gulli:board Logo

Anzeige


  Antwort
heinz33
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Feb 2005
Beiträge: 172
Lebenslüge Riester-Rente?

Quelle: Sendung der ARD - Magazin Monitor vom 11.01.2008
http://www.wdr.de/themen/global/webm...400&b=016&ex=2

Das Magazin "Monitor" machte darauf aufmerksam, dass das Konstrukt der Riester-Rente wahrscheinlich eine Mogelpackung darstellt.

Es geht um diejenigen Rentner, deren Rentenhöhe das festgelegte Minimum der Grundsicherung nicht erreicht. Nach Monitor sind davon in einem absehbaren Zeitraum auch Durchschnittsverdiener betroffen, die 32 Jahre Beiträge zahlten, weil das Beitragsaufkommen der Rentenversicherungen nicht mehr ausreicht.

Bisher wurde dieses Produkt falsch beworben, dass diese Rente sicher sei vor staatlichem Zugriff. Dass dies falsch ist, wird im Beitrag durch den Prof. Rürup ausdrücklich bestätigt.

Muss bei solchen niedrig berenteten Menschen aufgestockt werden, wird die Aufstockung mit eventuellen Erträgen aus der Riesterrente verrechnet, so wie dies heute viel geübte Praxis bei den zahlreichen Empfängern von Hartz-4-Leistungen der Fall ist. Es kommt dann also nichts oben drauf!

Im ARD-Morgenmagazin wurde der Namensgeber Walter Riester darauf angesprochen und wand sich wie ein Aal im Todeskampf. Er sprach von einem unermesslichen Schaden. Der besteht wohl darin, dass die flotten Werbesprüche sich als Lügen herausstellen und die Politik zwingen werden, endlich Nägel mit Köpfen zu machen. Die Hosen der Herren Politiker sind nun unten!

Die Frage ist nur, wer geschädigt wird? Betroffen sein werden alle die Menschen, wo eine niedrige Rentenhöhe zu erwarten ist und das kann man heute schon mit ziemlicher Sicherheit sehr frühzeitig errechnen.

Nur ein Beispiel aus der Sendung. Eine alleinerziehende Mutter mit 3 Kindern kommt im Regelfall nur auf niedrige Zeiten der Pflichtversicherung und hat bei einer weniger hohen fachlichen Qualifikation kaum noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Diese Frau spart sich in der Zeit, wo jeder Euro in die Erziehung der Kinder gehen soll, 20 Euro im Monat für die Riester-Rente ab mit einem fatalen Ergebnis. Sie spart in der Zeit, wo sie das Geld am Dringendsten benötigt eigentlich nur für das Sozialamt in ihrem Rentenalter.

Jeder kann sich selbst darauf seinen Reim machen und insbesondere ist mehr als kritisch, was die Wahlversprechen der Politiker betrifft. Hinterfragt solche Dinge immer sehr ungläubig!!! Der Norbert Blüm hat ja nicht bei seiner Aussage gelogen, dass die Rente sicher sei.

Nur hat ihn niemand hinterfragt, ob man denn mit der zu erwartenden Rente leben kann.

heinz33
Alt 11. 01. 2008, 08:41 heinz33 is offline Mit Zitat antworten #1
Zel
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Oct 2004
Beiträge: 1.117
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

Das ist keine Sensation-steht seit Jahren schon selbst in der Wikipedia, daß die Riesterrente angerechnet werden kann und wird. Selbst wenn sie das nicht würde, werden Renten ab 2040 zu hundert Prozent versteuert, insofern bliebe vom Riesterobolus nach Abzug der vorraussichtlichen Inflation nichts mehr übrig.

Riester ist gut für die privaten Versicherungsverträger, die verdienen damit heute Geld-eine spätere Rentenzahlung ist da nie das Ziel gewesen, es geht lediglich darum, heute viel Geld in die Kassen zu bekommen.

Die Leute wollen das aber nicht wahrhaben-ich hab im Verwandtenkreis den Leuten erklärt, daß sie wenn sie nicht mehrere Tausend Euro pro Monat riestern (wer solche Summen hat, würde das natürlich nicht tun, da gibts dann besseres), daß dann nix bei rumkommt. Aber weil der Arbeitgeber was zuschießt, zahlen diese Trottel dennoch monatlich ein. Die Leute kapieren nicht, daß für heute 25-30 Jährige bei Durchschnittsverdienst nur die Sozialhilfe winkt. Abwenden kann man das nicht, man kann höchstens heute auf Dinge sparen, die sich später mal verkaufen lassen. Sparen geht aber nicht, wenn der letzte Euro in Riester versenkt wird.

Haste was, dann biste was-das ändert sich nicht. Bei Riester haben andere was, und man selbst ist nichts.

Wenn man den Riesterbetrag einfach aufs Tagesgeldkonto schmeisst, dann hat man mehr davon.
Alt 11. 01. 2008, 11:06 Zel is offline Mit Zitat antworten #2
babyjane
Mitglied
 
Benutzerbild von babyjane
 
Registrierungsdatum: Jan 2008
Beiträge: 113
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

wow...in meinem bekanntenkreis weiß das niemand. ok, eine ost apothekerin, bei der dürfte das egal sein, aber ansonsten sozpäds, die sicher betroffen wären.

danke für die aufklärung und den link zu monitor. war auch sonst ne sehr informative sendung.
Alt 11. 01. 2008, 12:08 babyjane is offline Mit Zitat antworten #3
Der Rebell
ehemaliger ex-ex
 
Benutzerbild von Der Rebell
 
Registrierungsdatum: Aug 2004
Beiträge: 17.965
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

Dieser negative Riester-Effekt ist nicht neu sondern wird jetzt nur öffentlich breit diskutiert.

Das System ist bekannt. Die Arbeitnehmer müssen für Zeiten der Arbeitslosigkeit zunehmend selber vorsorgen indem sie eine angesparte Altersversorgung verbrauchen müssen. Die politische Botschaft lautet also, daß es zukünftig immer weniger sichere Arbeitsplätze geben wird und daß die Solidargemeinschaft für dieses Risiko nicht mehr aufkommen soll/will.

Das mag für die aktive Lebenszeit hinnehmbar sein, weil ja immerhin nach dem Prinzip Hoffnung ein neuer Arbeitsplatz erreichbar scheint. Für die zukünftigen Alten ist dieses Konzept jedoch fatal, da sie in dieser Lebensphase nicht mehr das Ruder nochmal rumreißen können und von vorne anfangen können. Altersarmut bis zum Tod ist die Folge.

Erstaunlich ist auch die von Teilen der jungen Generation angezettelte Diskussion um die sogenannte "Generationengerechtigkeit". Man möchte also nicht mehr die hohen Beiträge für die Versorgung der Alten bezahlen. Natürlich schmerzen diese Abgaben besonders, wenn das Lohnniveau sowieso nach unten geht.

Andererseits werden die Jungen von dieser angeblichen Entlastung nichts haben, da sie durch Lohnsenkungsmaßnahmen der Wirtschaft sowieso verbraucht werden wird.

Eine entsolidarisierte Gesellschaft läßt sich eben wesentlich einfacher erpressen.

vm
Alt 11. 01. 2008, 13:31 Der Rebell is offline Mit Zitat antworten #4
h1ghline
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Nov 2007
Beiträge: 382
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

Zitat:
Zitat von Zel 
Das ist keine Sensation-steht seit Jahren schon selbst in der Wikipedia, daß die Riesterrente angerechnet werden kann und wird. Selbst wenn sie das nicht würde, werden Renten ab 2040 zu hundert Prozent versteuert, insofern bliebe vom Riesterobolus nach Abzug der vorraussichtlichen Inflation nichts mehr übrig.
Riesterrenten werden auch schon vor 2040 zu 100% besteuert. Ab 2040 wird die sog. Rürup und die gesetzliche Rente zu 100% besteuert (wobei es da auch wieder Steuer-Freibeträge gibt). Wer die Steuerersparnis während der Ansparzeit nicht wieder reinvestiert hat selber Schuld...

Zitat:
Zitat von Zel 
Riester ist gut für die privaten Versicherungsverträger, die verdienen damit heute Geld-eine spätere Rentenzahlung ist da nie das Ziel gewesen, es geht lediglich darum, heute viel Geld in die Kassen zu bekommen.
Erkläre das bitte genauer.

Zitat:
Zitat von Zel 
Die Leute wollen das aber nicht wahrhaben-ich hab im Verwandtenkreis den Leuten erklärt, daß sie wenn sie nicht mehrere Tausend Euro pro Monat riestern (wer solche Summen hat, würde das natürlich nicht tun, da gibts dann besseres), daß dann nix bei rumkommt. Aber weil der Arbeitgeber was zuschießt, zahlen diese Trottel dennoch monatlich ein. Die Leute kapieren nicht, daß für heute 25-30 Jährige bei Durchschnittsverdienst nur die Sozialhilfe winkt. Abwenden kann man das nicht, man kann höchstens heute auf Dinge sparen, die sich später mal verkaufen lassen. Sparen geht aber nicht, wenn der letzte Euro in Riester versenkt wird.

Haste was, dann biste was-das ändert sich nicht. Bei Riester haben andere was, und man selbst ist nichts.
Du verallgemeinerst ganz schön.
1. Mehrere tausend Euro im Monat kann man nicht in einen Riester-Vertrag stecken...
2. Es kann sehr wohl im Rentenalter etwas dabei herauskommen. Das ist allerdings individuell und wird von vielen Faktoren beeinflusst (Riester-Art, Rentenhöhe, Einkommen etc).
3. Riester ist nur ein Standbein zur späteren Alterssicherung (neben Wohneigentum, betrieblicher Altersvorsorge und Familie(!) - evtl. noch private Renten/Angespartes).

Zitat:
Zitat von Zel 
Wenn man den Riesterbetrag einfach aufs Tagesgeldkonto schmeisst, dann hat man mehr davon.
Auch das Ersparte wird später zur Grundsicherung angerechnet. Wieso hat man dann also plötzlich mehr davon??
Außerdem bekommst Du auf Tagesgeld-Konto "nur" 5 %. Bei Riester ist es durch Steuer-Ersparnis und Zulagen schon ohne Zins mehr!
Und wenn Leute wirklich in Hartz IV rutschen wird das Ersparte auf dem Tagesgeldkonto aufgebraucht.
Alt 11. 01. 2008, 13:47 h1ghline is offline Mit Zitat antworten #5
Zonk
 
Beiträge: n/a
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

Zitat:
Zitat von h1ghline 
Erkläre das bitte genauer.
Was soll man da noch genauer erklären? Die Versicherungen freuen sich über einen riesigen Batzen Kohle von Arbeiternehmern und besonders über die Subventionen vom Staat und feiern bereits heute ihre Rekord-Rendite.

Zitat:
Zitat von h1ghline 
2. Es kann sehr wohl im Rentenalter etwas dabei herauskommen. Das ist allerdings individuell und wird von vielen Faktoren beeinflusst (Riester-Art, Rentenhöhe, Einkommen etc).
Du beschönigst ganz schön. Bei dem wachsenden Niedriglohnsektor, den stagnierenden Löhnen, den steigenden Lebenshaltugnskosten, der starken Kürzung gesetzlicher Renten, wird durch das geringe Zubrot, das bei vielen Arbeitnehmer einfach nur lächerlich gering ausfällt, durch kapitalgedeckte Rentensysteme - welche zudem durch ihre Art der Finanzierung nochmal ein besonderes Risiko darstellen (siehe Göttinger oder die bedrohliche, noch nicht ausgestandene Kreditkrise), da dieses Kapital weiter investiert wird, an Aktionäre ausgeschüttet wird oder auf dubiose Art und Weise verschwindet - die Altersarmut gefördert, da die massiven Kürzungen der staatlichen Rente nicht ausgeglichen werden können.
Alt 11. 01. 2008, 14:07 Mit Zitat antworten #6
Zel
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Oct 2004
Beiträge: 1.117
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

Zitat:
Auch das Ersparte wird später zur Grundsicherung angerechnet. Wieso hat man dann also plötzlich mehr davon??

Tja, wer Geld aus der Hand gibt, ist selber schuld...da hilft auch keine Reinvestition etwaiger Steuerersparnisse.

Mehr davon hast du deshalb, weil du an dein Geld rankommst. Du kannst dann in den Jahren vor Rentenbeginn in richtige Werte (die zu der Zeit relevanten) investieren oder wenns garnicht hilft Bar abheben. Da hast du dann im Zweifel je nach Summe mehr von.

Es ist doch so, daß es entweder angerechnet wird oder aufgrund der Inflation aufgefressen wird. Die Summen, die man zusätzlich erriestern kann, sind lächerlich, wenn man die allgmeine Teuerung und dergleichen einbezieht.

Zitat:
Erkläre das bitte genauer.

Was gibts da zu erklären? Riester wurde speziell für die Niedriglöhner und Durchschittsverdiener konzipiert und beworben. Alle anderen machen in Rürup oder sorgen anderweitig vor.

Nur sind die Riesterbeträge eben so lächerlich bemessen, daß sie später nicht relevant sind auf der Rentenabrechnung.

Das kommt dann den privaten Versicherungen zu Gute. Die bekommen von den Riesteropfern nämlich das Geld heute, wo es noch was wert ist. Da lässt sich natürlich prächtig mit wirtschaften etc-ausgezahlt werden so oder so nur die Peanuts.

Eigentlich ist das Betrug, aber weil der Staat ja damit Sozialabgaben spart (er rechnet das ja an) lässt er weiterlaufen.

Natürlich ist das im groben so bei allen Versicherungen-im Regelfall kriegt man immer weniger raus, als man eingezahlt hat. Bei Riester kriegen aber fast alle überhaupt nix raus.

Zitat:
Außerdem bekommst Du auf Tagesgeld-Konto "nur" 5 %. Bei Riester ist es durch Steuer-Ersparnis und Zulagen schon ohne Zins mehr!

Nur kriegst du von den Vorteilen nix ab-die streicht der Versicherungsgeber ein. Für das eine Prozent mehr ist es fahrlässig, die Verfügungsgewalt über die Geldwerte aufzugeben.
Alt 11. 01. 2008, 14:12 Zel is offline Mit Zitat antworten #7
Private Paula
Denim Demon
 
Registrierungsdatum: Dec 2004
Ort: TH
Beiträge: 3.040
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

Ihr glaubt doch nicht wirklich das Ihr jemals Rente bekommt.

Jeder ab Jahrgang 1980 aufwärts sollte damit nicht mehr rechnen
Alt 11. 01. 2008, 14:25 Private Paula is offline Mit Zitat antworten #8
h1ghline
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Nov 2007
Beiträge: 382
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

Ihr hadert so über die (Riester-)Versicherungen. Es zwingt Euch niemand, über eine Versicherung zu riestern. Man kann das auch als Fonds-Sparplan oder Bank-Sparplan laufen lassen. Da spart man sich bis zum Renteneintritt die Versicherungskosten...
Und wer den erstbesten Riester Vertrag unterschrieben hat, nur weil der Kaffee beim Vertreter/Bank so lecker war hat selber Schuld!

Man muss gucken, was bis dahin noch alles passiert! Es müssen Veränderungen im Rentensystem eintreten. Die Politik weiß seit Jahren, dass das Rentensystem in dieser Form nicht mehr tragbar ist. Es ist jedoch schwierig, ein Rentensystem in einer Legislaturperiode zu ändern (die Parteien wollen wieder gewählt werden!) - der Aufbau des Rentensystems hat viele Jahre gedauert. Das kann man nicht (leider!) mal eben so ändern... Wer sich näher damit beschäftigen will:
Bernd W. Klöckner - Schafft die Rente ab! Link

Jeder, der noch jung genug ist, sollte dafür sorgen, dass er sich noch fortbildet und nicht sein ganzes Leben mit einer einfachen Ausbildung sein Geld verdient!

Meine Altersvorsorge jedenfalls steht, auch wenn ich noch über 40 Jahre bis zur Rente habe
Alt 11. 01. 2008, 15:54 h1ghline is offline Mit Zitat antworten #9
aloa5
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Feb 2007
Beiträge: 330
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

Zitat:
Zitat von h1ghline 
Ihr hadert so über die (Riester-)Versicherungen. Es zwingt Euch niemand, über eine Versicherung zu riestern. Man kann das auch als Fonds-Sparplan oder Bank-Sparplan laufen lassen.
Die Riester-Rente lohnt sich "eh" nur für diejenigen welche ganz wenig verdienen. Die bekommen nämlich eine ganze Menge vom Staat dazu bezahlt - das sind Traum-Renditen wenn man so will - das kann kein Sparplan leisten.

Die Krux dabei ist, das eben diese Gruppe vermutlich nie genug zusammensparen kann damit sie über das Hartz4 bzw. Sozialhilfe-Niveau heraus kommt im Alter. Und somit ist die Riester-Rente für diese Gruppe unsinnig. Selbst wenn man 50 Euro hin gibt und 100 dazu bekäme pro Jahr ist das für solch einen Menschen ein Verlust von 50 Euro.

Es lohnt sich z.B. für einen Ehepartner wenn der andere verdient und eine normale Rente bekommt. Dann ist die Riester-Rente ein gutes Zubrot.


De facto ist die Riester-Rente der Einstig in den Ausstieg aus der Rentenumlage gewesen - mit den entsprechenden Folgen. Diejenigen welche sich keine Rente "leisten" können bekommen auch keine - die Bruttolohnsummen sinken dabei und das Netto steigt - aber nur um den Lohn weiter fallen lassen zu können (man kann ja jetzt besser davon leben). Also zehrt man das auf - wer das alte haben will (eine Rente) soll sparen... von diesem weniger an Netto.

So ist das wenn man das System umstellt und nicht anders. Gewissen Menschen ist das egal - die verdienen ausreichend... und was interessiert die denn die anderen. Nein - das ist nicht gut und Riesters Äußerung welche ich vorhin im Radio gehört habe - nämlich das es gefährlich sei dies auszusprechen - ist wohl der reine Hohn. Wahrheit ist niemals gefährlich. Zumindest nicht denen welche "etwas zu verbergen haben".

Grüße
ALOA
Alt 11. 01. 2008, 16:41 aloa5 is offline Mit Zitat antworten #10
TR4 Spender
konfessionslos linientreu
 
Benutzerbild von TR4
 
Registrierungsdatum: Aug 2001
Ort: Zentrum
Beiträge: 2.231
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

Zitat:
Zitat von Private Paula 
Ihr glaubt doch nicht wirklich das Ihr jemals Rente bekommt.

Jeder ab Jahrgang 1980 aufwärts sollte damit nicht mehr rechnen
Wie wahr, wie wahr....
Zumindest keine Rente mit der man annähernd seinen Lebensunterhalt bestreiten kann.
Alt 11. 01. 2008, 16:45 TR4 is offline Mit Zitat antworten #11
guido1972
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Jun 2006
Beiträge: 112
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

Hallo
Oh, oh wenn ich mir das hier so durchlese, sträuben sich mir die Haare. Der Thread ähnelt einem Stammtischgespräch. Vieles was hier steht ist einfach nicht korrekt.

Zunächst ist die Riester Rente durchaus lohnenswert. Das Prinzip der Riester Rente ist einzigartig und mit keinem Altersversorgungssysthem zu vergleichen.
Das Prinzip der Riester Rente-mit den Zulagen des Staates-ist zudem eine besondere Möglichkeit auf dem privaten Weg eine lohnenswerte Rente zusammen zu sparen. Zunächst mal zu meiner Person. Ich arbeite bei der gesetzlich Rentenversicherung. Und ja es stimmt. Das Rentenniveau wird in Zukunft vermutlich sinken.
So weit so gut. Das hat der Gesetzgeber durchaus erkannt. Tja wie bringt man die Leute dazu privat Altersvorsorge zu betreiben. Ganz einfach. Man bezuschusst die private Altersvorsorge . Ganz einfach. Private Altersvorsorge gab es eigentlich schon immer. Aber erst mit der Diskussion um die gesetzliche Rentenversicherung wurde die private AV in den Mittelpunkt gestellt. So nun wurden zwei Modelle in den Mittelpunkt gestellt. Zum einen die Riesterrente und zum anderen die Rüruprente. Die Rüruprente ist ein ausschließlich steuerlich begünstigtes Modell was kaum akzeptanz gefunden hat (weils keiner kapiert hat). Die Riesterrente ist ein Zulagenmodell und ein steuerlich gefördertes Modell. Es ist nicht nur für Geringverdiener interessant. Wer so etwas sagt, hat keine Ahnung und sollte sich nochmals informieren. So nun zu dem Beitrag in Monitor. Wenn jemand mit Vollendung des 67 lebensjahres (Renteneintrittsalter) nur eine geringe Altersrente erhält die die monatlichen Ausgaben nicht deckt, dann hat er unter Umständen ein Anspruch auf die Grundsicherung. Da es sich dabei um Hilfeleistungen handelt (so ähnlich wie früher die Sozialhilfe) und natürlich werden sämtlich anderen Ansprüche (auch Riester) angerechnet. Aber es ist einfach nicht korrekt, dass das Niveau der gesetzlichen Rente soweit sinkt, dass 2/3 der Bevölkerung unter dem Sozialhilfesatz sinken. Ich will jetzt nicht die Riesterrente hochloben aber aus meiner Sicht ist die Form der Altersvorsorge durchaus der richtige Weg. Was kann ich euch empfehlen. Also wer sich mal wirklich informieren möchte über die private Riesterrente, der kann sich an die Volkshochschule wenden. Referenten der Deutschen Rentenversicherung informieren dort über die private Altersvorsorge. (Vortei: es gibt keinen Verkaufdruck). Es handelt sich um eine unabhängige Information. Ich bin ebenfalls dort Referent. Bislang ist die Resonanz nicht so wie ich mir das Vorstelle. Na gut was solls. Aber wenn ich mir die Beiträge so durchlese, dann wäre es durchaus angebracht sich auf diesem Wege mal umfassend zu informieren. Ich will mich nicht alls Allwissender darstellen (ich lerne zu dem Thema auch jeden Tag dazu) aber der Bericht von Monitor bedarf einer Richtigstellung.
Natürlich kann ich alles negativ rechnen. Ich kann aber auch durchaus die Zahlen positiv darstellen. Tja wer weis vielleicht treffe ich den einen oder anderen mal bei der VHS. Dann können wir darüber in aller Ausführlichkeit diskutieren.


Gruß Guido
Alt 11. 01. 2008, 17:39 guido1972 is offline Mit Zitat antworten #12
TR4 Spender
konfessionslos linientreu
 
Benutzerbild von TR4
 
Registrierungsdatum: Aug 2001
Ort: Zentrum
Beiträge: 2.231
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

Zitat:
Zitat von guido1972 
Hallo
Oh, oh wenn ich mir das hier so durchlese, sträuben sich mir die Haare. Der Thread ähnelt einem Stammtischgespräch. Vieles was hier steht ist einfach nicht korrekt.
Wer sagt das? Du?
Und bitte, lass die "Stammtisch-Keule" unterm Tisch.

Zitat:
Zitat von guido1972 
..Ich arbeite bei der gesetzlich Rentenversicherung. Und ja es stimmt. Das Rentenniveau wird in Zukunft vermutlich sinken.
So weit so gut.
Gut?

Zitat:
Zitat von guido1972 
...Wenn jemand mit Vollendung des 67 lebensjahres (Renteneintrittsalter) nur eine geringe Altersrente erhält die die monatlichen Ausgaben nicht deckt, dann hat er unter Umständen ein Anspruch auf die Grundsicherung. Da es sich dabei um Hilfeleistungen handelt (so ähnlich wie früher die Sozialhilfe) und natürlich werden sämtlich anderen Ansprüche (auch Riester) angerechnet. Aber es ist einfach nicht korrekt, dass das Niveau der gesetzlichen Rente soweit sinkt, dass 2/3 der Bevölkerung unter dem Sozialhilfesatz sinken.
Kaffeesatz, Glaskugel?

Zitat:
Zitat von guido1972 
Ich will jetzt nicht die Riesterrente hochloben aber aus meiner Sicht ist die Form der Altersvorsorge durchaus der richtige Weg.

Machst Du aber.
Die Politik (quer Beet) hat bisher nicht die richtigen Antworten und Lösungen auf das vorauszusehende Renten-Problem gehabt
und wird es wohl auch zukünftig nicht vermögen. Hauptsache die eigene Rente (Pension) ist sicher...
Jahrhzehntelang wurden die Rentenkassen durch Fremdleistungen geplündert.
Die stümperhafte Wiedervereinigung (Rentezahlung ohne Beiträge >> hätte man über Steuern finanzieren sollen) und der Zustrom von
aussen in die Sozial-Kassen tragen Übriges zur negativen Bilanz bei.

Klar sollte man die politischen Renten-Highligts nicht "verkennen " wie "Benzinsteuer für die Rente", Anhebung d. Renteneintrittsalter auf derzeit 67 (zukünftigt 75 oder 80 ?) oder "Riester-Rente".
Davon wird nix zur Rettung oder Konsolidierung des derzeitigen Rentensystem beitragen.
Armut im Alter wird zuküntig die Regel sein. Leider... da bin ich Pessimist.
Alt 11. 01. 2008, 19:16 TR4 is offline Mit Zitat antworten #13
xaik
Mitglied
 
Registrierungsdatum: May 2006
Beiträge: 160
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

Guido,
also komm mal runter von deiner Euphorie
Zitat:
Ich will jetzt nicht die Riesterrente hochloben aber aus meiner Sicht ist die Form der Altersvorsorge durchaus der richtige Weg.
Das machst du sehr wohl!
Also ich kann der Politik nicht trauen. Was kannst du als einfacher Buerger machen. Nichts. Du waehlst alle 4 Jahre die Abgeordneten und dann ist Funkstille zwischen Politik und Gesellschaft. Fuer den "Normalmensch" muss das Einkommen gesenkt werden, aber die Dieaeten werden einfach mal ganz schnell nebenbei erhoeht. Ja die armen Beamten mit ihren Bonzenschlitten, die ja leider sehr viel Sprit fressen.
Und genau da muss man selbst vorsorgen.
Die beste und eigentlich einfachste Methode ist, wenn jeder fuer sich jeden Monat ein wenig Geld zur Seite liegt und das in ein Bankschliessfach verstaut. Bei einer bestimmten Summe kann man natuerlich auch den Wert des Geldes in Gold "auszahlen" lassen und diesen dann ins Schliessfach legen. Somit ist eine moeglichst geringe Inflation garantiert. Ich glaube dies ist ein guter Ansatz um spaeter im Alter nicht in Armut zu leben.
Und da weiss man auch das man am Ende auch was hat! Im Gegensatz zur Riester Rente.

//EDIT
Nur leider weiss ich nicht wie es sich mit Hartz 4 und Bankschliessfach verhaelt. Beim Konto gibt es da ja kein Bankgeheimnis mehr.
Alt 11. 01. 2008, 20:07 xaik is offline Mit Zitat antworten #14
ToxedViruz
Ogalulu
 
Benutzerbild von ToxedViruz
 
Registrierungsdatum: Dec 2005
Beiträge: 908
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

alles alte hüte. war 2004/2005 schon zu lesen. wenn man bedenkt, das rot-grün da an der regierung war... - die freunde des kleinen mannes...
Alt 11. 01. 2008, 20:45 ToxedViruz is offline Mit Zitat antworten #15
heinz33
Mitglied
(Threadstarter)
 
Registrierungsdatum: Feb 2005
Beiträge: 172
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

@xaik

Mit den Bankschließfächern ist es ganz einfach. Die Behörden wissen, wer wo ein Bankschließfach unterhält und werden bei ihren Regelanfragen beim Bundesamt für Finanzen sehr schnell darüber unterrichtet. Da du alle Wertgegenstände bei der Antragsstellung auf Sozialleistungen nennen musst, betrifft das auch die im Schließfach lagernde Briefmarkensammlung, die auf das Vermögen angerechnet werden kann, sofern eine Verwertung möglich ist. In einem Schließfach wird wohl kaum jemand ein Testament einschließen, wo da eh nichts für die lieben Erben zu holen sein wird.

heinz33
Alt 11. 01. 2008, 20:52 heinz33 is offline Mit Zitat antworten #16
Andrax
Homosapien
 
Benutzerbild von Andrax
 
Registrierungsdatum: Sep 2004
Ort: Planet Erde
Beiträge: 976
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

Ich kann da nur sagen, spart das Geld selbst, notfalls unter dem Kopfkissen, da ist es sicherer angelegt und es werden sich keine Parasiten wie Versicherungen daran bereichern können.

Denkt endlich um, dass System kann man auf langer Sicht nicht vertrauen, es ändert sich zu schnell.

Andrax
Alt 11. 01. 2008, 20:52 Andrax is offline Mit Zitat antworten #17
ToxedViruz
Ogalulu
 
Benutzerbild von ToxedViruz
 
Registrierungsdatum: Dec 2005
Beiträge: 908
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

Zitat:
Zitat von Andrax 
Denkt endlich um, dass System kann man auf langer Sicht nicht vertrauen, es ändert sich zu schnell.

also vor der inflation ist das geld unter deinem kopfkissen auch nicht sicher. ich halte es da lieber mit dem mackenroth-theorem.
trotz aller macken: der staat ist beständiger als jedes unternehmen und als der kapitalmarkt sowieso... wenn schon kopfkissen, dann edelmetalle.
Alt 11. 01. 2008, 20:58 ToxedViruz is offline Mit Zitat antworten #18
Andrax
Homosapien
 
Benutzerbild von Andrax
 
Registrierungsdatum: Sep 2004
Ort: Planet Erde
Beiträge: 976
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

Zitat:
Zitat von ToxedViruz 
... wenn schon kopfkissen, dann edelmetalle.

Welche schlägst Du denn vor?
Gold ist ja im Moment im Aufwind, aber bleibt das auch in der Zukunft so?

Andrax
Alt 11. 01. 2008, 21:18 Andrax is offline Mit Zitat antworten #19
Der Rebell
ehemaliger ex-ex
 
Benutzerbild von Der Rebell
 
Registrierungsdatum: Aug 2004
Beiträge: 17.965
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

Jetzt ist es für Gold zu spät.

In einem halben Jahr von 650,-- auf 900,-- ist schon stark. Der Preis hat sich in den letzten 3 Jahren verdoppelt.

Im Übrigen ist Gold ein Angstbarometer.
Alt 11. 01. 2008, 21:25 Der Rebell is offline Mit Zitat antworten #20
ToxedViruz
Ogalulu
 
Benutzerbild von ToxedViruz
 
Registrierungsdatum: Dec 2005
Beiträge: 908
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

Zitat:
Zitat von Andrax 
Welche schlägst Du denn vor?
Gold ist ja im Moment im Aufwind, aber bleibt das auch in der Zukunft so?

Andrax

andersherum: was wäre die alternative? gold verliert seinen wert nie ganz. bei papiergeld ist das schon möglich. - ich wollte einfach nur darauf hinaus, daß die scheine unter dem kopfkissen nicht die lösung sein können.
Alt 11. 01. 2008, 21:25 ToxedViruz is offline Mit Zitat antworten #21
Neandertaler
Mitglied
 
Registrierungsdatum: Sep 2005
Beiträge: 1.010
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

Zitat:
Zitat von Andrax 
Welche schlägst Du denn vor?
Gold ist ja im Moment im Aufwind, aber bleibt das auch in der Zukunft so?
Andrax


Alles ausgeben. Was du aufgegessen hast, kann dir keiner mehr nehmen.

Neandertaler
Alt 11. 01. 2008, 22:09 Neandertaler is offline Mit Zitat antworten #22
BigWilly
Mitglied
 
Benutzerbild von BigWilly
 
Registrierungsdatum: Jun 2003
Beiträge: 5.960
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

Zitat:
Die Riester-Rente lohnt sich "eh" nur für diejenigen welche ganz wenig verdienen.
Eben das ist hier nicht der Fall. Es kommt eben nichts oben drauf sondern es wird angerechnet und das hilft im Endeffekt nicht dem Wenigverdiener sondern eher der Haushaltskasse des Staates.
Alt 12. 01. 2008, 03:20 BigWilly is offline Mit Zitat antworten #23
Hanneskannes
Mitglied
 
Benutzerbild von Hanneskannes
 
Registrierungsdatum: Jul 2004
Beiträge: 659
Re: Lebenslüge Riester-Rente?

Zitat: