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super_Austria
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Sep 2003
Beiträge: 418
Eigene Kurzgeschichte! Kritik erwünscht!

Wäre über ehrliche Kritik froh, nur bitte nicht unbedingt jeden Rechtschreibfehler bemängeln, ich weiß das ich darin grottig bin xD

Nächte der Großstadt!

Er bereut seine Entscheidung wahrscheinlich. Doch nun ist es zu spät. Es hätte bestimmt einen Ausweg gegeben, es gibt immer einen Ausweg.
Der dumpfe Straßenlärm von unten drang durch das Fenster. Irgendwo quietschten Reifen und ein Auto hupte. John starrte mit gläsernem Blick aus dem Fenster gegenüber in eine Wohnung vom Nachbarblock. Die Vorhänge waren ein Drittel zugezogen und Licht brannte in der Wohnung. Ein Mann diskutierte gerade heftig mit einer jungen Frau. Es war eine hübsche junge Frau, mit roten lockigen Haaren die ihr über die Schultern hingen. Sie hatte eine Bluse und einen beigen Rock an, soweit John das aus dieser Entfernung erkennen konnte. Seufzend drehte er sich vom Fenster weg und ging mit schlürfenden Schritten in die Küche, mit dem Vorhaben sich etwas zu essen zu machen. In der Küche türmte sich das Geschirr und eine Fingerlange Kakerlake huschte zwischen seinen Füßen durch und verschwand in einer Ritze unter seinem Kühlschrank. Durch das Fenster in der Küche konnte er noch immer sehen wie das Paar auf der anderen Straßenseite stritt. Er ging zu seinem Kühlschrank gegenüber von der Küchentür und zog aus dem Tiefkühlfach eine gefrorene Pizza heraus. Stöhnend bückte er sich und hantierte an den Knöpfen vom Backofen herum und schob die Pizza schlussendlich in das Rohr. John ging zurück in sein Wohnzimmer, setzte sich wieder auf seinen Sessel und schaltete den Fernseher an. Sein Wohnzimmer besteht eigentlich nur aus diesem Sessel, einer Matratze am Boden die unter dem Fenster im Eck lag und dem Fernseher. Der Rest war versteigert worden als sich seine Schulden häuften. Er verlor vor gut einem Jahr seinen Job in einer Fabrik, weil er einen Arbeitsunfall hatte und seit dem starke Rückenschmerzen ihn an der Ausübung seines Jobs hinderten. Er kann sich noch genau an die Worte seines alten Chefs erinnern: „Ich soll einsehen haben? Mit einem Krüpel? Schau das du verschwindest oder ich lass dich hinauswerfen!“ Dann verlies vor zwei Monaten ihn seine Freundin. Sie hatte sich einen Typ geangelt mit einem roten Cabrio. Das Auto war wohl mehr wert als die Zuneigung zu ihm. In Selbstmitleid versunken hätte er fast das Hämmern gegen die Tür überhört. Langsam und stöhnend richtet er sich aus dem Stuhl auf und ging nach hinten zur Wohnungstür. >>Ich komm ja schon! Musst mir ja nicht gleich die Tür einschlagen!<< murmelte John vor sich hin. Er öffnet die Tür und bereute es im nächsten Moment schon wieder. Zwei Typen mit Glatze und ziemlich üblem Gesichtsausdruck standen vor seiner Tür.
>> Du schuldest Jack noch etwas John. Und Jack würde dies gerne wieder haben! << schnauzte einer der beiden.
>> Er bekommt das Geld bald. Wirklich. Ich hab bald einen Job, hab mit denen schon verhandelt dass ich einen Vorschuss bekomme. Ehrlich! <<
Der zweite Schläger lies nur ein Grunzen von sich und holte aus und versetzte John einen Schlag mitten ins Gesicht. John riss die Arme an die Nase und lies einen Schrei von sich.
>> Das war zur Erinnerung das du dein Versprechen nicht vergisst! << Die Schläger drehten sich um und gingen den dunklen Flur zurück zur Treppe. Die Lichter im Flur waren schon seit Wochen kaputt und der Hausbesitzer lies sie einfach nicht reparieren. Würde ich bei dieser Bruchbude hier wohl auch nicht dachte sich John dabei.
>> Immer noch blutend und mit schmerzverzerrtem Gesicht lief John raus auf den Flur und ging in die zweite Tür rechts. Das Gemeinschaftsklo von seinem Wohnstock. Das Bad hatte ein WC, ein Waschbecken und eine Dusche. Die Leitungen und Wasserhähne waren vom Kalk verstopft und der Schimmel hatte sich Tief in den Wänden festgesetzt. Am Boden lagen Frauenbinden und benützte Klopapierfetzen. Er rollte mit einer Hand die Klopapier rolle auf und hielt mit der anderen Hand noch immer seine blutüberströmte Nase. Er tupfte die Nase ab und versuchte die Blutung zu stoppen. Mit dem Kopf in der Luft lief John zurück in seine Wohnung. Er roch bereits was er vermutet hatte.
>> Mist, meine Pizza! << Die Küche war bereits in schwarzem Rauch gehüllt und ein Geruch von verbranntem Lag in der Luft. Er ries das Fenster in der Küche auf und machte den Backofen auf. Eine große schwarze stinkende Wolke kam heraus und hüllte John ein. Hustend und mit Tränen, von dem starken Rauch, in den Augen stolperte John ins Wohnzimmer zurück. John fühlte sich leer. Er wollte schreien konnte aber nicht. Er wollte nur noch aus dieser Welt flüchten und wollte sich gerade auf seine Matratze hinten im Eck legen um zu schlafen, als schon wieder jemand an die Tür hämmerte.
Diesmal guckte er zuerst durch den Spion um sicher zu gehen, dass er heute nicht zum zweiten Mal die Nase gebrochen bekam. Draußen stand seine Ex-Freundin Molly. John öffnete die Tür.
>> Was willst du den hier? <<
>> John, ich bin schwanger. <<
>> Ah, ok! Sonst noch was? <<
>> Ich will das du für das Kind bezahlst wenn es auf die Welt gekommen ist! <<
>> Molly, du weißt ich habe keinen Job. Ich habe Schulden. Ich habe kein Geld. Ich hab nicht einmal verdammte Möbel << schrie John nun mit rotem Kopf.
>> Was ist eigentlich mit deiner Nase passiert John? <<
>> Oh, das fällt dir ja früh ein. Das waren die Männer, denen ich Geld schulde, weil ich keinen Job habe. Und da wunderst du dich, warum ich bei deiner Forderung so gelassen bleibe? Komm dann wieder wenn ich Geld habe oder besuche mich auf dem Friedhof, wenn die Männer denen ich Geld schulde, mich getötet haben. <<
Ohne ein weiteres Wort schlug John die Tür zu und ließ sich auf seinen Sessel fallen und starrte wieder in die Nacht hinaus. Irgendwo waren Sirenen zu hören, die sich nun mit dem Geschrei und geklopfe von Molly vermischten, die noch immer gegen die Tür trommelte.
Am nächsten Morgen liegt John tot auf der Straße. Oben in seiner Wohnung stand noch immer das Fenster offen. Die Polizei hat keine Spuren eines Einbruches gefunden.
>> Gute Morgen Lieutenant <<
>> Morgen, Mihka. Was haben wir heute? <<
>> Sieht nach einem weiteren jungen Mann aus, dem das Schicksal
wohl nicht so gnädig war. << seufzte Lieutenant Drexkel
>> Die Großstädte fordern in letzter Zeit oft ihren Tribut. Hoffen wir für den armen Jungen das er jetzt vielleicht seinen Frieden und sein Glück findet. <<
>> Amen Mihka. Amen <<
Alt 16. 12. 2007, 11:30 super_Austria is offline Mit Zitat antworten #1
Gyorn
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Apr 2007
Beiträge: 442
Re: Eigene Kurzgeschichte! Kritik erwünscht!

Hm...ist ganz ok, aber du solltest auf jeden Fall nochmal nachbessern. Ich geh mal davon aus, das die Handlung auf tiefe Depressionen abzielt, aber dazu ist es nicht krass genug; beim lesen hab ich nicht gemerkt, dass er kaputt genug ist um aus dem Fenster zu springen.
Bsp: Die streitenden Nachbarn könnten ihn an sich und seine Freundin erinnern, zuerst an irgendeinen banalen Streit und dann an die schöne Zeit "früher".

Auch die Schläger sind zu kurz gekommen, es liest sich: klopf klopf - hab das geld bald - 1 Schlag - cya.
Vieleicht mehr so:
Sobald die Tür aufgeht brutal aufdrücken lassen, er fällt erstmal hin. Über ihm 2 richtige Schränke, grinsend. "Hab kein Geld", "Das sagen alle", sehen sich um, randalieren ein bischen (vieleicht Fernseher kaputt, nacher starrt er auf den zerbrochenen Schirm/zerbrochenes Leben?), sehen, dass er wirklich absolut nixs hat auser der Pizza, verdreschen ihn noch etwas, drohen und gehen.


Die Ex lässt ihn auch zu kalt, er sollte deutlich zynischer sein (ihr vieleicht die verbrannte Pizza in die Hand drücken "das ist alles was ich hab, geh"?)
Nachdem die Tür zu ist vieleicht Selbstvorwürfe, warum er so ein Arschloch war, paar depresive Gedanken (-> kaputter Fernseher oder nur glückliche Leute).

Die Polizisten find ich zu philosophisch, vieleicht lässt einer von denen so nen Spruch raus und der andere macht ihn sarkastisch nieder -> Botschaft: Es interessiert keine Sau wie dreckig es ihm ging, die Stadt lebt weiter.


Anfang würd ich auch ändern, wieso sollte er es bereuen? Sein Leben in der Geschichte ist wirklich dreckig, keine Perspektiven. Entweder du baust (für ihn) versteckte Lösungen ein (heimlich verliebte Nachbarin?) oder du packst von Anfang an die Depri-Keule aus.



Alles natürlich nur meine persönliche Meinung und ich kann nichtmal behaupten, dass ich viel Ahnung vom Schreiben hab *hust* Deutsch Abi 5 Punkte *hust*
Alt 16. 12. 2007, 12:01 Gyorn is offline Mit Zitat antworten #2
super_Austria
Mitglied
(Threadstarter)
 
Registrierungsdatum: Sep 2003
Beiträge: 418
Re: Eigene Kurzgeschichte! Kritik erwünscht!

Sind ein paar gute Vorschläge von dir dabei.
Erstmal danke dazu, werd mir darüber noch gedanken machen.

Würde mich noch über einige so konstruktive Meinungen freuen
Alt 16. 12. 2007, 12:04 super_Austria is offline Mit Zitat antworten #3
stereolith
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Sep 2006
Beiträge: 69
Re: Eigene Kurzgeschichte! Kritik erwünscht!

Zitat:
beim lesen hab ich nicht gemerkt, dass er kaputt genug ist um aus dem Fenster zu springen.

Kann mich Gyorn da nur anschließen. Zwar kann man die Gründe für den Selbstmord nachvollziehen (soweit dies eben möglich ist) aber man hat nicht das Gefühl, dass der Protagonist in dieser Hinsicht akut gefährdet ist.
Seine Gedanken sind zu flach, zu nüchtern, nicht verzweifelt genug. Nur ein relativ kurzer Abschnitt in dieser Richtung
Zitat:
John fühlte sich leer. Er wollte schreien konnte aber nicht. Er wollte nur noch aus dieser Welt flüchten und wollte sich gerade auf seine Matratze hinten im Eck legen um zu schlafen, als schon wieder jemand an die Tür hämmerte.
ist ein bisschen dürftig. Da ist die Kurzgeschichte vielleicht etwas zu kurz geraten

Trotz kleiner Mängel in der Rechtschreibung (z. B.: der "Krüpel") und dem vielleicht etwas zu nüchternen Stil (tiefer eintauchen in die Gedankenwelt des Protagonisten, etwas originellere Adjektive und Adverbien verwenden) hat mir die Geschichte dennoch ganz gut gefallen.

In Präsensform mit einem Ich-Erzähler hätte mir die Geschichte übrigens besser gefallen.
Alt 17. 12. 2007, 00:21 stereolith is offline Mit Zitat antworten #4
Gyorn
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Apr 2007
Beiträge: 442
Re: Eigene Kurzgeschichte! Kritik erwünscht!

Zitat:
Zitat von stereolith 
In Präsensform mit einem Ich-Erzähler hätte mir die Geschichte übrigens besser gefallen.

Das hängt vom gewünschten Effekt ab...
Keine Sau kümmert sich um seine Probleme, alle wollen nur Geld von ihm (Bullen fallen raus - Absicht?). Durch einen eher unbeteiligten, nüchternen Erzählstil wirkt der Charakter noch einsammer, unverstandener - sogar der Leser, der ihm eigentlich am nächsten ist hat eine gewisse Distanz --> das ganze kriegt einen noch depressiveren Charakter, allerdings nicht so speziell auf John bezogen.

Beim Ich-erzähler erlebt man eben die Person besser, versteht sie besser, allerdings ist die Person dann nicht mehr so einsamm, hat mindestens 1 der sie versteht.

Allerdings kommt keiner der 2 Effekte richtig rüber, da die einzelnen Sachen eher gemischt sind.
Alt 17. 12. 2007, 15:24 Gyorn is offline Mit Zitat antworten #5
Bischi456
WEMMSER
 
Benutzerbild von Bischi456
 
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Beiträge: 487
Exclamation Re: Eigene Kurzgeschichte! Kritik erwünscht!

Also ich find die Geschichte eig. toll irgendwie hatte ich keine Lust sie zu lesen hab sie dannn aber nachdem ich die ersten Sätze gelesen hatte doch bis zum Schlus gelesen nur vehlt mir der Schluss ein bischen mir fehlt da was !

mfg Bischi
Alt 17. 12. 2007, 15:34 Bischi456 is online now Mit Zitat antworten #6
Gyorn
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Apr 2007
Beiträge: 442
Re: Eigene Kurzgeschichte! Kritik erwünscht!

Es wollte glaube ich auch keiner sagen sie ist schlecht, aber wenn jemand um Kritik bittet dann sag ich ihm was er mMn noch besser machen könnte...
Alt 17. 12. 2007, 15:40 Gyorn is offline Mit Zitat antworten #7
super_Austria
Mitglied
(Threadstarter)
 
Registrierungsdatum: Sep 2003
Beiträge: 418
Re: Eigene Kurzgeschichte! Kritik erwünscht!

Also ich fühle mich von keinem von euch angegriffen. Ich nehme eure wirklich 1A Kritiken gerne entgegen. Hab auch schon bisschen was am Text überarbeitet und die Stelle von Gyorn die er angesprochen hat überarbeitet ( Schläger, Randalieren usw)

Ich wäre nach wie vor froh, wenn es noch einige mehr ausführliche Kritiken geben würde!
Alt 17. 12. 2007, 16:05 super_Austria is offline Mit Zitat antworten #8
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