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24. 01. 2008, 01:18 #1
The Assassination Of Jesse James by the Coward Robert Ford

Regisseur: Andrew Dominik
Brad Pitt, Casey Affleck, Sam Rockwell, Sam Shepard, Paul Schneider, Mary-Luise Parker
Dieser Film kommt wie eine Überraschung daher. Es ist kein Western, sondern vielmehr eine Dokumentation.
Wer stylige Schiessereien und harte Männer erwartet wird hier enttäuscht.
Vielmehr legt Regisseur Andrew Dominik Wert auf die Charaktere und versucht den Geschehnissen am Ende des Lebens des berühmtesten Outlaws Amerikas nahe zu kommen.
Auch ist gar nicht Jesse James die Hauptfigur, sondern Robert Ford. Ein tragischer Held, wie er im Buche steht. Erst voller Bewunderung für Jesse James, erlangt durch Groschenromane, muss er feststellen, dass Jesse nichts anderes ist als ein eiskalter getriebener Mörder, der vor nichts zurückschreckt, um seine Ziele zu erreichen.
Zuerst begegnen wir Jesse als einem charismatischen Anführer, doch schon bald erkennen wir: Er ist ein eiskalter Mörder.
Er schreckt vor nichts zurück. Ob Freunde oder Feinde: Er begegnet jeder Gefahr mit Gewalt.
Weite Landschaften und eine Filmmusik, wie nur Nick Cave sie beisteuern kann, tönen den ganzen Film in der depressiven Stimmung, in der der Regisseur Jesse James sieht.
Untermalt von einem allwissenden Erzähler wird uns die Geschichte James, und nicht zuletzt Fords, bis in jedes erstaunliche bekante Detail erzählt.
Der wichtigste Teil des beinahe 3 stündigen Filmes beginnt auch erst mit dem Tod James und der anschliessenden Karriere Fords.
Wie schon zuvor in "Chopper" scheint es dem Regisseur die ganze Zeit nur um eines gegangen zu sein: Wie verändern Medien unsere Wahrnehmung von Gewalt und Realität? Wer ist ein Held, wer ein Feigling?
Geht es dabei um Gut und Böse oder nur um Sensation?
Erst nachdem James tot ist entwickelt der Film seine Intention. Das ist eindeutig zu spät.
In diesem Film ist Robert Ford zwar kein Held, aber einer der wenigen, die sich selber gegenüber ehrlich bleiben.
Und dennoch ist er einer der verhasstesten Personen Amerikas, während Jesse James, ein abgefuckter Raubmörder, und nicht etwa ein Robin Hood, irgendwie wie der Gute dasteht.
Am interessantesten in diesem Zusammenhang ist, dass das Engelsgesicht Pitt die Rolle des Arschlochs übernommen hat.
So wirkt dieser Film umso mehr wie der Versuch einer Demontage der Ruhmfabrik Hollywood.
Insgesamt nett gemacht aber völlig überzogen. Eine Mischung aus Medienkritik und Doku die in ihrer Mischung völlig misslang. Die Verzahnung stimmt so einfach nicht.
5,5 von 10.
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24. 01. 2008, 09:16 #2Mitglied
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Re: The Assassination Of Jesse James by the Coward Robert Ford
Der Film ist ja schon relativ alt - ich glaub Oktober 07 ?
Ich wollte ihn mir eigentlich auch gerne angucken da ich Brad Pitt sehr gerne sehe und auch allgemein ganz gerne mal nen Western schaue...
Leider zog der Film aber völlig an mir vorbei da er hier nirgendswo im Kino gezeigt wurde und *hust* auch im Gulli Board war er nicht zu finden.
Na ja...kommt ja glaube ich bald in die Videothek und dann werd ich ihn mir auf jeden Fall mal anschauen!
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24. 01. 2008, 09:33 #3- acc. deaktiviert -
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Re: The Assassination Of Jesse James by the Coward Robert Ford
Film gibts als DVDRip mit Englischen AC3 Ton, obs hier im gulli gepostet wurde kA.
Zitat von BMWcoupe
Werde mir den Film auch mal anschauen aber 3 Stunden, da sollte man lieber warten bis der in Deutsch rauskommt jedenfalls ist Brat Pit ein cooler Schauspieler, er weiss wie man ein Arschloch spielt, bin mal gespannt.
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24. 01. 2008, 09:54 #4Mitglied
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Re: The Assassination Of Jesse James by the Coward Robert Ford
Hehe ja Brad Pitt kann wirklich fast alles verkörpern vom Verrückten (12 Monkeys) bis zum Bekloppten (Snatch) über den liebenswürdigen (Joe Black) bis hin zum Killer (Mr. und Mrs. Smith).
Na ja auf Englisch so ganz ohne Untertitel tu ich mir die 3 Stunden nicht an außerdem finde ich bei Brad Pitt die Deutsche Synchronstimme ausnahmsweise mal sehr gut (im Vergleich zu Johnny Depp...).
Kennt jemand nen genaues Videotheken Release?
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25. 01. 2008, 20:00 #5
Re: The Assassination Of Jesse James by the Coward Robert Ford
Wenn du ein Freund klassischer amerikanischer ("Action"-)Western bist könntest du eventuell enttäuscht sein. In dem Film passiert im Endeffekt nicht sonderlich viel auf der, wie soll ich sagen, Unterhaltungsebene. Im Film dreht sich viel mehr alles um die Entwicklung der Charaktere und Dialoge. Viele Szenen sind wohl auch nach geläufiger Meinung langweilig. Das ist wahrscheinlich auch einer der Gründe warum der Film in relativ wenigen Kinos zu sehen war.
Falls dich das jetzt nicht abschreckt kann ich dir "The Assassination Of Jesse James by the Coward Robert Ford" wirklich nur sehr empfehlen. Ich fand ihn genial!
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29. 02. 2008, 16:18 #6
Re: The Assassination Of Jesse James by the Coward Robert Ford
Richtig, der Film hat Tiefgang. Das ist nicht so ein blödes Actionspektakel wie sonst immer aus Hollywood kommt.
Daumen hoch. Alleine schon für die Musik. Die war ja wohl das allerbeste im ganzen Film


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