, wobei 3 davon in einer Kaskade aufgereiht sind, und 3 jeweils allein stehen. Der Testmix ist ebenfalls kostenlos nutzbar, die Zahl der gleichzeitig angemeldeten Nutzer ist aber beschränkt auf unter 100.
Die Server selbst stehen momentan in Deutschland, Tschechien und Dänemark. Wir bekommen in den nächsten Wochen ... weiterlesen
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26. 11. 2007, 17:16 #2Chefredakteur
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Re: JonDonym: Die Tor-Alternative, Interview mit den Betreibern
Danke für dieses spannende Interview!
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26. 11. 2007, 18:43 #3Mitglied
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Re: JonDonym: Die Tor-Alternative, Interview mit den Betreibern
Gutes Interview.
Btw: die beiden Geschäftsführer waren mit mir nicht nur auf der selben Schule, sondern sogar in der selben Klasse. So erfährt man was die alten Schulkameraden machen die vor langer Zeit aus dem Blickfeld verschwunden sind...
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26. 11. 2007, 20:02 #4
Re: JonDonym: Die Tor-Alternative, Interview mit den Betreibern
Steht eigentlich schon fest, wann es die Flat-Tarife gibt ?
Laut dieser Grafik müsste es welche geben / sind geplant:
https://www.jondos.de/files/image/Bezahlmodell.jpg
Was ich ziehmlich lustig finde, bei der Bezahl-Übersicht:
Methode:
Barzahlung per Brief*
Übertragene persönliche Daten:
(Fingerabdruck, DNS, Handschrift)
https://www.jondos.de/de/node/849


Hat eigentlich schon jemand Erfahrungen mit dem System sammeln können ?
Wenn fürs surfen Geschwindigkeiten von bis zu 128 kbyte / s garantiert werden können (im regelfall), dann muss ich sagen, Hut ab. Auch wenn es bei mir jetzt ansich nicht wirklich notwendig wäre, aber wer weiß, aus was die einem am Ende nen Strick drehen wollen ...
Ich glaube, ich werde mal mein Browsing-Verhalten beobachten (nur schade, dass man mit KNemo nur den gesamten, nicht aber den alleinigen Webtraffic, messen kann) und mir dann mal ein entsprechendes Paket holen in den nächsten Wochen."Wir sagen nicht mehr Verarschung, sondern parlamentarische Demokratie."
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